Tatort Folge 1270: Am Tag der wandernden Seelen



Kurz und knapp – darum geht’s

Was zuerst nach einem gewöhnlichen Tatort aussieht, entpuppt sich für die Berliner Kommissare Robert Karow und Susanne Bonard als Ort grausamer Folter und Morde: Hans Engler hat mehrere Frauen in seinem Keller zu Tode gequält, doch das letzte Opfer hat sich gewehrt und seinen Peiniger erstochen. Die Spurensuche führt Bonard und Karow in die vietnamesische Community Berlins, eine fremde Welt, in der sie nur schwer Vertrauen zu den Menschen fassen können. Wird es den beiden dennoch gelingen, die Hintergründe der brutalen Taten aufzuklären? Die Antwort gibt der Tatort Berlin am 05.05.2024 um 20:15 Uhr im Ersten.

Inhalt der Tatort-Folge „Am Tag der wandernden Seelen“

Damit ihre beiden Töchter in Frieden aufwachsen könnten, seien sie aus der City hierhergezogen, in diese beschauliche Einfamilienhaussiedlung am beinahe ländlich anmutenden Rand der Millionenmetropole Berlin, so erklärt das lesbische Pärchen gegenüber Kommissarin Susanne Bonard die Wahl ihres Wohnorts. Doch mit dem Frieden und der Idylle ist es jäh vorbei. Im Haus nebenan liegt eine männliche Leiche, und ausgerechnet eines der Nachbarsmädchen hat sie gefunden. 49 Jahre wurde Hans Engler alt, nun liegt er mit über 20 Messerstichen im Oberkörper in seinem Wohnzimmer. Die Terrassentür steht offen, doch ansonsten finden sich keine Einbruchspuren im Haus, gestohlen wurde offenbar auch nichts.

Auffällig unauffällig: Ein schwieriger Tatort für die beiden Kriminalisten Robert Karow und Susanne Bonard, die erst zum zweiten Mal gemeinsam ermitteln und sich noch aneinander gewöhnen müssen. Während Karow die im Gelsenkirchener Barock gehaltenen Innenräume inspiziert, schaut seine Kollegin sich draußen um und befragt auch die neugierigen Nachbarn. Es sei immer sehr still im Hause Engler gewesen. Die Mutter des Toten, die dort laut Melderegister ebenfalls leben soll, haben sie seit dem letzten Herbst nicht mehr gesehen. Merkwürdig, denn die alte Dame leidet offenbar an schwerer Demenz, wenn Karow die Medikamente, die er im Haus vorfindet, richtig zuordnet. Was der aufmerksame Fahnder sonst noch entdeckt: einen Wasserschaden in der Küche – und ein Kellerversteck, das ihm und Bonard den Atem stocken lässt: Folterwerkzeuge en masse, Blutspuren, verbrannte Haut, ein bestialischer Geruch – in diesem Raum müssen grausamste Verbrechen stattgefunden haben, da sind sich die beiden Ermittler im rbb-Tatort „Am Tag der wandernden Seelen“ sicher. Offenbar war das Todesopfer selbst ein Täter – und zwar ein äußerst brutaler und rücksichtsloser. Der intelligente Karow kombiniert blitzschnell: Wasserschaden über dem Folterkeller – Engler ist abgelenkt – das Opfer nutzt die Gelegenheit und ersticht seinen Peiniger, natürlich in Notwehr – und flieht. Deshalb auch die Blutspuren an der Hausmauer.

Während Bonard immer noch an dem zu knabbern hat, was sie gerade gesehen hat – nach Jahren an der Polizeiakademie ist ihr die Hartleibigkeit, die man im Ermittlungsalltag braucht, offenbar etwas abhandengekommen –, suchen sie und Karow den Sohn des Toten auf: Bao Müller ist gerade nicht zu Hause, doch seine Mutter betreibt im selben Haus eine Tierarztpraxis. Dr. Lê Müller ist gebürtige Vietnamesin und kam einst aus dem „sozialistischen Bruderland“ in die DDR. Nachdem sie ihre anfängliche Skepsis gegenüber der Polizei abgelegt hat, muss die patente Medizinerin sogleich klarstellen, dass Hans Engler nicht Baos leiblicher Vater gewesen ist, sondern lediglich die Vaterschaft für ihren Sohn angenommen hatte, als sie unerwartet schwanger geworden war. Engler war stets für Lê Müller da – weiß sie auch über seinen Tod mehr, als sie den Kommissaren erzählen will?

Die werden auf dem Revier mit neuen interessanten Infos gefüttert: An Englers Leiche wurde eine weibliche DNA-Spur gefunden – sie suchen also nach einer Frau, die sich aus der Kellerhölle befreit hat und nun auf der Flucht ist. Und im Garten haben die KTU-Leute die Leiche von Hilde Engler ausgegraben, der Mutter des Toten im TV-Krimi „Am Tag der wandernden Seelen“. Und womöglich ist sein Ziehsohn doch in die Sache verstrickt: Bao Müller gehören nämlich ein Restaurant und ein Beauty-Salon im vietnamesischen Center in Lichtenberg – und das liegt ganz in der Nähe des Tatorts. Kommissar Karow eilt sogleich dorthin und befragt munter alle möglichen Leute, ohne dass ihm bewusst ist, dass er damit jemand anderem gehörig ins Handwerk pfuscht: Pham Thi Mai, LKA-Beamtin im Bereich Organisierte Kriminalität, kann ihre Wut kaum zurückhalten, als sie von Karows Ermittlungen erfährt. Seit langer Zeit leitet sie dort einen Undercover-Einsatz, doch weil Karow sich wie ein Elefant im Porzellanladen aufgeführt hat, haben die Verdächtigen nun Verdacht geschöpft – und Phams jahrelange Arbeit war umsonst.

Nach der ersten spöttischen Bemerkung über die junge Kollegin erkennt Karow, dass sie für ihn und Bonard nützlich sein könnte. Schließlich hat auch Pham Thi Mai vietnamesische Wurzeln, vielleicht kann sie den Ermittlern einige Türen in der Community öffnen, die ihnen sonst verschlossen blieben. Denn offenbar hat Bao Müller einige Angestellte illegal beschäftigt. Vor allem aber interessiert die Ermittler im Tatort „Am Tag der wandernden Seelen“, was Dr. Lê Müller ihnen verschweigt – und wie viel sie wirklich weiß. Das ist aber nicht so einfach wie gedacht: Müller ist Nordvietnamesin, Phams Eltern sind dagegen als Flüchtlinge aus dem Süden Vietnams nach Westberlin gekommen. Nord – Süd, Ost – West; die alten Teilungen leben in den Köpfen weiter. Doch schließlich gelingt es Susanne Bonard mit ihrer ganz eigenen Lebensgeschichte, das Vertrauen von Dr. Müller zu gewinnen. Und Karow lässt sich von Pham Thi Mai in eine Welt entführen, die ihm bis jetzt völlig fremd war. Wird er dort die junge Frau finden, die unvorstellbare Qualen erleiden musste – und wie viele andere Opfer Englers gibt es noch?

Ungewöhnlicher Drehort

Der neue Hauptstadt-Tatort des Rundfunks Berlin-Brandenburg (rbb) taucht tief ein in die Lebenswelten der vietnamesischen Gemeinschaft Berlins. Auch die buddhistische Pagode in Lichtenberg, um deren Erhalt die Gemeinde aktuell kämpft, diente als Drehort. Die weiteren Szenen entstanden vom 12.09. bis zum 12.10.2023 in den Stadtteilen Charlottenburg, Lichtenberg und am ehemaligen Flughafen Tegel.
Der zweite Fall des Ermittlerduos Robert Karow (Mark Waschke) und Susanne Bonard (Corinna Harfouch) ist am Sonntag, den 05.05.2024 erstmals im TV zu sehen, und zwar um 20:15 Uhr im Ersten.

Videos zur Tatortproduktion

ORF Trailer



ARD Trailer (kurz)



ARD XXL Trailer



Tatort-Kritik

Die Redaktion von Tatort-Fans meint:
An den sehr starken Einstand des Duos Bonard/Karow kann der zweite Fall sicher nicht anknüpfen, aber ein Vergleich drängt sich ohnehin nicht auf. Diese Episode hat ihren ganz eigenen, eher ruhigen Rhythmus und beleuchtet sensibel und zugleich realitätsnah ein Milieu, das es nicht so oft in die Sonntagabendkrimis schafft. Leider bleibt dabei die Spannung manchmal auf der Strecke, was auch daran liegt, dass die Fallkonstellation schnell klar ist. So entsteht eher der Eindruck einer Milieustudie als eines Kriminalfilms, die aber sehr glaubhaft die Probleme der vietnamesischen Community in Deutschland thematisiert.

Musik

Vier Szenen sollten nach Wunsch des RBB mit originalen vietnamesischen Pop-Liedern unterlegt werden. Mit Hilfe der Sängerin und Texterin Judy Mai sowie des Produzenten Zuy Dang kreierte Tim Neuhaus diese vier Stücke:
1 Ton nuoc bot – Tim Neuhaus feat. Judy Mai & Zuy
2 Come Alive – Tim Neuhaus feat. Judy Mai & Zuy
3 Tuoi tre thoi chien – Tim Neuhaus feat. Judy Mai & Zuy
4 Thuy trieu moi – Tim Neuhaus feat. Judy Mai & Zuy
Mix: Philipp Milner / Master: Dennis Ker
Sie sind am 03.5.2024 als eigene EP erschienen.

Besetzung

Kriminalhauptkommissar Robert Karow – Mark Waschke
Kriminalhauptkommissarin Susanne Bonard – Corinna Harfouch
LKA-Beamtin Pham Thi Mai – Trang Le Hong
Dr. Lê Müller – Mai-Phuong Kollath
Bui Thi Vien – Hanh Mai Thi Tran
Phan Van Tuyen – Viet Pham
Jacky Wiemann – Paula Knüpling
Malik Aslan – Tan Çağlar
Jamila Marques – Cynthia Micas
Barbara Thelen – Reiki von Carlowitz
Linda Acheo – Debrecina Arega
Mönch Thao – Duc Toan Au
Werner Siepert – Hannes Pastor
u. v. a.

Stab

Drehbuch – Josefine Scheffler, Mira Thiel;
nach einer Idee von Josephine Scheffler, Thomas André Szabó und Dagmar Gabler
Regie – Mira Thiel
Kamera – Moritz Anton
Szenenbild – Thomas Pfau
Kostümbild – Maria Dimler
Schnitt – Claudia Wolscht
Ton – Michael Junge
Musik – Tim Neuhaus
Casting – Karimah El-Giamal, Cam Giang Duong
Produzent – Jens C. Susa
Juniorproducerin – Cam Giang Duong
Produktionsleitung – Catharina Bürger (PROVOBIS Film GmbH), Jörgen Radach (rbb)
Herstellungsleitung – Finn Freund (PROVOBIS Film GmbH), Torsten Klein (rbb)
Redaktion – Verena Veihl (rbb)


49 Meinungen zum Tatort Folge 1270: Am Tag der wandernden Seelen

  • Der Fremde • am 27.4.24 um 7:45 Uhr

    Warum müssen (Mord-)Opfer in Krimis neuerdings immer GEFOLTERT worden sein (sh. letzter München-TO, aber auch viele andere)? Im Zeitalter der maßlosen Übertreibungen genügt ein „gewöhnlicher Mord“ offenbar nicht mehr … 😕 (ich halte das für einen falschen Trend, denn wie will man das noch steigern???)


  • G.e.Rücht • am 28.4.24 um 1:17 Uhr

    Häuten mit einen Käsehobel hatten wir noch nicht.😈
    Es kommt nur auf die Art der Präferenzen des Täters an.😱
    Der Fantasie sind keinerlei Grenzen gesetzt.🧠
    Tarantino hat sich bei Reservoir Dogs z.B. richtig ausgelebt.💀
    Kapiert endlich das uns die Realität längst überholt hat.😏
    Aber für zartbesaitete gibt’s ja auch Hubert und Staller.🙄🥱😴
    Mir gefällt die härtere Gangart aus Berlin.😎


  • Ulrich Lehmann • am 5.5.24 um 21:38 Uhr

    Die eingeblendeten Untertitel sind schlecht lesbar (zu klein). Außerdem viel zu kurz eingeblendet. Habt ihr euch das nicht angeschaut bevor es gesendet wird.


  • Geschichte • am 5.5.24 um 21:38 Uhr

    Als Ergänzung zum Tatort:
    Die Ausschreitungen in Rostock-Lichtenhagen fanden Ende August 1992 in Rostock, Deutschland, statt und gehören zu den schlimmsten fremdenfeindlichen Gewalttaten in der Geschichte Deutschlands nach der Wiedervereinigung. Die Gewalt konzentrierte sich auf ein Wohnheim für Asylbewerber sowie ein benachbartes Wohnheim für vietnamesische Vertragsarbeiter im Stadtteil Lichtenhagen.

    Die Gewalt begann am 22. August 1992 und dauerte mehrere Tage. Sie eskalierte, als eine wachsende Menge, die schätzungsweise bis zu 3.000 Personen umfasste, das Asylbewerberheim mit Steinen, Flaschen und Molotowcocktails angriff, während die Polizei Mühe hatte, die Situation zu kontrollieren. Die Polizei war schlecht vorbereitet und in unzureichender Anzahl vorhanden, was die Lage verschärfte. Die Angriffe wurden von vielen Anwohnern offen unterstützt, einige klatschten Beifall und feuerten die Randalierer an.

    Bemerkenswert war die mangelnde Effektivität und das Zögern der Polizei und anderer Sicherheitskräfte, den Ausschreitungen entschieden entgegenzutreten. Erst nach mehreren Tagen wurde die Situation durch die Verstärkung der Polizeikräfte unter Kontrolle gebracht.

    Diese Ereignisse lösten weltweit Entsetzen aus und führten in Deutschland zu einer intensiven Debatte über Rassismus, Ausländerfeindlichkeit und die Asylpolitik des Landes. In der Folge wurden die Asylgesetze in Deutschland verschärft.


  • Michael • am 5.5.24 um 21:48 Uhr

    Wie viele Sterne kann man vergeben? Tolle Story, klasse Schauspieler und absolut großartige Kamera.


  • Abmahnung • am 5.5.24 um 21:48 Uhr

    Dieser Tatort nimmt einem wirklich die Freude. Jedoch ist er meiner Meinung nach auch herausragend!


  • Salz • am 5.5.24 um 21:50 Uhr

    Der Tatort startet vielversprechend, verliert jedoch später an Tempo.


  • Winfried Vorbeck • am 5.5.24 um 21:54 Uhr

    Interessant gemacht. Schöne Eindrücke von einer fremden Kultur. Karow diesmal wenig bissig. Bonard finde ich blass.

    Allerdings werde ich das Gefühl nicht los, dass das Ganze auch in 30 Minuten hätten erzählt werden können. Nicht dass ich die Folge unansehnlich fand, aber wenn ich den Tatort nicht gesehen hätte, hätte ich nicht so sehr viel verpasst.


  • KürbisHoko • am 5.5.24 um 21:58 Uhr

    Das Thema, obwohl schwer zu verarbeiten, wurde hervorragend umgesetzt und die Schauspieler waren ausgezeichnet. Das Ende allerdings wirkte ein wenig oberflächlich. Bewertung: Sehr gut (2++)


  • Adabei • am 5.5.24 um 21:58 Uhr

    Sehr ergreifender Tatort über sadistische Gewalt und deren Opfer. Wenig Spannung aber realistische, einfühlsame Ermittlungen. Die Emotionen aller Beteiligten werden sehr gut dargestellt! Sehr gute Schauspieler, Ton gelegentlich nuschelig, Ausstattung, Regie, Drehbuch sowie Kamera sehr gut! 4 von 5 Sterne.


  • Bose • am 5.5.24 um 22:00 Uhr

    Ich bin kaum überrascht, dass ich diesen Tatort hervorragend finde. :-)

    Besonders beeindruckend fand ich die Darstellung der emotionalen Reaktionen der Kommissar:innen auf die Folterszenen. Beeindruckend war die Szene in dem Folterkeller, wo man im Hintergrund Bonards schweres Atmen hören konnte, während die stille Panik zu den Bildern entstand, die zwar keine direkten Folterhandlungen zeigten, aber die schrecklichen Geschehnisse erahnen ließen. Auch das Gespräch zwischen Karow und Bonard in der Autowaschanlage war bemerkenswert: ‚Ich besitze immer noch die Fähigkeit, fassungslos zu sein‘, kommentierte er so trocken, während beide deutlich erschüttert waren. Karows Reaktion beim Ansehen der Foltervideos war brillant dargestellt. Es gefiel mir sehr, dass die Folterszenen nicht direkt gezeigt wurden, sondern der Imagination der Zuschauer überlassen blieben, was kein billiges Grauen erzeugt, sondern echte Beklemmung.


  • Der Fremde • am 5.5.24 um 22:00 Uhr

    Wie schon in meinem Kommentar vom 27.4. geschrieben: Ich persönlich brauche das nicht, dass in so vielen Krimis der letzten Jahre FOLTERUNGEN vorkommen.

    Ansonsten wurde eine selten gezeigte Community thematisiert (ich kannte die großen Vietnamesen-Gruppen bisher vor allem aus Tschechien, wo sie aus ähnlichen historischen Gründen entstanden sind; in Ö etwa gibt es nur sehr wenige Vietnamesen). Insgesamt hat mich der Fall wenig angesprochen und auch die Paarung Karow – Bonnard halte ich für nicht allzu „prickelnd“ … ;-)
    **


  • Attila • am 5.5.24 um 22:01 Uhr

    Ganz ehrlich? Ds erste Mal in den 11 Jahren seitdem ich regelmäßig Tatort gucke, habe ich so wenig verstanden, dass ich kaum was mit diesem Tatort machen kann. Vielleeicht liegt es diesmal bei mir, weiß ich nicht.


  • Donna • am 5.5.24 um 22:02 Uhr

    Karows Gesichtsausdrücke waren ebenfalls herausragend.

    Die Kameraführung verdient eine besondere Erwähnung, insbesondere in jenen Szenen sowie bei der Untersuchung des Opfers…

    Karows Bemerkung ‚Folge dem weißen Kaninchen‘ fand ich amüsant. Eine gut eingefügte und charmante Referenz auf ‚Alice im Wunderland‘.

    Verwirrend fand ich jedoch die Szenen bei dem Meister… Was war der Sinn dahinter? Warum führte die Polizistin Karow zu diesem Mann? Welche Absichten hatte sie dabei? Dann erschien auch noch die Tierärztin. Ungeklärt blieb, ob sie erkannte, dass die Polizistin tatsächlich vom Polizeidienst war. Die Szene beim Essen ließ mich etwas ratlos zurück.


  • Aus dem Motorraum • am 5.5.24 um 22:05 Uhr

    In diesem Tatort stimmte vieles, das Thema war durchaus stark, während die musikalische Untermalung eher zu wünschen übrig ließ. Insgesamt hat mich dieser Tatort aus Berlin jedoch nicht wirklich begeistert; er zeigte weder herausragende Höhepunkte noch enttäuschende Tiefpunkte. Die Versuche, interkulturelles Lernen im Fernsehen darzustellen, wirkten übertrieben und manchmal zu gewollt. Nach einem eher bitteren Ende der Handlung blieb ich überraschend gleichgültig und fragte mich nur, warum die Ärztin in einer so dunklen Praxis operierte – mehr nicht. Ich gebe 8 von 10 Punkten.


  • Wolfgang • am 5.5.24 um 22:05 Uhr

    Sprachverständlichkeit (mal wieder) stellenweise schlecht, Hintergrundgedudele manchmal viel zu laut, Handlung langweilig.


  • Bruno • am 5.5.24 um 22:07 Uhr

    Eine der besten Folgen mit Karow. Mir gefiel die Art, wie hier die Polizeiarbeit gezeigt wurde, sehr gut.
    Sicher war es ein hartes und brutales Thema.
    Aber ist das Leben nicht hart und brutal geworden?
    Ich fand auch die Art, wie die vietnamesische Mentalität beleuchtet und erklärt wurde, sehr gut.
    Frau Harfouch? Was soll ich sagen?
    Ansonsten mag ich sie und sehe sie gerne. Aber ob sie hier die beste Besetzung war, bezweifele ich sehr.
    Ich gehe mal vom tatsächlichen Alter aus.
    Wäre es bei der deutschen Polizei möglich, dass eine Frau in dem Alter eine führende Position im aktiven Polizeidienst, noch dazu im Dezernat für Verbrechen gegen das Leben bekäme?


  • Niederländer • am 5.5.24 um 22:09 Uhr

    Ein beeindruckender, emotionaler, fesselnder und harter Tatort! Hier war wirklich alles vertreten! Absolut sehenswert mit einem bewegenden Abschluss! Dank an das Team des Berlin-Tatorts! Das ist meine feste Überzeugung!


  • landi • am 5.5.24 um 22:15 Uhr

    Der Tatort hat mich tief berührt, obwohl ich aufgrund der kurzen Sequenzen und des schnellen Wechsels zwischen den Szenen manchmal Schwierigkeiten hatte, der Handlung zu folgen. Dennoch, vielleicht gerade deswegen, empfand ich die Episode als sehr packend und ausgezeichnet. Sie wirkte völlig authentisch. Ich plane, sie morgen noch einmal zu sehen.


  • Franziska aus F. • am 5.5.24 um 22:15 Uhr

    Perfekt !!!!!!

    Details, Kameraführung, einfach alles!


  • Colorwriter • am 5.5.24 um 22:15 Uhr

    Ein Tatort, zu dem ich nur wenige Worte finde.
    Ein brutales, unfassbar böses, und so abgründiges Thema,
    das hier enorm einfühlsam erzählt wird.
    So sehr, dass ich mir den, weil das Thema so
    wütend und traurig macht, bestimmt nie wieder ansehen kann.
    Wie Krank können Menschen sein, um so etwas zu tun….?
    Und der mir, auch dank der sehr, sehr guten Darsteller*Innen
    deswegen lange in Erinnerung bleiben wird.

    ⭐️⭐️⭐️⭐️⭐️


  • Arthur Fichtl • am 5.5.24 um 22:16 Uhr

    Bis in die technischen Details war dieser TO von ausnehmend schwacher Qualität.
    Wie schon ein anderer Zuschauer geschrieben hatte: selbst die Untertitel waren schlecht lesbar (zu kurz eingeblendet und in zu kleiner Schrift). Das Berliner Genuschel finden auch nicht alle gut!
    Die unplausiblen Schnitte trugen ebenfalls nicht zum besseren Verständnis bei.
    Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass die Protagonisten ausgesprochen unmotiviert gespielt haben und die Produzenten total desinteressiert an den Zuschauern waren.
    In inhaltlicher Hinsicht nannte man solche Geschichten früher „sauren Kitsch“.


  • Wolfram • am 5.5.24 um 22:21 Uhr

    Bei der Video-Schau des Kommissars war man direkt dankbar, dass einem die Bilder erspart blieben. Trotzdem war es ein Tatort, den man nur mit einem gewissen inneren Grausen verfolgen konnte. Es war, als hätte das echte Böse die Fiktion eingeholt. Man ist die Nähe zu solchen Taten einfach nicht gewohnt. Sonst sieht man, wie jemand schießt, ein anderer fällt um, und das war es dann schon. Hier sieht man das ganze Ensemble blutiger Messer, den noch warmen Lötkolben und massenhaft vergossenes Blut; die Bilder erinnerten mich an eine mittelalterliche Territion. Die zweite Stufe der peinlichen Bestrafung, wenn den Angeklagten die Folterwerkzeuge vorgeführt wurden, bevor sie – wenn sie dann nicht gestanden – dann tatsächlich zum Einsatz kamen. Gut hat mir am Anfang der Kontrast zu den Nachbarn gefallen, die zwar an Mord dachten, den ganzen Horror, der damit verbunden war, aber nicht erfassen konnten.
    Auf der anderen Seite gab es auch manche Längen, wenn es um die Vorstellung des Lebens der vietnamesischen Community ging und anderes mehr. Der zweite Täter, der noch Theater machte, weil er bei der anstehenden Folter des letzten Opfers offenbar nicht dabei sein konnte, der aber wohl vorher schon beteiligt war, erscheint mir eher als Mittäter, denn als einfacher Helfer einzustufen zu sein. Beihilfe stand wiederum bei der vietnamesischen Tierärztin im Raum. Hier schwimmt nicht nur die Beweislage, sondern auch die Aufklärung der Kommissare nach den Vorgaben im Drehbuch. Könnte man noch Sterne vergeben, dann von mir 4 von fünf Sternen für Drehbuch, Regie und Darsteller.


  • Der Wanderer • am 5.5.24 um 22:24 Uhr

    Weniger Krimi als Sozialstudie. Bedrückend, sich klarzumachen, dass solche Dinge unter uns geschehen, und die überwältigende Mehrheit der Menschen davon gar nichts bemerkt. Diesbezüglich fühlte ich mich an einen Film außerhalb der Sonntagabend-Krimis erinnert – „Operation Zucker“ – falls den jemand gesehen hat. Die Grusel- und Ekel-Szenen im heutigen Film waren der Thematik zwar angemessen, aber schwer erträglich.

    Deprimierend war vor allem der Schluss, als klar wurde, dass Frau Müller unwissentlich zur Handlangerin der Verbrecher wurde, weil diese sie falsch informiert hatten. Als sie ihren Irrtum erkannte, wurde sie dann auch noch straffällig, indem sie eine Gewalttat an Siepert beging. Im richtigen Leben hätte sie wohl aber eine milde Strafe bekommen.

    Den Soundtrack des Films fand ich eher störend.

    Es hat zwar nichts mit der Filmhandlung zu tun, aber ich habe festgestellt, dass ich die Szenen mit den Ritualen in der Pagode als gespenstisch und beklemmend empfand.

    Es geht bei den Tatorten/Polizeirufen ja immer auch darum, wie das Miteinander der Mitglieder des Ermittler-Teams dargestellt wird. Das fand ich durchaus gelungen. Die gelegentlichen Spannungen zwischen Karow und Bonard wurden mit einem Augenzwinkern dargestellt, ohne in nervige Dauer-Streitereien auszuarten. Gefallen hat mir auch, wie die Rolle des Kriminaltechnikers Malik dargestellt wurde: Eine Person, deren Arbeit nicht immer gebührend gewürdigt wird, die aber unentbehrlich ist. Etwas stiefmütterlich behandelt wurde in meinen Augen die Gerichtsmedizinerin: Sie trug zwar viel zum Ermittlungserfolg bei, hatte aber, wenn ich richtig gefolgt bin, keinen Film-Namen, und auch der Name der Darstellerin geht, soweit mir ersichtlich, aus der Besetzungsliste nicht hervor.

    Im Gegensatz zum ersten Fall dieses Teams, dessen Drehbuch an zu vielen Ungereimtheiten und Unwahrscheinlichkeiten krankte, war dies ein „runder“ Fall – auch, wenn man sich sehr konzentrieren musste, um den Zusammenhängen folgen zu können. Wenn die Drehbücher weiter gut bleiben, haben die Berliner das Zeug zu einem klasse Tatort-Team.

    10 von 10 Punkten.


  • Hupe • am 5.5.24 um 22:28 Uhr

    Wer heute Abend klassische Unterhaltung erwartet hatte, war vermutlich auf dem falschen Kanal. Doch für diejenigen, die offen sind, über den eigenen Horizont hinauszublicken, sich auf neue Perspektiven einzulassen und sich für das Leben und die Kultur unserer vietnamesischen Mitbürger interessieren, war dieser Tatort meiner Meinung nach außerordentlich lohnenswert. Die fast naive Gutgläubigkeit und der feste Glaube an das Gute im Menschen haben die grausamen Taten erst ermöglicht. Auch wenn es nur ein Fernsehfilm und eine Fiktion war, hat mich diese Episode zutiefst beeindruckt und zum Nachdenken angeregt. Ehrlich gesagt kam mir sogar der Gedanke, ob unser Strafrecht angemessene Strafen für solche Taten vorsieht. Selbst eine lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung scheint mir fast zu milde.


  • Real • am 5.5.24 um 22:43 Uhr

    Es ist erschreckend, zu was Menschen fähig sind, und das Thema wurde spannend, düster und überzeugend dargestellt. Bonard harmoniert ausgezeichnet mit Karow und hat durch ihre Art eine angenehme Atmosphäre geschaffen. Karow wirkte sympathisch und einfühlsam, alle Darsteller waren hervorragend. Ich bin gespannt auf den nächsten Berliner Tatort.


  • M.S. • am 5.5.24 um 22:45 Uhr

    Karow durfte diesmal soziale Empathie zeigen. Die Bonard ist nicht mein Fall. Da wünsche ich mir die Vorgängerin zurück…
    Story gut, ohne die Gewalt zu zeigen wurde das Grauenhafte deutlich rübergebracht.
    Für mich ein Highlight war natürlich Tegel als Location… Gute Sonntag Abend Unterhaltung diesmal.


  • Orion • am 5.5.24 um 22:58 Uhr

    Warum müssen die Kommissare in den meisten Fällen persönlich so stark belastet sein, statt einfach ’normal‘ zu ermitteln? Es war eine Erleichterung, dass die Grausamkeiten größtenteils nur angedeutet wurden, bis auf das Schicksal des letzten Opfers. Die Darbietung kultureller Einblicke in vietnamesische Traditionen war faszinierend, und die schauspielerischen Leistungen der asiatischen Schauspielerinnen waren beeindruckend.


  • Heat • am 5.5.24 um 23:00 Uhr

    Vom Anfang bis zum Ende war dies ein außergewöhnlich guter Film. Jeder Schauspieler hat in seiner Rolle brilliert – es gab keinen einzigen Schwachpunkt. Besonders beeindruckend fand ich, wie die vietnamesische Gemeinschaft in all ihren Facetten und Besonderheiten dargestellt wurde, und das mit einer seltenen, sensiblen Tiefe


  • Fred • am 5.5.24 um 23:02 Uhr

    Der Tatort war durchweg fesselnd, hatte jedoch einige zähe Passagen. Gewisse Szenen waren so gewalttätig, oder erzeugten durch die bloße Vorstellung so viel Grauen, dass nicht nur Karow davon übel wurde, sondern auch ich tiefes Entsetzen und Ekel empfand. Ich würde es bevorzugen, wenn weniger Brutalität notwendig wäre, um einen spannenden Tatort zu gestalten. Die darstellerischen Leistungen waren jedoch durchweg hervorragend.


  • Jutta • am 5.5.24 um 23:22 Uhr

    Welche Grausamkeit! Ich war heilfroh, dass ich das nicht ansehen brauchte. Den Kommissaren blieb es nicht erspart und fast tröstlich ist die Tatsache, daß Gerichtsmediziner das ganz gut wegstecken. Auch die Tierärztin hatte bei der Verarztung der Vietnamesin keine Scheu. Ich tröste mich wahrscheinlich selbst mit dem Gedanken, dass in manchen Berufen eine Empathie für die Opfer ausgeblendet werden kann, um sachlich einen Bericht zu schreiben oder Hilfe zu leisten.
    Karow war heute super und Bonard mit ihrer leisen Art ebenso. Bei ihr fand ich die Schulterberührungen sehr angenehm. Typisch Lehrer, aber das vermittelt ein Gefühl von „ich bin bei Dir“. Die vietnamesische Kultur in Berlin näher zu beleuchten, fand ich lehrreich und ist auch ein Fingerzeig darauf, in dem Land wo man geboren wurde auch andere Kulturen interessiert und liebevoll kennenzulernen.


  • sula • am 5.5.24 um 23:23 Uhr

    Ja, dieser Tatort hatte es wirklich in sich und ist wahrhaftig nicht leicht zu verdauen. Die schauspielerischen Leistung von Karow, waren wirklich brilliant. Ich denke, die erzeugte Vorstellung von angewandter Brutalität, zielte nicht vornehmlich darauf ab einen spannenden Krimi zu gestalten, sondern viel mehr zu welchen Gräueltaten Menschen fähig sind. Die Tatort-Reihe zeigt auf seine Art und Weise auch den Wandel der Gesellschaft im Laufe der Zeit.


  • alter Fan ( tm ) • am 5.5.24 um 23:37 Uhr

    sehr interassante und mitreißende Geschichte – der Realität aber doch auch ziemlich nah – in allen Punkten sehr gut umgesetzt Corinna Harfouch find ich ebenfalls sehr überzeugend in ihrer Rolle – volle Punktzahl


  • Oli • am 5.5.24 um 23:43 Uhr

    Sehr emotional. Die Schauspieler brilliant.


  • Garbak • am 6.5.24 um 0:11 Uhr

    Hi Fans,
    Mal ein anderer Tatort, war gut, im Großen und Ganzen hat er mir gefallen.
    Da ich früher mal ´n paar Jahre Tai Chi und Meditation praktizierte, empfand ich bei den „Tempelszenen“ das, was der gute Karow wohl ebenfalls vermißte: Frieden und etwas Trost. Keine Spur von Beklemmung oder Fremdheit.

    Allerdings muß ich sagen, waren mir die Szenen: Tempel/ Folklore dann doch etwas zu lang. Ich will nicht minutenlang sehen, wie Räucherstäbchen abbrennen. Das kenne ich zur genüge. (Hust!) ;)
    4 von 5 Sternen.


  • Michel • am 6.5.24 um 6:54 Uhr

    Harfouch, die ich an sich für eine großartige Schauspielerin halte, signalisiert mit jedem dritten Blick „,was mach ich hier, im Tatort? Warum hab ich zugesagt? Wer holt mich hier raus?“. Die große Film wie Theaterschauspielerin scheint verloren – wie einst Wuttke.


  • Thomas • am 6.5.24 um 9:45 Uhr

    Ich fand den nicht schlecht, aber auch nicht besonders gut. Einige Längen insbesondere zum Ende hin, dafür am Anfang sehr (zu) schockierend (Zeigen der Folterwerkzeuge u.ä.). Auch waren ein paar Dialoge dümmlich.
    Doch diese Kultur der Vietnamesen war mal etwas anderes und daher eigentlich interessant.
    Ein typischer solider Tatort.


  • FCB Fan • am 6.5.24 um 9:46 Uhr

    Die visuellen und akustischen Elemente waren auf erschreckende Art sehr wirkungsvoll, zusätzliche Spannung war für mich gar nicht nötig. Die Geschichte war intensiv, bot jedoch auch faszinierende Einblicke in die vietnamesische Gemeinde. Karow war wie gewohnt überzeugend, mit seiner neuen Partnerin muss ich mich allerdings noch anfreunden, obwohl ich Corinna Harfouch normalerweise sehr schätze.


  • ydoc • am 6.5.24 um 10:12 Uhr

    Mir hat der Film wirklich gut gefallen. Es gab zwar eine kurze Phase, in der die Spannung etwas nachließ, aber insgesamt war die Wirkung tiefgehend. Ich bin gespannt, wie lange es dauern wird, bis sie als richtiges Team zusammenwachsen.


  • Hanz W. • am 6.5.24 um 10:43 Uhr

    Ich stimme @Der Fremde zu, dass aktuell die Taten und Täter im TO zum Teil immer krasser werden (müssen?), und vielleicht liegt das daran, dass der „Rest“ der Handlung dann doch ziemlich dahinplätschert. Das war in der Tat schon im entsprechenden Münchner vor einiger Zeit so.

    Auf mich persönlich wirkt der Berliner – gemessen insbesondere an den kantigen, wuchtigen Anfängen – mittlerweile schon arg weichgespült und im Mittelmaß angekommen. Klar gilt auch hier: Ähnlich wie bei Faber in Dortmund ist auch die Karowsche Unleidlichkeit irgendwann einmal ausgelotet, und dann muss der Charakter ein Stück weit neu erfunden werden. Das gelingt für mich in Berlin im Moment aber nur schwach, finde ich.
    Die Geschichte um die vietnamesische Gemeinde hat natürlich für eine Prise Exotik gesorgt und war insofern auch nicht uninteressant, weil die sonst wenig im Fokus steht. Aber mir schien das dann doch sehr oberflächlich und eigentlich wenig tragend. Zwei Sterne.

    **


  • Ferdi-Freund • am 6.5.24 um 10:58 Uhr

    Der Tatort war gut gemacht. Einerseits wirkte er sehr filmisch, andererseits bot er einen Einblick in die vietnamesische Gemeinschaft mit ihren herzlichen Familienszenen. Besonders positiv fiel die vietnamesische Polizistin auf. Solche Verbindungen zwischen den Gemeinschaften sind wichtig, und das in allen Bereichen und Institutionen, von der Polizei bis zu Behörden, die beide Kulturen verstehen.

    Das hat mir wirklich gefallen.


  • Ralph • am 6.5.24 um 15:24 Uhr

    Wie ist eigentlich die Identität von Siepert ans Licht gekommen? das habe ich irgendwie nicht geschnallt bzw verschnarcht.

    Sehr gruseliger, sehr mitreißender Tatort. Ich hätte ja am Schluss gerne noch gesehen, wie Siepert zu lebenslänglich mit anschließender Sicherheitsverwahrung verknackt wird.

    Von mir⭐⭐⭐⭐⭐


  • Franco Francetti • am 6.5.24 um 17:23 Uhr

    Ganz harter Tabak, aber auch ganz starker Tatort, super Settings, Score, Story und Darsteller. Für mich einer der besten Tatorte die ich gesehen habe!


  • Herbert von Karavan • am 8.5.24 um 18:31 Uhr

    Ganz schön bunt, dieser Tatort. Zusammen mit der Kameraführung stelle ich mir die Frage ob das was mit der Legalisierung fernöstlicher Kräuter zu tun hat. Die Story ist schon recht heftig, wenn man sie mit einigen skandinavischen Krimiserien vergleicht aber fast harmlos. Ein (ganz) gewöhnlicher Mord ist schon vor 51 Jahren Tatortsrory gewesen, aber „Der Fremde“ hat Recht. So ein Tatort mit bösen Schurken, mutigen Polizisten und Verfolgungsjagden wäre auch mal wieder ganz passend.
    Wieder einmal spannendes Krimihandwerk aus Berlin. Da gibt es wirklich nichts zu mäkeln.
    @Ralph: Die ehemalige Prostituierte hat ausgesagt, dass der Getötete ihn „Chef“ genannt hat, bei ca. 1h10min.


  • BK • am 9.5.24 um 22:23 Uhr

    Auf sehr tiefgreifende Art und Weise hat dieser Tatort Einblicke in die vietnamesische Lebenswelt geboten und voller Emotionalität die Folgen dieses grausamen Verbrechens herausgearbeitet.
    Die unterschiedlichen Handlungsebenen liefen allerdings eher parallel, anstatt sich zu berühren und zu verflechten. Somit fehlte an einigen Stellen der Zusammenhang zwischen den Handlungssträngen und Reaktionen und Vorgehensweisen waren nicht immer verständlich.
    Insgesamt ein gut umgesetzter Tatort mit einigen Längen und offenen Enden. Handlungsebenen hätten mehr miteinander in Verbindung gebracht werden können, um einen in sich geschlossenen Tatort hervorzubringen.
    Das hohe Maß an Emotionalität und dem ergreifenden, ganz individuellen Charakter dieses Tatorts haben 4 Sterne verdient.


  • schauinsland • am 10.5.24 um 21:31 Uhr

    Die vietnamesische Polizistin wurde zickenhaft, nahezu hysterisch, unverschämt eingeführt. In ein Büro platzen und erst einmal herumbrüllen.
    Später noch „fuck you“ dem Kollegen an den Kopf werfen, kurz darauf aber unbedingten Respekt einfordern, wenn sie ihm einem Vietnamesen vorstellen soll, welcher möglicherweise zur Klärung des bestialischen Verbrechens beitragen kann.
    Seltsam, dass diese Rolle von anderen Schreibern hier als positiv empfunden wurde.

    Ansonsten bin ich wie bei anderen Tatorten absolut gegen Folterszenen, auch wenn sie nur angedeutet werden. Die reale Welt ist schlimm genug. Ein Krimi zu unterhaltenden Mitraten braucht keine mittels Kartoffelschäler abgetrennte Haut.

    Und, ja: wie die Ermittler letztendlich auf den zweiten Täter kamen, konnte der geneigte Zuschauer nur wissen, wenn er bei Minute 70 (?) nicht grade kurz seine Aufmerksamkeit hat schleifen lassen.


  • Tom_Muc • am 21.5.24 um 6:30 Uhr

    sehe gerade die Szene, in der Karow mit dem Stuhl mehrfach auf das am Boden liegende Bild des Gesuchten einhämmert(kann das nicht anders bezeichnen) – kein Ermittler würde so reagieren.
    Meine Güte, der nächste über-emotionalisierte Ermittler im Tatort.
    Nicht auszuhalten …
    aber okay, das sollte den Tatort nicht zu sehr trüben. Bisher ansehnlich.


  • Tom_Muc • am 22.5.24 um 20:24 Uhr

    Mein Fazit deckt sich in Teilen inhaltlich mit dem von „BK • am 9.5.24 um 22:23 Uhr“, insbesondere in Hinblick auf die Darstellung der vietnamesischen Lebensweise. Auch sonst einige sehr schöne Formulierungen des Foristen/der Foristin, die ich nicht umformulieren möchte.

    Das, wie BK schreibt, „hohe Maß an Emotionalität“ sehe ich aber eher kritisch, weil das „Spiel“ von Mark Waschke einfach zu übertrieben bei mir ankommt.
    Der Rolle von Karow soll damit Menschlichkeit verliehen werden, es soll dadurch bei diesem speziellen Fall Nähe zum Publikum erzeugt werden, gar Mitgefühl mit dem Ermittler – das geht bei mir aber nicht auf, weil ihm damit die unbedingt zu erwartende Professionalität abhanden kommt, er zu einem – typisch deutsch – gefühlsduseligen Sensibelchen verkommt, das seine Emotionen nicht im Griff hat, und so leider seine Souveränität als Ermittler verliert.

    Zu Frau Harfouch: sie hat mir diesmal besser gefallen. Stärker, als Waschke, weil deutlich weniger überzeichnet.
    Das, was sie „macht“, macht sie bei diesem Fall einfach gut, nachvollziehbar, echt.

    eines der Highlights: die Verhörszene Bonard mit Dr. Lê Müller- bevor der Anwalt kommt – und der Abgang von Müller.


  • Tom_Muc • am 22.5.24 um 20:43 Uhr

    @Jutta • am 5.5.24 um 23:22 Uhr
    „Die vietnamesische Kultur in Berlin näher zu beleuchten, fand ich lehrreich und ist auch ein Fingerzeig darauf, in dem Land wo man geboren wurde auch andere Kulturen interessiert und liebevoll kennenzulernen.“

    das ist die eine Seite – die andere ist, Vietnamesen-Clans und deren Einwirkungen auf die eigene Community(Vietnamesen in Berlin) -, und Straftaten ebenso kritisch und konsequent zu betrachten/verfolgen.

    Erstaunlich finde ich, wie hier von „herzlichen Familienszenen“ bei einem User die Rede ist .
    Wo denn?

    Für mich eine eher „kühle“ Szene, in der die patriarchale Familien-Hierarchie, -Struktur, und Erziehung mehr als deutlich zu erkennen und zu spüren sind.


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