Tatort Folge 280: Um Haus und Hof



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Tatort Folge 280: Um Haus und Hof 4 8

Die beiden Großstadt-Fahnder Paul Stoever (Manfred Krug) und Peter Brockmöller (Charles Brauer) zieht es im Tatort „Um Haus und Hof“ hinaus aufs Land, nachdem im Hamburger Hafen ein grausamer Fund aufgetaucht ist: Ein junges Mädchen wurde brutal ermordet. Die ersten Spuren im Mordfall führen die norddeutschen Ermittler vor die Tore Hamburgs, nämlich in das kleine Dorf, in dem das Opfer lebte.

Wie sooft in Kriminalgeschichten zeigt sich, dass die ländliche Idylle trügerisch ist: Auf dem Land geht es nicht friedlicher zu als in der Stadt, weiß auch Hauptkommissar Stoever. Stoever und Brockmöller beginnen mit ihren Ermittlungen im privaten Umfeld des Opfers, und es stellt sich dabei heraus, dass das Mädchen hier ohne seine Eltern lebte, die es einfach im Stich ließen. Der erste dringend Tatverdächtigen lässt auch nicht lange auf sich warten: es ist der Bauer Walter Grambeck, der Haus und Hof verloren hat. Als jedoch auch der Landwirt tot aufgefunden wird, müssen die Hamburger Kripo-Beamten den Fall und die Liste der Verdächtigen neu überdenken. Das Schwierige ist, dass offenbar nahezu alle Dorfbewohner, die etwas zu sagen haben, ein Geheimnis vor der Polizei behüten.

Im Laufe der Untersuchungen im Tatort „Um Haus und Hof“ wird der unerbittliche Kampf, der um den nun besitzerlosen Grambeck-Hof wütet, immer deutlicher. Es scheint eine Art Mafia zu geben, die hinter der harmonischen Dorffassade die Fäden zieht. Lukas Thorwald, ein junger Kollege von Stoever und Brockmöller, versucht den Kommissaren derweil bei ihrer Ermittlungsarbeit unter die Arme zu greifen – und das mit überraschendem Erfolg. Der Nachwuchs-Kriminalist entpuppt sich als durchaus fähiger Ermittler, der dem Team der Hamburger Mordkommission zukünftig sicher noch wertvolle Dienste leisten wird…


Die Tatort-Folge 280 „Um Haus und Hof“ ist Stoevers und Brockmöller 14. gemeinsamer Fall. Das Drehbuch lieferte Raimund Weber, Regie führte Werner Masten. Der NDR-Tatort ging am Sonntag, den 26. September 1993, erstmals im Ersten Programm der ARD auf Sendung; der Fernsehkrimi erreichte an dem Abend eine Einschaltquote von knapp 13 Millionen Zuschauern.

Besetzung
Hauptkommissar Stoever – Manfred Krug
Hauptkommissar Brockmöller – Charles Brauer
Uwe Schlüter – Florian Mertens
Frau Schlüter – Gerda Gmelin
Walter Grambeck – Rainer Heise
Werner Büscher – Ulrich Faulhaber
Klaus Pünjer – Jürgen Janza
Dr. Schöps – Franz-Josef Steffens
Janine – Victoria Pawlowski
Thorwald – Mark Keller
Julia – Martina Schiesser
Brückenwärter – Charlie Rinn
Gerichtsmediziner – Ingo Feder
Frau Jacke – Marie Bäumer
Wohlers – Götz Schubert
Bankdirektor Treibmann – Edgar Bessen
Gutjahr – Volker Bogdon

Stab
Regie – Werner Masten
Kamera – Dragan Rogulj
Buch – Raimund Weber
Szenenbild – Hans Zillmann
Bilder: NDR


11 Meinungen zum Tatort Folge 280: Um Haus und Hof

  • Norbert • am 16.6.14 um 0:37 Uhr

    Stoever und Brockmöller – da werden nostalgische Gefühle wach. Schön, dass diese Tatort-Folge wiederholt wurde. Gute Darstellung einer kleinbürgerlichen, norddeutschen „Dorf-Mafia“ Anfang der 1990er-Jahre, welche es durchaus in sich hat und die Kommissare ganz schön fordern. Von den beiden würde ich gerne noch mehr sehen.


  • Sebastian • am 2.7.14 um 13:45 Uhr

    Das waren einfach tolle Kommisare mit schönen Handlungen.


  • WW • am 2.9.14 um 20:12 Uhr

    Ich finde das Dorf mit den Seilschaften und den Abgründen der Bewohner zur klischeehaft und deutlich übertrieben. Aber das Duo der Kommissare macht Spaß wie immer.


  • Dirk • am 17.5.16 um 16:47 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 280 aus Hamburg. Die beiden Hauptkommissare Stoever und Brockmöller ermitteln in einer Mordsache an einem jungen Mädchen, die als Leiche in der Elbe aufgefunden worden ist. Ein interessanter und grundsolider Tatort-Fernsehfilm über einen mordenden Triebtäter und einem gemeinen Auftrags- und Vertuschungsmörder, welche parallel zueinander tätig sind und Tote hinterlassen. Die Spannung war in diesem Stoevi und Brocki Tatort weniger vertreten und wer die Kombinationen der beiden Mordermittler mag, kann den auch ein zweites Mal schauen. Ansonsten etwas überspitzte Klischeedarstellungen.


  • Henning • am 14.10.17 um 21:52 Uhr

    Sicher, etwas klischeehaft wirkt sie schon, diese dörfliche Vetternwirtschaft. Wer wie ich aber in einem norddeutschem Dorf aufwuchs weiß, dass die Geschichte und auch die Figuren nicht an den Haaren herbeigezogen sind. Man fühlt förmlich mit diesen beiden Kommissaren, wie sie versuchen, diese seit vielen Jahren gewachsenen Strukturen und Abhängigkeiten nachvollziehen zu können. Dass sie der Bevölkerung nicht unbedingt willkommen sind, unterstreicht die spätherbstliche Umgebung, die für einen gewissen „Graufilter“ sorgt. Und das schafft der Film sowieso insgesamt: Atmosphäre! Genau so wie der bärtige Stöver, der in seiner Beweisnot mit sicher nicht ganz legalen Mitteln das Geständnis des Mörders erzwingt… und dabei durchaus den Nerv des „gesunden Volksempfindens“ trifft. Nebenbei findet die Nachwendezeit mit Auffanglagern für Bürger der ehemaligen DDR, welche so viele Geschichten zu erzählen hat, eine kleine Bühne… wofür man ihr wohl nie wieder die Gelegenheit geben wird, weil sich das heutige, gesellschaftliche Augenmerk nur noch auf wenige Facetten dieser Zeit beschränkt.


  • MadMonkey • am 17.2.21 um 9:24 Uhr

    Manfred Krug als Kommissar Stoever auf dem Lande. Netter Tatort für zwischendurch. Kein Highlight aus dem Norden noch ok. Weniger spannend. 3 Sterne dennoch


  • Alfred Alex • am 23.6.21 um 19:54 Uhr

    Solider Tatort, skurriles Ermittlerduo, machen aber immer Spass. Aber: Wieso ist der Ton dieses alten Klassikers um Längen besser als bei den heutigen Produktionen?


  • Gottlieb • am 24.6.21 um 10:08 Uhr

    In der Mediathek war der Film gestern abend schon nicht mehr zu bekommen. Wahrscheinlich zu gut.


  • Wolfram Warnecke • am 25.6.21 um 16:02 Uhr

    Gottlieb, und Stoevers Fall ist auch nicht zu finden. Ich weiß nicht, was die für ein Problem haben.


  • Al.Ter • am 29.6.21 um 19:03 Uhr

    @Gottlieb / @W. Warnecke
    Der war nie in der Mediathek – nicht weil „zu gut“, sondern weil i.d.R. die Rechte fehlen, denn das uns bekannte Internet in Form des WWW begann ja erst 1993 bzw. 2000 mit dem Web 2.0.
    Damals konnte man sich nicht vorstellen, daß darüber mal Filme bzw. TV-Produktionen verfügbar sein würden.
    Und wenn heute auch nur ein Rechtehalter querschießt, nicht mehr lebt oder die Produktionsfirma schlicht nicht mehr existiert (wie die Horst-Film bei ‚Der Fall Geisterbahn‘), wird es richtig kompliziert – oder den Erben, sofern sie aufzufinden sind, die Rechte für „teuer Geld“ aus dem Kreuz zu leiern. Deshalb finden sich gerade die alten Folgen selten bis nie in der Mediathek, Finke z.B. fehlt ebenso in schöner Regelmäßigkeit.
    Der SWR ist dahingehend etwas besser aufgestellt, da finden sich dann manche Schätzchen von Bienzle u.a.
    Meine Empfehlung: Mitschneiden, Trimmen, eine mp4-Datei draus machen, ins Archiv legen – fertich!


  • Al.Ter • am 30.6.21 um 20:14 Uhr

    Da hätte ich doch beinahe den Kommentar vergessen ;-))

    Mit diesem Einsatz beging Stoever das 20. Dienst(folgen)-Jubiläum (fast genau Halbzeit), Brocki war erst ab dem 4. Fall dabei – geadelt durch die drittgrößte ab 1992 gemessene Einschaltquote, als Rekordhalter löste die Münsteraner Folge ‚Summ, Summ, Summ‘ sie erst im Jahre 2013 ab.

    Warum der NDR uns die beiden noch ausstehenden Finke-Folgen vorenthält, sondern – obwohl kein Grund vorliegt – plötzlich Stoever & Brockmöller vorzieht, ist schleierhaft und bleibt das unergründliche Geheimnis der Programmplanung in der Anstalt.

    Obwohl „Norddeutsch by Nature“, habe ich mit dem Hamburger Duo meine Probleme: Waren die von der Handlung anfangs noch Spitze (Leiche im Keller, Tod auf dem Eis, Pleitegeier, Blindekuh), agierten sie zunehmend wie ein altes Ehepaar, daß sich gegenseitig auf die Nerven geht, und zum Ende hin ging es häufig nur noch darum, wie denn Peter & Paul was gesanglich zum Besten geben würden.

    So auch hier: Nicht immer ist alles logisch bei den dunklen Machenschaften unter Dörflern im Hamburger Umland, dem fiktiven Steinbostel/b. Trittau.
    Zugegeben, eine ziemlich knifflige Gemengelage erwartet die Ermittler: Kumpanei unter Jagdfreunden, Schützenbrüdern, Parteifreunden, Geschäftsfreunden, allesamt verstrickt in dubiose Immobiliengeschäfte; ein Arzt fälscht einen Totenschein, weshalb wir einer Exhumierung beiwohnen; dazu ungeklärte Mädchenmorde.

    Alles stimmig, gewiß: Kernige Charaktere, atmosphärisch dichte Darstellung der Dorfmafia, jede Menge landwirtschaftliches Gerät (Belarus 552, Fendt Farmer); im nebligen Spätwinter stapft Stoever im ‚guten‘ beigen Trenchcoat mißmutig über den aufgelassenen Bauernhof der Grambecks, und die ominösen Göhrde-Morde finden Erwähnung – da ist man besser nicht mehr hingefahren…

    Aber gegen Ende fangen die Unstimmigkeiten an: Brocki verpennt fast die Lösung, weil er einem Kreuzworträtsel nicht die gebührende Beachtung schenkt, was den Kreis der Verdächtigen für den Zuschauer schon früh eingeschränkt hat (zugegebenermaßen ein geschickter Schachzug, wodurch sich die Aufklärung hinauszögert), der Doppelmörder verzehrt am Tatort in aller Seelenruhe Räucherforelle, wird im Verhör hart rangenommen und gesteht die Tat ohne Umschweife – und die Figur des Mädchenmörders Holm? Ist der Darsteller eigentlich bekannt?
    Lediglich angerissen dessen Geschichte, und es ist eigentlich schade, daß die Mordserie mit den Kratzspuren/DNA-Abgleich/Verhaftung so nebenbei gelöst wurde.

    Delektieren konnten wir uns immerhin an gestandenen Schauspielern Hamburger Provenienz: Gerda Gmelin, Prinzipalin des ‚Theater im Zimmer‘ und ein bekanntes Gesicht in 9 TOen, dazu Edgar Bessen und Ulrich Faulhaber; knorrigen Typen wie Jürgen Janza, der viele, aber meist kleine TV-Rollen bekleidete sowie Florian Martens (‚Ein starkes Team‘, Sohn von Wolfgang Kieling, Susanne Uhlen ist seine Halbschwester); ergänzt durch die Jungspunde Mark Keller (1990 durchgestartet mit ‚Sterne des Südens‘) und Götz Schubert.

    Keller verdient sich Meriten bei der Ermittlungsarbeit, punktet zusätzlich mit einer Verhaftung und darf deshalb bei den drei folgenden Folgen Ersatz für Meyer II sein; Viktoria Pawlowski spielt bei ihrem ersten und einzigen Fernsehauftritt die kleine Janine ganz wunderbar; Martina Schiesser legt als etwas spröde Serviererin anfangs falsche Fährten, sie ist hiernach nur sporadisch im TV zu sehen – 11 Jahre später wird sie nochmal in zwei TO dabei sein: Abschaum/Verlorene Töchter, beide 2004.

    Alles in allem ein guter 3-Sterner, für den vierten reicht es leider nicht ganz.


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