Tatort Folge 776: Der Schrei



  4 Meinungen
Tatort Folge 776: Der Schrei 3 4

Der Tatort „Der Schrei“ erweist sich als schwieriger Fall für das Ermittler-Team Lena Odenthal (Ulrike Kopper) und Mario Kopper (Andreas Hoppe) aus Ludwigshafen, weil sie den Mord an einem kleinen Mädchen aufklären müssen und dabei vor allerlei Gewissensfragen gestellt werden.

Tatort Der Schrei – Trailer



Der Tatort „Der Schrei“ zeigt bildhaft, wie aus einem wunderschönen Tag für die ganze Familie eine Tragödie werden kann. So ergeht es in dem Krimi aus Ludwigshafen der Familie Fichter. Peter und Ruth waren mit ihrer siebenjährigen Tochter Sandra in einen Freizeitpark gefahren, um dort zusammen die Attraktionen und Fahrgeschäfte zu genießen. Am Abend entschließen sich die Eltern zu einem gemeinsamen Restaurantbesuch, während sie Sandra im Hotelzimmer zurücklassen. Peter Fichter ist mit dieser Lösung gar nicht zufrieden, willigt aber irgendwann in den Vorschlag seiner Frau ein. Bald darauf stellt sich im Tatort „Der Schrei“ aber heraus, dass der Vater lieber auf seinen Instinkt hätte hören sollen. Denn als die Eltern vom Restaurant ins Zimmer zurückkehren, ist die kleine Sandra plötzlich weg. Erst am nächsten Morgen taucht das Mädchen wieder auf, dann jedoch tot in der Wildwasserbahn und dazu noch ohne Unterhose.

Der Fall wird Lena Odenthal und ihrem Partner Mario Kopper zugeteilt. Kopper hat damit mehr als genug zu tun, denn zuvor hatte bereits seine Schwester aus Italien seinen  Neffen Giuliano bei ihm untergebracht, um selbst genug Zeit für die Suche nach einem Job in Deutschland zu haben. Doch auch der kleine Junge kann die Stimmung im Tatort „Der Schrei“ nicht wirklich aufheitern, zu grausam und belastend ist das Verbechen. Besonders die Eltern sind untröstlich und doch geht für die Kommissare kein Weg daran vorbei, Peter und Ruth ausführlich zu befragen.

Während die Eltern zunächst nichts Wichtiges zu den Ermittlung beitragen können, ist nach der Obduktion der Todeszeitpunkt von zehn Uhr abends und die Todesursache Ersticken bekannt. Weil die Ermittler aus Ludwigshafen im Hotelzimmer der Fichters keine Einbruchsspuren erkennen können, gehen sie davon aus, dass es entweder ein bekannter Täter gewesen sein muss oder das Mädchen von sich aus das Zimmer verlassen hatte. Unter den Hotelgästen finden Odenthal und Kopper im Tatort „Der Schrei“ bald zwei Männer, die als Verdächtige infrage kommen. Einer davon ist Tom Heye, welcher alleine in den Freizeitpark gefahren war, um dort angeblich seiner Leidenschaft für Achterbahnen nachzugehen. Laut der Aussage des Verdächtigen war er zum Tatzeitpunkt in der Disko, was in den Augen der Kommissare kein überzeugendes Alibi ist. Zudem hatte Heye bereits eine Gefängnisstrafe wegen sexuellem Missbrauch abgesessen. Als zweiten Verdächtigen sehen Odenthal und Kopper im Ludwigshafener Tatort „Der Schrei“ den Anwalt Werner Rahn, der ebenfalls den Freizeitpark allein besucht hatte. Als Grund für den Besuch gibt der Anwalt an, auf der Suche nach einem witzigen und außergewöhnlichen Hochzeitsgeschenk für seine Verlobte zu sein. Kopper kann dem Mann jedoch kaum glauben.

Doch als Heyes Alibi sich als Lüge erweist, ist er es, der im Tatort „Der Schrei“ verstärkt ins Visier der Fahnder gerät. Dazu trägt auch bei, dass auf dem PC des Verdächtigen Bilder von der Tochter seiner Lebensgefährtin sind, die Heye gerade nicht mehr löschen konnte. Trotz der Indizien streitet Heye weiterhin jegliche Beteiligung an dem Mord ab und fleht Kommissarin Odenthal an, diese Geschichte nicht gegenüber seiner Freundin zu erwähnen. Nach langem Überlegen hält sich die Ermittlerin im Tatort „Der Schrei“ nicht an diese Bitte – ein Fehler?

Doch neben den beiden Männer könnte auch Ruth Fichter selbst etwas mit dem Mord an der eigenen Tochter zu tun haben. Zumindest verhält sich die Mutter merkwürdig und ist dann plötzlich weg. Als Odenthal Ruth dann in einer Achterbahn entdeckt, erzählt ihr die Frau, dass sie nicht gut damit klargekommen war, dass sich ihr Mann so viel besser mit Sandra verstanden hatte. Doch trotz aller Eifersucht hätte sie ihrer Tochter nie etwas antun können…

Die Erstausstrahlung der Tatort-Folge 776 „Der Schrei“ war am 17. Oktober 2010 in der ARD zu sehen.

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Hauptkommissar Mario Kopper – Andreas Hoppe
Frau Keller – Annalena Schmidt
Peter Becker [Kriminaltechniker] – Peter Espeloer
Peter Fichtner – Roeland Wiesnekker
Ruth Fichtner – Annika Kuhl
Werner Rahn – Jan Messutat
Tom Heye – Fabian Busch
Gerichtsmedizinerin – Brigitte Zeh
u.a.

Stab
Drehbuch – Harald Göckeritz
Regie – Gregor Schnitzler
Besetzung/Casting – Birgit Geier
Kamera – Cornelia Wiederhold
Kostüme/Kostümbild – Ivana Milos
Location Scout – Pamela Schmidt
Produktionsleitung – Michael Bentkowski
Produzent – Sebastian Hünerfeld
Produzent – Sabine Tettenborn
Standfotografie – Jaqueline Krause-Burberg
Szenenbild – Annette Lofy

Bilder: SWR/Peter A. Schmidt


11 Meinungen zum Tatort Folge 776: Der Schrei

  • X-Cess • am 15.10.10 um 18:43 Uhr

    Hoffentlich wird’s gut. Hört sich stark nach dem Standard-Odenthal-Rezept an: Familie mit gravierenden Problemen – v.a. Kinder – und eine sozialkritische KOmmissarin


  • gjb • am 18.10.10 um 10:25 Uhr

    oh mann, was für ein einfälltiger schluss…eingebettet in

    ein psychodrama.

    …und das spielende kind in den amtsstuben….

    ja geht`s noch

    grüsse


  • Kristin • am 18.10.10 um 11:53 Uhr

    Hab die Folge gekuckt und bin um Ende hin eingeschlafen…wer war der Täter?


  • gjb • am 18.10.10 um 14:34 Uhr

    @ X-Cess

    exakt so…..!

    grüsse


  • pnr • am 18.10.10 um 14:37 Uhr

    Nee, das war ja wohl nix. Es war ein krampfhaft bemühter Tatort. Man muss immer sensibel sein, wenn die Opfer Kinder sind. Aber hier hatte ich den Eindruck, man wollte mal wieder was für die Tränendrüse machen, und es fehlte die passende Story. Die Ermittlungen liefen ja hauptsächlich in einem stillgelegten Freizeitpark. Wo bitte waren denn da die Besucher??? Ich glaube kaum, dass ein Park nur wegen Mordermittlungen tagelang zumacht. Genauso wenig ist es wohl Kindern gestattet, sich tagelang im Präsidium aufzuhalten, auch wenn sie der Cousine angehören. Giuliano hat jedenfalls hauptsächlich genervt, und zwar nicht nur die Ermittler, sondern auch den Zuschauer.


  • Gudrun Eussner • am 19.10.10 um 21:01 Uhr

    Diese Einblendungen von Familiengeschichten, hier ist’s der Neffe von Mario Kopper, bei Schenk/Ballauf ist’s Tochter Melanie, in der Soko Leipzig die Tochter vom Soko-Chef, liiert mit einem der Teammitglieder, das dient immer als gefühlsduseliges Füllsel. Den Autoren scheint es nicht abverlangt zu werden, einen spannenden Plot vorzulegen, das Ermittlerteam ist mehr eine Art Familienbetrieb, der sich selbst unterhält. In einem meiner bösen krimi-Artikel habe ich mal vorgeschlagen, die gesammelten Kommissare sollten sich in einem TO zusammenfinden, mal als Opfer, mal als Zeuge, mal als Familienmitglied. Es ist doch sowieso nur noch Inzucht, immer dieselbe Sülze.


  • Nico Haupt • am 31.7.12 um 2:40 Uhr

    mittelmaessig mit unzufriedendem Ende, aber ueberzeugendenden Schauspielern. Nicht der beste Odenthal/Kopper, aber auch nie richtig schlecht. Nachdem es sich langsam spannend aufgebaut hatte ist eine Nebenhandlung [inkl. Verdachtsmoment] immer unertraeglicher geworden, der dann auch noch in die Aufloesung rutscht. Schade um die grossartige Leistung von Annika Kuhl, ein anderer Ueberrachungstaeter waere besser gewesem, das [hier] oben kritisierte Sozialdrama war aber okay m.E.


  • werner klement • am 22.9.12 um 10:03 Uhr

    Wer war denn nun der Täter? Der Cousin?


  • Dirk • am 10.11.15 um 21:57 Uhr

    Der Tatort 776 aus Ludwigshafen mit den ständig bereiten Hauptkommissaren Kopper und Odenthal von der dortigen Mordkommission. Ein erschütternder Tatort-Spielfilm um einen Kindes-Mord. Die Verdächtigen kommen gleich an der Perlenschnur, in einem beliebten Freizeitpark. Männer ohne Kinder treiben sich da rum, einer tatsächlich pädophil angehaucht. Ein weiterer ist Rechtsanwalt und extrem eifersüchtig, aber auf wen. Aber nicht genug, auch die Mutter der toten Kleinen wird noch verdächtigt, verhält sich irgendwie komisch. Der Täter letztlich ein menschlicher Lump, welcher eine unbequeme Zeugin loswerden wollte. Trotz der enormen dienstlichen Anspannung, gelang des Kopper noch verwandtschaftliche Beziehungen zu pflegen, nicht ohne Hilfe von der Odenthal. Genre: Sanfter Tatort-Thriller würde ich sagen.


  • arte-Versteher • am 6.2.16 um 8:01 Uhr

    Die Schauspieler haben sich redlich bemüht und konnten einem leidtun, dieses hölzerne Konstrukt aufführen zu müssen. Denn wo das Drehbuch statt vorgetäuschter seelischer Tiefe nur platte Klischees verbreitet, sind auch sie machtlos. Gänzlich unerträglich der unglaubhaft hingekrampfe Überraschungsschlus und die Figur von Koppers Neffen, die auch eine Rosamunde Pilcher nicht kitschiger hinbekommen hätte. Dazu die billige Rummelplatzästhetik der Kamera in den Traumsequenzen. Ein deutlich unterdurchschnittlicher TO.


  • wolko • am 3.4.18 um 15:18 Uhr

    Ein Tiefpunkt der Krimis mit Odenthal und Kopper.
    Wie die Bersker ohne Rücksicht auf Verluste pflügen sie durch Beziehungen und Familien.


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