Tatort Folge 1032: Zurück ins Licht



So 22.10. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Lürsen und Stedefreund
Ort: Tatort Bremen


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Tatort Folge 1032: Zurück ins Licht 0 0

Zwei Fliegen mit einer (Regie)Klappe: Als zwischen September und November 2016 der Bremer Tatort „Nachtsicht“ (Sie erinnern sich an den psychisch kranken Serienmörder, der seinen Flitzer zu einem Mordinstrument umfunktioniert hatte? Hier die 1014. Tatort-Folge im Detail.) in Szene gesetzt wurde, filmte das Team parallel einen zweiten Fall unter dem Arbeitstitel „Frau in Rot“. Unter den Filmschaffenden nennt man solch einen Doppeldreh, der Kosten und Aufwand einspart, „Back-to-back“.

Mittlerweile wurde das Rohmaterial nachbearbeitet und der Titel für die Veröffentlichung geändert: die ominöse „Frau in Rot“ will nun in der Eingangsszene des NDR-Tatorts „Zurück ins Licht“. Inga Lürsen (Sabine Postel) und Nils Stedefreund (Oliver Mommsen) ermitteln in ihrem 31. gemeinsamen Fall seit 2001 – Folgeauftritte wird es jedoch nur noch wenige geben. Die Schauspieler haben unlängst ihren offiziellen Ausstieg aus der Tatort-Reihe für das Jahr 2019 angekündigt; bis zum endgültigen Adieu sind drei weitere, neue Einsätze mit dem Duo in Planung.

Der Fall „Zurück ins Licht“ erlebt seine Fernsehpremiere am Sonntag, den 22. Oktober 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm.

Inhalt der Tatort-Folge „Zurück ins Licht“

Der Tatort „Zurück ins Licht“ beginnt mit einem Rückblick. Man hört einen Mann im Hintergrund schreien, er hat Schmerzen, bettelt um sein Leben. Sein abgetrennter Daumen landet in einem Kiesbett, er wird aufgehoben. Ein Porsche Cayenne rauscht davon, die aufgedrehte Musikanlage übertönt das Geschrei des Verletzten. Kurze Zeit später landen ein Handschuh des Täters, ein blutiges Tuch sowie ein kurzes Messer in einem öffentlichen Mülleimer. Die Jahreszeiten vergehen, der Eimer füllt sich, wird geleert, füllt sich erneut.

Schnitt: Acht Monate später. Die Kripo Bremen ist dort, wo jener Abfalleimer steht. Auf einem Parkdeck machen die norddeutschen Ermittler in dem verlassenen SUV eine schaurige Entdeckung: Es ist der Rechtsmediziner Dr. Katzmann, der den halb verwesten Finger im Wagen sicherstellt und Hauptkommissarin Inga Lürsen vor die Nase hält. Die Rückbank ist getränkt von getrocknetem Blut. Lürsen informiert ihren Kollegen Stedefreund, der gerade seine Freundin Linda Selb vom Imbiss abholt. Die kommt spontan mit zum Tatort, schließlich lockt ein spannender Fall. Von einer Leiche mit abgetrenntem Finger – sofern es sich hierbei um ein Kapitalverbrechen handelt – fehlt nämlich bislang jede Spur.

Während Selb das Auto näher untersucht, fahren Lürsen und Stedefreund im Tatort „Zurück ins Licht“ zur Ehefrau des gemeldeten Kfz-Inhabers. Judith Bergener kommt gerade mit ihrem kleinen Sohn Jakob vom Einkaufen nach Hause. Die Nachfragen der Kripo zu ihrem Mann beantwortet sie genervt und widerwillig. Der sei nämlich vor einem Jahr einfach abgehauen, „pünktlich zum Mittagessen“. Diagnose Burnout, er brauche eine Auszeit, hatte er bloß gesagt. Seitdem gab es nie wieder einen Kontakt zwischen den Eheleuten.

Mit Hilfe einer DNA-Probe von einem alten Kamm oder einer gebrauchten Zahnbürste könnte Dr. Katzmann zwar leicht feststellen, ob der gefundene Daumen Ole Bergener gehört oder nicht, doch die verlassene Ehefrau verweigert jegliche Zusammenarbeit mit der Polizei. In der Zwischenzeit hat die erkältete Helen Reinders, die Kommissarin vom Dienst, Nachforschungen vom Büro aus angestellt. Sie informiert ihre Mitarbeiter Inga Lürsen und Nils Stedefreund darüber, dass Ole Bergener vor seinem Verschwinden Chef eines Bremer Pharma-Handels war. Cebo vertrieb vorrangig Zutaten für Chemotherapien. Kurz nachdem Bergener untergetaucht war, geriet Cebo allerdings in den Bankrott. Die Pleite galt als absehbar – verließ der Boss also das sinkende Schiff? Seltsam an den Umständen des Falls ist, dass sich Bergeners Umfeld recht schnell mit dessen unerklärlichem Verschwinden arrangiert zu haben scheint. Es tauchen mehr und mehr verdächtige Personen im Krimi „Zurück ins Licht“ auf.

Die BKA-Ermittlerin Selb hat unterdessen Neuigkeiten für ihre Kollegen: Die Auswertung des Navigationsgerätes aus dem SUV ergab, dass eine gewisse Maria Voss mehrfach versucht hatte Ole Bergener vor acht Monaten zu erreichen. Sie war die letzte Person, die am Tag seines Verschwindens mit ihm über die Freisprechanlage telefoniert hatte. Voss hatte bis vor zweieinhalb Jahren für Cebo gearbeitet.

Hauptkommissar Stedefreund macht sich sofort auf den Weg zu Voss, die in einem luxuriösen Neubau wohnt. Die Frau mit dem roten Mantel hat eine Art an sich, die den Beamten gleich fasziniert. Maria Voss ist selbstbewusst, geheimnisvoll und verführerisch – und sie weiß um ihre Wirkung auf Männer. Mehr zum Schicksal Bergeners will sie aber nicht wissen.

Die Daten aus Bergeners Navi führen die Kripo schließlich zur Leiche des Familienvaters: ein alter U-Boot-Bunker diente als Versteck. In einer Metallkiste wurde das Opfer vor Monaten im Wasser versenkt. Die Grabbeigabe, eine Kette mit zwei Figürchen aus Stoff, macht die Kommissare stutzig: Wenn ein Mörder seinem Opfer so etwas in das Grab legt, dann muss eine emotionale Verbindung vorliegen …
 

Florian Baxmeyer setzte die Drehbuchvorlage von „Zurück ins Licht“ nach Christian Jeltsch und Olaf Kraemer um. Mit 42 Jahren hat Baxmeyer damit bereits seine 13. Produktion, die sich um das Team Lürsen und Stedefreund dreht, für Radio Bremen produziert. Ein echter Kenner also, der gut mit dem festen Ensemble zurechtkommt und die Figuren kennt.

Die Tatort-Episode wurde erstmals im Rahmen des 28. Internationalen Filmfestes am 8. Juni 2017 Publikum auf großer Kinoleinwand in Emden präsentiert. Vier Tage später durften sich auch die Besucher des Kurtheaters auf Norderney freuen. Am Sonntag, den 22. Oktober 2017 wird der NDR-Krimi schließlich erstmals dem TV-Publikum gezeigt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Um es kurz zu machen: Die Frau in Rot nervt tierisch mit ihrem überzogenen Spiel. Ein Fast-Food-Tatort: schnell konsumiert, noch schneller vergessen.

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Jeder Bremer Kommissar bekommt wohl noch vor dem Abschied eine Extra-Folge für die Sedcard: Stedefreund (Oliver Mommsen) durfte alles zeigen (wirklich alles). Für seine Referenzen sicher super, leider nur ein durchschnittlicher Fall.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissarin Inga Lürsen – Sabine Postel
Hauptkommissar Nils Stedefreund – Oliver Mommsen
Kommissarin vom Dienst Helen Reinders, Tochter von Lürsen – Camilla Renschke
BKA-Ermittlerin Linda Selb – Luise Wolfram
Rechtsmediziner Dr. Katzmann – Matthias Brenne
Pharmareferentin Maria Voss – Nadeshda Brennicke
Peter Kappeler – Nicki von Tempelhoff
Lotte Kappeler – Emma Drogunova
Carl Bellheim – Jörg Pose
Gabriela Bellheim – Rosa Enskat
Judith Bergener – Victoria Fleer
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Christian Jeltsch, Olaf Kraemer
Regie – Florian Baxmeyer
Kamera – Hendrik A. Kley
Szenenbild – Andreas C. Schmid
Schnitt – Friederike Weymar
Ton – Frank Buermann
Musik – Stefan Hansen

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