Tatort Folge 1052: Mitgehangen



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Tatort Folge 1052: Mitgehangen 4 24

Mitten im Hochsommer stoßen im WDR-Tatort „Mitgehangen“ Feuerwehrleute bei einer Übung am Baggersee zufällig auf einen im Wasser versenkten Wagen. Der menschliche Kieferknochen in der Nähe des Fundes lässt Böses ahnen – und tatsächlich ist die dazugehörige Leiche nicht weit.

Die Kölner Kriminalhauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) ermitteln in ihrem 72. gemeinsamen Fall. Erstmals ist Norbert Lütte mit von der Partie, dargestellt von Roland Riebeling. Er ersetzt als Assistent den plötzlich verschwundenen Tobias Reisser (Patrick Abozen), der mit dem letzten Fall „Bausünden“ (Tatort-Folge 1044) seine Abschiedsvorstellung gab. Das Publikum erfährt in „Mitgehangen“ quasi nebenbei, was mit der Figur nach der letzten Folge geschah: Reisser hat seinem Freund in Las Vegas das Ja-Wort gegeben und arbeitet fortan nicht mehr für die Kripo Köln.

Der 1052. Tatort „Mitgehangen“ wird voraussichtlich am Sonntag, den 18. März 2018 um 20.15 Uhr in Das Erste seine Erstausstrahlung erleben.

Inhalt der Tatort-Folge „Mitgehangen“

Max Ballauf schwimmt plötzlich wie ein Irrer, lonely Freddy Schenk gönnt sich still ’ne Curry-Wurst und die Art des neuen Assistenten Jütte ist, nun ja, sagen wir gewöhnungsbedürftig. Im 72. Fall des Kölner Tatort-Kerns kommt nach Jahrzehnten im Job die zermürbende Frage auf den Tisch, ob sich die alternden Ermittler ihren Beruf tatsächlich so vorgestellt haben. Dialoge wie diese kennen wir bereits von den Kollegen Batic und Leitmayr aus München. Zunehmend kommt das Gefühl auf, die Pensionierung der ausgelaugten Altherren-Teams ließe nicht mehr lange auf sich warten … Konkrete Hinweise seitens der Sendeanstalten WDR und BR gibt es hierzu allerdings nicht.

Ballauf und Schenk haben zwar ihre Ventile gefunden, mit dem beruflichen Stress umzugehen, doch führt ein Leben wie dieses letztlich zum persönlichen Glück? Mit den Bildern der Opfer im Kopf, die erschossen, erdrosselt, verbrannt, zerstückelt oder auf andere Weise grausam zugerichtet wurden, gehen die Ermittler jeden Abend ins Bett – sofern sie nicht gerade mitten in der Nacht zu einem Tatort bestellt werden.

Augen auf bei der Berufswahl: „Du wirst nie gerufen, wenn alles gut ist. Nie, wenn alles schön ist. Du wirst immer nur gerufen, wenn alles scheiße ist, wenn alles fürchterlich ist […] – 40 Jahre lang“, sinniert Ballauf am Ende dieses Tatorts über seinen Ausbilder, der ihn damals warnen wollte vor dem, was ihn tagtäglich im Polizeidienst erwarten wird. Gleich darauf springt Max ein weiteres Mal ins Schwimmbecken, um nach Jahrzehnten wieder seine Bestzeit im Kraulen herauszufinden. Um ein Ziel zu haben. Um Mensch zu bleiben.

Die Story:
Der PKW, der im Tatort „Mitgehangen“ aus dem Kölner Baggersee gefischt wird, wird von den beiden Kommissaren Ballauf und Schenk vor Ort begutachtet. Mit einem gezielten Griff und sanfter Gewalt öffnet Max die verklemmte Kofferraumklappe des Wagens – und findet eine Leiche darin. Dem Opfer wurde eine Plastiktüte über den Kopf gestülpt, darin zappelt ein verirrter Aal. Das Szenario jagt den Kommissaren einen Schauer über den Rücken, trotz allem, was sie im Zuge ihrer vielen Dienstjahre bereits gesehen und erlebt haben.

Der sicher gestellte Fahrzeugschein und das Kennzeichen bringen die Kripo Köln auf die Spur von Astrid Seibert, Chefin einer Firma für Baumaschinen. Die erzählt im Gespräch mit den zwei Hauptkommissaren, sie habe ihr Auto an Florin Baciu, das gefundene Opfer im Kofferraum, verliehen. Der gut verdienende Teilinhaber eines Reifenhandels wollte nicht mit seiner hochwertigen Limousine nach Rumänien in den Urlaub fahren und bevorzugte stattdessen den alten Firmenwagen von Seibert. Die zwei kennen sich von Bacius früherer Tätigkeit als Monteur in dem Baumaschinenbetrieb, erzählt die Unternehmerin – und einer Liebelei.

Die nächste Station ist der Kölner Reifenhandel Grevel, der von den Eheleuten Matthes und Katrin geführt wird. Hier war Baciu vor kurzem erst ins Geschäft eingestiegen und hatte den Betrieb bald schon in die schwarzen Zahlen geführt. Sonderlich beliebt war der gebürtige Rumäne allerdings nicht. Die Angestellten des Handels berichten Max Ballauf und Freddy Schenk, dass Florin Baciu nur zum Kohle kassieren in den Betrieb gekommen sei, er hätte keine Angehörige in Köln gehabt und kaum Freunde. Kurz: Der Typ sei schlichtweg ein Arsch gewesen. Auch Matthes Grevel, der den Reifenhandel mit viel Herzblut betreibt und im Gegensatz zu Baciu beliebt ist, sei nicht gut mit dem Rumänen zurecht gekommen.

Inzwischen ergibt die Untersuchung des Leichnams durch den Rechtmediziner Dr. Joseph Roth, dass das Opfer mit drei Schüssen ermordet wurde. Die letzte Kugel riss Baciu den Unterkiefer weg. Alle sonstigen Spuren wurden durch das Wasser im Baggersee und den starken Regen in den letzten Tagen weggespült. Hauptkommissar Freddy Schenk erhält von einem Mitarbeiter des Reifenhandels einen wertvollen Hinweis, dass Baciu Kilometerstände manipuliert haben soll. Als bei der angeordneten Hausdurchsuchung in der Montagehalle hinter einem Stapel Reifen ein Einschussloch in der Wand entdeckt und Blutspuren darunter festgestellt werden, ist der gesuchte Tatort im WDR-Krimi „Mitgehangen“ anscheinend gefunden. Die Familie Grevel und sämtliche Angestellten rücken damit noch stärker in den Fokus der Ermittlungen.

Schnell steht für Kommissar Ballauf fest, wer der Mörder sein muss: Matthes Grevel. Sein Alibi vom Nachtfischen mit dem pubertierenden Sohnemann Simon platzt im Laufe der Ermittlungen. Gründe, den Teilhaber des Familienunternehmens umzubringen, hätte Grevel viele gehabt: Florin schikanierte Matthes nachweislich. Der Rumäne hatte sich an die junge Tochter des Ehepaars herangemacht und Matthes provozierende Bilder von sich und Luzi zukommen lassen. Außerdem veröffentlichte Baciu gefakte Porno-Collagen von Katrin Grevel im Internet. Der Reifenhändler Grevel wurde durch das Mobbing zum Äußersten getrieben, da ist sich Max Ballauf sicher. Die Handgreiflichkeiten zwischen Grevel und Baciu, von denen Angestellte des Reifenhandels berichten, passen ins Bild.

Freddy Schenk ist da weitaus skeptischer, denn handfeste Beweise für die Schuld Grevels gibt es nicht. Der Kölner Fahnder hält sich weiterhin alle Optionen im vorliegenden Fall „Mitgehangen“ offen, zieht auch andere Verdächtige als Täter in Betracht und gerät mit seinem alten Kollegen deswegen aneinander.

Der dringend Tatverdächtige Grevel kommt dennoch in U-Haft. Während der neue, etwas trantütige Kriminalassistent Jütte noch versucht, sich im Büro einzuleben und angesichts der Meinungsverschiedenheiten seiner beiden Vorgesetzten – wortwörtlich – zwischen den Stühlen sitzt, leidet der fürsorgliche Familienvater im Gefängnis. Er entschließt sich zu einem dramatischen Schritt.


Der Drehbuchautor der 1052. Tatort-Folge „Mitgehangen“ ist Johannes Rotter, selbst auch als Schauspieler tätig und im 2012 produzierten WDR-Tatort „Scheinwelten“ (Tatort-Folge 857) als Kriminaltechniker zu sehen. Sebastian Ko, der die Regie für „Mitgehangen“ führte, kann ebenfalls auf Erfahrungen in der Zusammenarbeit mit dem Kölner Tatort-Team zurückgreifen: Ko inszenierte die Folgen „Kartenhaus“ (Tatort-Folge 977) und „Die Wacht am Rhein“ (Tatort-Folge 1007).

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

„Mitgehangen“ ist typisch Tatort Köln: grundsolide. So ganz recht will mir der Krimi allerdings nicht gefallen, es hakt an einigen Stellen. Zudem finde ich den neuen Assistenten Lütte gruselig; eine viel zu stark überzeichnete Figur, die augenscheinlich Witz und rheinische Heiterkeit in das Team tragen soll. Ich hoffe, der lethargische Teetrinker mit dem Blutdruckmessgerät akklimatisiert sich bald.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Der Tatort ist klassisch gemacht mit vielen Verhören, aber der Mörder steht – zumindest für Kommissar Ballauf – schon sehr schnell fest. Gut finde ich, dass Schenk einlenkt und die Schuld richtigerweise in Frage stellt. Die Folge „Mitgehangen“ ist durchschnittlich, nach einmal sehen ist aber auch gut.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Assistent Norbert Jütte – Roland Riebeling
Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Reifenhändler Matthes Grevel – Moritz Grove
seine Ehefrau Katrin Grevel – Lavinia Wilson
Simon Grevel, Sohn des Ehepaars – Alvar Goetze
Luzi Grevel – Letizia Caldi
Otto Ziemer – Sebastian Hülk
Anwalt von Matthes – Jochen Kolenda
Florin Baciu – Kristijan Rasevic
Astrid Seibert, Unternehmerin für Baumaschinen – Lana Cooper
Ilkay Yildiz – Mateusz Dopieralski
Wachtmeisterin – Stephanie Kämmer
Alex – Miguel Abrantes Ostrowski
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Johannes Rotter
Regie – Sebastian Ko
Kamera – Kay Gauditz
Schnitt – Doro Vajda
Szenenbild – Frank Polosek
Ton – Wolfgang Wirtz, Sebastian Leukert
Musik – Olaf Didolff

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Köln


34 Meinungen zum Tatort Folge 1052: Mitgehangen

  • Lauterbach • am 18.3.18 um 20:37 Uhr

    In jedem Film von der ARD wird gekotzt und die Zähne geputzt. Ekelhaft und das Jahrelang und dafür bezahlen wir Gebühren. Für mich ist die ARD nicht mehr anschaubar


  • Pumpkin • am 18.3.18 um 21:20 Uhr

    Mir scheint, der Tatortdrehbuchschreiber bemüht sich, am Sonntag besonders schwach zu sein!!!!
    Im Tatort „Mitgehangen“ erscheinen Freddy Schenk und Max Ballauf wie Marionetten!


  • MM223 • am 18.3.18 um 21:48 Uhr

    Endlich mal wieder ein „normaler“ Tatort. Schöner klassischer Krimi.


  • Hanz W. • am 18.3.18 um 21:53 Uhr

    Sehr gelungener „klassischer“ Tatort, zumal für die sonst gern mal etwas gefühligen „Kölner“. Ballauf mit einer vielleicht nicht völlig neuen, aber doch neu konturierten Nuance. Darstellerisch insgesamt sehr gut gelöst, der neue Assistent nervt ein wenig, hat aber Potenzial. Die wirtschaftliche Bedrohung der Firma hätte wohl etwas präziser ausgeleuchtet werden können und schien etwas angeheftet. Aber insgesamt bis in Details der Inszenierung sehr sauber und überlegt, auch ohne unziemliche Längen gemacht. Vier Sterne glatt.


  • wallace • am 18.3.18 um 21:55 Uhr

    solide, klassisch, gut.
    eine echte Wohltat!


  • Broetchen • am 18.3.18 um 21:57 Uhr

    Wer war eigentlich der Mörder? Ziemliches Durcheinander.
    Wo sind die spannenden Tatorte wie Schimanski, das waren Tatort.


  • mario gluth • am 18.3.18 um 22:01 Uhr

    super Tatort und wer hat das Lied gesungen?


  • RudolfW • am 18.3.18 um 22:04 Uhr

    Ein sehr intensiver Tatort der auch zum Nachdenken anregt was mit sich selbst, der Familie und dem Umfeld geschehen kann, wenn man unschuldig in Untersuchungshaft kommt auch wenn nicht ein Mord wie hierAnlass ist.
    Für diesen guten Tatort mit dem Team Ballauf und Schenk 4 Sterne +.


  • Garbak • am 18.3.18 um 22:08 Uhr

    Hallo
    Ja, eher durchschnittliche Krimikost. Richtig eingestiegen bin ich in die Handlung nicht. Und jetzt hab ich sogar die Details verpaßt, die den Mörder offenlegten.
    Der, der sich im Knast erhängt hatte, der war der Mörder, oder?
    Für Abwechslung sorgte der neue Assistent. Echt cool. Teetrinker eben. Immer mit der Ruhe. ;)
    Eine Kleinkaliberpistole Widukind hab ich im I-net nicht gefunden.
    Zwei Sterne für die Handlung, +1 für das Team Ballauf/ Schenk.


  • alter Fan • am 18.3.18 um 22:10 Uhr

    solider TO ; so richtig was zum “ dranbleiben “ mit gewohnten Ermittlern selbst der “ neue “ macht irgendwie eine interessante Figur – sehr gute Story – ansonsten nix zu meckern – also bitte auf dieser Schiene weitermachen liebe Kölner


  • Karin • am 18.3.18 um 22:11 Uhr

    5 Sterne für einen sehenswerten Tatort. Endlich mal wieder klassisch und solide!


  • Henning • am 18.3.18 um 22:19 Uhr

    Ein überkonsequenter Ballauf, ein eher gefühls- und bauchorientierter Schenk und die daraus resultierenden Auseinandersetzungen – hatten wir so schon ein paar Mal.

    Ein so junges Mädchen ohne entsprechende Betreuung zu vernehmen, das wäre dem Ballauf in Wirklichkeit aber mal so was um die Ohren geflogen, dass es mindestens ein Disziplinarverfahren gegeben hätte. Der hatte in den vorigen Folgen doch sogar mal eine Psychologin zur Freundin… haben die die irgendwann mal rausgenommen?

    Die harte Sex-(beinahe Vergewaltigungs-) Szene vom Grevel im Knast mit seiner Frau passt nicht zu seinem sonstigen Charakter. Oder sollte damit gezeigt werden, dass er seine sonstigen Schwächen und den damit verbundenen Gesichtsverlust auf diese Weise kompensiert?

    Klassischer Krimi mit Tätersuche also? Egal, ich fand die ganze Atmosphäre so trübe, dass ich mir diesen Film nicht ein zweites Mal ansehen werde. Auch ich glaube, dass sich dieses verdiente Team so bei kleinem auf die Zielgrade zubewegt. Vielleicht dann ja mit einer Schlussszene bei einer gemeinsamen Currywurst und nem Kölsch. 3 Sterne


  • Thorsten • am 18.3.18 um 22:22 Uhr

    Solides Mittelmass. Sehr schade finde ich, dass Reisser plötzlich nicht mehr dabei ist. Den neuen Assistenten finde ich schlimm. Und irgendwie habe ich den Eindruck, dass bei den Kölnern eine Endzeitstimmung angebrochen ist. Wäre vielleicht allmählich auch Zeit für einen Abgang.


  • ADbar • am 18.3.18 um 22:32 Uhr

    Mir hat der Tatort gut gefallen. Lange Zeit Rätselraten, wer denn nun der TäterIn sein könnte, ohne anstrengendes Psychogetue, weil wieder einer der Komissare eine Lebens-, oder Sinnkrise hat.
    Gefiel mir gut, obwohl ich mir schon gewünscht hätte, dass die Familie letztendlich nicht an der Tat zu Grunde gehen muss. Aber einen eigentlich unschuldig in den Tot getriebenen Familienvater, hätte ich noch schlimmer gefunden.
    Aber für mich spricht es für das Drehbuch, wenn man mit den Figuren fühlt. Auch mit dem letztendlichen Täter. Insofern fand ich diesen Tatort echt sehenswert.


  • rrr • am 18.3.18 um 22:58 Uhr

    Wann hoert Ballauf endlich auf. Wann ist endlich Schluss in Köln, die nur noch Daseinsberechtigung haben. Wenns wenigstens so gut wäre wie in Münster… aber immer die gleiche alte Leier „Gute Bulle- schlechter Bulle“… und dann schlimmste es wird noch gezeigt wie Ballauf einen Familienvater in den Tod treibt… egal ob schuldig oder nicht … so etwas darf nicht geschehen. Nicht in der Realität und schon garnicht in einen Tatort…


  • Karin • am 18.3.18 um 23:55 Uhr

    Rundherum gelungener Tatort, fünf Sterne.
    Lauterbach empfehle ich einen guten Zahnarzt, oder einen anderen Sender.


  • G.E. Rücht • am 19.3.18 um 0:35 Uhr

    Tatort kann so einfach sein.
    Keine Visionen, keine Politik, keine Experimente!
    In seiner Konventionalität war „Mitgehangen“ konsequent und überzeugend inszeniert. Ein logisches Drehbuch, eine packende Familiengeschichte und tolle Darsteller reichen manchmal schon.
    Ein stimmiger Soundtrack rundet das ganze ab.
    https://www.youtube.com/watch?v=0nyMrjGX2vk
    Für alle die noch mal reinhören wollen.


  • Frank • am 19.3.18 um 7:06 Uhr

    Kann mich den überwiegend positiven Kommentaren nur anschliessen. Der stärkste Fall der beiden Kölner seit langem. Damit steht man weit weit weg vom Ende des Lebenszyklus dieses Teams. Zwei Tote in den ersten Minuten, schnell wird klar, wir bewegen uns eine Stunde lang in einer Rückblende. Das macht es für den Zuschauer noch beklemmender. Plötzlich kommt doch eine andere Wahrheit zum Tragen, womit dem Titel „Mitgehangen“ Rechnung getragen wird. Besser kann ein Tatort nicht sein: 5 Sterne.


  • Krimiline • am 19.3.18 um 8:08 Uhr

    Wer kein futuristisch improvisiertes Theaterstück auf drei Ebenen sehen wollte, der war mit dem Kölner Team mal wieder sehr gut bedient. Solide gemacht, spannend. So, wie ein Krimi sein soll. Leiche – Ermittlung – Mörder. Ohne Chi-chi. Volle Punktzahl dafür *****


  • Inspektor Colombo • am 19.3.18 um 8:56 Uhr

    Eine Wohltat nach Dresden und Leipzig. Auf die Kölner Ballauf und Schenk ist Verlaß.


  • Bert • am 19.3.18 um 9:50 Uhr

    Vorweg : Ich weiß nicht, wer denn nun der Mörder war ? Zum Schluss hin wurden nur noch Namen genannt, die ich nicht zuordnen konnte.
    Warum nicht ein kurzer Einspieler, wie die Tat abgelaufen ist, dann würde es sofort Klick machen.
    Mittelmäßiger Tatort ………

    Schade ….. bleibe nun im Ungewissen ;-(

    Bert


  • Der Fremde • am 19.3.18 um 10:07 Uhr

    Ich mag zwar das Team Ballauf/Schenk nicht besonders, weil es – ebenso wie Batic/Leitmayer – für meinen Geschmack zu sehr Krimi-„Durchschnittskost“ liefert. Da sind mir außergewöhnliche Charaktere wie Faber in Dortmund lieber. der gegenständliche TO war aber überraschenderweise recht gut, weil er auch die Schwächen von Ballauf grell beleuchtete. Normalerweise müsste Ballauf für sein Fehlverhalten ein oder mehrere Disziplinarverfahren bekommen.

    Interessant ist auch, wenn man sich ältere Folgen mit diesem Team anschaut, z.B. die Folge „Manila“ (eine der ersten Folgen der beiden), aber auch andere. In diesen Folgen ist Ballauf eher der gefühlsbetonte Part, zum sachlich-kalten „A….lo.“ ist er offenbar erst später geworden. Eine Folge der zu langen Berufsausübung?


  • MoMi • am 19.3.18 um 10:36 Uhr

    Solider Durchschnitt Tatort Krimi. Für einen unterhaltsamen Sonntagabend gedacht – ohne grossen SchnickSchnack. Der Neue – Assistent Jütte – bringt wenigstens etwas Abwechslung durch sein Wesen und seine trockene Art. Das tut echt gut. Hoffe er darf bleiben. Leider diesmal nur 3 Sterne, lieber Freddy


  • Marcus • am 19.3.18 um 19:52 Uhr

    Endlich mal Ballauf so richtig in Fahrt und auf Egotrip! Mit dem Kommissarjob scheint er nicht mehr wirklich glücklich zu sein, die „Komissar-Ehe“ mit Schenk kriselt (es klappt nicht mal mit der Versöhnungs-Currywurst!), und deshalb wird der Mordverdächtige von Ballauf mal eben so richtig „weichgekocht“, bis jener vom Zellenfenster baumelt – so stur, so negativ, alle anderen Möglichkeiten ausblendend, hat man Ballauf wohl noch nie erlebt. Und das ganze Setting: vergammelte, schimmlige Zelle, krumme Geschäfte, trostlose Industrielandschaft, Wasserleiche mit Aal in der Plastiktüte, der Tatverdächtige, der die Frau seines Lebens quasi in die offenen Arme seines Mitarbeiters vögelt – alles irgendwie Mist und nicht wirklich erfreulich. Feine Ironie am Ende: Ballauf lag mit seiner Sturheit genau richtig, auch wenn er die eigentliche Mordgeschichte voll verpasste – die lieferte nämlich Kollege Schenk mit seinen detaillierten Nachforschungen. Fazit: Fast ganz großes Kino! Ganz klar 4 Sterne mit Tendenz zur 5. Mehr davon!


  • Gottlieb • am 20.3.18 um 11:04 Uhr

    Melodramatisch und emotional, wie beim Kölner Tatort gewohnt. Wer das autistische Gehabe von Ballauf, seine Seelensulz, garniert mit flachsinnigem Spintisieren über das Leben allgemein und als Polizist, mag, der konnte hier voll auf seine Kosten kommen. Ich mag inzwischen nicht mal mehr das ewig verquälte Gesicht sehen. Vermißt haben könnte ein Freund Ballaufschen Wesens das sonst übliche ebenso hochgestochene wie lautstarke Moralisieren im Namen abstrakter Werte. Als ich den Delinquenten in seiner Zelle so hängen sah, dachte ich einen Augenblick, wie schön es wäre, wenn der Egozentriker, der zu Bindung und Familiengründung ohnehin unfähig ist und somit eine genetische Sackgasse bleiben wird, dort hinge. Das richtet sich nicht allgemein gegen Singles im deutschen Krimi. Auch Verena und Otto haben ihr Single-Dasein häufig artikuliert, ohne daß ich gleich an finale Maßnahmen dachte. Ein Neustart wäre dem Kölner Tatort dringend anzuraten. – Übrigens unterscheide ich natürlich den Schauspieler Klaus J. Behrendt ganz klar von der Figur. Auch oder gerade für widerliche Figuren braucht es gute Schauspieler. Aber hier ist für meinen Geschmack des Abstoßenden zuviel, zumal es sich ja um einen der „Guten“ handelt.


  • Colorwriter • am 20.3.18 um 12:23 Uhr

    Guter Durchschnitt.

    „Endlich“ einmal wieder ein „normaler“ Tatort.

    Stets beeindruckend, die Schauspieler. Ordentliches Drehbuch, logische Handlung. Das es auch einmal Fantasienamen für ein Produkt/Waffe hat, in diesem Tatort die Marke „Widukind“ ist OK und verständlich.

    Gut fand ich, das in diesem Dreh mal der Deutsche Möchtegernmann sein Fett abbekommt. Nach außen den Kumpel, tollen Papa und Kümmermichdrum-Typ geben, doch darunter lauert bloße, primitive Gewalt die sich dann unbeherrscht entlädt. Herumbrüllen und dann ins Selbstmitleid versinken, den eigenen Anwalt verprügeln und die Vergewaltigung der eigenen Frau beim Gefängnisbesuch. – Was für ein Dreckskerl.


  • Roland • am 20.3.18 um 12:33 Uhr

    …wer war denn nun der Mörder? Bin ich blöd? Was sollte das mit der Fechterin…und die konstruierte Verbindung zu dem Baumaschinenverleih…


  • Der Fremde • am 20.3.18 um 12:34 Uhr

    @ Gottlieb: Den Ausdruck „ewig verquältes Gesicht“ haben Sie im Bezug auf Ballauf m.E. sehr treffend gewählt. Dieser ist offensichtlich ein „Gutmensch“, also einer, der bloß selbst glaubt, ein guter Mensch zu sein, in Wirklichkeit aber großen Schaden anrichtet.


  • Gottlieb • am 20.3.18 um 15:49 Uhr

    @ Colorwriter
    „Gut fand ich, das in diesem Dreh mal der Deutsche Möchtegernmann sein Fett abbekommt. Nach außen den Kumpel, tollen Papa und Kümmermichdrum-Typ geben, doch darunter lauert bloße, primitive Gewalt die sich dann unbeherrscht entlädt. Herumbrüllen und dann ins Selbstmitleid versinken, den eigenen Anwalt verprügeln und die Vergewaltigung der eigenen Frau beim Gefängnisbesuch. – Was für ein Dreckskerl.“
    Genau das paßt nicht zum Charakter der Figur. Hier liegt ein Bruch vor. Man kann wohl den Mord motivieren, weil Grevel offensichtlich brutal und zynisch herausgefordert wurde, aber lange keinen Mut zu irgendwelcher Gegenwehr fand. Doch Gewalt gegen seine Frau oder auch den Rechtsanwalt, der dabei war, ihn herauszuhauen? Die Prämie gab wohl den Anstoß zum Mord. Man muß sich allerdings wundern, daß er sich zu so zielgerichtetem Handeln aufraffen konnte. Eine Lichtgestalt ist dieser Mensch so oder so nicht; denn Tochter und Ehefrau hat der Waschlappen längere Zeit ihrem Schicksal in Gestalt des Rumänen überlassen. Waschlappen sind auch selten wirklich beliebt.


  • Dirk • am 20.3.18 um 19:42 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 1052, gezeigt auf „Das Erste“, 20:15 h, letzten Sonntag, vor der Datenbahn. Die Hauptkommissare Ballauf und Schenk, von der Kölner Mordkommission, haben eine neue Vorzimmerkraft und wissen einander immer noch nicht, wer eigentlich der Chef im Kommissariat ist. Ist aber auch egal, zumindest in diesem Tatort-Spielfilm, aus der hochgelobten und wahrscheinlichen Stadtmetropole am Rhein und im Ländle. Eigentlich dachte ich, es wird ein Film um die leidliche und nicht ungefährliche illegale Auto-Raser-Szene, ja, die Farbenblinden mit den dicken Füssen sind gemeint. Aber meine Programmzeitschrift muss wohl den falschen Plot gesehen haben und nicht den tollen Opel Admiral A von Hauptkommissar Schenk. Trotzdem ein an sich sehenswerter Tatort-Kriminalfilm, im Handwerksmilieu spielend und, mit einigen Ausnahmen, auch spannend inszeniert und auf die Mattscheibe gebeamt. Wie so oft, mussten auch extreme voyeuristische Szenen dem aufmerksamen Zuschauer nicht vorenthalten bleiben, mit Spiegel sowie ohne Kommentare und Doktor Roth ist als Gerichtsmediziner einfach sein Geld wert. Durchaus sehenswerter Tatort-Polizeifilm, aus der Realität gegriffen.


  • Bob Mars • am 22.3.18 um 18:46 Uhr

    Was bleibt übrig? Ein fieser Ballauf, ein hinterher rennender Schenk und der Grund, warum ich keinen Aal esse. Eigentlich sollte der Täter fies sein. Und in diesem Fall ja auch das Opfer. Aber da bleibt diesmal leider wenig davon übrig. Da wäre mehr möglich gewesen, wenn man den Charaktern und Bösartigkeit dieser Figuren mehr Spielzeit gegeben hätte. Potential war vorhanden, wurde aber in Schwimmeinlagen, philosophisches Streiten und unnütze Handlungsstränge getauscht. Der Krandiebstahl, die Schminktasche, der Sohn und das Verleihen des Autos sind nur ansatzweise behandelt worden. Hier wäre eine Reduzierung und Ausarbeitung übriger, einzelner Elemente besser gewesen. Der Täter hätte brutaler seine Frau zurecht weisen müssen, anstatt ein Mitleidsfick mit späterem Suizid. Mörder müssen eben fies sein. Und das Opfer in diesem Fall auch. Versicherungsbetrug, Erpressung und die Firma vom Chef retten, dabei unbeliebt wie Hundekacke am Stiefel sein, ist zu wenig. Ich habe mir zwischenzeitlich sogar ein Mord-im-Orient-Express-Mord vorgestellt, doch dafür waren drei Schüsse eben zu wenig. Dieser Tatort hätte gerne 10 Minuten mehr Spielzeit haben können um hier und da ausführlicher und böser zu sein. Trotzdem 4 Sterne für grundsolide Ermittlungsarbeit. Einzig sollte Ballauf nach gefühlten 40 Dienstjahren wissen: seine Ermittlung haben den Täter gefunden und nicht das Schuldeingestendnis durch Suizid.

    Song im Film von Leonard Cohen „Better Way“


  • Olli • am 24.3.18 um 7:16 Uhr

    Die Aufdröselierung am Ende war etwas zu schnell und aufgebauscht.

    Eine zunehmende Unsitte, einige Darsteller zu verschweigen (hier die Staatsanwältin und die Sohnesfreundin).

    Die Kranfirma „Asel“ heisst in echt Wasel, sitzt in Bergheim und berichtet hier über den Dreh: wasel-krane.de/news/koelner-tatort-mitgehangen.html

    Reifen Grevel ist in Wahrheit redo.premio.de/ was trivial zu erkennen war. Einmal der für ortskundige leicht erkennbare Bau und dann die nicht abgedeckten Redo-Schilder. Und mit googlen findet sich dann auch noch dies hier: facebook.com/RedoReifenAutoservice/photos/pcb.1230591927052869/1230591890386206/?type=3

    Bloss wo die Imbißbude ist, an der Freddy anleine futterte, da bräuchte ich Hilfe.

    Die Schwimmhalle ist sehr sicher tatsächlich die an der Sporthochschule, schräg hinterm Stadion an der Jahnwiese. Schaut zumindest von drinnen raus sehr danach aus.


  • CarstenH • am 4.4.18 um 22:17 Uhr

    Dieser Tatort hat das Zeug dazu ein echter Klassiker zu werden! Vor allem Musik, Schnitt, Kameraführung, Kulissen und Nebendarsteller haben mich voll überzeugt. Zu Ballauf und Schenk hatte ich zuletzt eine ambivalente Meinung und war unzfrieden darüber, dass sie nicht früher den Absprung geschafft haben. Nach diesem TO revidiere ich meine Meinung und gebe ihnen nochmal ein Chance. Beide haben wieder sehr gefallen! Auch die Story war gut, zum Teil sehr emotional und bis zum Ende war offen wer der Mörder war. Abstriche gebe es allein für durchschnittliche Spannungsmomente und die Nuscheleien – mehrmals musste ich den Untertitel bemühen. 5 Sterne!


  • Ernst Tod • am 15.4.18 um 13:23 Uhr

    Hatte was von 80er-Jahre-Machart, so im Stile von „Der Fahnder“ oder Schimanski-Episoden.
    Toter in Kiesgrube, Malocherumfeld in irgendeinem Industriegebiet. Viel Zoff unter Kollgen, Ballauf und Schenk mal beide auf 180 wenn sie sich übern Weg laufen.
    Normalerweise habe ich den Köln-Tatort schon länger abgeschrieben, aber hier ist man mal wieder aufgewacht. Ud mal ohne politisch korrekte Weltverbesserer-Erziehungsbotschaft.


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