Tatort Folge 1058: Sonnenwende



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Tatort Folge 1058: Sonnenwende 4 21

Im zweiten Schwarzwald-Tatort „Sonnenwende“ kommt es für den leitenden Hauptkommissar Friedemann Berg (Hans-Jochen Wagner) hart, denn er kennt die Familie seit Jahrzehnten gut, die ihre Tochter Sonnhild (großartig: Gro Swantje Kohlhof aus dem Tatort Konstanz „Rebecca“) so plötzlich unter mysteriösen Umständen verliert. Während die Kollegin Franziska Tobler skeptisch ermittelt und immer tiefer in einem Wespennest herumstochert, bietet der voreingenommene Berg den Angehörigen Trost – und Rückendeckung.

Der SWR-Tatort „Sonnenwende“ feiert seine Fernsehpremiere im Ersten am Sonntag, den 13. Mai 2018 ab 20.15 Uhr.

Inhalt der Tatort-Folge „Sonnenwende“

Nicht nur die Darstellerin der Sonnhild Böttger dürfte regelmäßigen Tatort-Zuschauern bekannt vorkommen. Ihre jüngere Schwester Mechthild wird von der preisgekrönten Janina Fautz gespielt alias Leila Wagner aus der Münsteraner Krimifolge „Fangschuss“ (Tatort-Folge 1017). Das blauhaarige Schlumpf-Mädchen galt neunzig Filmminuten lang als die mutmaßliche Tochter von Kommissar Frank Thiel (Axel Prahl). Ein DNA-Test von Alberich gab am Ende die Gewissheit: Nein, aus der Urlaubsaffäre mit der schönen Biggi war vor zwanzig Jahren kein Kind entstanden. Uff.

Anders als im Tatort-Fall aus Münster darf Fautz im Schwarzwälder Krimi „Sonnenwende“ nun zeigen, dass ihr nicht nur die Figur der Großmäuligen, Aufmüpfigen liegt. Als im bäuerlichen Milieu aufgewachsenes, keusches und braves Mädchen – so wollen es die Eltern – ist die Schülerin Mechthild schüchtern und zurückhaltend. Fernsehen, Internet und Mobiltelefone bleibt den naturnah lebenden Kindern der Bauern Böttger verwehrt. Bei ihnen gelten alte Wert und Traditionen – um welche es sich hierbei jedoch handelt, davon ahnen weder das Tatort-Publikum noch die tätig werdenden Ermittler Berg und Tobler zu Beginn etwas …


Sonnhild Böttger ist anders als ihre Mitschüler. Die Bauerntochter trägt altbackene Kleidung, einen geflochtenen Zopf und hat keine Freund. Von Make-up und Jungs hält sie nicht viel, zumindest glaubt das ihr Umfeld. Die junge Frau ist hoch sensibel. Als sie eines Tages im Schulunterricht frei und voller Inbrunst aus dem Nibelungenlied „Wie Kriemhilden träumte” vorträgt, kollabiert Sonnhild plötzlich.

Am Abend besucht sie ihr Verlobter Torsten am Krankenbett. Von Krämpfen geschüttelt ist Sonnhild unfähig zu sprechen. „Warum hast du das gemacht? Warum hast du alles kaputt gemacht, was wir hatten?“ wirft Torsten Schmidt der Sterbenden vor. Ein letzter Atemzug. Dann ist die junge Frau tot. Schmidt verlässt Sonnhilds Schlafzimmer und erklärt den wartenden Eltern in der Stube, ihre Tochter würde schlafen.

Die Sonne geht auf. In der Mordkommission legt Franziska Tobler ihrem Kollegen Berg eine Akte auf den Schreibtisch. Eine Diabetes-Tote mit Verdacht auf ärztliche Fehlbehandlung. Ob Friedemann sie kenne? – Und ob. Sofort machen sich die zwei Hauptkommissare auf den Weg in die Rechtsmedizin um Näheres über den Todesfall zu erfahren.

In der Autopsie angekommen, erläutert Dr. Andrea Brunner den Schwarzwälder Fahndern, dass Sonnhild trotz ihrer bekannten Erkrankung an Diabetes mellitus Typ 1 kein lebensrettendes Insulin verabreicht wurde. Der von der Familie Böttger in der Nacht herbeigerufene Arzt Dr. Otfrid Ruhnke verzichtete auf einen Rettungswagen. Er stellte stattdessen bloß den Tod der jungen Frau fest und füllte den Totenschein aus. Todesursache: Diabetisches Koma. Handelt es sich hier um einen Fall von unterlassener Hilfeleistung?

Ruhnke ist bereits aktenkundig wegen mehrerer Fälle von Körperverletzung mit Todesfolge, meist im Zusammenhang mit Krebserkrankungen. Der Mediziner kam bislang jedoch um eine Verurteilung herum und ist noch immer in Besitz seiner Approbation. Berg und Tobler werden hellhörig. „Sie war übrigens schwanger. Elfte, zwölfte Woche“, wirft die Rechtsmediziner noch ein, bevor sich die Kommissare auf den Weg zum „Sonnenhof“ der Böttgers machen.

Es ist ein Wiedersehen, das sich Friedemann Berg unter freudigeren Umständen gewünscht hätte. „Frieda“ und Volkmar Böttger umarmen sich innig und lange. Sie kennen sich bereits aus Kindertagen. Während Tobler die Bauernfamilie und ihr Konzept von der vollkommenen autonomen Versorgung und Ablehnung neuer Technologien mit einem bissigen „Hardcore-Ökos“ abtut, ist Berg beeindruckt von der konsequenten Lebensweise seines alten Freundes, seiner Frau und seinen Kindern. Die Bauern leben von der Handarbeit, dem eigenen Obst- sowie Gemüseanbau und der Viehzucht. Feriengäste, die auf dem „Sonnenhof“ Urlaub machen können, helfen bei der Ernte mit. Die Idylle schein perfekt. Wäre da nicht Sonnhilds tragischer Tod, der sich wie ein Schatten über das bäuerliche Familienglück legt.

Während sich Hauptkommissar Berg verpflichtet fühlt, den Böttgers in ihrer Trauer beizustehen, steht Franziska Tobler dem behandelnden Arzt und auch der Bauernfamilie misstrauisch gegenüber. Insbesondere Torsten Schmidt und Sonnhilds jüngere Schwester Mechthild verhalten sich eigenartig und gehen den Fragen der Polizei aus dem Weg. Auch tuscheln die beiden regelmäßig miteinander. Nachdem die Rechtsmedizinerin einen Behandlungsfehler beim obduzierten Opfer ausschließen kann, sind Berg und die Böttgers erleichtert: Jetzt kann Sonnhild endlich begraben werden und Ruhe finden.

Die Tatort-Hauptkommissarin Tobler lässt jedoch nicht locker und findet schließlich heraus, dass Schmidt Mitglied einer Heimatschutzstaffel ist. Als es zur Beerdigung der Toten kommt, öffnet das auch Friedemann Bergs Augen. Der Ermittler, der selbst von einem Schwarzwaldhof stammt und früher viele glückliche Stunden mit seinem Kumpel Volkmar erlebt hat, fällt aus allen Wolken …


Der zweite Schwarzwald-Tatort des SWR wurde in der Zeit vom 23. Oktober bis zum 17. November 2017 in St. Blasien, Oberried und in Baden-Baden gefilmt. Der Regisseur von „Sonnenwende“, Umut Dağ, drehte 2016 den eingangs genannten Tatort „Rebecca“ mit Gro Swantje Kohlhof, die in seinem neuen Krimibeitrag in der Rolle der sensiblen Sonnhild überzeugt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Dieser zweite Fall mit dem Hochschwarzwälder Tatort-Team Berg & Tobler lebt vom Schauspiel der Nebendarsteller. Allen voran liefern Nicki von Tempelhoff, Gro Swantje Kohlhof und Janina Fautz eine hervorragende Leistung ab. Daneben sehen die Hauptdarsteller blass aus. Vom Hocker gehauen hat mich die Geschichte allerdings nicht.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Frieda und Volkmar im Sonnenschein bei der Ernte, ein munteres Lied wird von den Helfern angestimmt. Was dahinter steckt, das überrascht nicht nur den Ermittler. Es ist den Machern dieses Tatorts gelungen, für Wendepunkte zu sorgen. Ein guter Tatort, einschalten lohnt sich!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Friedemann „Frieda“ Berg – Hans-Jochen Wagner
Hauptkommissarin Franziska Tobler – Eva Löbau
Kommissariatsleiterin Cornelia Harms – Steffi Kühnert
Hofbesitzer Volkmar Böttger – Nicki von Tempelhoff
Ehefrau Almut Böttger – Alexandra Schalaudek
Tochter Sonnhild Böttger – Gro Swantje Kohlhof
Tochter Mechthild Böttger – Janina Fautz
Torsten Schmidt, Sonnhilds Verlobter – David Zimmerschied
Dr. Otfrid Ruhnke – Rainer Steffen
Dr. Andrea Brunner – Christina Große
Harald Schaffel vom Staatsschutz – Jörg Witte
Lehrerin Eisele – Ursula Renneke
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Patrick Brunken
Regie – Umut Dağ
Kamera – Stefan Sommer
Schnitt – Saskia Metten
Szenenbild – Klaus-Peter Platten
Ton – Lutz Pape
Musik – Iva Zabkar

Trailer zur Tatort-Produktion



Komplette Tatort-Folge 1058 „Sonnenwende“



Bilder-Galerie zum Krimi aus dem Schwarzwald


31 Meinungen zum Tatort Folge 1058: Sonnenwende

  • Valentin Mikula • am 13.5.18 um 20:06 Uhr

    Schon wieder ein politisch motivierter Umerziehungs-Tatort.
    Ich frage mich in wievielen Tatorten der letzten Zeit das Thema Flüchtlinge und Nazis auf den Tisch kommt.


  • Thorsten • am 13.5.18 um 20:45 Uhr

    Auch beim zweiten Versuch kann ich mich mit der Schwarzwald-Düsternis nicht anfreunden. Außerdem gab es starke Parallelen zum letzten Polizeiruf – die ARD sollte die Sendetermine vielleicht besser koordinieren. Und on the top noch ein pädagogisch wertvoller Flüchtling…


  • Karin L. • am 13.5.18 um 20:45 Uhr

    Beklemmend, spannend, einfach gut.

    Was für ein trauriges Leben, ähnlich muss es bei den
    Zeugen Jehovas abgehen, oder Scientology.

    Oder halt Neonazis, die den BDM (Bund deutscher Mädchen)
    wiederaufleben lassen.


  • Ariane Kirschgrün • am 13.5.18 um 20:51 Uhr

    Tatort Sonnenwende

    Meine Entsetzen kennt keine Grenzen:
    Das war ja mal ’ne „hübsche“ Werbeveranstaltung inklusive Bedienungsanleitung für die rechte Szene in Deutschland.
    G R U S E L I G.
    So einfach darf man das denen doch nicht auch noch (vor)machen!

    Seit Ende des zweiten Weltkrieges wird in Deutschland ein Wiedererstarken der Nazis mindestens durch Wegsehen gefördert.

    Mir wurde ganz schlecht, als ich das Nazi-Lied erkannt habe: das wurde mit uns im Turnverein gesungen, nur hatten wir Kinder natürlich überhaupt keine Ahnung, dass das Naziliedgut ist. Ich bin sprachlos vor Wut – und ich bin inzwischen über 60 Jahre alt…

    Was für ein Sch…ß-Land doch Deutschland in meinen Augen ist. Mir fehlen die Worte.


  • Fares • am 13.5.18 um 20:54 Uhr

    Während der Kommissar abends zuhause sitzt und nachdenkt, läuft im Hintergrund Musik, weiß jemanden wer das singt?


  • Hanz W. • am 13.5.18 um 21:03 Uhr

    Atmosphärisch dicht, ruhig und klar erzählt, vielleicht eine Prise zuviel „Verschwörung“ rund um den Staatsschutz (das gehört, scheint’s, zum konventionellen Topos bei diesen Geschichten dazu): insgesamt ein überzeugender Tatort, der auch Grauzonen ausgeleuchtet hat. Wo endet die Spinnerei und wo wird das ganze buchstäblich mörderisch, ist das eine ohne das andere zu denken, gehört das unternnbar zusammen? Dieser Volkmar ja – sehr gut gespielt – nicht durchweg unsympathisch gezeichnet und doch eben, berechnend oder nicht, auch treibende Kraft einer abgeschlossenenen, dunklen, gefährlichen Welt… in der er dann, als Vater, selbst Opfer wird.
    Fast ein wenig gar zu klischeehaft, dass da der Schwarzwald sein dunkles Potenzial voll ausspielen darf (oder muss), aber andererseits eben auch gelungenes Beispiel, was der Tatort auch mal sein sollte, nämlich mit wiedererkennbarem Lokalkolorit ausgestattet (bei den Österreichern findet man das manchmal oder in München). Gelungen auch herausgearbeitet der anfängliche Widerstreit des Kommissars zwischen alter Freundschaft, grundsätzlicher Sympathie für eine Landarbeit, die wohl eher als persönlicher Sehnsuchtsort denn als Realität ihren Platz hat, und dann halt der Konsequenzen, die er als Polizist zu ziehen hatte und auch ziehen wollte.
    Sehr gut gemachter Tatort, qualitativ weit über dem thematisch ähnlich gelagerten Polizeiruf vor einiger Zeit. Glatte vier Sterne.


  • Dirk • am 13.5.18 um 21:06 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 1058 kommt heute in Erstsendung aus den Tiefen des Schwarzwaldes daher und die ermittelnden Polizeibeamten in diesem Tatort-Drama sind der Hauptkommissar Berg sowie die Hauptkommissarin Tobler und beide Mordermittler eilen, so meine ich herausgefunden zu haben, aus Freiburg heran, aber nur, weil die Gerichtsmedizinerin bei der Leichenschau aufgepasst hat. Wegen seiner düsteren Bilder hätte dieser dunkle Tatort-Spielfilm gerne auch Mitternachtssonne heißen können und wirklich, von einer geballten Dynamitladung kann man handlungsmäßig nun nicht sprechen. Hinterhältige (zwei ?) Morde im Bio-Bauer-Milieu sind zu klären und ohne aufmerksame Busfahrer wäre ein wichtiger Zeuge erst gar nicht ausfindig gemacht worden. Dann der kleine Dienstweg in die Internationalität und alles läuft seinen gerechten Gang. Ja – ja, das war so gar nicht mein Fall, dieses schwarze Tatort-Melodram. Wiederholung bei mir nur unter Zwang.


  • Bernd aus Dunkeldeutschland • am 13.5.18 um 21:13 Uhr

    Schlimmer gehts nicht mehr,primitiver Propaganda Tatort.Ich fühle mich wie in tiefster DDR Zeit.Wann wird denen endlich der Geldhahn zugedreht,wer für Propaganda Geld bezahlen möchte soll das machen,ohne mich.


  • alter Fan • am 13.5.18 um 21:13 Uhr

    bevor ich einen Kommentar auf dieser Plattform absetze , schau ich mir den Streifen bis zum mehr oder weniger bitteren Ende an . Nach 10 Minuten weggeschaltet wäre bei diesem Beitrag letztendlich besser gewesen – wie kann man so einen dilettantischen Heimatfilm mit Flüchtling/böserNazi-Nebenhandlung als Tatort verkaufen ? Rudi Carrell hätte sich songtechnisch gefragt : wann wird es endlich einmal spannend ? – Der Momment trat für meine Begriffe erst ein , als die endzeitgeile Titelmusik von Klaus Doldinger ertönte . Der Schwarzwald ist wohl eher eine gesegnete Produktionsstätte für Kuckucksuhren etc. als für anspruchvolle Tatorte zur sonntagabendlichen Fernsehunterhaltung für den erwartungsvollen Zuschauer und GEZ Zahler . Mein Tipp : Umwandeln in eine Köhlerhütte .


  • Beate • am 13.5.18 um 21:14 Uhr

    Der Staat treibt durch seine Lügen Vertuschungen und z.T. auch kriminellen Handlungen ( der tiefe Staat) einen Keil zwischen die Deutschen.


  • Colorwriter • am 13.5.18 um 21:29 Uhr

    Bis auf ein paar kleine Schwächen im Drehbuch ein gut gelungener Tatort. Besonders Resektabel; Die exzellenten Nebendarsteller. Propaganda kann ich in diesem Tatort beileibe nicht erkennen. Nur viel Bitteres über noch lange nicht richtig aufgearbeitete Ideologien.


  • Bruno • am 13.5.18 um 21:33 Uhr

    Ich kann mich nicht beklagen; ich fand den Tatort gut gemacht. An Anfang hatte er Längen, aber dann kam für mich keine Minute mehr Langeweile auf.
    Nicht zuletzt Dank der beiden Kommissare, die wohltuend keine privaten Probleme in den Dienstalltag schleppten.
    Propaganda sah ich keine. Wofür auch.
    Es wurde angerissen, dass manchen sog. Polizisten die ideologische Weisung von oben – das Staatswohl – wichtiger zu sein hat als die Verbrechensaufklärung und der Seelenfrieden von Hinterbliebenen der Opfer.


  • Garbak • am 13.5.18 um 21:37 Uhr

    Hallo Fans

    Ok. Wieder ein Hinterwäldler-Krimi. Ich fand ihn nicht so schlecht. Tjo, wer nicht mit der Zeit geht, muß mit der Zeit gehen.
    Einen Umerziehungseffekt oder eine Propaganda kann ich hier nicht feststellen. Wer hier dies vermutet, und nicht damit zurecht kommt, dem empfehle ich hier jemand aus dem Gesundheitsbereich.


  • G.E. Rücht • am 13.5.18 um 22:17 Uhr

    Da bekommt doch die „Heimat“ und die „spezifisch deutsche Kultur“ ihren rechten Unterbau. Aber natürlich sind Linke viel, viel schlimmer. Die bezweifeln sogar, dass es eine „deutsche Kultur“ gibt. Ja gut, die spezifisch deutsche „Blut und Boden Kultur“ gibt es ja. Keine andere Nation würde auf diesen Schwachsinn kommen. Der Tatort hat unsere Biodeutschen also recht gut getroffen.


  • gremlin • am 13.5.18 um 22:19 Uhr

    Fand den Tatort gelungen.


  • Jo S • am 13.5.18 um 22:39 Uhr

    Holzschnittartig!
    Aber so manchen Deutschtümler mag das Sujet stören. Oder was meint ihr da oben, die nicht schon wieder Umerziehungs- oder Flüchtlingsdranen sehen wollen.
    Jedenfalls besser als ein Volksempfänger.


  • Der Fremde • am 14.5.18 um 7:26 Uhr

    Ich fand diesen TO recht gut und im Vergleich zum Polizeiruf von vor ein paar Wochen etwas glaubwürdiger, wenn auch nicht allzu realistisch.
    Zur obigen Diskussion, ob der Film Propaganda sei oder nicht, so finde ich schon auch, dass in diesem Film (und auch in vielen anderen der letzten Jahre) gegen Leute, die bezüglich einer gewissen „Überfremdung“ Deutschlands oder Österreichs Sorgen haben (die m.E. nicht völlig unberechtigt sind), agitiert wird, indem diese undifferenziert als Nazis, Spinner, Weltfremde, etc. dargestellt werden. Das kann man m.E. durchaus als „Propaganda“ bezeichnen.


  • Frank • am 14.5.18 um 7:40 Uhr

    Ein etwas überfrachteter Schwarzwaldkrimi:
    HK Berg der naiv die Freundschaft zu seinen Nachbarn pflegt und die Öko-Bauern bewundert. Erst spät dämmert ihm, dass viel extremere Positionen vertreten werden.
    HK Tobler dagegen ist früh auf der richtigen Spur und zaubert dann auch die Fährte herbei, die zur Lösung beiträgt, „übrigens habe ich mal eben in die Schweiz telefoniert, der Fall kann geschlossen werden…“.
    Torsten Schmidt als ewig Gestriger bringt seine Verlobte um, weil sie eine Affäre mit einem Ausländer eingegangen ist. Neben der Arbeit auf dem Hof ist er im Nebenjob noch beim Verfassungsschutz (es lebe der Zweitjob).
    Der Verfassungsschutz ist natürlich genau so böse wie die nationalgesinnte Spielgruppe vom Lande – und bringt dann auch unbemerkt den Täter zum Schweigen, es leben die Verschwörungstheorien.
    Mich hat der Tatort etwas ratlos zurückgelassen, es war einfach zu viel des Guten (oder Schlechten), was Patrick Brunken in das Drehbuch gepackt hat. Eigentlich interessante Themen, gute Schauspieler (Kohlhof und von Tempelhoff extrem stark) und dennoch bleibt man als Zuschauer aussen vor und betrachtet das Geschehen mit wenig Begeisterung. (Aufgerundete 2,5 Sterne)


  • Mandy • am 14.5.18 um 9:49 Uhr

    DDR 2.0 lässt grüßen.


  • Jimmy • am 14.5.18 um 12:57 Uhr

    Ist das die Botschaft an die Wel?: „Seht her, nicht die Flüchtlinge ermorden deutsche Mädchen, sondern die Deutschen ermorden ihre Mädchen, wenn sie sich mit Flüchtlingen einlassen.“


  • Wasserschlange • am 14.5.18 um 12:58 Uhr

    Mal wieder ein politisch korrekter Propagandatatort ohne jede Spannung.


  • Jörg Linnemann • am 14.5.18 um 15:55 Uhr

    Gehe mit dem ersten Kommentar konform.

    Die ARD-Tatorte sind seit 2015 mehr Erziehungsfilme als Krimis.

    Hans-Jochen Wagner tut mir ja schon ein bisschen leid. Bis vor kurzem musste er mit der etwas sehr eigentümlichen Kommissarin Heller im ZDF auskommen, jetzt an seiner Seite eine „Kollegin“, die auf mich den Eindruck macht, als würde sie die meiste Zeit nach Feierabend mit ihren Aktivistinnen in Freiburger Antifa-Spelunken herumhängen und die nächst aktivistische „Aktion“ gegen ****** am nächsten Wochenende planen.

    Als sie von ihrem Kollegen Friedemann erfährt, dass ihm die Öko-Sippe bei der Ernte geholfen hat (anstatt der rumänischen Leiharbeiter – was wohl ihrer Ansicht nach politisch korrekter gewesen wäre), verfällt sie sofort in schnappartiges, hysterisches Gebrüll: „Nee, jetzt echt – ohne Scheiß – der Herr Kommissar Seite an Seite mit dem Neonazi bei der Ernte…“ Ja, so liebe ich diese Frauen…

    Die Lehrerin gibt bei der Befragung durch „Antifa-Löbau“ an, „…mit denen (Familie Böttger) legt sich keiner an.“ Omg, Angst und Schrecken regieren die Schule.
    Na ja, gerade in der letzten Zeit las und sah ich von Einschüchterungen durch die andere Seite an (u.a. berliner) Großstadtschulen.
    Und dann die gerade gebildete „Willkommenskulturklasse?“ Wo ist sie denn? Die Tochter sei von „Flüchtlingen“ begrabscht worden? Das ist ja weltfremd; kann ja gar nicht sein. Dabei steht Freiburg (wofür die Stadt eigentlich nichts kann) mit der im Oktober 2016 vergewaltigten, getöteten und anschließend in die Dreisam geworfenen Studentin Maria L. auch nicht gerade gut da.

    Auf der Beerdigung – mit deren Ablauf sicher so mancher Probleme haben dürfte – ist weder vom 3. Reich, von Deutschland in den Grenzen von 1937 – auch nicht von Rache – die Rede. Wohl aber von Heimat, Tradition, von geweihtem Boden, von den Ahnen und ähnlichem. Das wird allen, die von Abschaffung der deutschen Kultur und deren Ersatz durch eine sog. Multiethnische NWO träumen nicht gefallen Muss es auch nicht! Muss aber erlaubt sein! Welcher Begriff jedoch fällt ist das Wort „Umvolkungskrieg“. Gut, man muss es vielleicht nicht Krieg nennen. Aber dass eine geplante Umvolkung stattfindet, ist nun bereits im Februar in den ARD-Tagesthemen gesagt worden und es ist mehrmals im Bundestag die Rede davon gewesen. Es steht im UNO-Papier von 2001, mehrere Politiker, z.Bsp. Sarkozi (2008) haben sich ausführlich dazu geäußert. Man hat uns (Souverän) nicht gefragt, man ist uns sogar mit verdrehten Tatsachen (die „Flucht“ der gesunden jungen Männer) gekommen.
    Ich merke nun; der Kommentar wird zu lang. Man kann ja auch einiges zu dem Film anmerken.

    Nur zwei schöne Sätze noch:
    1. Friedemann zu Eva Löbau: „Sag mal, was muss man eigentlich machen, um bei Dir eine Chance zu kriegen? Im Schlauchboot über’s Mittelmeer kommen oder was?“
    2. Hofbesitzer Volkmar Böttger zu Friedemann: „Dies ist ein Hof ohne Knechte. Also runter von meinem Land, du beschissener Knecht, du (…)“


  • Mr. Marple • am 15.5.18 um 0:53 Uhr

    Ewiggestrige, deren Horizont an der nächsten Tanne endet; die durchdrehen, wenn ihre Kinder eigene Wege gehen wollen, vielleicht sogar über den elterlichen Tellerrand hinaus.
    Dass die selbsternannten „Wehrbauern“ sich dann beinahe gegenseitig abmurksen, wirkt da fast schon tröstlich.
    Das tumbe Ting-Treiben sorgte zwar gelegentlich für Beklemmung, aber die zähe Behäbigkeit dieser Produktion stellte sich der Spannung immer wieder in den Weg.
    Und das ewige Schnapsgesaufe der Blackwood-Cops nervt bereits beim zweiten Aufzug!


  • MoMi • am 15.5.18 um 18:34 Uhr

    Gut gemachter Tatort mit üblicher Brisanz in der Themenwahl. Leider immer mehr die Wahrheit in unseren westlichen Ländern, ob EU oder auch nicht. Rechtspopulistischer Rutsch und Neonazis überall. Die Story fand ich sehr gut – an Anfang jedoch äusserst mühsam – der Schluss, na ja der „Selbstmord“ beim Treff mit dem „Staatsdiener“ durchsichtig aber korrekt dargestellt.
    Die Schauspieler allesamt – ohne Ausnahme – sehr gut. Die Landschaft im Schwarzwald ist halt überwältigend schön auch für einen solchen Film.
    Hoffe weiterhin auf „der Wald steht schwarz und schweiget……etc“


  • ADbar • am 15.5.18 um 21:52 Uhr

    Gelungener Tatort, finde ich. Obwohl ich diese Rechtsthematik etwas ermüdend finde. Ist aber wohl unserer Zeit geschuldet, in der sich so manche wieder „altem Kulturgut“ zuwenden möchten, um etwas Halt und Stabilität finden zu können. Nur wird in dem Kontext stets vergessen, dass Europa seit jeher durch Zuwanderung und Durchmischung zu dem geworden ist, was es jetzt ist.
    Vor dem Hintergrund finde ich die Nazi-Bezüge in dieser Folge eher belustigend, wenn man bedenkt, dass die sog. Arier eine Bevölkerungsgruppe aus dem heutigen Iran sind.
    Trotzdem ein gut anzuschauender Film mit guten Darstellern finde ich. Wenn auch nicht unbedingt ein guter Tatort, also Krimi…


  • CarstenH • am 28.5.18 um 9:28 Uhr

    Ein düsterer aber sehr sehenswerter TO mit politischem Hintergrund. Es ist kein Geheimnis, dass in Deutschland allerlei krude Strömungen existieren: Reichsbürger, Chemtrailer und andere Verschwörungstheoretiker die sehr oft rassisitisch in antisemitischen und/oder antiislamischen Gewand daherkommen. Zurück zu den (bio)-deutschen Wurzeln, Burschen und Mädels die sich lieber in einer euphemistisch angemalten Zeit um die Jahrhundertwende oder die 1930er Jahre zurücksehnen als in der heutigen kompliziert-technologisiert-bedrohlichen Welt anzukommen. Eine Affäre einer dieser Mädels mit einem Mann mit arabischen Wurzeln wirft sowohl die fiktive Gemeinschaft im Tatort als auch einige Kommentatoren hier („ein Flüchtling!“) aus der Bahn.
    Drehbuch und Schauspieler waren noch ein Tick besser als im ersten Teil, man gruselt sich, ist bedrückt von der schattigen Seite des Schwarzwaldes, freut sich wieder auf mehr Licht in den nächsten Tatorten. Aber noch größer ist die Vor(grusel)freude auf eine weiterer Folge aus den Tälern und Bergen des Südwesten. Danke!


  • Stargazer • am 1.6.18 um 0:27 Uhr

    @ Fares • am 13.5.18 um 20:54 Uhr

    Frage: Während der Kommissar abends zuhause sitzt und nachdenkt, läuft im Hintergrund Musik, weiß jemanden wer das singt?

    Antwort: Es singt Alexander Köberlein das Lied „Drägglacha Blues“ von seiner Band Grachmusikoff (es finden sich dazu viele Videos auf youtube).
    Passend dazu sieht man in seinem Raum Plakate von Grachmusikoff (Igor, Boris und Nikita Grachmusikoff) sowie eines von Alex Köberlein.


  • Stargazer • am 2.6.18 um 14:39 Uhr

    @ Fares: das Lied im Hintergrund heißt „Drägglachablues“ (dt: Schmutziger Pfützen Blues) und wird von Alexander Köberlein von Grachmusikoff gesungen. Auf YouTube finden sich dazu einige Videos.
    Bei etwa 40. bis 42. Minute sieht man im Hintergrund Plakate, u.a. von Alex Köberlein und vo Grachmusikoff (Igor, Boris und Nikita G., die Pseudonyme von Alex u. Georg Köberlein sowie Hansi Fink)
    LG


  • sheelchen58 • am 5.6.18 um 11:29 Uhr

    Man merke: Schwarzwälder sind alle entweder missionarische Ökobauern oder rechte Hinterwäldler. Einen Fall tue ich mir noch an, ist das wieder so, bin ich weg von diesem Team.


  • Ember Hugo Fhell • am 10.6.18 um 18:58 Uhr

    Beltane ist keine Sonnwende und das Rattengift, von dem jemand binnen Sekunden stirbt, würde ich auch mal gern kennen. ;)

    Selbst „Hinterwäldler“, kommen mir die Figuren durchaus bekannt vor. Spirituell heimatverbundene und systemkritische Menschen gibt es in meinem Umfeld einige; ich zähle mich selbst dazu.

    Erschreckend ist, wie schnell sich Verschwörungstheorien, fast alle aus der völkischen Ecke, sich in diesen Kreisen breitmachen. Meist handelt es sich um sehr ideologische Menschen, die „alles richtig machen wollen“, romantisch, kompromisslos und konsequent. Im Kampf um die Freiheit bleibt die Freiheit oft als erstes auf der Strecke: Aus Systemkritik wird das Gespenst der Umvolkung und aus der Heimatliebe die Verachtung fremder Menschen.

    Die sektenartige klischeehafte „Familie Böttger“ gibt es vielfach, auch wenn kaum eine soviele Klischees auf einmal erfüllt. Manche nennen sich sogar „Hippies“ oder „Linke“.

    3 Punkte für den wenig spannenden Plot,
    2 Punkte für schlechte Detailrecherche und Deus-ex-Machina-artige Rahmenhandlung,
    4 Punkte für das emotionale, einfühlsame Schauspiel der meisten Hauptcharaktere,
    5 Punkte für die atmosphärische Dichte und Kamera.
    __
    3 Punkte.


  • wolko • am 16.7.18 um 13:42 Uhr

    Ganz ausgezeichneter Tatort. Aktuell, kritisch und spannend. Weiter so!


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