Tatort Folge 1056: Alles was Sie sagen



So 22.04. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Falke und Grosz
Ort: Tatort Hamburg


  14 Meinungen
Tatort Folge 1056: Alles was Sie sagen 4 14

Den ersten gemeinsamen Fall „Zorn Gottes“ lösten der Hamburger Kommissar Thorsten Falke (Wotan Wilke Möhring) und die neue Kollegin aus Hannover, Julia Grosz (Franziska Weisz), im März 2016. Das frisch vereinte Ermittlerduo ließ sich danach allerdings über eineinhalb Jahre Zeit, bevor es für den Tatort „Böser Boden“ Ende 2017 ein weiteres Mal zueinanderfand.

Doch nun folgt ein Fall dem nächsten: Nach „Dunkle Zeit“ (TV-Premiere am 3. Advent 2017) wird jetzt „Alles was Sie sagen“, Einsatz Nummer vier mit Falke und Grosz gesendet. Der Termin für die Erstausstrahlung ist für Sonntag, den 22. April 2018 um 20.15 Uhr im Ersten angesetzt.

Im neuesten NDR-Tatort müssen sich die zwei Kriminalbeamten im Rahmen von internen Ermittlungen für ihre Handlungen verantworten: Kam eine wichtige Zeugin durch einen Pistolenschuss Falkes ums Leben?

Inhalt der Tatort-Folge „Alles was Sie sagen“

Der norddeutsche Tatort „Alles was Sie sagen“ beginnt mit einem Rückblick: Auf einem alten Fabrikgelände verfolgen die beiden Kriminalkommissare Thorsten Falke und Julia Grosz eine flüchtige Person durch die Dunkelheit. Mit Taschenlampen und gezückten Dienstwaffen durchforsten Sie die kargen Räume. Sie trennen sich.

Der Krimi-Zuschauer erfährt eingangs nicht, wer hier gefasst werden soll und um was sich der aktuellen Fall überhaupt dreht. Klar wird nur, dass die Ermittler offensichtlich auf eigene Faust arbeiten, denn das Einsatzteam der Polizei Lüneburg, dem die überraschte Grosz schließlich begegnet, zeigt sich alles andere als begeistert von der Anwesenheit der zwei Bundespolizisten. Als plötzlich drei Schüsse in dem Gebäude fallen, eilt die Oberkommissarin ihrem Kollegen zu Hilfe – und entdeckt über sich, auf einem Bodengitter liegend, die Leiche einer jungen Frau. Sie hat eine klaffende Schusswunde in der Brust, aus der Blut tropft. Über dem Opfer gebeugt steht Falke. Mit der Waffe in der Hand.

Es ist der 24. Oktober 2017 um 3.42 Uhr morgens. Im Film befinden wir uns in der Gegenwart.

„Alles was Sie sagen kann gegen Sie verwendet werden“, belehrt Kriminalrat Joachim Rehberg den im Verhörraum befindlichen Hauptkommissar Falke. Der ist unsicher, ob er dort als Zeuge oder Verdächtiger sitzt. „Es gilt, die ungeklärten Umstände des Todes zu ermitteln“, antwortet Rehberg ausweichend. Schließlich sei aus Falkes Waffe geschossen worden. „Hätten Sie gerne einen Anwalt?“ „Ich hätte ein Glas Milch. Vollmilch“, erwidert Falke. Es soll eine lange Nacht werden, in der nicht nur der Hamburger Kommissar, sondern auch seine Kollegin Grosz in den Räumlichkeiten des Kommissariats Lüneburg zum tödlichen Vorfall befragt werden.

Die Geschichte des Falls „Alles was Sie sagen“ wird ab diesem Zeitpunkt von vorne aufgerollt:
Drei Tage zuvor wird das Team Falke und Grosz von der Bundespolizei mit der Identitätsprüfung eines Flüchtlings beauftragt. Abbas Khaled hat sich laut Informationen des BPOL im syrisch-libanesischem Grenzgebiet Kriegsverbrechen schuldig gemacht. Er war Mitglied einer berüchtigten, äußerst brutal vorgehenden Miliz. Nachdem ein internationaler Haftbefehl gegen Khaled und seine Mitstreiter erlassen worden war, war der gebürtige Libanese vor zwei Jahren mit falscher Identität in Deutschland untergetaucht. Als Tarek Salem lebt Khaled seitdem zusammen mit seiner Frau Alima unbescholten in Lüneburg.

Der Libanese hat sich bestens in die deutsche Gesellschaft integriert. Er gilt als freundlicher, beliebter Zeitgenosse und gibt mittlerweile sogar als Tutor Deutschunterricht für Flüchtlinge. Der Besuch in der Bildungsstätte, bei dem Falke und Grosz den mutmaßlichen Kriegsverbrecher einer spontanen Identitätsprüfung unterziehen wollen, geht allerdings gehörig schief: Tarek Salem kann aus der Schule fliehen, obwohl Beamten der Lüneburger Polizei das Gebäude zusätzlich gesichert haben.

Die erste Anlaufstelle auf den Spuren von Salem ist die Wohnung des libanesischen Ehepaars. Die Bundespolizisten Falke und Grosz treffen dort auf die Ehefrau Alima, die sich allerdings als Schwester des Flüchtigen herausstellt. Sie bestreitet, den Aufenthaltsort ihres Bruders zu kennen, öffnet sich aber schließlich gegenüber Julia Grosz und gibt zu, dass Tarek – beziehungsweise Abbas – homosexuell sei und deshalb vor der Miliz flüchten musste. Der Deutschlehrer Stefan Hansen erscheint unerwartet in der Unterkunft und erklärt dem Beamten, dass er für seinen Schützling die Hand ins Feuer legen würde: Tarek Salem ein Kriegsverbrecher? Niemals!

Auf der Suche nach Abbas Khaled alias Tarek Salem stoßen die Kriminalbeamten auf die zwielichtigen Machenschaften von Ibrahim Al-Shabaan, dem Besitzer einer Shisha-Bar. Der mehrfach vorbestrafte Deutsch-Libanese ist insbesondere im Drogengeschäft aktiv. Wie sich herausstellt, hatte Khaled hier offenbar ebenfalls seine Finger im Spiel.


Der vierte gemeinsame Fall von Thorsten Falke und Julia Grosz „Alles was Sie sagen“ lebt von dem Verwirrspiel im Verhörraum: Wer sagt hier die Wahrheit und warum unterscheiden sich die Aussagen der beiden Bundespolizisten in einigen Punkten? Warum verheimlicht Grosz dem Kriminalrat das merkwürdige Telefonat, bei welchem ein Polizist der Lüneburger Dienststelle kurz arabisch sprach? Warum flüchtete Falke nach dem Tod von Alima Khaled aus der Fabrikhalle und blieb nicht am Tatort?
Die Schauspielerin Franziska Weisz erklärte gegenüber dem Produktionssender NDR dazu: „Man weiß nicht: Spinnen die beiden jetzt, oder hat der eine einfach was anderes erlebt als der andere?“

Das Puzzle, das sich im Tatort 1056 „Alles was Sie sagen“ erst in den letzten Filmminuten zu einem überraschenden Bild zusammenfügt, erinnert konzeptionell an die erste Staffel der US-amerikanischen Fernsehserie „True Detective“ aus dem Jahr 2014. Auch hier gibt es zwei Ermittler (gespielt von Woody Harrelson und Matthew McConaughey), die im Verhörraum unterschiedliche Aussagen zu einem Fall treffen.

Der Regisseur des Tatorts ist Özgür Yildirim, der mit Wotan Wilke Möhring 2013 bereits die Tatort-Folge „Feuerteufel“ drehte – damals noch mit Kollegin Petra Schmidt-Schaller als Kommissarin Lorenz – und 2016 den Einstand „Zorn Gottes“ mit Möhring und Weisz. Das Skript zu „Alles was Sie sagen“ schrieben Arne Notling und Jan Martin Scharf.

Die Dreharbeiten dauerten vom 19. Oktober bis 16. November 2017 und fanden in Lüneburg, Hamburg und Umgebung statt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Wenn man über einige logische Unebenheiten hinwegsieht, kann man an diesem Tatort wirklich Spaß und jede Menge Spannung haben. Erzählerisch fesselnd bis zur letzten Minute, außerdem eine hervorragende Kameraarbeit von Matthias Bolliger. Und überhaupt: Falke ist einfach eine coole Sau.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Die beiden Kommissare Falke und Grosz entwickeln sich langsam und am Ende kommt’s sogar zum „Du“. Okay, ein bisschen Privatleben ist auch wieder drin, ist aber dieses Mal Teil des Falls … Für mich ein durchschnittlicher Tatort, Daumen waagrecht.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Thorsten Falke – Wotan Wilke Möhring
Oberkommissarin Julia Grosz – Franziska Weisz
Kriminalrat Joachim Rehberg – Jörn Knebel
Polizeihauptmeister Olaf Spieß – Marc Rissmann
Ermittler Junker – Gerdy Zint
Abbas Khaled bzw. Tarek Salam – Youssef Maghrebi
Alima Khaled – Sabrina Amali
Said Kahwagi – Walid Al-Atiyat
Ibrahim Al-Shabaan – Marwan Moussa
Handlanger von Al-Shabaan – Mesut Sayili
Lehrer Stefan Hansen – Moritz Grove
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Arne Nolting, Jan Martin Scharf
Regie – Özgür Yildirim
Kamera – Matthias Bolliger
Schnitt – Sebastian Thümler
Szenenbild – Carola Gauster
Ton – Matthias Wolf
Musik – Timo Pierre Rositzki

Trailer zur Tatort-Produktion

Bilder-Galerie zum Krimi aus Hamburg


14 Meinungen zum Tatort Folge 1056: Alles was Sie sagen

  • Hanz W. • am 22.4.18 um 21:03 Uhr

    Starker Tatort, interessante Struktur, spannend erzählt, lange Zeit sehr doppel- und mehrbödig. Gelungen die Abwechslung von intensiven Verhörsituationen mit den unterschiedlichen Aussagen und Handlungsszenen draußen; der Maulwurfverdacht recht geschickt – und spät – eingeführt, und dass der Polizeichef derjenige welcher war, hat sich erst recht spät dann – vergleichsweise konventionell – aufgedrängt. Ein wenig nervig der übellaunige Falke, aber das hat sich dann ja als Teil des „Spiels“ erwiesen.
    Sehr gute Unterhaltung, am Fall orientiert, aber faszinierend aufgefasst.
    4,5 Sterne (für die vollen 5 hat noch ein Schuss schauspielerisch glaubwürdigere Emotionalität gefehlt, aber die Figurenzeichnung musste hier wohl – nachvollziehbar – ein wenig hinter der Erzählstruktur zurükbleiben).


  • alter Fan • am 22.4.18 um 21:03 Uhr

    Liebe Fangemeinde – dieses Sonntagabentevent war alles andere als das , was ich mir unter einem TV Krimi innerhalb der Sendereihe Tatort vorstelle . Selbst bei Falke und Co. kam schon mal was sehenswerteres heraus . Die einzige Szene , die mich etwas aufgeweckt hat war so gegen Mitte , als dieser absolut geile CCR Song ( fortunate son ) eingespielt wurde – hatte zwar im weitesten Sinne nichts mit der seltsamen Handlung zu tun – dafür gibt´s aber den Stern .
    Sollte der Trend so weitergehen sind wir nicht mehr fern von einer möglichen HH Tatortproduktion in arabisch mit deutschen Untertiteln – positiver Nebeneffekt : nuschelnde deutschsprachige Akteure – kein Thema mehr .


  • Garbak • am 22.4.18 um 21:04 Uhr

    Hallo Gemeinschaft
    Ahjo – ganz nette Geschichte. Allerdings hatte ich nicht den Herrn Spieß (1. Verdächtiger geradezu aufgedrängt) sondern Herrn Rehberg von Anfang an in Verdacht. Er sprach von Herrn Spieß im Range eines Hauptmeisters…Jedoch zeigten seine Abzeichen der Jacke die er trug, die eines Oberkommissars. (Hauptmeister = 4 grüne Sterne, Oberkommissar = 2 silberne Sterne)
    Wer als Kriminalrat diese Fakten durcheinander wirft, macht sich schon verdächtig ;)
    Naja – und seine Fragen waren die eines „Schuld-in-die-Schuhe-schiebers“. So gesehen, Bösewicht erfolgreich ausgetrickst, und die Drogenbande auch noch gleich dazu.


  • Jürgen W • am 22.4.18 um 21:24 Uhr

    Der Tatort war super ! 5 Sterne


  • Der Fremde • am 22.4.18 um 21:26 Uhr

    Ein mühsam anzusehender TO. Mühsam, wie offenbar auch die Polizeiarbeit häufig ist. Diese Mühseligkeit wurde – gewollt oder nicht gewollt – ganz gut dargestellt.
    Ich halte sowohl W.W. Möhring als auch Franziska Weisz grundsätzlich für gute Schauspieler, deren Schauspielkunst in den Figuren Falke/Grosz allerdings nicht so richtig zur Geltung kommt (zumindest bisher nicht).
    Ganz allgemein ist es m.E. zu wenig für einen Krimi, bloß eine spannende Schluss-Sequenz (mit einer zugegeben überraschenden Auflösung) zu bieten, wenn sich die vorherigen 85 Minuten ziehen wie Pizzateig.
    Auch nach 4 Folgen überzeugt mich dieses „Team“ bisher nicht, Potential wäre aber immerhin vorhanden.


  • henne • am 22.4.18 um 21:27 Uhr

    „Mein“ TO lebt. Ganz großes Kino, ich wurde bestens unterhalten!!!
    Fünf Sterne reichen diesmal kaum, würden sie nur angezeigt, irgendetwas klemmt mal wieder (wie schon öfters zuletzt) in der Kommentarfunktion….


  • Karin • am 22.4.18 um 21:36 Uhr

    Schliesse mich Hans W. an, da wird alles Positive aufgeführt.
    Mächtig gewaltig, mit einer der besten Tatorte im Jahrgang 2018.
    Volle Punktzahl!


  • Jo S • am 22.4.18 um 21:54 Uhr

    Wirklich ganz gut!


  • Andy • am 22.4.18 um 21:54 Uhr

    Eine für mich neue Darstellungsform der Tatortreihe. Ungewöhnlich, aber gut rübergebracht und umgesetzt. Interessante Taktik der Bundespolizisten und insgesamt eine unterhaltsam Handlung.


  • rudi • am 22.4.18 um 22:17 Uhr

    Klasse inszeniert, spannend. Hat mehr geboten als mancher Kinofilm.


  • G.E. Rücht • am 22.4.18 um 23:23 Uhr

    Die wilde Möhre in einem Katz-und-Maus-Spiel um alternative und inszenierte Wahrheiten.
    Chapeau!!!


  • Ulriko • am 23.4.18 um 0:00 Uhr

    Einer der besten Tatorte der letzten Jahre. Intensiv und nachdenklich, grob und subtil im Wechsel, intelligent falsche Fährten legend… selbst dass es dann die von mir bald vermutete Person war, hat mich nicht gestört, weil trotzdem unklar war, wie die Wende gelingen sollte. Und da ich nicht auf eine abgesprochene Inszenierung der beiden Kommissare gefasst war, hab ich mich zeitweise auch über das aggressive Gepolter von Falke geärgert, die Wendung am Ende hat mich fast beschämt. Und Kommissarin Grosz passt gut zu ihm! Ein echter Gewinn. Der Lüneburger ist nun neben dem Wiesbadener, Münsterer, Frankfurter und Münchner einer meiner Favoriten.


  • Ulriko • am 23.4.18 um 0:02 Uhr

    *Hamburger


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