Tatort Folge 1067: Tod und Spiele



So 07.10. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Faber, Bönisch, Dalay und Pawlak
Ort: Tatort Dortmund


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Tatort Folge 1067: Tod und Spiele 0 0

Panem et circenses. Im neuen Dortmunder Tatort „Tod und Spiele“ – als Titelvariante anstatt der so häufig zitierten „Brot und (Zirkus-)Spiele“ – fühlt man sich als Zuschauer ein Stück weit in die Zeit der blutigen Gladiatorenkämpfe zurückversetzt.

Die Hauptkommissare Peter Faber (Jörg Hartmann) und Martina Bönisch (Anna Schudt) ermitteln gemeinsam mit Nora Dalay (Aylin Tezel) und ihrem neuen Mitarbeiter, Kriminalhauptkommissar Jan Pawlak (Rick Okon), im Milieu der illegalen Kampfsportszene. Fahnderin Bönisch lässt sich dabei zu einem riskanten Undercover-Einsatz überreden, der sie dem Hauptverdächtigen zwar näher bringt – allerdings weitaus näher, als es insbesondere Faber lieb wäre …

Tatort Nummer 1067 „Tod und Spiele“ wird am Sonntag, den 7. Oktober 2018 um 20.15 Uhr erstmals in Das Erste gezeigt. Bereits am 26. August 2018 feierte der Krimi seine Uraufführung vor Publikum: im restlos ausverkauften PSD-Bank-Freilichtkino im Westfalenpark in Dortmund.

Inhalt der Tatort-Folge „Tod und Spiele“

Am 7. Oktober 2018, wie üblich ist es ein Sonntag, findet nun endlich der zwölfte WDR-Tatort aus Dortmund seinen Einzug ins Fernsehen: „Tod und Spiele“. In den bekannten sozialen Netzwerken posteten die Krimifans vielfach ihre Enttäuschung, als die Programmleitung von Das Erste die Premiere des neuen Tatorts kurzfristig um vier Wochen verschob. Gegen ein Fußballspiel der deutschen Nationalelf (Länderspiel Deutschland vs. Peru) am 9. September 2018 zur Primetime anzutreten – nein, das würde zu viel Quote kosten.

Wie es der Zufall will, traf in der Vergangenheit ausgerechnet das Dortmunder Ermittler-Quartett Faber, Böhnisch, Dalay und (damals noch) Kossik eine Programmänderung des Öfteren. Die WDR-Tatorte „Hydra“ (Tatort-Folge 931) und „Sturm“ (Tatort-Folge 1019) wurden jeweils um Wochen, ja sogar Monate verschoben. Aus unterschiedlichen Gründen.

Einen Monat später also feiert jetzt „der Neue“ im Team Dortmund offiziell seinen Einstand: Der noch recht junge Hauptkommissar Jan Pawlak, dargestellt von Rick Okon, zieht dauerhaft in das Kommissariat ein. Bereits im vorherigen Tatort-Fall „Tollwut“ (Tatort-Folge 1046) war Pawlak in einem Undercover-Einsatz zu sehen; am Ende des Films deutete sich sein zukünftiger Teameinstieg an. Damit ist auch die Figur von Oberkommissar Daniel Kossik (Stefan Konarske) endgültig passé; dieser hatte seinen Dienst 2017 gekündigt.

Der 29-jährige Okon dürfte dem Krimipublikum noch vom Kölner Tatort „Kartenhaus“ (Tatort-Folge 977) im Gedächtnis geblieben sein. Als Krimineller spielten er und Schauspielkollegin Ruby O. Fee darin eine moderne Version der „Bonnie und Clyde“-Geschichte.


Zur Story von „Tod und Spiele“:
Ein Obdachloser macht in einer verlassenen Fabrikhalle am Rande Dortmunds eine schaurige Entdeckung. Menschliche verkohlte Knochen liegen in einer Grube, der verwendete Grillanzünder in unmittelbarer Nähe. Die Kriminalpolizei ist im WDR-Tatort „Tod und Spiele“ bald zur Stelle und untersucht den Tatort nach verwertbaren Spuren. Nicht viel hat das Feuer allerdings überstanden (Faber trocken: „Oh, da gab’s ’n Grillfest.“). In der Asche findet die Kripo jedoch den Zimmerschlüssel eines Dortmunder Hotels und damit eine erste heiße Spur. Martina Bönisch erkennt den Namen des Hotels sofort, denn hier stieg die alleinstehende Kriminalkommissarin unter falschem Namen früher regelmäßig ab, um Callboys zu empfangen. Auch Faber weiß mittlerweile davon.

Während sich die Gerichtsmedizinerin Dr. Greta Leitner die menschlichen Überreste näher anschaut, suchen Hauptkommissar Faber und seine Kollegin Bönisch das besagte Hotel auf. Sie verschaffen sich mithilfe des gefundenen Schlüssels Zutritt zum Zimmer und entdecken zu ihrer Überraschung einen kleinen verschüchterten Jungen unter dem Hotelbett. Er spricht kein Wort, ist halb verhungert, hat bloß einen Teddy und wenige Habseligkeiten bei sich. Schnell sind sich die Polizisten einig, dass der Junge osteuropäischer oder asiatischer Herkunft ein wichtiger Zeuge sein muss. War es sein Vater, der ermordet und verbrannt wurde? Was hat der Junge in diesem Zimmer mitangesehen, dass er nun so sehr verängstigt und traumatisiert ist?

Die Polizisten schmuggeln den Kleinen im Tatort „Tod und Spiele“ aus dem Hotel und bringen ihn in das Polizeipräsidium, wo sich fortan Oberkommissarin Dalay um ihn kümmern soll. Die ist alles andere als begeistert von der Idee, will sie doch lieber im Außendienst dabei helfen, den Fall aufzuklären. An ihrer Stelle ermittelt nun der neue Kollege Pawlak, der Dalay ebenso ein Dorn im Auge ist. Wenn Pawlak bleibt, heißt das schließlich, dass Kossik nie wieder zurückkehren wird.

Die Obduktion des Opfers liefert schließlich weitere Indizien zum Fall: Der Tote, Anfang dreißig und männlich, war ein Kampfsportler. Er erlitt zeitlebens zahlreiche schlecht behandelte Knochenbrüche. Eine letzte acht Zentimeter tiefe Fraktur am Schädel führte zu seinem Tod, kurz danach wurde seine Leiche verbrannt. Der Fund eines dritten Unterarmknochens am Tatort lässt außerdem vermuten, dass die Grube nicht zum ersten Mal für eine inoffizielle Feuerbestattung genutzt wurde.

Weil das Hotelzimmer auf einen russischen Namen gebucht wurde, tippen die Kommissare darauf, dass „Kleinkhan“, wie Faber den kleinen Jungen getauft hat, kein Wort von dem versteht, was die Polizei von ihm möchte. Doch selbst der bestellte Übersetzer schafft es nicht, auch nur ein Wort aus dem Kronzeugen herauszubekommen. Kurzerhand schickt Hauptkommissar Faber Bönisch mit ihrer alten Identität als Tanja Mayerfeld in das Hotel, um dort undercover zu ermitteln. Parallel lässt sich Jan Pawlak als Mitglied in ein Dortmunder Kampfsportstudio aufnehmen, das in den Fokus der Ermittlungen geraten ist.

Alle Fäden im Fall „Tod und Spiele“ scheinen bei einem Mann zusammenzulaufen: dem russischen Oligarchen Oleg Kombarow. Gastiert er zufällig in dem Hotel, in dem das Opfer übernachtete? Bönisch macht sich an Kombarow heran. Der findet Gefallen an der selbstbewussten Blondine und die beiden kommen ins Gespräch. Die Kommissarin erfährt, dass sich Kombarow bloß in der Stadt aufhält, um den BVB zu kaufen. Die Ermittlerin lächelt milde über diese Aussage – doch sehr schnell stellt sie fest, dass es der Milliardär ernst meint. Beeindruckt von seinem Charme und seinem Reichtum lässt sich Martina Bönisch auf einen Flirt mit dem Verdächtigen ein. Peter Faber warnt eindringlich davor und fürchtet um den Verlust von Bönischs beruflicher Professionalität. Oder ist es pure Eifersucht, die Faber anfeuert? Dass der therapiebedürftige Ermittler zu menschlichen Regungen fähig ist, nein, das weist der entschieden von sich …


„Tod und Spiele“ kommt als Nachfolger der Dortmunder Tatort-Krimis „Sturm“ und „Tollwut“ eine große Prise leichter daher. Waren die letzten Fälle ausgesprochen düster und schwer in Szene gesetzt, so sorgt mindestens das Geplänkel zwischen Faber und Bönisch für so manchen Lacher. Wenn sie ihn gar nicht erst zu Wort kommen lässt, beschert das Martina Bönisch etliche Sympathiepunkte. Der psychisch labile Hauptkommissar taut in Anwesenheit des jungen schweigsamen Zeugen sogar stärker auf als sonst; auch der Flirt zwischen Bönisch und dem Wirtschaftsmagnaten sorgt für lockere Momente im Film.

Dass dieses Konzept trotz der brutalen Kampfsportszenen funktioniert, erklärte die verantwortliche Regisseurin Maris Pfeiffer (siehe Kölner Tatort-Folgen 687 „Verdammt“, 708 „Brandmal“, 739 „Mit ruhiger Hand“; Polizeiruf 110 „Starke Schultern“) gegenüber dem WDR mit folgenden Worten: „Es hat zum einem sicherlich mit dem (schwarzen) Humor zu tun, den das Drehbuch hatte, zum anderen aber auch mit meinem Blick auf die Welt, der sich von dem der Kollegen unterschei¬det. Ich habe mich bewusst entschieden, dem Stoff, auch wegen der Härte der Kämpfe, eine andere Art von Tempo und Lebendigkeit und Humor entgegen zu setzen. Daraus hat sich diese andere Art von Umgang mit Kamerabewegungen und Farben entwickelt – die früheren Dortmund Tatorte waren, sowie ich mich erinnere, eher blau-grau, haben intensive Farben vermieden und waren stilisierter in der Kameraführung.“ (Quelle: Pressemappe des WDR)

Das Drehbuch zum Tatort „Tod und Spiele“ verfasste Wolfgang Stauch, ebenfalls regelmäßig tätig für den Tatort und Polizeiruf 110. Die Filmarbeiten dauerten vom 10. Oktober bis 9. November 2017 und fanden in Dortmund, Köln und Umgebung statt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Mir hat der 12. Dortmunder Tatort halbwegs gefallen, trotz und wegen einiger Ungereimtheiten (Warum kümmert sich eigentlich kein Psychologe um das Kind?). Es ist nicht die zusammengeschusterte Geschichte, die mich überzeugt hat, oder die schlechte Darstellung illegaler Kampfwetten. Vielmehr stimmen hier die feinen zwischenmenschlichen Noten: Wie Faber mit Bönisch umgeht, Dalay mit Pawlak und „Kleinkhan“, Bönisch mit Kombarow und jeweils umgekehrt. Den Schauspielern bei der Arbeit zuzuschauen hat Spaß gemacht – der Rest ist zum Vergessen.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

So soll man sich also MMA-Kämpfe vorstellen, die im Untergrund stattfinden? Ich weiß nicht so recht. Wie sich Martina Bönisch als leitende Kommissarin verhält, ist absolut unprofessionell. Das wird aber geduldet, trotz Ermahnungen durch Faber. Die Auflösung am Ende des Tatorts wirkt aufgesetzt und hat mich nicht überzeugt. Die Ansätze mit dem neuen Teammitglied sind allerdings viel versprechend, ich finde Jan Pawlak passt gut in den Tatort Dortmund. Ich bin gespannt, wie sich die Figur noch entwickelt. Hoffentlich gibt es keinen Dauerzoff mit Dalay, so etwas kann nerven. Für die neue Figur Daumen hoch, nicht aber für die Folge!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Hauptkommissarin Martina Bönisch – Anna Schudt
Hauptkommissar Jan Pawlak – Rick Okon
Oberkommissarin Nora Dalay – Aylin Tezel
Gerichtsmedizinerin Dr. Greta Leitner – Sybille J. Schedwill
russischer Wirtschaftsmagnat Oleg Kombarow – Samuel Finzi
seine russische Freundin – Jerina Beqiri
Rezeptionistin Stefanie Kogler – Victoria Mayer
Hanna Jäger vom Escort-Service – Sotiria Loucopoulos
Trainer Abuzar Zaurayev-Schmidt – Surho Sugaipov
Till Koch – Robert Gallinowski
Zeuge Mischa alias „Kleinkhan“ – Cecil Schuster
Mia Berger – Marlene Fahnster
Milos – Andreas Grusinski
Zivilpolizist – Michael-Che Koch
Übersetzer – Nick Dong-Sik
Japaner – Tatsuya Tagawa
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Maris Pfeiffer
Kamera – Eckhard Jansen
Schnitt – Simone Hugg-Hofmann
Szenenbild – Thomas Schmid
Musik – Jörg Lemberg

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