Tatort Folge 1069: KI



So 21.10. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2018
Kommissar: Batic und Leitmayr
Ort: Tatort München


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Tatort Folge 1069: KI 0 0

„Nicht schon wieder!“ Ja, doch. Erneut dreht sich ein Tatort um eine Künstliche Intelligenz (kurz KI), die Gefahren und Möglichkeiten moderner Software, die Lernprozesse durchläuft und fortlaufend an Wissen und Fähigkeiten gewinnt. Zum ersten Mal werden die alteingesessenen Krimi-Kommissare Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) und Ivo Batic (Miroslav Nemec) mit der „neuen Spezies“ konfrontiert; der Titel des 79. Falls der Münchner Urgesteine lautet schlicht „KI“.

Die Erstausstrahlung von „KI“, Tatort-Nummer 1069, ist für Sonntag, den 21. Oktober 2018 um 20.15 Uhr im Ersten Programm geplant. Mit von der Partie sind wie immer der junge Assistent „Kalli“ Hammermann und Rechtsmediziner Dr. Steinbrecher, die den zwei Hauptakteuren Batic und Leitmayr bei ihren Ermittlungen kräftig unter die Arme greifen.

Inhalt der Tatort-Folge „KI“

Im neuen Münchner Tatort wird „[…] die Künstliche Intelligenz [zur] Blackbox. Als Projektionsfläche unserer eigenen Sehnsüchte und Ängste“. Das gaben die an „KI“ beteiligten Drehbuchautoren Stefan Holtz und Florian Iwersen dem Bayerischen Rundfunk zu Protokoll. Tatsächlich wird die Künstliche Intelligenz mit dem christlichen Namen MARIA nicht als allwissendes Machtwesen dargestellt, welches ein für den Menschen bedrohliches Eigenleben zu entwickeln scheint. Die Software wird hingegen zur besten Freundin und Vertrauten eines 14-jährigen Mädchens namens Melanie. Der Teenager hat keine Freunde und fühlt sich einsam. In MARIA findet Melanie jemanden, der ihr zuhört, der für sie da ist, wenn sie Probleme und Sorgen hat. Die Software ist fähig, umfangreiche Gespräche zu führen und menschenähnlich zu reagieren.

Doch wie gelangt eine 14-Jährige an eine hochkomplexe, noch in der Entwicklung befindliche Software wie MARIA? Diese Frage gilt es zu klären, als die Hauptkommissar Ivo Batic und Franz Leitmayr auf den Fall angesetzt werden. Melanie ist eines Tages nämlich spurlos aus ihrem Elternhaus verschwunden; die beim starken Regen offen gelassene Terrassentür, die zerstörten Blumentöpfe und Gartenstühle könnten auf eine Fremdeinwirkung hindeuten.

Der Vater des Mädchens, Robert Degner, ist ein alter Bekannter des Ermittlers Batic und arbeitet beim Kommissariat 33. Er und seine Frau Brigitte leben in Scheidung, Robert hat sich mittlerweile eine neue Familie aufgebaut. Melanie, so erfährt die Kripo, leidet unter der Trennung der Eltern. Ist sie vielleicht einfach fortgelaufen? Oder war die Pubertierende mit einem Jungen verabredet und hat nicht Bescheid gegeben? Die Mutter Brigitte streitet jedenfalls ab, von einem Date oder Termin der Tochter zu wissen.

Die Künstliche Intelligenz MARIA, die die Kriminalkommissare im Tatort „KI“ auf dem Laptop des Teenies sicherstellen, wirft etliche Fragen auf. Sie erkennt Melanies Eltern über eine Gesichtserkennung und weiß über die familiäre Situation gut Bescheid – hat ihr Melanie vor ihrem Verschwinden vielleicht wertvolle Informationen anvertraut? MARIA war die letzte Instanz, die zu Melanie Kontakt hatte. Das Handy der Vermissten ist aus und es liegen keine GPS-Daten vor. Eine Hundestaffel wird auf den Weg geschickt; der stolze Suchradius von drei Quadratkilometern wartet auf die Beamten. Das Fazit am Ende des Tages: Keine Spur von Melanie Degner.

Das intelligente PC-Programm, das Melanie benutzte, führt zum Entwicklerteam des Leibniz-Rechenzentrums (LRZ) in Garching bei München. MARIA stellt sich als illegale, gehackte und weiterentwickelte Kopie des milliardenteuren Großprojektes EXMAP heraus. Der Entwicklungsleiter Bernd Fehling und seine 20-jährige wissenschaftliche Mitarbeiterin Anna Velot sind entsetzt. Wie konnte das passieren? Der Hack wurde so vertuscht, dass eine Rückverfolgung nahezu unmöglich ist. Die Tatumstände legen allerdings nahe, dass der kreative ITler aus den eigenen Reihen des LRZ kommen muss. Bei einer Personalie werden die Kriminalisten ganz besonders stutzig: Christian Wilmots. Der Mann ist ein direkter Nachbar der Degners und seit kurzem autorisierter Systemadministrator im Rechenzentrum. Ein Zufall?

Die Münchner Kriminalpolizei sucht Christian Wilmots für eine Vernehmung auf, aber der Verdächtige flüchtet und kommt dabei ums Leben. Im Keller seines Hauses entdecken Batic und Leitmayr ein Rechner-System, das jedoch durch ein von Wilmots eingebautes Sicherheitssystem nutzlos geworden ist. Schließlich kann die Kripo archiviertes Filmmaterial im Haus des IT-Experten finden, das Melanie zeigt. Das Mädchen wurde von Wilmots nach ihren Erfahrungen mit der KI MARIA befragt. Bingo! Ist der alleinstehende Mann auch Melanies Entführer – oder Mörder?

Kurz nach dem Auffinden von Melanies Handy wird deren Leiche aus der Isar gefischt. Die Tote weist eine Schädelfraktur auf, ihr Körper ist vom Aufenthalt im Wasser gezeichnet. Ob eine Sexualstraftat vorliegt, weiß der Rechtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher nicht mit Gewissheit zu sagen. Zu lange lag der Leichnam schon im Fluss, als dass eine Diagnose einfach wäre.

Die Eltern des Opfers sind außer sich. Als ein weiterer Tatverdächtiger in den Fokus der Beamten rückt, verliert Robert Degner die Nerven. Er entführt jenen Mann, ein ehemaliger Sexualstraftäter, kurzerhand. Seine Dienstwaffe nimmt der Kriminalkommissar mit. Können Batic und Leitmayr den erzürnten Familienvater rechtzeitig finden und von einer Rachetat abhalten?


Die Dreharbeiten zum Tatort „KI“ fanden zwischen dem 5. September und 6. Oktober 2017 in München und Umgebung statt. Zum ersten Mal wurde der Krimi am 9. Juni 2018 auf dem Internationalen Filmfest Emden-Norderney einem Publikum gezeigt.

„KI“ reiht sich in die Tatort-Produktionen rund um das Thema der Künstlichen Intelligenz ein. Bereits die Stuttgarter Kollegen Lannert und Bootz hatten 2016 mit „HAL“ (Tatort-Folge 991) zu kämpfen, darauf bekamen es die Bremer Kommissare Lürsen, Stedefreund und BKA-Mitarbeiterin Selb im Fall „Echolot“ (Tatort-Folge 998) mit einer hochintelligenten Software zu tun, ebenfalls Brix und Janneke in „Wendehammer“ (Tatort-Folge 1004). In „Borowski und das dunkle Netz“ (Tatort-Folge 1015) versuchten sich Milberg und Kekilli als Kieler Kommissare Borowski und Brandt in einem Cyber-Krimi. Und kürzlich erst wurde ein Roboter im Berliner Tatort-Beitrag „Tiere der Großstadt“ (Tatort-Folge 1066) als Mordinstrument missbraucht.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (38 J. | Kinoliebhaberin)

Die Münchner sind nach wie vor stark! Die Konfrontation unserer gesetzten grauen Herren Batic & Leitmayr mit der ultramodernen Hypersoftware Maria ist stellenweise zum Brüllen komisch (alternativ: Kalli und „Alaska!“) Die Bildästhetik dieses Tatorts, sein Score, die gesamte Inszenierung: Klasse gemacht.

Gerald (38 J. | IT-Nerd)

Ja ja, das Thema Künstliche Intelligenz. Das wird wohl noch für einige Tatorte herhalten müssen. Ich finde die Umsetzung hier ok, aber auch nicht mehr. Der Krimi ist am Ende tragisch und ich fand ihn recht spannend, das ist die Hauptsache. Ruhig einschalten!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Assistent Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
Kommissar Ritschy Semmler – Stefan Betz
Gerichtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher – Robert Joseph Bartl
Stimme der KI MARIA – Antja Widdra
Robert Degner – Dirk Borchardt
Brigitte Degner – Lisa Martinek
Melanie Degner – Katharina Stark
Anwalt von Simon Mehwald – Olaf Rauschenbach
Staatsanwältin Claudia Strauss – Wiebke Puls
Haftrichterin – Ilknur Boyraz
EXMAP-Programmleiter Bernd Fehling – Florian Panzner
Anna Velot, wissenschaftliche Mitarbeiterin vom LRZ – Janina Fautz
Christian Wilmots, Systemadministrator vom LRZ – Thorsten Merten
Simon Mehwald – Michael Stange
Luis Baldewein – Dustin Eliot Raschdorf
Eva Baldewein – Katrin Hansmeier
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Holtz, Florian Iwersen
Regie – Sebastian Marka
Kamera – Willy Dettmeyer
Schnitt – Sebastian Marka
Szenenbild – Jan Lasse Hartmann
Musik – Thomas Mehlhorn

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