Tatort Folge 1089: Bombengeschäft



So 31.03. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2019
Kommissar: Ballauf und Schenk
Ort: Tatort Köln


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Tatort Folge 1089: Bombengeschäft 0 0

Beinahe zynisch mutet die Ursache für den tragischen Tod von Sprengmeister Peter Krämer im Kölner Tatort „Bombengeschäft“ an: Bei der Einlagerung eines eigentlich bereits entschärften amerikanischen Blindgängers fliegt der Bombenexperte in die Luft. Die Kriminalhauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) finden allerdings schnell heraus, dass die nachträgliche Detonation künstlich herbeigeführt wurde.

Die Tatort-Episode 1089 mit dem Titel „Bombengeschäft“ bildet den gemeinsamen 75. Fall von Max und Freddy, sofern man das zweiteilige Crossover mit dem ehemaligen Leipziger Tatort-Team Eva Saalfeld und Andreas Keppler („Kinderland“ / „Ihr Kinderlein kommet“) aus dem Jahr 2012 den Kölnern zurechnet.

„Bombengeschäft“ wird am Sonntag, den 31. März 2019 um 20.15 Uhr im Ersten erstausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Bombengeschäft“

Unter den Häusern, Straßen und Plätzen Kölns liegen besonders viele Fliegerbomben aus dem Zweiten Weltkrieg – und einige von ihnen sind bis heute scharf. Insgesamt wurde Köln laut dem Stadt-Anzeiger 262 Mal aus der Luft bombardiert, kaum eine andere deutsche Stadt traf es schlimmer. Schätzungen zufolge sind zwanzig Prozent dieser abgeworfenen Fliegerbomben damals nicht detoniert, die genaue Zahl kennt jedoch niemand.

Die Sprengstoffexperten des Kampfmittelbeseitungsdienstes Rheinland der Bezirksregierung Düsseldorf werden pro Jahr etwa eintausend Mal zum Fundort eines Kampfmittels gerufen. Allein in Köln gibt es im Schnitt zwanzig Bombenalarme im Jahr.

Wer in Köln also bauen möchte, muss zunächst einen Nachweis darüber vorlegen, dass das Grundstück frei von Kampfmitteln ist, um keine Menschenleben zu gefährden. Zeigen die in und nach Kriegszeiten gemachten Luftaufnahmen Hinweise auf Blindgänger, werden diese ausgegraben und entschärft respektive gezielt zur Explosion gebracht. Die historischen Bilddokumente werden unter Verschluss gehalten, um Missbrauch vorzubeugen.


Der Fall im Tatort:
Peter Krämer und Katharina Vostell turteln an einer Kölner Baugrube, lächeln sich an. Die zwei Sprengmeister vom Kampfmittelräumdienst haben soeben eine fünf Zentner schwere M57 entschärft: eine amerikanische Fliegerbombe mit ungeheurer Detonationskraft. In der Dienststelle angekommen, kümmert sich Krämer im Alleingang um die Unterbringung der Bombe. Er fährt mit dem Transportwagen zu einem nahegelegenen Bunker, in dem die unschädlich gemachten Kampfmittel gelagert werden. Vostell und ihr Vorgesetzter Maiwald unterhalten sich derweil im Büro – da ertönt eine gewaltige Explosion. „Peter!“, ruft die erschrockene Katharina noch.

Von Peter Krämer ist nicht viel übrig, räumt der von der Polizei herbestellte Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth gleich ein, als die Kommissare Ballauf und Schenk am Bunker eintreffen: „Als wäre die Person nie dagewesen.“ – Doch, da ist etwas! Ein Mitarbeiter der Spurensicherung macht sich bemerkbar. Der halb verkohlte Teil des Unterkiefers von Krämer liegt unter Trümmern begraben. Das im Tatort „Bombengeschäft“ einzig verbliebene Knochenstück vom Körper des Toten wird Roth in einer kleinen Plastiktüte zur Obduktion übergeben.

Der Dienststellenleiter Maiwald, der am Ort des Geschehens von den Kriminalbeamten befragt wird, ist fassungslos. Er verstehe das alles nicht. Der Sprengkörper habe keinen zweiten Zünder besessen, und eine chemische Kettenreaktion sei extrem unwahrscheinlich. Wie die Bombe dennoch hoch gehen konnte, ist dem Sprengstoffexperten Maiwald unbegreiflich. Krämer sei sein bester Mann gewesen. Auch die übrigen Mitarbeiter des Teams zeigen sich betroffen vom Tod ihres Kollegen; insbesondere Katharina Vostell ist vollkommen aufgelöst.

Ein Unfall? Selbstmord oder sogar Mord? Zunächst sind die Umstände rund um Krämers Tod undurchsichtig. Schnell können die Kommissare Max Ballauf und Freddy Schenk jedoch einen Suizid ausschließen, denn Dr. Roth findet kleinste Metallsplitter einer modernen Handgranate in dem sichergestellten Kieferknochen. Die Granaten gehören zum Bunkerbestand, zu dem jeder Angehörige der Dienststelle Zugang hat. Ein Unfall wird damit immer unwahrscheinlicher und die Beamten gehen schließlich von einem Mord im Fall „Bombengeschäft“ aus.

Zum Täterkreis gehören vorrangig die Arbeitskollegen des Opfers. Aber auch die Ehefrau, die gebürtig aus Bosnien stammende Alena Krämer, macht sich verdächtig. Zwar beschreibt die gegenüber Ballauf und Schenk ihre Ehe als glücklich und das Paar stand tatsächlich kurz davor, sich ein begehrtes Haus in dem neuen Kölner Wohnviertel „Flora Quartier“ zu kaufen, doch das Umfeld weiß anderes zu berichten. Die Ehe sei zerrüttet gewesen und Krämer habe eine Affäre mit seiner jüngeren Kollegin Katharina geführt. Die mit einer hohen Summe abgeschlossene Lebensversicherung des nun verstorbenen Ehemannes belastet die Witwe schwer.

Seltsam ist auch das Auftauchen von Alexander Haug, dem Ex-Kollegen des Opfers, wenigen Stunden vor der tragischen Bombenexplosion. Haug, der durch Krämers Schuld bei einem Einsatz in Bosnien schwer verwundet wurde und seitdem im Rollstuhl sitzt, wollte Peter dringend sprechen – warum? Kommt er als Mörder in Frage? Der Mann, dessen linke Gliedmaßen fehlen, führt eine intensive Freundschaft mit Alena und nimmt sie fürsorgend bei sich zuhause auf, nachdem diese von einem maskierten Mann in der Nacht überfallen und niedergeschlagen wurde.

Ebenfalls auf der Liste der Verdächtigen steht Joachim Maiwald, der Sohn und Mitarbeiter des Dienststellenleiters. Der sollte eigentlich den tödlich endenden Einsatz von Peter Krämer übernehmen, tauschte aber kurzfristig die Schicht. Es stellt sich heraus, dass Maiwald junior lieber seine Spielsucht am Automaten befriedigen wollte – in einer Spielhölle, die dem ehemaligen Straftäter Sascha Feichdinger gehört. Auch der ist offenbar in den Fall Krämer verwickelt. Max Ballauf, Freddy Schenk und ihr Assistent Jütte versuchen mit aller Kraft, das verwirrende Beziehungsgeflecht im WDR-Tatort „Bombengeschäft“ zu entknoten, um dem Täter endlich auf die Spur zu kommen.


Die Dreharbeiten zum Tatort-Krimi „Bombengeschäft“ fanden bereits vor eineinhalb Jahren, im Zeitraum vom 24. Oktober bis 24. November 2017, in Köln und Umgebung statt.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Schnarch. Selten habe ich mich nach einem Beitrag unserer Kölner Tatort-Urgesteine Maxi & Freddy dermaßen müde und erschöpft gefühlt. Nervenaufreibende Spannung? Schön wär’s. Ausgefallene Figurenzeichnung? Fehlanzeige. Logisch nachvollziehbare Handlung(en)? Denkste. Von mir gibt es nur ein einziges kleines, enttäuschtes Sternchen für diesen seichten Fall des WDR.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Ich vermisse die Currywurst allmählich. Dieser Tatort aus Köln ist mittelmäßig und sicher nicht die Glanzleistung der Kommissare. Da gab es bessere Fälle in der Vergangenheit. Trotzdem weiß man, was man bei Ballauf und Schenk bekommt, und das ist immer noch solide Krimikost. Kann man gucken und gleichzeitig das Wohnzimmer aufräumen, ohne was zu verpassen.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Assistent Norbert Jütte – Roland Riebeling
Rechtsmediziner Dr. Joseph Roth – Joe Bausch
Alexander Haug – Sascha Alexander Geršak
Peter Krämer – Beat Marti
seine Ehefrau Alena Krämer – Alessija Lause
Sprengmeisterin Katharina Vostell – Isabel Thierauch
Joachim Maiwald – Adrian Topol
sein Vater, der Dienststellenleiter Maiwald senior – Ralph Herforth
Sascha Feichdinger – Thomas Darchinger
seine Ehefrau Camille Feichdinger – Nele Kiper
Immobilienverkäufer Raimond Gebel – Marco Hofschneider
Dr. Elena Lange – Katrine Eichberger
KTUlerin – Astrid Leberti
Baggerfürer – Ralf Drexler
Trainerin – Noura Klein
Beamter – Raphael Grosch
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Thomas Stiller nach einer Idee von Frank Koopmann und Roland Heep
Regie – Thomas Stiller
Kamera – Marc Liesendahl
Schnitt – Vessela Martschewski
Szenenbild – Myriande Heller
Musik – Fabian Römer

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