Tatort Folge 1095: Anne und der Tod



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Erinnern Sie sich an den Mann, der log (Tatort-Folge 1071)? Die Stuttgarter Hauptkommissare Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) hatten in dem Fall von 2018 alle Mühe, den Hauptverdächtigen zu überführen; erzählt wurde die Kriminalgeschichte aus der Sicht des mutmaßlichen Mörders.

Jetzt, im darauffolgenden SWR-Tatort „Anne und der Tod“ steht die Tatverdächtige wiederum sehr bald fest – doch nachweisen kann ihr die Kripo ihre Schuld nicht. Wie gelingt es dem Ermittlerduo, die Krankenpflegerin Anne in die Enge zu treiben?

Die Tatort-Episode 1095 „Anne und der Tod“, die einer filmisch clever inszenierten Collage gleicht, feiert am Sonntag, den 19. Mai 2019 um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD ihre TV-Premiere. Bei der 24. Filmschau Baden-Württemberg erhielt der Krimi 2018 in der Kategorie „Bester Spielfilm“ den Baden-Württembergischen Filmpreis.

Inhalt der Tatort-Folge „Anne und der Tod“

Nach dem Cyber-Tatort „HAL“ (Tatort-Folge 991) aus dem Jahr 2016, angelegt als Hommage an Stanley Kubricks 1968 geschaffenen Meilenstein des Sci-fi-Films („2001: Odyssee im Weltraum“), gab es einen ellenlangen „Stau“ (Tatort-Folge 1027) auf Stuttgarts langer Panoramastraße, der Neuen Weinsteige. In einer der darin festsitzenden Kraftfahrzeuge saß der mutmaßliche Mörder eines 14-jährigen Mädchens; das aufwendig produzierte Kammerspiel wurde für den Grimme-Preis 2018 nominiert. Es folgten „Der rote Schatten“ (Tatort-Folge 1031), ein anspruchsvoller Politkrimi mit Bezügen zum Deutschen Herbst und der historischen „Todesnacht von Stammheim“, und „Der Mann, der lügt“ (Tatort-Folge 1071), ebenfalls für den Grimme-Preis ausgeschrieben. Zusammengefasst: Der SWR liefert mittlerweile Tatorte mit qualitativ herausragender, dichter erzählerischer Atmosphäre ab. Das Team aus Stuttgart hat seine Nische innerhalb der Tatort-Reihe längst gefunden und brilliert seit Jahren mit konstant guten und/oder außergewöhnlich inszenierten Beiträgen. Die Quoten lagen bei den letzten Fällen bei über neun Millionen Zuschauern am Abend der Erstausstrahlung im Ersten.

Lannert und Bootz‘ neuester Fall „Anne und der Tod“ fügt sich nahtlos in die stilistisch mutig umgesetzte Erfolgsreihe ein. Auf elegante Weise werden Szenen aus dem Jetzt mit solchen aus der Vergangenheit miteinander verknüpft, um ein dramaturgisches Ganzes zu bilden. Wolfgang Strauch schrieb das Drehbuch, Jens Wischnewski führte Regie. Die Jury der Filmschau Baden-Württemberg lobte die Arbeit von Autor und Filmcrew: „Nicht nur, weil Regisseur Jens Wischnewski mit großer Sensibilität seine exzellente Hauptdarstellerin Katharina Marie Schubert durch ein Sujet führt, in dem es zahlreiche Klischee‐Fallen zu umschiffen gilt. Sondern auch, weil der durchweg packende Film es wagt, die Ambivalenz der Themen Missbrauch, Angst vor sozialem Abstieg und Pflegenotstand auszuhalten ohne sie in eine Krimi‐taugliche eindeutige Auflösung zu überführen.”

Auch wenn das Thema der Pflegebedürftigkeit im Alter ein ernstes ist, so gelingt es diesem Tatort doch, dem Publikum das ein oder andere Lächeln abzugewinnen: Etwa dann, wenn die zwei Kommissare über ihre Erfahrungen beim Urologen sinnieren (Lannert zu Bootz: „Ich komm‘ langsam in das Alter, wo regelmäßiger Stuhlgang eine Gnade sein kann.“).


Hätten die Kriminalbeamten Lannert und Bootz den Tod des bettlägerigen ehemaligen Hotelbesitzers Paul Fuchs eingehender untersuchen sollen? Die Diagnose der Hausärztin lautete Herzstillstand. Jetzt, beim Tod eines weiteren Schutzbefohlenen der Altenpflegerin Anne Werner, werden die Fahnder hellhörig. Der an den Rollstuhl gefesselte Senior Christian Hinderer ist die Treppe in seiner Wohnung hinabgestürzt und mit einer Schädelbasisfraktur auf dem Parkett aufgeschlagen. Die schwierige Witwe Gundula, von ihrem Umfeld „Godzilla“ geschimpft, verdächtigt bei einem ersten Gespräch mit Thorsten Lannert und Sebastian Bootz die Pflegerin des Mordes – die wiederum gibt im Kommissariat zu Protokoll, der Drache selbst habe die Tat begangen und den wehrlosen Mann die Treppe hinuntergeschubst. Sie habe Christian über Jahre in der oberen Etage wie ein Tier gefangen gehalten, sein sauer verdientes Geld verprasst und sich ein schönes Leben bereitet.

Wem soll die Kripo Glauben schenken? Die Schilderungen der alleinerziehenden Altenpflegerin scheinen schlüssig. Die Frau wirkt empathisch und scheint ein echtes persönliches Interesse an dem Wohlergehen ihrer Kunden zu haben. Annes Chefin, die Leiterin des Pflegedienstes „Elvira“, weiß nur Gutes über ihre ehrliche, engagierte, immer korrekt handelnde und stets freundliche Mitarbeiterin zu berichten.

Erst, als die Akte des bislang ungeklärten Todes eines weiteren pflegebedürftigen Senioren aufgrund neuer Indizien zum zweiten Mal auf dem Schreibtisch der Kommissare landet, werden Lannert und Bootz stutzig: Anne kümmerte sich auch um jenen Mann, den schwer kranken und an das Bett gefesselten Hotelbesitzer Paul Fuchs. Der unsympathische, herrische Mann litt unter den Folgen eines Schlaganfalls und war teilweise gelähmt. Sind die zweifelhaften Tode und die Verwicklungen Werners darin nichts weiter als ein Zufall?

Die Tatverdächtige Anne Werner macht einen ruhigen Eindruck und beteuert bei ihrer Vernehmung im Präsidium nachdrücklich, es handele sich alles um ein „riesengroßes Missverständnis“. Wie die neuesten rechtsmedizinischen Erkenntnisse allerdings belegen, fehlt ein lebenswichtiger Medikamentenwirkstoff in Fuchs‘ Blut: Über Wochen hinweg unterblieb die Einnahme einer bestimmten Tablette. Die Verantwortung für die medikamentöse Überwachung oblag ausgerechnet – Anne Werner. Doch was, wenn der frustrierte Patriarch seine Medikamente von seiner Pflegerin zwar erhielt, aber heimlich nicht schluckte, um schleichend Selbstmord zu begehen? Hauptkommissar Thorsten Lannert bedauert, bei den Ermittlungen im ersten Todesfall nicht näher hingeschaut zu haben. Vielleicht wäre Christian Hinderer noch am Leben, sofern sich Anne tatsächlich als ein „Todesengel“ herausstellt …


Der bei den Dreharbeiten genutzte Arbeitstitel „Schande“ zeigt deutlicher die Möglichkeit an, dass die Hintergründe für die Tode der pflegebedürftigen Herren andere sind, als zunächst vermutet (Stichwort: Eieruhr!). Der 1095. Tatort, der später den Folgentitel „Anne und der Tod“ erhalten sollte, wurde im Zeitraum vom 9. Februar bis 8. März 2018 in Stuttgart und Umgebung gefilmt. Am 7. Dezember 2018 bereits fand die Premiere vor Publikum statt: im Stuttgarter Metropolkino.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Wer „Der Mann, der lügt“ mochte, wird auch den neuen SWR-Tatort „Anne und der Tod“ schätzen. Katharina Marie Schubert entpuppt sich als brillante Besetzung jener titelgebenen undurchschaubaren Krankenpflegerin Anne; Müller und Klare spielen gewohnt souverän die ermittelnden Kommissare, die mehr ahnen als sie beweisen können. Starke Dialoge, tolle Bildschnitte, kurz: Von mir gibt es die Note 2 + inkl. Fleißsternchen für die Stuttgarter Crew!

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Im Tatort („Im toten Winkel“) oder Polizeiruf („Nachtdienst“) kam das Thema um den Pflegenotstand ja schon öfter auf den Tisch. Es wundert also nicht, dass es dieses Mal eine Geschichte um einen vermutlichen „Todesengel“ gibt. Die Missstände sind in „Anne und der Tod“ spürbar, aber nicht zu dick aufgetragen. Ich hätte es interessanter gefunden, hätten ältere Kommissare wie Ballauf / Schenk oder Batic / Leitmayr den Fall bekommen, um dann ihren Umgang mit dem Thema zu sehen. Insgesamt eine Einschaltempfehlung, weil der Tatort nachdenklich macht.

Musik im Tatort

Billy Idol – “White Wedding”
Klaus Lage – “Tausend und eine Nacht“
Münchner Freiheit – „Ohne dich“
Heinz Rudolf Kunze – „Dein ist ein ganzes Herz“
Die Ärzte – „Westerland“
N-Sync – „Bye Bye Bye”
SXTN – “Partyopfer”
SXTN – “Von Party zu Party“
Robyn – „Dancing on My Own”
Backstreet Boys – “Everybody”
Alphaville – “Forever Young”
Nina Simone – “I Wish I Knew How It Would Feel To Be Free”
Elvis Presley – “Hawaiian Wedding Song”
The Brandalls – “One Tangerine”
The Brandalls – “In the Line of Fashion”
The Brandalls – “Jesus Took a Rain Check”
The Brandalls – “My Reality”
The Brandalls – “Human Time”
The Brandalls – “Solid Rain”

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Staatsanwältin Emilia Álvarez – Carolina Vera
Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt – Jürgen Hartmann
Altenpflegerin Anne Werner – Katharina Marie Schubert
Werners Sohn Julian – Jean-Luc Caputo
Leiterin des Pflegedienstes „Elvira“ – Lina Wendel
Patient Paul Fuchs – Harry Täschner
Pauls Sohn Joachim Fuchs – Felix Eitner
seine Ehefrau Svenja Fuchs – Julischka Eichel
Hausärztin Dr. Maxi Scheller – Julia Schäfle
Patient Christian Hinderer – Christoph Bantzer
seine Ehefrau Gundula „Godzilla“ Hinderer – Marie Anne Fliegel
Patient – Hans Peter Hallwachs
Patient Joseph Werner – Rüdiger Kuhlbrodt
Patient Eberhard Rees, potentielles 3. Opfer – Falk Rockstroh
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Wolfgang Stauch
Regie – Jens Wischnewski
Kamera – Stefan Sommer
Szenenbild – Jurek Kuttner
Schnitt – Barbara Brückner
Ton – Peter Tielker
Musik – Peter Thomas Gromer

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Stuttgart


55 Meinungen zum Tatort Folge 1095: Anne und der Tod

  • Egon • am 19.5.19 um 21:08 Uhr

    Tatort aus Stuttgart für mich seit langem ein Grund zum Abschalten. Langatmig, verworren und pseudo-intellektuell.


  • Kalle • am 19.5.19 um 21:19 Uhr

    War sie es denn jetzt?


  • M K • am 19.5.19 um 21:26 Uhr

    Dialoge. Leider Scheisse doof.


  • Gerhard • am 19.5.19 um 21:38 Uhr

    Seit Boots keine Eheprobleme mehr hat und Lannert keine Probleme mit Boots, werden sie richtig lästig!


  • Michael • am 19.5.19 um 21:44 Uhr

    Wieder einer der inzwischen häufigen Tatorte wo man den Täter zu Beginn gezeigt bekommt.
    Scheint modern zu sein, ist aber äußerst langweilig.

    Zum Inhalt: Sehr langatmig, unzählige Gespräche und dann noch mehr Gespräche und dann noch mehr…


  • Gerhard • am 19.5.19 um 21:47 Uhr

    Hab vergessen die 4 Sterne wegzudrücken


  • Ebi • am 19.5.19 um 21:48 Uhr

    Absoluter Schwachsinn, mangels Alternativen beim Zappen eingeschlafen.
    Vielleicht habe ich daher das Ende nicht verstanden.


  • Karin L. • am 19.5.19 um 21:50 Uhr

    Ein preisgekrönter Film.

    Ist irgendwie ein Dejavu zum ESC gestern, die Kritiker geben ein paar Punkte, das Publikum 0 für den deutschen Beitrag.
    Ähnlich ging es mir hier.
    Mein Mann ist schon ins Bett gegangen.
    Ich habe bis zum Ende durchgehalten, um noch hier zu posten.

    Mehr als langweilig und einschläfernd.
    Tatort wird immer mehr zum Abgewöhnen.

    Man hofft Sonntag auf Sonntag, wird aber immer öfter enttäuscht.


  • Supi • am 19.5.19 um 21:51 Uhr

    Wieder ein klasse Tatort aus Stuttgart.
    HERAUSRAGENDE Schauspieler*innen. Allesamt.
    Themenkomplex schauderhaft.


  • stones • am 19.5.19 um 21:51 Uhr

    Volle 5 Sterne!
    Dieser Tatort zeigt den ganzen Wahnsinn den Pflegekräfte und Rettungsdienste ausgesetzt sind.
    Die Krankenkassen zahlen; den Rest müssen die Anderen machen.
    Ich schreibe das hier aus eigener Erfahrung…..


  • Buber • am 19.5.19 um 21:53 Uhr

    Gar nicht so schlecht. Sehr realistisch gehalten, gute Inszenierung, alles in einem: Rundum gelungen!


  • Horst●H. • am 19.5.19 um 21:53 Uhr

    Super ! ! ! Das war einer der besten Tatorte, ever.
    Fantastische Schauspieler( Annas Sohn mal ausgenommen,den fand ich grottenschlecht) , tolle Schnitte mit den Rückblenden, Spannung bis zum Schluss …. und das Ende absolut beklemmend. Vor lauter Scham, lieber Mörderin als Prostituierte….
    vielen Dank Stuttgart, Daumen hoch!


  • 42 • am 19.5.19 um 21:54 Uhr

    Spannend.
    Vor allem weil das Motiv alles andere als klar war, oder?

    Ich fand den Tatort gut aufgebaut…manchmal ist der Weg zur Lösung des Falles eben auch langwierig und erste Einschätzungen könnten sich auch als falsch erweisen…


  • Hardy Möller • am 19.5.19 um 21:54 Uhr

    DER ABSOLUTE MÜLL
    DIE ERMITTLER GUTE NACHT DEUTSCHLAND
    NIE NIE NIE WIEDER STUTTGARD
    KAMMERSPIEL ( TRAUERSPIEL ) FÜR DREI PERSONEN


  • Laura • am 19.5.19 um 21:55 Uhr

    Ich weiß gar nicht was ich sagen soll – ohne Worte , das will doch keiner sehen – langweilig, langatmig, grausig , entschuldigung aber diese alten S…. die sich einen runterholen das will kein Mensch sehen , lieber Richy Müller ich bin echt ein Fan von ihnen bzw. war ich bis jetzt , das habe Sie doch nicht nötig – absolut enttäuschend


  • markus • am 19.5.19 um 21:57 Uhr

    Langweilig , einschläfernd, ein Tatort zum abgewöhnen , widerlich !!!!!


  • Hanz W. • am 19.5.19 um 22:00 Uhr

    Sehr gut gemachter Tatort. Riskant in der Konstruktion, da Täter von Anfang an bekannt, eher statisch mit vielen Verhörszenen und in diesem Sinne kaum Handlung, aber in diesem Falle ist das Konzept voll aufgegangen. Das lag wohl daran, dass die Figuren und Situationen komplex und differenziert angelegt waren, tatsächlich wurden Klischeefallen weitestgehend vermieden und so war von den Hauptfiguren jeder in irgendeiner Form und Schattierung Opfer und Täter zugleich. Die Kommissare an ihren Grenzen, um die Wahrheit wohl wissend, aber machtlos, solange die Haupttäterin, die, wie gesagt, ja auch Opfer war, unter keinen Umständen gegen ihr Selbstbild aussagen wollte. „Mitleid“ klingt halt besser als „Prostitution“, selbst wenn darauf lebenslänglich steht. Schauspielerisch durchweg hervorragend gelöst, insbesondere natürlich von Katharina Marie Schubert. Für mich der vielleicht beste Stuttgarter bisher, 4 Sterne plus.


  • Sylke van Riesen • am 19.5.19 um 22:02 Uhr

    Kaum zu glauben was hier grad gezeigt wurde. Pflegekräfte als Kleptomanen, Prostituierte und Mörder darzustellen. Die Pflege hat große Nachwuchssorgen und ich glaube nicht das es junge Menschen motiviert diesen Beruf zu ergreifen, wenn sich eine onanierender Pflegefall auf dem Bildschirm zeigt. Als öffentlich rechtlicher Fernsehsender komplett versagt.


  • Daniel • am 19.5.19 um 22:24 Uhr

    Eigentlich bin ich ein sehr grosser Stuttgart Tatort Freund, ein super tolles Ermittler Team!
    Heute war es aber schlecht,man wartet geschlagene 90 Minuten auf das Motiv!
    Der Stuttgart Tatort lebte bisher auch vom Privatleben der Kommissare welches sie menschlicher machte und was heute ganz fehlte,schade!
    Macht den nächsten Tatort bitte wieder besser und vor allem spannender!


  • Schmuel • am 19.5.19 um 22:35 Uhr

    Liebe Karin L,
    ihr Mann ging schon ins Bett, doch sie hielten durch um hier noch zu posten; vielleicht sollten Sie anstelle des ewigen Hoffens einmal Ihre Prioritäten überdenken.
    ;)


  • Realist62 • am 19.5.19 um 22:36 Uhr

    Unabhängig von Kritiker-Meinungen und Einschalt-Empfehlungen fand ich diesen TO des Teams Bootz und Lannert einmal mehr hervorragend. Die Folge hatte absolute Kammerspielqiualitäten!
    Ohne privaten Neben-Krampf der Ermittler wurde hier eine stringent verfolgte Untersuchung geschildert, die viele interessante Perspektiv-Wechsel auf eine souveräne Art präsentiert hat.
    Mit einer überzeugenden Unnachgiebigkeit und zugleich Menschlichkeit verfolgen die Ermittler ein Ziel, das einer vielschichtigen Realität gerecht zu werden versucht, ohne daß die Geschichte dadurch überfrachtet wird oder in Klischees abdriftet. (Angenehm, daß hier weder unnötig die Story verklausuliert wird, um uns eine Pseudo-Komplexität vorzugaukeln! Auch hat dieses Drehbuch es nicht nötig, uns mit den oft unvermeidlich scheinenden zickig-pampigen Ermittlerinnen, die aussehen wie Teenager, zu drangsalieren. Mit kommt der Satz in den Sinn „Es könnte doch so einfach sein!“… nämlich ein gutes, souveränes Drehbuch zu schreiben, das auf besondere Art – quasi unspektakulär – enorme Spannung aus psycholgischen Feinheit aufzubauen schafft. Besonders hervorzuheben ist hier K.M. Schubert, die außerordentlich überzeugt hat.
    Ich gebe 4 Sterne, – der Fehl-Stern ist der leider tatort-üblichen (auch hier teils schlechten) Akustik geschuldet.


  • Realist62 • am 19.5.19 um 22:55 Uhr

    @Laura, – [ohne Worte]…[das will doch keiner sehen] – wirklich? Aber vielleicht liegt ja genau da ein Grundproblem in unserer Gesellschaft…
    [diese alten S….] sehe ich mir lieber an, – wohlgemerkt im richtigen Kontext (!) – als irgendwelche Phantasie-Konstrukte oder womöglich Herzkino. (Lies mal meinen nick).
    Nix für ungut…
    ;o)


  • Attila • am 19.5.19 um 23:13 Uhr

    Es war in relativ kurzer Zeit der zweite Suttgart-Tatort, oder, anders gesagt, der zweite in Folge, wo nicht die Ermittlung, sondern die Persönlichkeit des Verdächtigen in der Mitte steht. Im „Der Mann der lügt“ war er unschuldig, in der heutigen Folge nicht, doch ein kaltblütiger Mörderer ist auch die Anne nicht. Es sehr gut konstruiertes Buch, gute Schauspielerin, und ja, wichtige gesellschaftliche Probleme (nich nur eines), ein prima Tatort.
    Und es ist auch nicht schlecht, zu sehen, dass die Arbeit der Ermittler auch nicht sehr einfach ist, dass sie auch oft Zweifel haben, oder sogar Fehlentscheidungen haben.

    Doch auch die, die meinen, es wäre schon schön, wieder eine Folge zu sehen, in der der Täter nicht vom Anfang an bekannt ist, haben recht. Vielleicht das nächste mal…


  • Der Fremde • am 19.5.19 um 23:17 Uhr

    Die Altenpflegerin wird durch Katherina M. Schubert überzeugend dargestellt. Abgesehen davon war die langwierige Darstellung von deren Befragung durch die Kommissare allerdings mühsam und die TO-Folge somit für den Zuseher überwiegend langweilig. Da die Kommissare keinerlei Beweise als Grundlage für ihre Befragung hatten (sondern bloß Mutmaßungen) und sie weiters ihre Zusagen an die Heimhilfe hins. Beendigung der Befragung mehrfach nicht einhielten, wünschte ich mir, dass diese endlich ihre freiwillige Kooperation einstellt und Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Kommissare wegen deren unprofessionellen Verhaltens erhebt. Falls sie selbst nicht ausreichend rechtskundig war, hätte sie doch lieber einen Anwalt (oder auch kostenlose Verfahrenshilfe) nehmen sollen.


  • Mr. Marple • am 19.5.19 um 23:24 Uhr

    Wegen einmaliger Nichteinnahme eines Antiarhythmikums sofort gestorben?

    Das ist mehr als hanebüchen!

    Mein ehemaliger Berufsstand wird hier außerdem insgesamt sehr klischeebeladen dargestellt…

    Die überhebliche Arroganz der Ermittelnden tut mir körperlich weh.


  • AndiFisch • am 19.5.19 um 23:58 Uhr

    Vielen Dank für diesen spannenden und erkenntnisreichen Tatort. Endlich wird mal ein einigermassen realistisches Bild von Ermittlungen gegen Angehörige der Unterschicht vermittelt.
    Andere Optionen als die Täterschaft der Pflegekraft kommen für die Ermittler im Anbetracht von Opfern aus Mittel und Oberschicht nicht in Frage. Der Porsche des Ermittlers vermittelt hier zusätzlich, in wessen Dienst Polizeiarbeit vorwiegend ausgeführt wird und wem sich der Kommissar zugehörig und verpflichtet fühlt oder fühlen möchte.
    Diese Darstellung entspricht ja auch den vielfachen Erfahrungen von Deutschen mit Migrationshintergrund und/oder Bewohnern sogenannter Problemviertel im realen Leben.
    Ich würde mir wünschen, dass es diese Art der Darstellung des Öfteren gibt


  • Tanja Stern • am 20.5.19 um 0:20 Uhr

    Ein gut gemachter und spannender Film, aber vom Inhalt her mehr als fragwürdig. Die Altenpflegerin wird dreier Morde verdächtigt. In zwei Fällen ist sie unschuldig, im dritten so überzeugend entschuldigt, dass man ihr dringend wünscht, sie möge davonkommen, was ja in Anbetracht der fehlenden Beweise auch rechtlich okay gewesen wäre. Man sieht ungern, wie sie mit übelsten Methoden und unter der Androhung, ihre Existenz zu vernichten, von den Ermittlern zur Strecke gebracht und in ein falsches Geständnis getrieben wird. Das alles ist in dem Film zwar problematisiert, genauso wie die schreckliche Situation in der Altenpflege. Doch der Grundsatz, dass ein Täter in jedem Fall und mit allen Mitteln überführt und bestraft werden muss, wird ebenso wenig in Frage gestellt wie die üblen Stasi-Methoden der Ermittler.


  • Stephan 1965 • am 20.5.19 um 9:14 Uhr

    Wenn ich sowas schauen will, geh ich auf Arte oder BibelTV.

    Das ist doch kein Tatort mehr. Seit Jahren erkennen Kritiker tiefes Aufarbeiten der Sozialen Misstände und gesellschaftskritische Dialoge, Kulissen, Hintergründe.

    Einfach langweilig – für einen „Tatort“.

    Und wenn die ermittelnden Beamten wie so oft auch persönlich/familiär tief in den Fall hereingezogen werden…und sich gleich in der ersten Minute gereizt und ungeduldig gegenseitig im „Sie“ anferzen…nein, das ist alles Schrott.

    Tatort verstehe ich als Krimi, Mord und Totschlag und ein Schimanski der aufräumt oder ein Derrick, der im Team seriös mit Kopf und Plan gegen den gewievten Schwerverbrecher gewinnt.

    Ich bin echt sowas von gelangweilt und verstehe meine Hoffnung nicht, jeden Sonntag wieder….was wir da bezahlen, da müsste man die Gebühren zurückverlangen.


  • Wolfgang • am 20.5.19 um 9:47 Uhr

    Eigentlich bin ich Krimimuffel, aber gestern konnte ich nicht weggucken.
    Die verschiedenen Perspektiven der Protagonisten zum Thema, der Belastungseifer der empathielosen Ermittler und die zuweilen ironische Distanz, die den Spannungsbogen nie abreißen ließen,
    rasche Schnitte während des Erzählens, unterstützt durch eine super Kameradramaturgie, vertieften Motive Be- und Unbeteiligter.
    Großartig, wie die Figur der Anna gespielt wurde mit ihren so widersprüchlichen Motiven und Lösungsversuchen, ihr Leben zu steuern und trotzdem nicht das Lächeln verlernt hat.
    Ein Showdown ohne quietschende Reifen und Schießereien, eine Täterin, mit der man mitempfinden kann (nicht muss).
    Vielleicht nicht jedermanns Vorstellung von Krimi.


  • stones • am 20.5.19 um 10:38 Uhr

    Guten Morgen,
    für manche Zuschauer scheint des gestrige Tatort langweilig gewesen zu sein.
    Aber das Thema dieses Tatortes hat mich, wie ich es in meinem kurzen und vielleicht etwas drastischen Kommentar gestern Abend versucht hatte darzustellen, sehr bewegt.
    Wer genau hingehört hat konnte an den Kommentaren der Pflegedienstleiterin verfolgen in welcher Misere die sozialen (Pflege)Dienste stehen.
    Den Wenigsten interessiert es unter welchen Zeitdruck seine Angehörigen gepflegt werden. Hauptsache sie werden überhaupt gepflegt. Das hat die Anna und die PDL immer wieder betont.
    Den Zeitdruck diktieren Mitarbeiter der Pflegekassen am Schreibtisch die, wenn überhaupt , entfernt mal was von Pflege gehört bzw. gesehen haben.
    Vom zu pflegenden Klientel mal absehen wie in diesem Tatort der dicke alte Mann in der völlig verwahrlosten Wohnung

    Und auch pflegebedürftige Männer haben noch Bedürfnisse!


  • claudia • am 20.5.19 um 11:10 Uhr

    Vielen Dank. Sehr vielschichtig, aufwühlend und lässt mich nachdenklich zurück. Lieber Mörderin als Prostituierte, besser als Horst H. kann man es nicht zusammenfassen.


  • jokus • am 20.5.19 um 11:43 Uhr

    Ja, die schauspielerischen Leistungen waren überwiegend sehr eindrucksvoll, die Thematik eindringlich dargestellt!
    Aber ein Trost bleibt:
    Aufgrund der vielen – an anderer Stelle auch schon angesprochenen – Böcke, die die ermittelnden Polizisten geschossen haben,
    wird die gute Frau vermutlich um eine Verurteilung herumkommen.
    Denn spätestens, wenn ihr Fall zur Anklage kommt, wird sie wohl einen Anwalt an ihrer Seite haben.
    Sobald der dann die ganzen Verfahrensfehler etc. bei den ‚Befragungen‘ offenlegt… :)


  • Markus • am 20.5.19 um 11:51 Uhr

    Werte Mit-Zuschauer,
    bevor ich den Tatort bewerten kann, würde ich viel darum geben, ihn zunächst einmal zu verstehen.
    Die Kommissare sprechen von „Todes Engel“ und unterstellen einen Serienmord.
    Aber…
    Der Herr mit der Sauerstoffflasche (letzter Tod) war Selbstmord eine Gegendarstellung haben wir nicht gesehen.
    Der Herr mit dem Treppensturz ist selber gefallen, so wird es uns als Rekonstruktion gezeigt.
    Nur der Herr mit den Tabletten, der die Schwester mit einem Bild erpresst, könnte also durch das Fehlen eines Wirkstoffes verstorben sein, für den die Schwester verantwortlich gemacht werden kann.
    Warum also die Geständnisse und dann die Rückblende, die das Gegenteil zeigt?


  • Carl VH • am 20.5.19 um 12:45 Uhr

    Ein toller Psycho-Thriller, von einer hervorragenden Katharina Maria Schubert getragen: es soll nicht immer alles „Sex und Blut“ sein! Eine Verdächtige die sich erst souverän verteidigt, aber schliesslich durch die zynische Hartnäckigkeit von 2 routinierten Ermittlern überwältigt und in ein Panikgeständnis manövriert wird, wobei Hauptsache ist ihre Würde als Frau, Mutter und Tochter zu wahren. Schrecklich und pathetisch – wie alle anderen Figuren in diesem Krimi auch!


  • Der Fremde • am 20.5.19 um 12:54 Uhr

    @ jokus: Ich sehe es auch so, dass die Altenpflegerin NICHT verurteilt wird. Ich würde als Anwalt an erster Stelle „psychische Polizeigewalt“ bei den Befragungen als Verfahrensfehler geltend machen, das vermeintliche Geständnis ist daher rechtsungültig. Parallel dazu – wie oben erwähnt – sind Dienstaufsichtsbeschwerden gegen beide Kommissare angebracht und daher durchzuführen.


  • giselher • am 20.5.19 um 13:45 Uhr

    Super Tatort, bitte mehr davon! Alle Rollen außer dem Sohn gut besetzt und gespielt, nachdenkliche fragwürdige Vernehmungsmethoden und ein richtig gutes Finale. HORST hat es treffend ausgedrückt.


  • Frank • am 20.5.19 um 13:53 Uhr

    Ein Thema, welches wohl niemanden unberührt lässt, der Pflegefälle in seinem Umfeld hat. Das alt werden, trifft jeden – und viele haben keine Vorstellungen was das bedeutet – so werden auch die Ermittler immer tiefer in das Thema gezogen. Sie beissen sich förmlich fest, wer dort eine Sozialkritik sehen will, warum nicht. Anne hat mir in ihren Beweggründen gefallen. Zuerst so abgeklärt und selbstsicher, erfährt der Zuschauer, dass sie im Vorfeld alles andere als sicher war (Ohrfeige an den Sohn, Anschreien und Hand wegschlagen beim Pflegenden. Das Verhör bringt sie dann immer mehr in Bedrängnis, vor allem auch ihre eigenen Ansprüche und Scham spielen eine grosse Rolle. Die Geldquelle Chefarzt am versiegen, da war es schnell verdientes Geld. Brutales Thema, zum Sonntag Abend schwere Kost – aber genau so stelle ich mir einen Tatort vor. Er wirkt nach.


  • Fuchs • am 20.5.19 um 16:17 Uhr

    eigentlich anfangs und bis kurz vor schluß realistisch, aber gegen ende überzogen und unrealistisch bis irreal; alles der vermeinltlichen Spannung inszeniert . schade, das thema hätte auch ohne sex und morde spannend und erhellend dargestellt werden können.


  • Karin L. • am 20.5.19 um 16:19 Uhr

    Shmuel ist jetzt der zweite Kommentator innerhalb eines Monats, der mich in diesem Tatort Forum ob meines Beitrags oder meiner Meinung persönlich angreift in einer Art und Weise, die ich nicht gewillt bin zu tolerieren.

    Wenn die Redaktion solche Posts nicht entfernt, werde ich demnächst davon Abstand nehmen, meine Meinung über den gesehenen Tatort auf Tatort-Fans.de kundzutun.


  • Sir Sherlock • am 20.5.19 um 17:20 Uhr

    Interessantes Thema mit guten Schauspielern. Einige faktische schwächen im Drehbuch. Kann man sich trotzdem anschauen.


  • Wolfgang • am 20.5.19 um 19:10 Uhr

    Liebe Karin,
    spannend zu lesen, was dich zum Durchhalten bewogen hat. das Thema und die Fiktion, die Erzähltechnik, Schnitt, die Darsteller*innen, Dramaturgie, Spannungsbogen, Kamera, Showdown… – also alles, was einen (Krimi)Film ausmacht.


  • Onkel Tom • am 20.5.19 um 20:59 Uhr

    Bin mal wieder eingeschlafen…
    Totlangweilig.


  • Bruno • am 20.5.19 um 21:42 Uhr

    Nach der Bewertung der Redaktion vorab »stilistisch mutig« erwartete ich einen ziemlichen Mist; wie er leider öfter einmal aus Stuttgart kommt. Denn wen ein Regisseur offen zugibt, dass er gerne im Tatort experimentiert, weil die Zuschauer garantiert sind, dann finde ich das nicht gut.
    Hier wurde ich eines Besseren belehrt. Diesen Tatort fand ich von Anfang bis zum Ende – von kleinen Schwächen abgesehen – sehr gut gemacht.

    @Markus
    Du hast eventuell nicht alles gesehen. Die Ermittler fanden den Abschiedsbrief und gaben ihn auch ihrer Chefin. In diesem Fall war es eine vollständige Entlastung.

    Ich empfand es auch nicht so, als würden Pflegekräfte als Kleptomanen oder Prostituierte dargestellt. Aber es wird wohl auch keiner abstreiten, dass es auch in diesem Berufsstand schwarze Schafe gibt.

    Was ich hier in den Kommentaren vermisste, war eine Bemerkung zu dem verzogenen Bürschchen von Sohn, der seine eigene Mutter beklaute, um sich Markenklamotten zu kaufen. Damit er ‚Schlag’ bei den Schulmädchen hatte.
    Den wird er dann wohl haben, wenn seine Mutter als Mörderin vor Gericht steht.


  • slice me nice • am 20.5.19 um 21:54 Uhr

    Zunächst @Karin L: Ich finde nicht, dass Sie „persönlich angegriffen“ wurden. Es interessiert hier nur niemanden, wann Sie mit wem ins Bett gehen oder nicht. Schreiben Sie doch einfach etwas über die Tatortfolge oder lassen Sie es tatsächlich ganz bleiben ;-).

    Zum Tatort: Unbequem, er wirkt tatsächlich noch lange nach und das ist gut so. Mir stellt sich spontan die Frage, wie viele der realen „Todesengel“ in Wahrheit sexuell belästigt worden waren und sich nicht mehr anders zu helfen wussten… Die Hauptdarstellerin verkörpert großartig eine intelligente, toughe, sympathische, schwer arbeitende Frau, die in einer arschlöchigen Männerwelt immer mehr ihr Gesicht zu verlieren droht. Und sie ist wirklich nur von Arschlöchern umgeben: der Vater, der Sohn (der gehört sofort zur Adoption freigegeben!), der Vater des Sohnes, die alten Säcke, die Ermittler… und nicht zuletzt Kommentare wie der von @Frank: Klar, Frauen sind geldgeile kleine Luder, nicht wahr??
    Und von wegen: Alte Pflegesäcke haben ja schließlich „Bedürfnisse“ – wofür Frauen dann herhalten sollen?? Wie wär’s, wenn Männer grundsätzlich nur von Männern gepflegt werden – oder einfach kalte Dusche und fertig :-)

    5 Sterne


  • Thorsten • am 20.5.19 um 22:15 Uhr

    Brilliant gemacht. Die besseren Stuttgarter Tatorte, wie dieser hier, gehören zum ambitioniertesten und anspruchsvollsten, das die Reihe zu bieten hat. Grandiose Schauspieler, nicht nur Katharina Marie Schubert, auch Falk Rockstroh als lebendig begrabenen Dirigenten fand ich großartig. Schön auch die authentischen Drehorte in Stuttgart.


  • Frank p Misseghers • am 20.5.19 um 22:40 Uhr

    Absolut hervorragendes Schauspiel. Die Szene mit Julia Schäfle war großartig, ihre spontane und sehr realistische Handlung und den Gebrauch des Dialekts habe ich sehr geschätzt. Katharina Maria Schubert ist zweifellos eine der besten deutschen Schauspielerinnen, die ihre Rollen so fachkundig und überzeugend spielt und starke Emotionen auslöst. Wunderbares Tatort, vielen Dank.


  • Dead Prodigy • am 21.5.19 um 0:20 Uhr

    Mord und mehr oder weniger inzinierter Doppelselbstmord wegen schwäbischer Scham? Seksch doarf halt nix koschtn oder was?? Und dann die ständigen Szenenwechsel wegen genauso nix.
    Zum verrecken peinlich!


  • Sabine Ida Kersten • am 21.5.19 um 8:26 Uhr

    Ich hatte mich so auf diesen Tatort gefreut: Lannert / Bootz ist mein absolutes Lieblingsermittlerteam. Der beste Tatort, den ich je sah: Lannert / Bootz mit „Stau“. Und nun war „Anne und der Tod“ als guter / sehr guter Tatort angekündigt. Meine Erwartungen konnte er nicht erfüllen. Lediglich dieses halboffene Ende, wo der Eindruck entsteht, dass Anne lieber zwei Morde gesteht als zuzugeben, dass sie eine Art Prostituierte für die alten Herren war, ist gut gelungen. Spannung kann aber nicht aufkommen. Außer Anne sind die Rollen auch sehr platt besetzt. Auch die Kommissare spielen recht eintönig, jeder hat so seine Rolle in diesem Tatort, die er nicht verlässt. Schade.


  • Sabine • am 21.5.19 um 9:01 Uhr

    @Karin L.:
    Wir sehen hier keinen Anlass, den Kommentar des Nutzers „Schmuel“ zu entfernen. Eine persönliche Diffamierung liest sich unseres Erachtens anders; es handelt sich vielmehr um einen ironischen Seitenhieb, der im Grunde gut zu verschmerzen ist.

    Mit vielen Grüßen aus der Redaktion
    Sabine


  • Paul • am 21.5.19 um 11:15 Uhr

    Das war sensationell!

    Habe den TO ein zweites Mal in der Mediathek angesehen und noch mehr genossen. Dieses uneindeutige Spielen zwischen Aktuell und Rückblende, Scham und Bedürfnissen, Schuld und Unschuld…

    Die Welt ist nicht dual. Es gibt nicht e i n e Wahrheit.
    Die Wahrheits- und Schuld-Suche der Ermittler führt sich selbst ad absurdum.

    Das war sensationell!


  • Horst●H. • am 21.5.19 um 11:49 Uhr

    @ Markus
    Am Ende wurde klar, dass Anna keinen der Morde begangen hat.
    Aber da sie sich für das, was sie tat , nämlich Geld dafür zu nehmen, dass sie sich nackt zeigt und den Herren damit sexuelle Befriedigung verschafft, so sehr geschämt hat, war es ihr am Ende „lieber“, dass man sie für eine Mörderin hält, als für eine Prostituierte.

    Ich finde auch nicht, dass Pflegekräfte hier verunglimpft wurden, im Gegenteil. Meiner Meinung nach waren sowohl Anna und auch ihre Chefin überaus respektable und sehr moralische Frauen.
    Das was Anna getan hat, ist vielleicht nicht legal, aber im Prinzip hat sie ja als allein erziehende Mutter, mit einem Sohn, der so materiell eingestellt ist, keine wirkliche Chance an ein wenig mehr Geld zu kommen. Und wer würde in derselben Situation nicht vlt. auch schwach werden. Sie hat ja niemanden betrogen oder beraubt.

    Ich fand, bei diesem Tatort wurde sehr sensibel agiert, und meiner bescheidenen Meinung nach, alles richtig gemacht.

    Ich versetehe immer noch nicht, warum die Hater, die jeden modernen Tatort, jeden lustigen Tatort oder auch mal einen ganz abgedrehten und skurilen Tatort – also praktisch jeden Tatort zerreissen und ewig nach den „guten alten“ Krimis schreien, diesen Stuttgarter Tatort nicht gut fanden, denn genau das haben wir hier gesehen – einen richtig guten Krimi – Punkt


  • Walter Ulbricht • am 21.5.19 um 19:22 Uhr

    Man sollte sich lieber die Jungfrauen von Bumshausen anschauen (aus 1969).
    Wann wird der eigentlich wieder mal gesendet?


  • Wolfgang • am 21.5.19 um 19:34 Uhr

    Mal wieder ein Krimi zum k.
    Schwachsinn hoch 8


  • Lazard • am 22.5.19 um 1:16 Uhr

    Wow! Was für ein sensationell hochwertiger Tatort mit einem äußerst brisanten Thema. Endlich mal was anderes auf höchstem Niveau. Unglaublich, wie gut die Schauspieler – insbesondere die Katharina Maria Schubert – hier agieren.. dazu enorm stark geschnitten! Wie kann man denn bitte diesen Tatort nicht gut finden??? Über manche Kommentare kann man echt nur noch mit dem Kopf schütteln. Dafür zahle ich sehr gern meine GEZ! Prädikat: besonders wertvoll! 10/10


  • theoloewe • am 22.5.19 um 1:41 Uhr

    Kein whodonit, dafür aber ein spannender und nuancierter Tatort zum Thema “ alte Männer“. Einige gestreifte Facetten der Thematik bieten Stoff zu weiteren Krimis, der Film fokussiert sich aber auf den Spannungsbogen zwischen Prostitution, Sexualität und Empathie. Dem gesamten Team – Glückwunsch zu einer rundum glaubwürdigen und fesselnden Inszenierung eines wohl alltäglichen Ablaufs.
    Ich habe meinen Großvater einmal wöchentlich in seiner Seniorenresidenz besucht. Einmal holte ich ihn wie üblich in seinem Zimmer ab, um gemeinsam in die Cafeteria zu gehen, als eine Pflegerin, groß, jung, blond mit einem charmanten Lächeln dazu kam. Sie überzeugte meinen Großvater ein anderes Sakko und eine andere Hose anzuziehen, er sollte mit seinem Enkel vor den anderen Bewohnern doch etwas darstellen. In der Cafeteria fragte ich meinen Opa nach der Pflegerin, und er antwortete mir mit einem seeligen Lächeln – „Das ist Engelchen, wenn ich nachts einen Schein auf den Nachttisch lege, dann kommt sie und zieht ihren Kittel aus, sie hat gar nichts drunter, dann tanzt sie ein bisschen und setzt sich dann zu mir auf die Bettkante.“ Ehrlich, ich habe das für die Sexualphantasien eines alten Mannes gehalten, nach diesem Tatort beginne ich nachzudenken….Vielleicht Mitten aus dem Leben gegriffen?


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