Tatort Folge 1144: Parasomnia



So 15.11. 20:15 Uhr ARD

So 15.11. 21:45 Uhr ONE

Mo 16.11. 01:35 Uhr ONE

Di 17.11. 01:10 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2020
Kommissar: Gorniak und Winkler
Ort: Tatort Dresden


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Tatort Folge 1144: Parasomnia 0 0

Der Begriff „Parasomnia“ beschreibt auffällige Verhaltensweisen während des Schlafs. Zu den Phänomenen zählen das Sprechen im Schlummerzustand, Schnarchen oder Muskelzuckungen im Einschlafprozess, aber auch beeinträchtigendere Symptome wie Schlafwandeln, Angstträume, Herzrhythmusstörungen oder der plötzliche (Kinds)Tod.

Die Erscheinungen, die die 16-jährige Talia im neuen Dresden-Tatort nachts heimsuchen, sind von besonderer Natur. Das sensible, etwas sonderbare Mädchen glaubt nämlich Geister zu sehen. Als ein Mord in ihrem Zuhause geschieht und sie die einzige Augenzeugin ist, treten die Ermittlerinnen Karin Gorniak (Karin Hanczewski) und Leonie „Leo“ Winkler (Cornelia Gröschel) mit ihr in Kontakt.

Der 10. Fall von Gorniak und Winkler mit dem Titel „Parasomnia“, mehr Mystery als Tatort-Krimi, wird am Sonntag, den 15. November 2020 um 20.15 Uhr in Das Erste erstausgestrahlt.

Inhalt der Tatort-Folge „Parasomnia“

Talia Schröder hat schon eine Menge erlebt. Der Teenager mit dem langen brünetten Haar wirkt kindlich, die großen braunen Augen sind traurig und leer. Vor acht Jahren, sie war gerade acht Jahre alt, verlor Talia bei einem Autounfall ihre geliebte Mutter – das Kind musste das Unglück mitansehen. Seitdem leidet sie unter Schlafstörungen, unter krankhaften parasomnischen Beschwerden: sie erlebt schlimme Albträume, wacht schreiend auf, mag nachts nicht alleine sein.

Ein Aufenthalt in der Kinderpsychiatrie half damals, die Episoden der Parasomnia zu verlängern. Dann geschieht etwas im MDR-Tatort, das ihr Kindheitstrauma Stück für Stück zurückholt: Talia wird Zeugin einer Bluttat.

In dem leerstehenden Raum der renovierungsbedürftigen, alten Villa am Stadtrand von Dresden entdeckt Talia die Leiche des Handwerkers Jürgen Bach. Der Mann hatte den Auftrag bekommen, das Zimmer herzurichten, schließlich wollen der Witwer Ben Schröder und seine mittlerweile 16-jährige Tochter Talia hier wieder einziehen. Mit drei Messerstichen in den Bauchraum wird Bach niedergestochen, der Täter kann unerkannt über den Balkon entkommen. Talia, die den Mörder kurz nach dessen Verbrechen am Tatort stellt, kann sich später jedoch an nichts erinnern. Verdrängungsmechanismen in ihrer Psyche bewirken, dass sie in ihrer Erinnerung lediglich Farbdosen auf dem Boden liegen sieht. Ein Topf mit roter Farbe hat ein Loch und „blutet aus“. Vor ihren Füßen liegt in ihrer veränderter Wahrnehmung ein Fotoalbum mit Bildern der verstorbenen Mutter. Aber was lag dort wirklich?

Behutsam versuchen die zwei Oberkommissarinnen Karin Gorniak und Leonie Winkler sowie ihr Vorgesetzter Peter Michael Schnabel, die verschreckte Jugendliche zu knacken. Talias Aussage ist immens wertvoll für die Mordermittlungen, schließlich hat niemand außer ihr den Täter, seine Statur, seine Kleidung oder gar sein Gesicht gesehen. Die Kriminaltechniker finden weder DNA-Spuren noch Fingerabdrücke am Tatort, auch die Tatwaffe fehlt.

Eine Psychologin macht sich ein Bild vom Zustand der jungen Frau und schult die im Mordfall zuständigen Kriminalbeamten über das empfohlene Vorgehen in solchen Fällen. Es bedarf einer Vertrauensperson, der sich die schüchterne Zeugin öffnen kann. Talias eigene Entscheidung ist bereits beim ersten Aufeinandertreffen gefallen: Leo Winkler soll es sein. Die Fahnderin sieht der toten Mutter zufällig sehr ähnlich und erzeugt damit positive Gefühle.

Kommissarin Winkler ist im Fall „Parasomnia“ alles andere als begeistert von ihrer neuen Aufgabe. Krampfhaft versucht sie, die Verantwortung auf ihre Kollegin Gorniak abzuwälzen. Die wundert sich, warum Leonie derartige Probleme mit der Befragung der Augenzeugin hat, die sich partout ausschließlich der jüngeren Fahnderin anvertrauen will. Winkler gibt nach und übernachtet sogar bei dem verstörten Mädchen – und erlebt selbst, wie groß Talias Nachtangst ausgeprägt ist. Schreiend hockt sie ohne erkennbaren Grund in der Ecke ihres Zimmers, um den Hals baumelt eine Taschenlampe, die schützendes Licht spendet. Sie ist aufgewacht und hat etwas gesehen, schon wieder! Tote Frauen ohne Augen, geisterhafte Gestalten die zu ihr reden, nach ihr greifen. Und sie sogar verletzen: Neuerdings trägt die Schülerin einen unerklärlichen tiefen blutverkrusteten Kratzer auf der Stirn.

Die Gespräche mit der Nachbarschaft ergeben im MDR-Tatort „Parasomnia“ keine wertvollen Hinweise zum Täter oder Tatverlauf. Niemand will etwas beobachtet haben. Nur die Steinmanns – allzu neugierige, ordnungsliebende Menschen – lenken den Verdacht unverblümt auf den sonderbaren Thomas Blau von nebenan, den sie eh auf dem Kerbholz haben. Der verdächtigt umgekehrt das spießige Ehepaar. Gorniak und Winkler tauschen vielsagende Blicke: Fehlanzeige.

Erneut konfrontiert Leo Winkler Talia mit dem Raum, in dem der Mord geschah. Hier erleidet das Mädchen einen Zusammenbruch, kann sich nun aber bruchstückhaft an die verdrängte Wahrheit erinnern. Sie berichtet von einem schwarz gekleideten Mann ohne Gesicht, der am Kamin hockte, als sie durch die Tür schritt. Oberkommissarin Karin Gorniak untersucht eben diese Stelle, und stößt auf ein Geheimfach hinter einer Fliese. Ein Messer liegt darin versteckt! Die Untersuchung durch die KTU ergibt, dass es sich eindeutig um die Waffe handelt, mit der das Opfer Bach ermordet wurde. Und Schnabel hat noch eine weitere Überraschung für seine Mitarbeiterinnen parat:
Zwei weitere Blutspuren, die seit mindestens 30 Jahren an der Klinge haften, wurden sichergestellt. Die Kripo Dresden ist einem gefährlichen Serienmörder auf der Spur …


Schlafstörungen treten vermehrt bei Kindern auf und verlieren sich in vielen Fällen, wenn das Gehirn heranreift. Leidet man im Erwachsenenalter unter Parasomnien, sind diese meist schwieriger in den Griff zu bekommen. Viele Schlafwandler beispielsweise verletzen sich hin und wieder bei ihren nächtlichen Spaziergängen leicht, holen sich blauen Flecken oder Schürfwunden, über die sie sich am nächsten Morgen wundern.

Die Bilder, die Talia im Film malt, stammen von der Schauspielerin Hannah Schiller selbst; die 20-jährige gebürtige Bonnerin – die Figur im 1144. Tatort „Parasomnia“ ist ihre erste Hauptrolle – nutzte den kreativen Malvorgang dafür, das psychisch labile Mädchen kennenzulernen und sich tiefer in dessen Situation hineinfühlen zu können.

Der Dresdner Tatort-Krimi wurde im November bis Dezember 2019 gedreht. Als das große Haus der Schröders ist das 1872 erbaute Schloss Pinnewitz zwischen Nossen und Meißen im Film zu sehen, ein Herrenhaus auf einem ehemaligen Rittergut. Ein Teil der Filmarbeiten fand darüber hinaus im Fachkrankenhaus Coswig statt.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Darf’s ein bisschen Horror sein? An diesem Tatot scheiden sich die Geister, hoho. Für mich: Gute Schockmomente, stimmige Atmosphäre, top Leistung von Hannah Schiller als Talia, dazu eine Prise subitler Humor. Hätte am Halloween-Wochenende sicher noch besser funktioniert. 4 von 5 geschnitzte Kürbisse. PS: Ist Thomas Blau eigentlich der Freund von Cordula Grün?

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Dieser Tatort aus Dresden ist nichts für schwache Nerven. Leider fand ich einiges unlogisch (warum steigt der Mörder angeblich über den Balkon, später im Film hat er auch Zugang zum Haus durch das EG?), aber anderes hat mich dann doch positiv überrascht. Die Erzähltechnik mit den Zeitsprüngen war gut gelöst und machte den gesamten Film interessant. Dadurch, dass man sich auf das Mädchen konzentrierte, verlor man den Täter fast aus dem Blick … von mir gibt es 3 Sterne dafür.

Tatort-Besetzung

Oberkommissarin Karin Gorniak – Karin Hanczewski
Oberkommissarin Leonie „Leo“ Winkler – Cornelia Gröschel
Kommissariatsleiter Peter Michael Schnabel – Martin Brambach
das Mädchen Talia Schröder – Hannah Schiller
ihr Vater Ben Schröder – Wanja Mues
Nachbarn Felix Steinmann – Rainer Reiners
seine Ehefrau Marion Steinmann – Anne-Kathrin Gummich
Nachbar Thomas Blau – Jonas Fürstenau
Marie Kunz – Franziska Junge
Mutter von Marie Kunz – Yvonne Gallo
Kommissar a.D. Werner Grass – Hans Klima
Bernd Poller – Jürgen A. Verch
sein Sohn Jörg Poller – Ygal Gleim-Sroussi
Archivar Reuer – Thomas Dehler
Frau Dr. Werner, Psychologin – Anne Cathrin Buhtz
Kunstlehrerin von Talia – Corinna Breite
Mitschüler Jonas – Ruben Meiller
Talias Mutter – Christina Elisabeth Arends
Talia mit 3 Jahren – Carla Demmin
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Erol Yesilkaya
Regie – Sebastian Marka
Kamera – Willy Dettmeyer
Szenenbild – Dorothee von Bodelschwingh
Schnitt – Stefan Blau
Ton – Erich Lutz, André Petkus
Musik – Thomas Mehlhorn

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