Tatort Folge 1142: Der Welten Lohn



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Tatort Folge 1142: Der Welten Lohn 4 29

Fünfundzwanzig Fälle sind es, die das Stuttgarter Tatort-Duo um Thorsten Lannert (Richy Müller) und Sebastian Bootz (Felix Klare) seit seinem ersten Einsatz 2008 auf dem Buckel hat. „Der Welten Lohn“ heißt der neueste Fall aus Süddeutschland, dessen Aufhänger zwar – oh Wunder! – ein Mord ist, der sich jedoch im Laufe der Geschichte mehr zur Psychosozialstudie als zum Krimi mausert: Ausgerechnet ein Mann, der Frau und Kind, Geld und Job verlor, gerät in den Fokus der Kripo. Hat die überhaupt den Richtigen an der Angel?

Am Sonntag, den 1. November 2020 wird der SWR-Krimi „Der Welten Lohn“, Tatort-Folge Nummer 1142, zum ersten Mal ausgestrahlt. Wie gewohnt um 20.15 Uhr als Premiere im Ersten Programm und kurz danach, um 21.40 Uhr (!) erneut auf dem Sender ONE.

Inhalt der Tatort-Folge „Der Welten Lohn“

Vor der Inhaltsbeschreibung eine Frage an Euch: Vermisst Ihr Staatsanwältin Álvarez im Tatort Stuttgart?
#JA oder #NEIN unten in die Kommentare, danke!

Oliver Manlik trifft am Flughafen Stuttgart ein. Viele Stunden Flug hat er hinter sich, endlich kommt er aus den USA zurück in seine Heimat. Der kahlrasierte Mann passiert die Wartenden, die ihre Liebsten freudig in die Arme nehmen. Sie halten Blumensträuße in den Händen. Auf Manlik wartet niemand. Ungläubig sieht er sich in der Halle um, lässt die wiedergewonnene Freiheit auf sich wirken: Vier lange Jahre saß er in Haft. Es kam ihm vor wie eine Ewigkeit.

Der Ex-Häftling treibt seinen großen titanfarbenen Koffer voran in Richtung S-Bahn-Station. Nichts wie weg hier. Der Weg führt Manlik in eine kleine, hübsche Pension im kopfsteingepflasterten Teil von Stuttgart, in der er sich ein Zimmer reserviert hat. Dort angekommen, hängt er seine Kleidung ordentlich auf, stellt die Schuhe exakt ausgerichtet nebeneinander. So wie er es die letzten Jahre machen musste, jeden einzelnen Tag. Dann beginnt er mit dem Training, auch etwas, das er im Knast gelernt hat: Sei stark. Dabei drehen sich seine Gedanken um Caroline … Was sie wohl sagen wird, wenn er im Tatort „Der Welten Lohn“ plötzlich vor ihr steht?

Manliks erster Besuch gilt jedoch nicht seiner Frau, nein. Wichtiger ist ihm sein ehemaliger Chef, Joachim Bässler. Er lauert ihm in der Tiefgarage der Firma auf und stellt ihn zur Rede. Bässler ist überrascht, bewahrt aber die Fassung. „Haben Sie alles gut überstanden?“, fragt er bloß. Wegen ihm saß sein Mitarbeiter im US-Gefängnis. Ein Bauernopfer, das sofort nach dem Auffliegen des Korruptionsfalls in Amerika fallengelassen wurde. Oliver Manlik will eine Wiedergutmachung, den Job zurück und einen finanziellen Ausgleich, doch alles, was er bekommt, ist eine eiskalte Abfuhr.

Bässler will mit seinem ehemaligen Manager in keiner Verbindung mehr stehen. Mit handfestem Nachdruck durch seinen Sicherheitschef, der den Boss auch privat betreut, und einer großen Portion Spott macht der erfolgreiche Unternehmensleiter Manlik unmissverständlich klar, dass das letzte Wort in der Angelegenheit gefallen ist. Wut steigt in dem Mann auf, der alles für die Firma gab. Als sich der gebeutelte Stuttgarter bei seiner Frau, die sich in der Zwischenzeit von Oliver scheiden ließ, außerdem einen Korb holt, reicht es dem Arbeitslosen: Aus Wut wird blanker Hass. Er fasst einen Plan: Eine selbstgebastelte Bombe unter dem Wagen seines machthungrigen Ex-Bosses wird dem schon zeigen, mit wem er sich da angelegt hat. So leicht lässt er sich nicht abspeisen!

Während dieser Geschehnisse im SWR-Tatort „Der Welten Lohn“ werden die Kriminalhauptkommissare Sebastian Bootz und Thorsten Lannert in ein Waldstück am Rande Stuttgarts gerufen. Eine Joggerin liegt hier tot auf dem feuchten Laub, am Kopf klafft eine blutige Wunde. Die Frau heißt Diana Geddert, ist 45 Jahre alt, kinderlos, geschieden, beschäftigt als Personalchefin in dem mittelständischen Unternehmen RückertBrenner in Möhringen. Der Rechtsmediziner Dr. Vogt berichtet den Beamten nach der Obduktion, dass das tödliche Schädel-Hirn-Trauma infolge eines schweren Sturzes entstanden sein muss. Darüber hinaus gibt es keine Anzeichen von Fremdeinwirkung. Oben, auf der Waldanhöhe, konnten die KTU-Beamten jedoch auffällige Spuren sicherstellen: Wurde das Opfer den Hang hinuntergeschubst oder war es bloß ein unglückseliger falscher Tritt, der Geddert ins Stolpern brachte?

Die Untersuchungen im Fall „Der Welten Lohn“ führen in die Firma, die im großen Stil Autozubehör produziert und vertreibt. Gedderts Arbeitgeber Joachim Bässler bleibt wiederum gefasst und kühl, als er vom plötzlichen Sterbefall erfährt. Er beschreibt seine Personalchefin als zielstrebige, hart durchgreifende und dabei äußerst erfolgreiche Mitarbeiterin. „Wirtschaft ist Kampf!“, bellt Bässler. Hauptkommissar Bootz, jetzt gereizt, erkundigt sich bei dem arroganten Vorstandsvorsitzenden, ob es in der Vergangenheit Ärger mit einem seiner Angestellten gab. Jemand, der unter Umständen ein Mordmotiv hätte. Kaum merklich atmet Bässler tief durch, schüttelt dann den Kopf und verneint; die Affäre mit Oliver Manlik verheimlicht er der Polizei. Abrupt steht er auf, um wieder an seine Arbeit zu gehen. Die Stuttgarter Ermittler spüren die zunehmende Nervosität des Befragten, als der sie aus seinem Büro unsanft hinauskomplimentiert.

Die zwei Tatort-Fahnder stoßen bald auf den Korruptionsfall in den USA, den das Unternehmen vor fünf Jahren einholte: „Da ist doch was oberfaul, in dem Laden!“, konstatiert der aufbrausende Sebastian Bootz. Er und sein Kollege Lannert stochern weiter und finden heraus, dass der ehemalige Manager Manlik für die Firma büßen musste – und mittlerweile wieder auf freiem Fuß ist. Als dessen Bombenattentat auf Joachim Bässler scheitert und der Chef mit einem Schock und leichten Blessuren im Krankenhaus landet, ist endgültig Krieg ausgebrochen zwischen den Männern. Bässler lenkt nun den Verdacht im Fall Deggert auf seinen Ex-Mitarbeiter, und gibt seinem Sicherheitsmann gleichzeitig den Auftrag, Manlik zu beseitigen. Es kommt zu einer Messerattacke …


Der 26. Fall für Lannert und Bootz mit dem Titel „Der Welten Lohn“ feierte seine Premiere vor einem größeren Publikum auf dem Stuttgarter Kulturwasen am 29. August 2020, unter strengen Hygiene- und Abstandsauflagen inmitten der Corona-Pandemie. Die Veranstaltung präsentierte der SWR selbst. Auch der Darsteller Richy Müller war vor Ort und erzählte vor Filmbeginn einige Anekdoten von den Dreharbeiten, die von Oktober bis November 2019 stattfanden.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Och Gott, joa. Ganz gut gespielt, ganz gut erzählt, ganz gut für einen herbstlichen Sonntagabend auf der Couch geeignet. Kurzweilig, mittelwertig, leicht langweilig. Ich wünsche mir einen 2. Teil von „Du allein“ und die Álvarez zurück, danke.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Lannert und Bootz sind für mich fast noch eine Art Garantie für einen ordentlichen spannenden Tatort. Auch diesen Fall kann man sich gut anschauen, ohne dass man umschalten möchte oder auf dem Handy rumdaddelt. Der verzweifelte Verdächtige hat mich überzeugt. Ich würde sagen: Einschalten!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Thorsten Lannert – Richy Müller
Hauptkommissar Sebastian Bootz – Felix Klare
Gerichtsmediziner Dr. Daniel Vogt – Jürgen Hartmann
Miriam Mätzler, KTU – Diana Marie Müller
Personalchefin Diana Geddert – Anni Nagel
Firmenchef Joachim Bässler – Stephan Schad
sein Sicherheitschef Neumann – Andreas Klaue
Bässlers Ex-Mitarbeiter Oliver Manlik – Barnaby Metschurat
Olivers Ex-Frau Caroline Manlik – Isabelle Barth
der Sohn Justus Manlik – Elias Reinhard-Sanchez
Lennox – Len Krause
Pfleger aus Litauen – Jon Kiriac
Gitta Plake – Constanze Weinig
Nesrin Cil – Hicran Demir
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Boris Dennulat
Regie – Gerd Schneider
Kamera – Cornelia Janssen
Szenenbild – Klaus Weinrich
Schnitt – Sabine Garscha
Musik – Gary Marlowe

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Stuttgart


38 Meinungen zum Tatort Folge 1142: Der Welten Lohn

  • Lucy • am 1.11.20 um 9:09 Uhr

    Ja! Wir brauchen Staatsanwältin Alvarez!


  • CarstenH • am 1.11.20 um 21:04 Uhr

    #JA


  • Supi • am 1.11.20 um 21:47 Uhr

    So muss ein Tatort sein (gell, Züri): Superdicht, superspannend — Superstuggi ?


  • Jürgen W • am 1.11.20 um 21:47 Uhr

    Endlich mal wieder ein sehr guter Tatort!!!


  • Erich • am 1.11.20 um 21:48 Uhr

    Der heutige Tatort war richtig gut!!
    Alle Akteure haben super gut gespielt. War ein beeindruckende Story.


  • Stefan G. • am 1.11.20 um 21:55 Uhr

    Mit Abstand der beste Tatort den ich seit sehr langer Zeit (oder jemals) gesehen habe. Besonders Barnaby Metschurat als Manlik mit herausragender schauspielerischer Leistung. Absolut filmpreiswürdig. Sensationell. Danke.


  • Attila • am 1.11.20 um 22:04 Uhr

    Aus Stuttgart kommen fasst immer seht gute Folgen. Die heutige war, meiner Meinung nach, de schwächste die ich je aus Stuttgart gesehen habe, doch auch so ein bisschen über dem Mittelmaß (um ein Wort aus der heutigen Folge anzuwenden).


  • Leni • am 1.11.20 um 22:09 Uhr

    Spannung von der ersten bis zur letzten Minute. Mein Kompliment! Das war der beste Tatort seit Ende der Sommerpause.

    #NEIN


  • Hanz W. • am 1.11.20 um 22:09 Uhr

    Interessante Geschichte, recht solide (oder auch konventionell) inszeniert, die Figuren, insbesondere Bässler, vielleicht ein wenig arg zugespitzt dargestellt, wie auch die Geschichte mit dem Auftragskiller – der sich, am Rande, doch recht stümperhaft aufgeführt hat – dann doch des Guten zuviel war, Kolportage als Versatzstück. Zwischendrin war es zwar ein wenig lahm, insgesamt aber doch stringent und zum Ende hin auch spannend, weil man nicht wusste, wie weit der Manlik, mit dem man durchaus mitfühlen konnte, gehen würde. Also: ein insgesamt „Klassischer“ Tatort, gute drei Sterne, ganz knapp aufgerundet.


  • Hanz W. • am 1.11.20 um 22:11 Uhr

    Nachtrag: #JA
    (Drei Sterne wegen Doppelpost, aber das kommt im Mittel 3,5 gut hin )


  • alter Fan (tm) • am 1.11.20 um 22:13 Uhr

    Erwartungen bestätigt und nicht enttäuscht – wieder mal ein grundsolider Tatort aus Stuttgart seit Bestehen symphatisches Ermittlerteam sogar mit ausgesprochen landestypischer KTU – Mitarbeiterin naturschwäbisch und noch einen draufgsetscht – schöner TO Sonntag


  • Lothar • am 1.11.20 um 22:43 Uhr

    Einer der besten Tatorte seit langem.


  • Henning • am 1.11.20 um 23:19 Uhr

    Desillusionierend aber gut. Dem Bässler wird die Geschichte nicht schaden, denn ein telefonisches Geständnis unter Zwang ist nichts wert und dem Manlik wird es nichts nutzen, er muss zumindest für den Anschlag erneut in den Bau. Der Sympathie für das Bauernopfer und der Seele der Gerechtigkeit tut lediglich für einen kurzen Moment gut, dass Bässler für einen Moment auf die Knie geht. Überzeugende Figuren, gute Geschichte, vier Sterne.


  • Mark Keller • am 2.11.20 um 0:44 Uhr

    Die Frage ist doch, warum Manlik nicht gleich beim ersten Treffen in der Tiefgarage das Gespräch mit Bässler verdeckt mitschneidet (Handy, Diktiergerät etc.)? Dann hätte er das quasi Geständnis schon auf Band und damit ein ideales Druckmittel gegenüber Bässler gehabt.

    Vermutlich wäre der Tatort dann schon nach 10 Minuten vorbei gewesen.


  • Sabine Rohde • am 2.11.20 um 0:48 Uhr

    Ich gucke sehr selten den Tatort, aber heute habe ich eine wirklich ganz tolle Folge erwischt.
    Besonders Barnaby Metschurat hat die Psychologie des Täters fantastisch dargestellt.

    Danke dafür!


  • logiclöcher • am 2.11.20 um 1:39 Uhr

    Endlich mal ein Krimi ohne erhobenen Zeigefinger. Menschliches Geschacher als Motiv, abgekartetes Spiel, das ein Bauernopfer produziert, das nur Wiedergutmachung will. Gar nicht mal Gerechtigkeit. aber dann läuft alles schief. Schön die Szene im Verhörraum mit Manlik, die menschlich klar macht, dass man als Opfer letztendlich es, die Verarsche als Teil seiner Lebensbiographie „abhaken“ muss. Damit bleibt man alleine und wenn man bei den Beteiligten anklopft, dann ist das wie die Störung deren Ruhe. Die haben sich in ihrer Form – keine Wiedergutmachung, Bässler – mit ihnen rede ich nicht, Geddert – ich such mir einen neuen Mann, Ehefrau – aus der Affäre gezogen. Manlik erlebt die Verarsche, dass er damit alleine ist noch einmal und noch einmal.

    Angenehm, dass er filmisch nicht an dieser Tragik zerbricht und – wie weiter vorne im Film einmal erwähnt wird – Suizid begeht. Er gibt auf und es kommt zu keinem Massaker. – Die Luft ist raus. Alles sind erschöpft. Es wäre vom juristischen interessant, ob er – bei einem vollumfänglichen Geständnis – mit einer Bewährung davon käme.


  • Manne • am 2.11.20 um 8:11 Uhr

    Endlich gab es mal wieder einen ganz „normalen“ Tatort, so wie sich das der Zuschauer wünscht. Die vielen fehlgeschlagenen Experimente in vergangenen Folgen (negativer Höhepunkt war für mich „das Team“) haben schon viele Zuschauer verärgert. Ich hoffe der Trend bleibt und man kehrt wieder zur „Normalität“ zurück.
    Zwar war die Tote letztlich nur ein Unfallopfer ohne Fremdeinwirkung, aber man hat es bis zum Schluss geschafft die Spannung zu erhalten


  • Frank • am 2.11.20 um 8:30 Uhr

    Das sehr gute Team aus Stuttgart hat diesmal einen schwierigen Plot erhalten. Der Gute (Manlik) und der Böse (Bässler), klar verteilte Rollen mit klarer Sympathiezuweisung durch die Ermittler. Nur der Gute wird allzu viel nicht erkannt, erlebt immer wieder der Welten Lohn… Am Ende bleibt offen, wer welche Konsequenzen zu tragen hat, so darf der Zuschauer sein eigenes Gerechtigkeitsempfinden in die Lösung einbringen. Schauspielerisch ganz grosses Kino, gewohnt von Richy Müller und Felix Klare, aber hier auch von dem Protagonisten Barnaby Metschurat. Ich mag es nur nicht, wenn der Zuschauer allzu sehr in Richtung „Gut“ gestossen wird (im Ggs. zu logiclöcher sehe ich hier eben sehr wohl den erhobenen Zeigefinger), deswegen für mich ein guter, solider Tatort, aber eben nicht mehr.


  • stephan_muenchen • am 2.11.20 um 9:18 Uhr

    Die Schwobe, die könnet‘s halt scho! Nach den doch eher etwas schwächeren Folgen nach der Sommerpause war nun endlich mit „Der Welten Lohn“ der beiden Stuagader Ermittler Lannert und Bootz sehr unterhaltsamer und bis zum Ende hin spannender Stoff geboten.

    Dass Undank bekanntermaßen der Welten Lohn ist, das muss der wegen Korruption als Bauernopfer eines Automobilzulieferers 3 Jahre in den USA in Haft einsitzende Oliver Manlik (stark gespielt von Barnaby Metschurat) erfahren, als er bei Firmenchef Joachim Bässler (eiskalt und zynisch von Stephan Schad verkörpert) auf Wiedergutmachung drängt. Dessen Personalchefin ist gerade tot aufgefunden worden, Lannert/Bootz ermitteln wegen Mordverdacht und stoßen schnell auf die Korruptionsgeschichte und die dabei beteiligten Personen.

    Was sich dann entwickelt ist einerseits klassische Ermittlerarbeit – Verdächtiger und Motiv sind schnell klar. Doch gleichzeitig entspannt zwischen Bässler und Manlik ein hochspannendes Psychoduell mit gegenseitigen Mordversuchen und immer mehr Angst, Wut, Verzweiflung und Panik auf beiden Seiten: Bei dem einen – Bässler – erst Angst, dann Panik, dass ihn die Sünden der Vergangenheit einholen. Bei dem anderen – Manlik – eine tiefe Verzweiflung, dass sein altes Leben, seine Familie unwiederbringbar zerstört ist und sein alter Chef selbstgefällig alle Forderungen an sich abtropfen lässt sowie Wut über die eigene Ohnmacht.

    Die beiden Ermittler können nur immer wieder reagieren und versuchen, noch schlimmeres zu verhindern und ecken dabei an der Selbstgefälligkeit und Arroganz Bässlers ebenso an, wie an der Verstocktheit und Unberechenbarkeit Manliks.

    Was mir an diesem Tatort besonders gefallen hat, ist die feinkonturige Zeichnung der Protagonisten – und zwar ohne in übertriebene Klischees zu verfallen. Und dass dabei auf jede Form von Nebenhandlung verzichtet wurde, vielmehr geradlinig der Plot im Auge behalten wurde, tat der Handlung und der Spannung eindeutig gut. Ein solider, spannungsgeladener und ausgesprochen kurzweiliger Tatort und daher verdiente 4 von 5 Sternen.


  • Argos • am 2.11.20 um 10:14 Uhr

    Bis auf den Spiegel-Kritiker (5 von 10 Punkten) sind sich so ziemlich alle einig: wieder einmal ein wirklich guter Tatort.
    Auch die Einschaltquote (9,81 Mio) überschreitet erstmals nach der Sommerpause die 9 Mio Marke.
    Weiter so!


  • Bruno • am 2.11.20 um 10:46 Uhr

    Sieben Sterne, wenn möglich.
    Einer der besten Tatort-Folgen der letzten Zeit. Packend von Anfang an.
    Als ich das erste Mal auf die Uhr schaute, war es bereits 21:33.
    Bei anderen Folgen dachte ich schon gegen 20:45, dass ruhig schon Ende sein könnte.
    #Ja


  • Der Fremde • am 2.11.20 um 11:11 Uhr

    Insgesamt gesehen ein durchschnittlicher, solider Krimi, der mich allerdings vom Plot her nicht „mitgerissen“ hat. Ich kann auch nicht erkennen, dass Manlik ein „Guter“ sei, da es wohl ethisch wertvollere Befriedigungen seiner Wut gibt/geben muss, als seinem Ex-Chef eine Bombe unters Auto zu legen (auch andere Handlungen von Manlik lassen diesen für mich unsympathisch erscheinen) …

    # JEIN; mehr als die Staatsanwältin geht mir die Ex-Mitarbeiterin Nika Banovic (Miranda Leonhardt/Mimi Fiedler) ab!


  • Der Fremde • am 2.11.20 um 11:30 Uhr

    @ logiclöcher:
    Juristisch gesehen ist es ausgeschlossen, dass Manlik aufgrund des heimtückischen Bombenanschlags auf seinen Ex-Chef mit Bewährung davonkommt (in erster Linie aus generalpräventiven Gründen, aber auch aus Gründen der Spezial-Prävention)!


  • logiclöcher • am 2.11.20 um 11:59 Uhr

    @ Der Fremde
    Na ja, verstehe Sie, aber es wäre wirklich interessant, da man ja auch noch einmal die alte Verurteilung aufrollen müsste. Wenn „Bässler“ keinen Rückzieher macht, dann wurde Manlik zu unrecht verurteilt. Wer übernimmt die Verantwortung dafür, die USA? Wer zahlt Manlik etwas als Haftentschädigung. Nö, da machen Sie es sich mit Ihrer Denke zu einfach und blenden die Vorgeschichte aus. – Übrigens ist das eine Phrasenformulierung „heimtückisch“, haben Sie schon einmal etwas von einem guten Bombenanschlag gehört. Na gut, die Amis werfen Bomben und meinen sie sind die Guten.


  • spiderman916 • am 2.11.20 um 12:32 Uhr

    Sehr guter und solider Tatort. Barnaby Metschurat in Höchstform. Stuttgart ist halt ein Garant für gute TO, ich kann mich nicht daran erinnern, das ich da jemals einen Schlechten gesehen habe.
    Sehr Schade ist das Ausscheiden von Frau Alvarez.


  • spiderman916 • am 2.11.20 um 12:32 Uhr

    Es sollten natürlich 5 Sterne sein!


  • Sabrina • am 2.11.20 um 17:35 Uhr

    doch eher ne sehr mäßige Vorstellung. Hat mich nicht überzeugt, wenig Spannung; Bootz verliert nach x Dienstjahren die Kontrolle. Reiht sich in die mäßigen Tatorte nach der Sommerpause ein


  • Marion Schröder • am 3.11.20 um 2:29 Uhr

    Tolle Kameraeinstellungen.
    Frau Ālvarez fehlt.


  • Rudi • am 3.11.20 um 11:32 Uhr

    Wieder mal ein guter Tatort, die beiden Ermittler haben mir schon immer gefallen. Internes Gezänk war nachvollziehbar und nicht aufgesetzt. Spannung war für mich da. Und auch die Wut des Täters war nachvollziehbar. Auch wenn mich die Thematik etwas an den Luzern-Tatort „Friss oder Stirb“ erinnert hat (den ich übrigens sehr gut fand).
    #JA


  • Momi • am 3.11.20 um 12:05 Uhr

    ENDLICH WIEDER MAL ein richtig guter Tatort. Nicht nur gut, sondern sehr gut und SPITZE.
    2 Normalos als Ermittler ohne Macken und Zicken. Barnaby Metschurat als Verdächtiger hervorragend! Story packend und toller überraschender Schluss.
    Es war pure Erholung diesen Tatort zu geniessen nach den vielen vorangegangenen Flops.
    Danke den Schauspielern, die alle Ihre Rollen hervorragend spielten.


  • alter Fan (tm) • am 3.11.20 um 20:00 Uhr

    kleiner Nachtrag im technischer Sektor : hab´doch tatsächlich nicht einmal am “ Tonknöpfchen “ rumdrehen müssen – geht doch – solide “ Toniarbeit „


  • henne63 • am 3.11.20 um 23:05 Uhr

    Ich schließe mich voll „Sabrina“ an, schelchtester TO aus S ever… Insbesondere der Killer war erbärmlich, alle sonstigen „Klischees“ wurden (leider) voll bedient!!!


  • Elke • am 4.11.20 um 18:53 Uhr

    Das war wieder mal ein etwas anspruchsvoller Tatort. Zum Einen die Geschichte, zum Anderen die Hauptdarsteller und außerdem die Kameraführung und die eingeblendeten Szenen. Von Anfang bis Ende spannend und schlüssig. Danke!!!


  • Karin L. • am 4.11.20 um 19:29 Uhr

    Endlich mal wieder ein spannender Tatort. Nicht mehr und nicht weniger.


  • Klaus • am 5.11.20 um 10:35 Uhr

    Top – der beste Tatort seit langem. Endlich wieder ein richtiger Krimi mit einer guten Story. Vor allem Barnaby Metschurat war hervorragend, aber auch die beiden Kommissare haben mir gut gefallen. Weiter so!


  • Spirou • am 9.11.20 um 22:25 Uhr

    DANKE!
    Endlich mal ein verständlicher Ton!!! Bitte weiter so!
    Tatort spannend, endlich mal wieder kein nebengeplänkel
    Schön :-)


  • Tom_Muc • am 16.11.20 um 1:32 Uhr

    Gab es Logiklöcher? ehrlich: es wäre mir völlig egal !

    Hat wieder irgendjemanden hier der Sound nicht gepasst ? ehrlich: dieses ewige „schlechter-Ton-Geschwafel“ langweilt mich einfach nur noch!

    Ist irgendeine Figur etwas überzogen dargestellt ? ehrlich: ich pfeife darauf .

    denn:
    es war spannend bis zum letzte Bild.
    es war gut gespielt.
    es war ein hervorragend gemachter Thriller !

    war es ein Tatort? auch das ist mir völlig egal – denn mind. 80 % aller Tatorte sind moralinsauere Sozialgeschwurbel-Stories, mit erhobenem Zeigefinger wird eine links-grüne Haltung eingefordert – wird mir als Zuschauer erklärt, wie ich (über) bestimmte Themen zu (denken, fühlen) bewerten habe.

    Daher: es ist mir völlig egal, was es war , denn:
    es war ein Höhepunkt des Tatort-Jahres 2020 !

    Danke, Stuttgart!


  • MoistvonLipwik • am 28.12.20 um 17:44 Uhr

    Licht und Schatten.
    Licht:
    Die Staatsanwältin Alvarez ist man endlich los. Zur Handlung beitragen konnte sie in der Regel nichts, dafür sorgten ihre paar Zeilen recht zuverlässig dafür, dass sich das Rechtsverständnis der Laien noch weiter von der Realität entfernte als dies so schon der Fall ist. Dass man derlei auch ohne sie erreichen kann, zeigt der hanebüchene Dialog an der Tankstelle.
    Der Plot (ich setze seine Kenntnis voraus): eigentlich gar nicht schlecht. Wer sich an den VW-Skandal erinnert, erkennt die Parallelen zum in den U.S. inhaftierten VW Manager. Die Psychologie des Hauptverdächtigen wird gut herausgearbeitet. Dazu ein paar hübsche Dialoge („Wollen Sie uns Mafia-Methoden unterstellen?“ – „Nee, die Mafia kümmert sich um ihre Leute“). Ein besonderes Juwel sind die gestanzten neoliberalen Worthülsen unseres Unternehmenschefs. Ein weiteres Kleinod: die Assistentin, die selbst vor der toten Personalchefin so viel Angst hat, dass sie nur nichtssagende Floskeln aufsagen kann. Dieser Tatort enthält mehr (und erheblich verständlichere) Kapitalismuskritik als zehn Bände MEW.
    Allerdings war der Plot etwas viel für 90 Minuten mit der Folge, dass hin und wieder die Plausibilität leiden musste (nachdem dies auch schon im Vorgänger-TO „Du Allein“ geschehen ist, scheint dies eine neue Stuttgarter Krankheit zu sein). So finden die Kommissare allein im Wald unterm Laub (!) eine Dose Pfefferspray; das 2.000 Mitarbeiter Unternehmen wird geführt wie das Klischee eines Provinz-Mittelständlers. Da haben Budget und Corona-bedingte Distanzerfordernisse wohl ihren Tribut gefordert. Wenn wir schon bei Klischees sind: der Polizist vor der Tür erweist sich wieder einmal als absolut wirkungslose Bewacher-Attrappe (hier versagen gleich zwei nach- und unabhängig voneinander). Und der Jaguar ist natürlich das Symbol der (freundlich formuliert) Zwielichtigkeit. Das deutsche Problem des Mangels an glaubwürdigen Kinder- und Jugenddarstellern konnte auch dieser Tatort nicht lösen.
    Fazit: eigentlich mehr als drei Sterne, nachdem ich aber in „Du Allein“ zur Aufrundung gegriffen habe, hier nur drei.


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