Tatort Folge 1143: Limbus



So 08.11. 20:15 Uhr ARD

So 08.11. 21:45 Uhr ONE

Mo 09.11. 00:55 Uhr ONE

Di 10.11. 00:40 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2020
Kommissar: Thiel und Boerne
Ort: Tatort Münster


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Tatort Folge 1143: Limbus 0 0

Fans vom Tatort Münster wird das Herz stehen bleiben: Im 37. Fall aus der westfälischen Domstadt erleidet der unter Drogen gesetzte Professor Karl-Friedrich Boerne einen schweren Verkehrsunfall, den er nur mit sehr viel Glück überlebt. Der Rechtsmediziner steht auf der Schwelle zum Tod, und macht hier, gefangen im Limbus, eine eindrückliche Grenzerfahrung.

Die TV-Premiere der Tatort-Folge 1143 „Limbus“, eine Produktion des WDR, ist für Sonntag, den 8. November 2020 um 20.15 Uhr in Das Erste vorgesehen.

Wer übrigens dachte, die sympathische Kommissarin Nadeshda Krusenstern, von Friederike Kempter seit dem ersten Münster-Tatort „Der dunkle Fleck“ ab 2002 verkörpert, sei in der Neujahrsfolge „Das Team“ (Erstausstrahlung 1.1.2020) als Mordopfer endgültig aus der Krimireihe verschwunden – hatte fast recht. Wir empfehlen dringend, die Episode „Limbus“ für mehr Klarheit am 8.11.2020 einzuschalten.

Inhalt der Tatort-Folge „Limbus“

Lim-was? Was zur Hölle …?! Der Limbus, lateinisch für Umgrenzung oder Rand, ist wohl eher bekannt unter dem Begriff „Vorhölle“ oder „Vorhof zur Hölle“. In der katholischen Kirche beschreibt er einen Ort, an dem sich die Seelen ungetaufter Verstorbener aufhalten, die zu Lebzeiten jedoch keine Sünden begangen haben (von der Erbsünde ab Geburt einmal abgesehen). Obwohl die Nähe zur Hölle die Vorstellung von Qualen und Bestrafung nahelegt, ist der Limbus ein friedlicher Platz.
– Im gleichnamigen Tatort aus Münster wird dieser allerdings als nasskaltes, dunkel-ungemütliches und nur spartanisch eingerichtetes Wartezimmer dargestellt. Unterhaltung bietet lediglich die alte Flimmerkiste, die von der Decke hängt: Et läuft dat Kölsche Karnevalsömzoch. Na dann, Prost und alaaf.

Erfahrungsgemäß werden die bösen, bösen Tatort-Experimente von den Zuschauern mehrheitlich in der Luft zerfetzt. Was aber passiert, wenn das beliebteste, erfolgreichste Tatort-Duo in eben jene Richtung abdriftet? Öffnet sich der Höllenschlund? Wird den Machern ihre Sünde etwa wohlwollend vergeben?? Ein Ausrutscher, nichts weiter, das kann ja mal passieren. Wir sind gespannt, wie der „etwas andere“ Tatort aus der westfälischen Domstadt vom Publikum aufgenommen wird.


Um was geht’s im WDR-Krimi „Limbus“?
Kurz und bündig: Boerne stirbt. Fast. Es wird jedenfalls knapp.

Der Reihe nach.
Der schrullige Rechtsmediziner Karl-Friedrich-Boerne, sein Hassfreund Kommissar Frank Thiel, Silke „Alberich“ Haller und die kettenrauchende Staatsanwältin Klemm sitzen im gemütlichen Restaurant „Großer Kiepenkerl“ im Herzen von Münsters Altstadt. Hier haben sich die Vier an diesem kühlen Herbsttag zum Abendessen getroffen. Während Thiel seinen Rotwein mal wieder mit Cola aufpeppt und beim Kellner Ketchup zu seinem Filetstück bestellt, hat der Professor eine Ankündigung zu machen: Er will ein Buch schreiben, jawoll. Die kommenden drei Monate wird er sich in ein Amsterdamer Resort zurückziehen, ein erstes Manuskript verfassen und über den Tod sinnieren. Er als erfahrener, renommierter Gerichtsmediziner ist schließlich prädestiniert, sein Wissen über den Sterbeprozess mit der Welt zu teilen. Haller, Klemm und Thiel prusten in ihr Essen.

Um seine Vertretung hat sich Boerne bereits selbst gekümmert: Dr. Jens Jacoby, gerade aus Brasilien heimgekehrt, genießt einen hervorragenden Ruf als fachkundiger Mediziner und wird den zukünftigen Bestseller-Autoren eine Zeit lang in der Rechtsmedizin der Uni Münster ersetzen. Die Assistentin „Alberich“ schaut verdutzt ihren Chef von der Seite an, denn davon hört sie heute zum ersten Mal. Die ansonsten heitere, unbeschwerte Stimmung soll im Tatort „Limbus“ bald großer Trauer und Sorge weichen.

Am nächsten Morgen kann Hauptkommissar Frank Thiel gar nicht schnell genug zum Unfallort kommen. Es ist Karl-Friedrichs Wagen, der sich mehrfach überschlagen hat, in seine Einzelteile zerbarst und nun umgedreht, mit den Rädern in den Himmel zeigend, auf einem Acker in Münster-Roxel liegt. Thiel ist fassungslos beim Anblick des Wracks: Das kann Boerne unmöglich überlebt haben. Und tatsächlich steht der Professor an der Schwelle zum Tod, als er von den Einsatzkräften aus dem Auto geborgen wird.

Das Unfallopfer landet schwer verletzt in der örtlichen Universitätsklinik, wird notoperiert und auf der Intensivstation an allerlei Kabel und Schläuche angeschlossen. „Wir sind froh um jede Stunde, die wir ihn stabil halten können“, erklärt die behandelnde Ärztin Silke Haller, als die ihren Vorgesetzten im Krankenhaus besucht. Tränen schießen in ihr hoch, und „Alberich“ ringt um Fassung. So schwer sie es auch manchmal mit ihm hat: Eigentlich ist der altkluge, hochnäsige Karl-Friedrich Boerne doch im Grunde ein toller, liebenswerter Mensch und Freund.

Ähnliche Gefühle bewegen den Ermittler Thiel. Der will vor allen Dingen einfach nicht glauben, dass der Unfall aus Unachtsamkeit geschah. Boerne hatte im „Großen Kiepenkerl“ kein Schlückchen Alkohol getrunken, und verhielt sich auch sonst wie immer. Also überheblich, lebhaft, wie ein „kleiner arroganter Fatzke“ eben. Wie konnte es im Tatort „Limbus“ also zu diesem schweren Unglück kommen? Während sich Thiel, der aus Befangenheit nicht am Fall arbeiten darf, heimlich die Bilder der Radarfalle auf der Roxeler Landstraße besorgt, erkundigt sich die besorgte Wilhelmine Klemm nach den Laborergebnissen von Boernes Blutproben. Die Puzzleteile im Krimi wollen nicht zusammenpassen, und so verbeißt sich Frank Thiel in die Angelegenheit: er wird zum Terrier.

Gut so, denn Prof. Karl-Friedrich Boerne lebt schließlich – noch. Sein Körper ist zwar stark geschwächt, doch sein Geist ist umso wacher. Im Limbus gefangen, irgendwo zwischen Himmel und Hölle, wartet der Mediziner auf sein Schicksal. In dem kühlen, kargen Raum, in dem das Wasser steht, sitzt ihm ausgerechnet ein Abbild Thiels gegenüber. Der ist Teil der „Geschäftsführung“, wie er ständig korrigiert, der Begriff des Teufels sei hier schon lange überholt.

Boerne glaubt weder Ohren noch Augen zu trauen. Ihm gelingt die Flucht nach draußen, in die reale Welt, wo er sich gleich in die Gerichtsmedizin begibt. Doch dort muss er feststellen, dass er als körperlose Seele keinen Kontakt zu den Lebenden aufnehmen kann, nicht einmal per E-Mail. Was für ein Jammer. Und dabei kennt der Sterbende seinen Attentäter ganz genau, den Mann, der ihm vor der tragisch endenden Nachtfahrt eine Droge injizierte … Es ist Doktor Jacoby, der bereits auf seinem Stuhl Platz genommen und seine Privatwohnung bezogen hat!


Der Münster-Tatort „Limbus“ wurde im Zeitraum vom 12. November bis 12. Dezember 2019 in Köln, Münster und Umgebung gedreht. Münsteraner und Touristen werden im Film die Gegend um den Domplatz und das Restaurant „Großer Kiepenkerl“ mit seinem gepflasterten Vorplatz wiedererkennen. Darüber hinaus spielt der TV-Krimi zu großen Teilen in den Räumen der Rechtsmedizin und der Klinik, sowie der Wohnung Boernes, die jedoch eigentlich in Köln steht.

Regisseur des WDR-Krimis ist Max Zähle, Jahrgang 1977, der mit „Limbus“ seinen ersten Beitrag zur Tatort-Reihe leistet. Sein 2012 in Kalkutta gefilmter Kurzfilm „Raju“ schaffte eine Oscar-Nominierung in Hollywood. Für das Skript zum Tatort ist Magnus Vattrodt verantwortlich; der Autor hat in der Vergangenheit die Vorlagen zu den Münsteraner Episoden „Tempelräuber“ (Tatort-Folge 745) und „Herrenabend“ (Tatort-Folge 799) verfasst.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Mich hat dieser Münster-Tatort positiv überrascht. Die Idee mit dem Geist ist arg abgelutscht, doch ich mag den zynischen Humor, der hier an den Tag gelegt wird: Der Kölner Rosenmontagszug als Live-Übertragung direkt aus der Hölle – herrlich! – oder die amtstypische Formularflut (à la Passierschein A38). Auch das Szenenbild ist höllisch gut gewählt. Dass den Professor keiner so richtig lieb hat, aber irgendwie ja doch ganz dolle, ist nicht neu. 3 sich fix verflüchtigende Sternchen.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Einfach klasse, unbedingt gucken! Dieser Tatort aus Münster ist mal ganz anders und wieder nicht, weil das Team perfekt harmoniert. Auch wenn Boerne fehlt, ist er da und versucht auf lustige Weise Kontakt aufzunehmen. Man fühlt richtig mit ihm, wie verzweifelt er sein muss. Für Dr. Jacoby hätte ich mir einen anderen Schauspieler gewünscht, die Figur kam zu blass rüber. Ich gebe trotzdem sehr gute 4 Sterne!!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Frank Thiel – Axel Prahl
Rechtsmediziner Prof. Dr. Dr. Karl-Friedrich Boerne – Jan Josef Liefers
Rechtsmedizinerin Silke „Alberich“ Haller – ChrisTine Urspruch
Staatsanwältin Wilhelmine Klemm – Mechthild Großmann
Taxifahrer Herbert „Vaddern“ Thiel – Claus D. Clausnitzer
Kriminalassistent Mirko Schrader – Björn Meyer
Kommissarin Nadeshda Krusenstern – Friederike Kempter
Dr. Jens Jacoby – Hans Löw
Dr. Gärtner, Ärztin auf der Intensivstation – Sonja Baum
Internist Dr. Martin Lauer, ehemaliger Kommilitone von Jacoby – Sascha Nathan
Polizist Weber – Guido Renner
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Magnus Vattrodt
Regie – Max Zähle
Kamera – Frank Küpper
Szenenbild – Michaela Schumann
Schnitt – Thomas Stange
Ton – Matthias Haeb
Musik – Daniel Hoffknecht

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