Tatort Folge 174: Tod macht erfinderisch



Erscheinungsjahr: 1985
Kommissar: Bülow
Ort: Tatort Berlin


  4 Meinungen
Tatort Folge 174: Tod macht erfinderisch 4 4

„Tod macht erfinderisch“: Dass dies gleichermaßen für Täter und Ermittler zutrifft, beweist uns dieser Berliner Tatort um Hauptkommissar Hans-Georg Bülow (Heinz Drache).

Acht Jahre lang hat er keinen Berliner Tatort betreten. Doch nun ist Hauptkommissar Bülow nach seiner Zeit in Hamburg wieder da. Er will seinem ehemaligen Kollegen bei den Ermittlungen in einem Fall zu helfen, in dem es um einen alten Bekannten von Bülow geht: Gerhard Maschke. Dieser war wegen eines Überfalls auf seinen reichen Bruder und dessen Frau verurteilt worden. Er hatte die Opfer mit einer falschen Zeitbombe bedroht und sie gefesselt. Dabei erstickte Frau Maschke an ihrem Knebel. Gerhard Maschke verunglückte seinerseits auf der Flucht mit dem Wagen und konnte deshalb verhaftet werden. Es war Bülow, der den Ganoven damals wegen Raubs mit tödlich verlaufener Geiselnahme dem Gericht übergeben hatte. Maschke hatte trotz der erdrückenden Indizien seine Unschuld beteuert und der Polizei Rache geschworen.

Nun wurde Maschke als todkranker Mann vorzeitig aus der Haft entlassen. Bülow ist sich sicher: Der Mann will sich an ihm und seinen Kollegen rächen. Die Kripo Berlin nimmt die Observation auf. Und tatsächlich deutet alles darauf hin, dass Maschke kriminelles Vorhat. Allerdings scheint es nicht um einen Racheakt zu gehen, sondern um einen erneuten Raubüberfall nach dem bekannten Schema. Die Polizei stellt Maschke am Tatort eine Falle.

Erst da durchschaut Bülow Maschkes tatsächlichen Plan: Nicht ein Raubüberfall mit fetter Beute war das Ziel der erneuten Überfalls. Maschke hat vielmehr an seinem Schwur festgehalten und will sich rächen. Er hat Bülow und seine Kollegen auf eine falsche Fährte gelockt. Warum? Um den Polizisten und aller Welt in einer spektakulären Aktion zu zeigen, was damals wirklich geschehen ist. War er wirklich unschuldig in Haft? Und wenn ja: Wer ist dann für die ihm zur Last gelegten Verbrechen verantwortlich?

Der Berliner Tatort „Tod macht erfinderisch“ ist eine Produktion vom Sender Freies Berlin (SFB). Die Tatort-Folge 174 wurde erstmals am 10. November 1985 im Ersten Programm der ARD ausgestrahlt. Diese Episode ist der Einstand für einen Großen der deutschen TV-Geschichte: Heinz Drache hatte es 1962 als Kriminalinspektor Yates in Durbridges‘ Krimi-Sechsteiler „Das Halstuch“ geschafft, die ganze Nation vor den Bildschirm zu versammeln. Er wurde damals über Nacht zum Fernsehstar.

Inzwischen ergraut, verleiht Drache seinem Tatortkommissar spürbare Erfahrung und Überlegenheit. „Der Neue“ im SFB-Tatort brachte direkt sein ganz persönliches Image – wie er selbst einmal meinte – „ein Stück Drache“ in seine Kommissar-Rolle ein. Er grenzte sich und seinen Kommissar klar von zwei der erfolgreichsten Kommissare seiner Zeit ab: „ganz bestimmt wird es kein Abklatsch von Columbo oder Schimanski sein.“

Besetzung
Udo Vioff (Gerhard Maschke) · Jürgen Kluckert (Kommissar Matthias Leuschner) · Maximilian Wigger (Assistent Öllerink) · Karl Walter Diess (Klaus Maschke) · Marita Marschall (Anita Herboldt) · Horst Schön (Kommissar Stegmüller) · Lisa Riecken (Cornelia Neudörfer) · Gerhard Friedrich (Neudörfer) · Kurt Weitkamp (Belzig) · Ingeborg Wallmann (Frau Rose) · Klaus Sonnenschein (Taxifahrer) · Eva Kryll (Bettina Maschke) · Helmut Ahner · Almut Eggert · Ingeborg Wellmann

Stab
Drehbuch – Detlef Michel
Regie – Rolf von Sydow
Kamera – Rolf Licini
Schnitt – Friederike Badekow
Musik – Jürgen Franke
Produktion – SFB


7 Meinungen zum Tatort Folge 174: Tod macht erfinderisch

  • Manuela Hertel • am 9.10.11 um 13:04 Uhr

    Der erste „TATORT“ mit Heinz Drache als Hauptkommissar Hans-Georg Bülow. „Ein Kavalier der alten Schule“ nennt ihn seine – wahrscheinlich leider nur platonische – Freundin Sonja Bach. Genau das ist er auch.

    Wenn Bülow in seiner stilvollen Kleidung durch Berlin flaniert, ist das Zuschauen ein Genuss. Und wenn er spricht, dann ist das Zuhören ein Genuss. Heinz Drache war einfach ein wunderbarer Schauspieler!

    Schade, dass es nur sechs „TATORTE“ mit ihm gibt, und es ist eine Schande dass sie in den Dritten Programmen schon ewig nicht wiederholt wurden!


  • Dirk • am 21.5.15 um 15:48 Uhr

    Der Tatort Nummer 174 aus Mitte der 1980ziger Jahren. Hauptkommissar Bülow, elegant gekleidet und gebildet, sticht jeden Präsidenten aus. Den mußte man damals schauen, alleine schon um nicht bei der Mutter, der Ehefrau und den Schwestern in Ungnade zu fallen. Aber auch ich schaute ihn gerne, hier die Folge Eins, der insgesamt sechs Folgen. Ruhige, seichte Tatort-Filme waren das, einfach zum Abschalten und zur Vorbereitung auf den nächsten Arbeitstag. Und…meine Arbeitskleidung unterschied sich damals nicht äußerlich sehr differenzierter. Aber die Kompetenzen waren eindeutig anders verteilt. Der Titel dieses Tatortes ist ein wenig irreführend, die Story gemein und hinterhältig, der wirkliche Täter hätte wahrscheinlich schnell Lunte gerochen. Der stille Held hat es aber geschafft, seinen bösen Bruder zu überführen, zusammen mit der Tochter, die sich als privater Lockvogel an einen Kommissar erfolgreich ranmachte. Bülow muß ja innerlich gekocht haben. Der ausgeschlagene Handschlag des Unschuldigen gegenüber dem Hauptkommissar war die realistische Reaktion für unrechtes Leid. Schöne Nostalgie mit einem beliebten Hauptdarsteller. Dieser Tatort, nun zweimal gesehen, wird in endgültiger Erinnerung bleiben.


  • MadMonkey • am 18.4.17 um 18:39 Uhr

    Gehört in meine Hall of Fame der besten Tatort Folgen. Diese Folge liebe ich sehr.


  • Patrick Ostholt • am 7.5.17 um 19:28 Uhr

    @ Manuela Hertel

    Ja, da gebe ich Ihnen recht, Heinz Drache, als Kommissar Bülow, war der eleganteste, mit besten Manieren ausgestattete Ermittler der Tatort-Serie und mit absoluter Sicherheit ein Ausnahme-Kommissar der langlebigen Reihe.

    Ihn, als Schauspieler bei seiner Arbeit zu zusehen, macht eine wahre Freude und ist für mich, als Drache-Fan eine wahre Wonne.

    Schade, dass er damals nicht weitere Tatorte gemacht hatte ( hatte keine Lust mehr gehabt – schlechte Drehbücher ), dass wäre toll gewesen.

    Auch als Wallace-Kommissar war ein sehr Kontrast zu Joachim „Blacky“ Fuchsberger gewesen.


  • Dieter • am 12.7.17 um 9:57 Uhr

    Mittelmäßige Storry mit schlechter Musik an den falschen Stellen.


  • Walter Ulbricht • am 19.12.17 um 1:40 Uhr

    Don Flanello wie er leibte und lebte. Leider sonst eher belanglos.


  • Robert • am 19.12.17 um 16:10 Uhr

    Kein Renner, aber unterhaltsame Geschichte.
    Ein Blick über die Grenzmauer an der Luckauer Straße ist auch dabei. Das kennt heute fast niemand mehr.


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