Kurz und knapp – darum geht’s

In München treibt ein falscher Kommissar sein Unwesen: Heinz Eckhoff, ein erfolgloser Kleindarsteller, gibt sich als Polizist aus und nimmt wohlhabenden Bürgern unter dem Vorwand von Erpressungen hohe Geldsummen ab. Doch bei seiner jüngsten Aktion geht einiges schief – plötzlich gibt es zwei Tote. Kriminalhauptkommissar Ludwig Lenz muss in einem Geflecht aus Betrug, Mord und filmischen Ambitionen ermitteln.

Inhalt der Tatort-Folge „Die Macht des Schicksals“

Kriminalhauptkommissar Ludwig Lenz hat es mit einem besonders trickreichen Fall zu tun. Der erfolglose Kleindarsteller Heinz Eckhoff hat eine lukrative Masche entwickelt: Er gibt sich als Polizist aus und nimmt unter dem Vorwand, Erpressungen aufzuklären, gutgläubigen Bürgern hohe Geldsummen ab. Seine Opfer sind meist ältere Menschen, die ihr Geld nie wiedersehen.

Bei seiner jüngsten Aktion läuft jedoch einiges aus dem Ruder. Eckhoff nimmt dem Rentner Herrn Lange 150.000 Mark ab, doch kurz darauf wird Lange tot aufgefunden. Zu allem Überfluss wird auch noch Eckhoffs Komplize Franz Kleppinger ermordet in einem Baggersee entdeckt. Lenz steht vor einem Rätsel: Wer hat die beiden Männer auf dem Gewissen?

Die Ermittlungen führen Lenz und sein Team in verschiedene Richtungen. Der Beislwirt Hawratil gerät ins Visier, da viele seiner wohlhabenden Stammgäste Opfer des falschen Kommissars wurden. Auch der finanziell angeschlagene Filmproduzent Rudi Fink und seine pralinensüchtige Frau Liane, eine Schauspielerin, wirken verdächtig. Als Lenz herausfindet, dass Liane eine Affäre mit dem Kameramann Heinz Stolle hat, wird der Fall noch komplizierter.

Je tiefer Lenz gräbt, desto undurchsichtiger wird das Beziehungsgeflecht zwischen Tätern und Opfern. Ist Eckhoff wirklich nur ein Trickbetrüger oder steckt mehr dahinter? Welche Rolle spielt das Filmgeschäft in diesem Fall? Und wer ist für die beiden Morde verantwortlich?

In einem raffinierten Katz-und-Maus-Spiel muss Lenz alle Puzzleteile zusammensetzen, um die Wahrheit ans Licht zu bringen. Dabei stößt er auf überraschende Verbindungen und muss feststellen, dass in der Münchner Unterwelt nichts so ist, wie es auf den ersten Blick scheint.

Drehzeit und Sendetermin

Die Tatort-Folge „Die Macht des Schicksals“ wurde von April bis Mai 1986 in München und Umgebung gedreht. Ihre TV-Premiere feierte sie am 25. Januar 1987 in der ARD.

Videos zur Produktion

Leider liegen uns keine Produktionsvideos zu dieser älteren Tatort-Folge vor.

Tatort-Kritik

„Die Macht des Schicksals“ bietet typischen Münchner Tatort-Charme der 80er Jahre. Helmut Fischer als Kommissar Lenz überzeugt mit bayerischer Gemütlichkeit und scharfem Verstand. Die originelle Prämisse des falschen Kommissars sorgt für Spannung und Schmunzeln gleichermaßen. Die Verknüpfung mit der Filmwelt gibt dem Fall eine interessante Metaebene.
Zwar wirkt die Auflösung etwas überkonstruiert, doch der schwarze Humor und die stimmungsvolle Inszenierung machen dies wett. Ein unterhaltsamer, wenn auch nicht perfekter Tatort-Klassiker.
Fazit: Solide Krimiunterhaltung mit Münchner Flair und einer Prise Skurrilität.

Musik

Die Filmmusik wurde von Peer Raben komponiert. Leider ist sie nicht als separater Soundtrack im Handel erhältlich.

Besetzung

Georg Einerdinger (Obermeister Schneider) · Henner Quest (Assistent Faltermayer) · Uschi Wolff (Assistentin Kern) · Rolf Castell (Kriminalrat Schubert) · Hans Clarin (Rudi Fink) · Elfi Eschke (Liane Fink) · Sebastian Koch (Heinz Stolle) · Gunnar Möller (Heinz Eckhoff) · Karl Merkatz (Berti Hawrati) · Marius Aicher · Ulrich Beiger · Claudia Bethge · Paula Braendt · Marianne Brandt · Mathias Eysen · Angela Hillebrecht · Winfried Hübner · Gabriele Kastner · Margot Mahler · Georg Morasch · Else Quecke · Charly Rabanser · Willy Schultes · Frank Schuster · Nate Seids · Hans Stadlbauer · Gerda Steiner · Harry Täschner

Stab

Drehbuch – Ulf Miehe, Klaus Richter
Regie – Reinhard Schwabenitzky
Kamera – Tommy Erhart, Gernot Roll
Schnitt – Ingrid Endres, Ursula Möllinger
Musik – Peer Raben
Produktion – BR