Tatort Folge 330: Das Mädchen mit der Puppe



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Der Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ greift ein eher unangenehmes Thema auf, nämlich das Geschäft mit osteuropäischen jungen Frauen, welche von den Drahtziehern in Deutschland in die Sexbranche gedrängt werden. Für die beiden Ermittler in Düsseldorf, Kommissar Flemming (Martin Lüttge) und seine Kollegin Miriam Koch (Roswitha Schreiner) ist es in dem Krimi nicht leicht, die Hintermänner bei diesen schmutzigen und für die Mädchen oft sehr gefährlichen Geschäften zu finden, zumal sie außerdem mit der persönlichen Katastrophe konfrontiert werden, die ein solcher Job bei den anderen Familienmitgliedern auslöst.


Übeltäter in dem Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ ist Kurt, der in Düsseldorf sein Geld mit meist jungen osteuropäischen Frauen verdient, die seine Kunden mit sexuellen Leistungen erfreuen (müssen). Um diese Art der schmutzigen Arbeitsvermittlung erfolgreich betreiben zu können, ist Kurt darauf angewiesen, immer wieder neue Frauen zu gewinnen. Diese Akquise läuft bei ihm ganz einfach, weil er jede hübsche Frau oder schon jedes ansehnliche Mädchen in seine Geschäfte hineinziehen will – notfalls auf auch die harte Tour.

Kurts Taktik im Umgang mit seinen Frauen fällt in dem Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ eine junge Kroatin zum Opfer. Während sie gerade bei einem Shooting für pornografische Bilder posiert – nur mit der Kleidung eines Kindes angezogen, um bestimmte Zielgruppen anzusprechen – will der Arbeitsvermittler der unangenehmen Art die junge Frau unter Kontrolle halten. Zusammen mit seinem Bodyguard will Kurt die Gegenwehr des Mädchens, das sich nicht einfach dem Schicksal der anderen Frauen ergeben will, brechen. Anstatt das Mädchen jedoch zum Gehorsam zu bringen, töten die Männer es im Kampf.

Kommissar Flemming und die Kollegin Koch werden zum Fundort der Leiche gefunden und sollen in dem Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ herausfinden, wie die junge Kroatin gestorben und vor allem wer für ihren Tod verantwortlich ist. Bei ihren Ermittlungen stoßen die beiden Fahnder auf einen alten, ausrangierten Bus, in dem das Opfer zusammen mit den anderen angeworbenen Frauen unter armseligen Umständen gelebt hatte. Vor ihrem Tod hatte die Kroatin einen Teil ihres Lohnes an ihren Bruder nach Kroatien geschickt.

Dieser Spur folgenden können die Polizisten in dem Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ schließlich den Bruder ausfindig machen. Milan, der nichts von dem sexuellen Broterwerb seiner Schwester wusste, macht sich sogleich auf den Weg nach Deutschland, um ihren Tod zu rächen. Dabei verlässt sich der schockierte und wütende Mann aber nicht auf die Hilfe der Polizei, sondern nimmt allein seine Ermittlungen auf.

Bei seiner Suche findet Milan zunächst den Fotografen Carlos, der das Pornoshooting, bei dem seine Schwester getötet wurde, geleitet hatte. Doch auch Kurt wird über Milans Fortschritte informiert und bringt kurzerhand Carlos um, wobei er den Mord in dem Tatort „Das Mädchen mit der Puppe“ als Selbstmord tarnt. Milan ahnt jedoch, dass der Fotograf sich wahrscheinlich nicht selbst umgebracht hat und versucht daher eher, den Hintermann Kurt aufzuspüren. Der Plan des Kroaten ist in dem Krimi auch den Fahndern Koch und Flemming bekannt, die der Mann eindeutig unterschätzt hat…


Die Tatort-Folge 330 „Das Mädchen mit der Puppe“ wurde am 8. April 1996 zum ersten Mal ausgestrahlt. Produziert wurde der Krimi vom WDR, wobei Markus Fischer die Regie führte und Peter Märthesheimer und Pea Fröhlich das Drehbuch beisteuerten.

Besetzung
Hauptkommissar Flemming – Martin Lüttge
Kommissarin Miriam Koch – Roswitha Schreiner
Milan – Marcus Signer
Stipe – Stefan Witschi
Das Mädchen – Julia Stoll-Palmer
Carlo – Detlev Kügow
Kurt – Udo Kier
Babsi – Kristyna Lutanska
u.a.

Stab
Drehbuch – Pea Fröhlich, Peter Märthesheimer
Regie – Markus Fischer
Kamera – Jörg Schmidt-Reitwein
Szenenbild – Pit Janzen

Bilder: WDR/Zinner


7 Meinungen zum Tatort Folge 330: Das Mädchen mit der Puppe

  • Dirk • am 15.7.16 um 22:45 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 330 aus der Landeshauptstadt Düsseldorf am Rhein. Hier ermittelt der Hauptkommissar Flemming zusammen mit seiner jungen Kollegin, der Kommissarin Koch, in einem heiklen und anrührenden Fall im Milieu der Zwangsprostitution, illegalen Menschenhandels und Frauen aus Ost-Europa. Die jungen Mädchen, welche nicht ohne Gegenwehr sich ihrem verfluchten Schicksal ergeben wollen, werden körperlich gezüchtigt, bis hin zum Totschlag und gezieltem Mord, wobei hier die Grenzen übergangslos ineinander übergehen. Die beiden gut geschulten Tatort-Mordermittler lassen diese Methoden außerordentlich nicht zu und Flemming, dieses Sympathie-Bündel, geht, zusammen mit Miriam, aufs Ganze. Ein wirklich spannender und fasziniert zu sehender Tatort-Spielfilm aus dem Jahr 1996, wobei man sich heute noch fragt, warum Hauptkommissar Flemming nicht mehr dabei ist. Als Wiederholung immer wieder sehenswert.


  • Kvas • am 12.7.19 um 21:18 Uhr

    Interesting story. There is a vigilante action hero, like Liam Neeson in „Taken“, but the story is not about him but about the police (Flemming and Koch) following him. It is also about the morality of taking the law in your own hands. A discussion easily won if the bad guys are psychopaths and the victims are children. „Möchtes du ein Gummybärchen?“


  • Paul • am 27.9.19 um 2:35 Uhr

    Sehenswert, Rattenkönig wäre allerdings ein besserer Titel gewesen.


  • Der Fremde • am 23.12.20 um 18:01 Uhr

    Diese Folge habe ich heute zum ersten Mal gesehen (kann mich zumindest nicht erinnern, sie ´96 gesesen zu haben). Spannendes Thema, im Stile der 90-er-Jahre umgesetzt.
    Obwohl Flemming nicht gerade ein Sympathieträger ist, hat mich in diesem Fall das Thema interessiert (wenngleich heute m.E. die Sex-Industrie ganz anders organisiert ist und mit – eher harmlosen – Klein-Mädchen-Bildern wie im Film wohl nun kein großes Geld mehr zu machen ist; ich denke, auch in diesem Bereich ist das Geschäft „härter“ geworden).


  • Al.Ter • am 27.12.20 um 18:04 Uhr

    Da über die Weihnachtsfeiertage im linearen TV wieder nur Mist lief und TO-Wh. Mangelware sind, habe ich mir mit meiner Holden zwei Flemming-Aufzeichnungen aus dem Dezember von der Festplatte gegönnt – zum zweiten die #330:

    Also wenn einer _den_ Film-Bösewicht repräsentiert, dann Udo Kier – diese Augen!
    Erinnert sich noch jemand an Lars von Triers „Geister“ von 1994/97?

    Flemming hier mal etwas zurückhaltender, eher genervt, Kollegin Koch wie immer schnell mit der Waffe zur Hand.
    Und auch hier hat sich wie in #313 „Tod eines Auktionators“ hinsichtlich der Kriminalitätsfelder in den vergangenen 25 Jahren im Grunde nix verändert, die sind heute noch genauso aktuell – was einem zu denken geben sollte.


  • MadMonkey • am 26.2.21 um 6:47 Uhr

    Der schlechteste Flemming Tatort. Selbst Udo Kier wirkt wie aus einem billigen amerikanischen C-Videotheken Krimi. Übel 1 Stern


  • Der Fremde • am 26.2.21 um 9:50 Uhr

    @ Oheim Petri:
    Ich stimme Ihnen zu, dass dieser TO handwerklich sehr schlecht ist; m.E. wirkt er aber dadurch auch wieder irgendwie unfreiwillig komisch (so wie seinerzeit: „Der Angriff der Killer-Tomaten“). Ähnlich sah ich das übrigens auch bei dem Fasnacht-TO aus dem Schwarzwald vor 1 Jahr. In beiden Fällen jeweils ein „Trash-TO“, sozusagen.
    5 Sterne waren aber wohl um einen zuviel …


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