Tatort Folge 539: Leyla



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Tatort Folge 539: Leyla 5 2

In der Tatort-Folge 539 „Leyla“ kommen die beiden Ermittler aus Ludwigshafen, Kommissarin Lena Odenthal (Ulrike Folkerts) und Mario Kopper (Andreas Hoppe), nach dem Mord an einem Unbekannten und einer Begegnung mit der kleinen Leyla Schleuserei und Organhandel auf die Spur.

An einem kalten Novembertag wird in Ludwigshafen ein Toter gefunden. Der Mann liegt in einer Kiesgrube und ist – trotz der frischen Temperaturen – nur leicht bekleidet. Der Tote hat keinerlei Ausweise oder andere Identifizierungsdokumente bei sich. Odenthal und Kopper haben im Tatort „Leyla“ nur zwei Hinweise, um dessen Namen zu bestimmen. So hatte der Mann zum einen einen Zettel mit einer Ludwigshafener Adresse bei sich und zum anderen findet sich im Schuh der Leiche der Fetzen eines gemusterten Stoffes. Die beiden Fahnder folgen zunächst dem Zettel, der sie in ein Wohnviertel führt, in dem vor allem die unteren Gesellschaftsschichten und viele Ausländer leben. Das Gebiet ist das Zuhause vieler gestrandeter Menschen, die so viel mit sich selbst und ihrem schwierigen Leben zu tun, dass sie nicht auch noch auf die Personen in ihrer Umgebung achten wollen. Einzige Ausnahme zu den wenig hilfreichen Bewohnern ist im Tatort „Leyla“ ein 12 Jahre altes Mädchen. Leyla ist Kurdin und wohnt zusammen mit ihrem großen Bruder Mehmet in dem Viertel, seitdem die beiden gemeinsam nach Deutschland ausgewandert sind. Jetzt ist Mehmet jedoch verschwunden – er wollte wegfahren und Geld für sie beide holen, ist jedoch bis jetzt nicht zurückgekehrt. Zu Leylas Glück handelt es sich bei dem toten Mann nicht um ihren Bruder, der so jedoch weiterhin verschwunden bleibt.

Während Odenthal noch überlegt, ob sie die Kurdin an den Jugendnotdienst übergeben soll, ist der Sozialarbeiter der Ludwigshafener Siedlung, Peter Marler, sich sicher, die Sache im Griff zu haben. Aufgrund seines Versprechens, auf Leyla zu achten, und deren Vertrauen in das Versprechen ihres Bruders sieht die Kommissarin in dem Tatort „Leyla“ jedoch von einem Anruf bei den Behörden ab. Wie es scheint, kommt die Fahnderin von dem kleinen Mädchen jedoch so schnell nicht weg: Denn bald darauf wird Odenthal bewusst, dass der beim Toten gefundene Stofffetzen ihr bekannt vorkommt – und zwar hat sie das Muster bereits bei Leylas Puppe gesehen. Damit gibt es für die Kommissare einen ersten Hinweis darauf, dass der Tote doch eine Verbindung zu der Siedlung und der jungen Kurdin haben könnte. Da sie eh Mitgefühl mit Leyla hat, nimmt Odenthal sie mit in den Zoo, wo das Mädchen sich zumindest etwas öffnet. Diese weigert sich jedoch vehement, etwas über die Herkunft des Stoffes oder den Beruf ihres Bruders zu sagen. Denn diesem wäre es eigentlich gar nicht erlaubt gewesen, Ludwigshafen zu verlassen. Genauso besteht Leyla darauf, dass sie auf ihrem Weg nach Deutschland per Flugzeug über den Libanon gekommen waren.

Odenthal und Kopper vermuten in dem Tatort „Leyla“ aber, dass diese bei einigen Dingen gelogen hat. So ist es für die Ermittler zum Beispiel viel wahrscheinlicher, dass Leyla und ihr Bruder mithilfe von Schleusern illegal in die Bundesrepublik gekommen waren – genauso wie wahrscheinlich auch der tote Mann aus der Kiesgrube. In ihrer Siedlung scheinen die beiden nicht die einzigen illegalen Einwanderer zu sein, genauso wie die Schleuserei auch nicht das einzige Verbrechen dort ist. Besonders stutzig macht Odenthal und Kopper im Tatort „Leyla“ die Tatsache, dass viele der Bewohner gerade operiert wurden, aber nicht von den einheimischen Ärzte, die maximal bei späteren Komplikationen einspringen. Vor allem mehrere Nierenoperationen bringen die Fahnder aus Ludwigshafen auf die Vermutung, dass in der Siedlung ein illegaler Organhandel betrieben werden könnte. Doch hätte der Sozialarbeiter Marler nicht von den Machenschaften etwas merken müssen? Und was ist mit den Ärzten wie Maria, die auch Leyla gerade besucht?

 

Der Tatort „Leyla“ widmet sich wie viele Episoden zuvor einem politischen Thema aus einer gesellschaftskritischen Perspektive. Diesmal geht es um das Elend von illegalen Einwandern, die teilweise zu drastischen Taten gezwungen werden – was wiederum die Schleuser zum Beispiel durch den Organhandel ausnutzen. Martin Weinhardt inszenierte den Krimi, dessen Drehbuch von Harald Göckernitz stammte und der erstmals am 31.08.2003 gezeigt wurde.

Besetzung
Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Mario Kopper – Andreas Hoppe
Leyla – Maral Schäfer
Peter Marler – Jürgen Tarrach
Maria – Ruth Reinecke
Boris – Mark Zak
Ismail – Elia Blewzes
Tanja – Annika Blendl
Juri – Georg Friedrich
Frau Keller – Annalena Schmidt

Stab
Regie – Martin Weinhart
Buch – Harald Göckeritz
Kamera: Jürgen Carle
Schnitt – Monika Kretschmann
Musik – Thomas Osterhoff
Produktion – SWR


4 Meinungen zum Tatort Folge 539: Leyla

  • gjb • am 14.6.09 um 14:45 Uhr

    leyla ist k e i n bienzle -tatort, wie hier verfasst.


  • Gerald • am 14.6.09 um 17:45 Uhr

    Hallo,

    vielen Dank gjb. Der Beitrag wurde soeben korrigiert.


  • vox • am 18.3.13 um 21:08 Uhr

    Haha, auf der Visitenkarte steht „Odentahl“ und nicht „Odenthal“.


  • Dirk • am 17.8.16 um 14:45 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 539 aus Ludwigshafen und mit den beiden Spitzen-Tatort-Kommissaren Odenthal und Kopper. Da von der dortigen Mordkommission, ermitteln sie den Fund eines unbekannten Toten, der wird auch bis auf die Schuhe ausgezogen. Genau richtig, denn da liegt auch der Schlüssel zur Lösung dieses sozial-dramatisch angehauchten Tatort-Spielfilms aus dem Jahr 2003. Illegale Einwanderer ins Wirtschaftswunderland sowie der unteren Gesellschaftsschicht verschriebenen Mitmenschen sind Hauptakteure dieses Tatort-Psychos, darin verwickelt, der der nicht offen durchgeführte Organhandel unter Beteiligung von verantwortungsführenden Personen. Ein Film, der an die Tränendüsen erinnern sollte, für mich, leider auch in der Wiederholung, zu übertrieben dargestellt, was dann doch der Spannung abträglich erschien.


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