Helmut Fischer als Kommissar Ludwig Lenz


Einsatzgebiet: Tatort München
Erster Fall: Tatort Folge 130: Im Fadenkreuz
Erstausstrahlung: 15. November 1981

Körpergröße: 178 cm
Haarfarbe: braun-grau
Augenfarbe: braun

Bearbeitete Fälle

7

Aktiv im Dienst

1981 - 1987

Beliebtheit

Einschaltquoten in Mio.

Zur Figur Ludwig Lenz

Ludwig Lenz ist seit 1981 Leiter der Münchner Mordkommission. Seine Beförderung verdankt er ausgerechnet seinem ehemaligen Chef, Kriminalhauptkommissar Melchior Veigl (Gustl Bayrhammer), der ihn als seinen direkten Nachfolger für diese Position empfohlen hatte. Dies überrascht insofern, als Veigl in seinem Assistenten zunächst kaum mehr als einen kriminalistischen Laufburschen denn einen professionellen Fahnder zu erkennen meinte. Die stoische Ruhe, die Kriminalhauptkommissar Lenz durch das Ertragen der ständigen Belehrungen Veigls zur Genüge trainieren konnte, spiegelt sich in seiner ruhigen und sehr besonnenen Art wider, in der er die Befragung von Verdächtigen leitet.

Kommissar Lenz und sein Team

Mit seinem Kollegen Josef Brettschneider verbindet Kriminalhauptkommissar Lenz eine langjährige Zusammenarbeit, die bereits unter der Kommissariatsleitung von Melchior Veigl bestanden hatte und schließlich, trotz der Nichtberücksichtigung Brettschneiders im Zuge der Beförderung, sogar in eine Art Freundschaft mündete. Mit Brettschneider verbindet Lenz eine Allianz, mit ihm teilt er seine Gedanken über den Fortgang der Ermittlungen und seine Spekulationen, wie sich die jeweiligen Verbrechen zugetragen haben könnten, welche Hinweise welchen Verdächtigen als Täter entlarven könnten.
Seiner Aversion gegen Automatik-Schaltgetriebe ist es geschuldet, dass Brettschneider zumeist auch der Chauffeur dieses Tatort-Gespanns ist, das selbstverständlich standortgetreu aktuelle BMW-Modelle der gehobenen Mittelklasse nutzt. Allein beim Humor scheiden sich die Geister der Kollegen. Die etwas zu bemühten, schal wirkenden Witze Brettschneiders entlocken seinem Vorgesetzten Lenz höchstens spitze, sarkastische Bemerkungen, zumeist jedoch nur ein wortloses Augenrollen.
Als Brettschneider schließlich aus dem Münchner Tatort-Team ausscheidet, wird er durch Franz-Josef Schneider ersetzt, mit dem Kriminalhauptkommissar Lenz rasch auf Kriegsfuß steht, nachdem dieser nicht nur viel zu redselig ist, sondern auch noch regelmäßig die Ermittlungen erschwert, indem er unautorisiert Informationen an die Presse weitergibt.

Der Tatort-Ermittler Ludwig Lenz privat

Trotz einiger herber Niederlagen in Liebes- und Beziehungsangelegenheiten hat der Münchner Kriminalkommissar Lenz das Interesse an der Damenwelt niemals verloren. In allen Tatort-Folgen ist er nach einer großen Enttäuschung gerade mal wieder ein Single. "Eine Frau ist für mich immer wieder ein unlösbarer Fall", meint Lenz in der Münchner 176. Tatort-Folge "Schicki-Micki". Sein "Charme" wirkt Frauen gegenüber oft unbeholfen. "Im Trösten war ich noch nie gut", erklärt Ludwig Lenz schulterzuckend seine Ratlosigkeit angesichts des weiblichen Verzagens.
Immerhin zählt Kommissar Lenz zu den ersten Tatort-Figuren, denen Anflüge eines Privatlebens eingeräumt wurden. Wie aus dem Bonusmaterial zur Tatort-Folge „Weißblaue Turnschuhe“ (Tatort-Folge 30) hervorgeht, gab es seitens des Fernsehpublikums eine enorme Beschwerdeflut, woraufhin ein Sendungsverantwortlicher im Rahmen eines "Features" über die Dreharbeiten verkünden musste, dass man sich künftig wieder stärker auf die Polizeiarbeit konzentrieren werde.

FAQ - Kommissar Ludwig Lenz

Wer war der Vorgänger von Kommissar Ludwig Lenz am Münchner Tatort?

Hauptkommissar Melchior Veigl war der Vorgänger von Kommissar Lenz.

Wer ist der Ermittlungspartner von Kommissar Lenz?

Erst ist Josef Brettschneider der Ermittlungspartner von Ludwig Lenz. Er wird später durch Franz-Josef Schneider ersetzt.

Welches gesundheitliche Gebrechen hat Kommissar Lenz?

Lenz hat einen Bandscheibenschaden.

Ist Kommissar Lenz verheiratet?

Kommissar Lenz ist unfreiwilliger Single, der von einer Enttäuschung in die nächste stolpert.

Welche Lieblingsspeise hat Kommissar Lenz?

Ludwig Lenz hat eine ausgeprägte Vorliebe für Sardellenbrote.

Über den Darsteller Helmut Fischer

Der bayerische Volksschauspieler Helmut Fischer wurde als Sohn eines Kaufmanns und einer Änderungsschneiderin am 15. November 1926 in München geboren, wo er vaterlos aufwuchs.

Der Werdegang von Helmut Fischer

Nach wenig ersprießlicher Schullaufbahn und Abbruch der Schauspielschule von Otto Falckenberg arbeitete Fischer zunächst als Theaterschauspieler, blieb jedoch beinahe zwei Jahrzehnte hindurch weitestgehend unbekannt. In dieser Zeit heiratete er die Tänzerin Utta Martin. Die Ehe endete erst mit Helmut Fischers Tod am 14. Juni 1997; Utta gab für ihren Ehemann die Karriere auf und erarbeitete in einem Wirtschaftsarchiv den Lebensunterhalt des Paares. Helmut Fischer gelang sehr spät, erst in den 1980er Jahren, der Durchbruch. Zuerst spielte er in der Fernsehkrimi-Serie "Tatort" den Kriminalassistenten Ludwig Lenz, der ab 1981 zum Hauptkommissar befördert wurde, und schließlich übernahm Fischer ab 1983 die Rolle des Hallodris und Herzensbrechers Monaco Franze, die bayerischer Kult werden sollte.

Fischer als Kultfigur Monaco Franze

Als 50-jähriger Münchner Kriminalkommissar und Lebemann Monaco Franze, der „ewige Stenz“ Franz Münchinger, wurde Helmut Fischer schlagartig populär. Es handelte sich dabei um eine zehnteilige, vom Bayerischen Rundfunk produzierte Serie, in der die Hauptfigur mit einer Frau aus "besserer Gesellschaft" verheiratet ist und im Rahmen der Freiheit, die sie ihm lässt, das Abenteuer sucht. Sein bester Freund und Polizeikollege „Manni“ Kopfeck geht Monaco Franze bei der Einfädelung seiner mehr oder weniger intensiven Seitensprünge, wie auch deren Geheimhaltung vor Ehefrau Annette, in amüsanter Weise zur Hand. Der etwas windig-elegante Monaco Franze wurde zu Helmut Fischers Paraderolle, deren Charaktereigenschaften auch die weiteren Rollen Fischers maßgeblich bestimmten. Fischers Witwe Utta beschrieb ihren Ehemann einmal so: "Er hat immer darauf bestanden, dass er nur zum geringen Teil der Monaco Franze ist. Natürlich hatte er diesen Charme, aber er war ein sehr ernsthafter Mensch, sehr zuverlässig, geradezu krankhaft pünktlich und im Grunde seines Herzens schüchtern."

Der Tod des Schauspielers Helmut Fischer

Am 14. Juni 1997 erlag der beliebte österreichische Darsteller Helmut Fischer mit 70 Jahren einem Krebsleiden. Der Krebs wurde vier Jahre zuvor diagnostiziert. Seinen runden Geburtstag feierte der totkranke Schauspieler in sehr großer Runde, mit Familie, Freunden und Schauspielkollegen. Zu seiner Trauerfeier am 19. Juni 1997 erschienen mehr als 1.000 Trauernde. Sein Grab liegt auf dem Bogenhausener Friedhof in München, Grab Nr. 176. Im Garten der „Conditorei Münchner Freiheit“, einer von Fischers Lieblingsorten, wurde ein Denkmal in Bronze von Niclai Tregor Jr. aufgestellt, das Helmut Fischer in seiner Rolle als Monaco Franze zeigt. In Schwabing-West, einem Stadtbezirk der bayerischen Landeshauptstadt, wurde ein Platz nach dem Künstler benannt. Mit 87 Jahren folgte Utta Fischer-Martin ihrem „Spatzl“, wie sich das Paar gegenseitig nannte, und verstarb in einem Münchner Krankenhaus.

FAQ - Schauspieler Helmut Fischer

Mit welchem Spruch wird Helmut Fischer als Monaco Franze assoziiert?

Mit dem Satz „A bisserl was geht immer!“ wurde Monaco Franze bekannt.

Hat Helmut Fischer Kinder?

Die Ehe von Helmut Fischer blieb kinderlos.

Wann und woran ist Helmut Fischer gestorben?

Fischer erlag am 14. Juni 1997 einem Krebsleiden.

Wo ist Helmut Fischer begraben?

Fischer wurde am Bogenhausener Friedhof in München begraben.

Wo steht das Helmut-Fischer-Denkmal?

Das Helmut-Fischer-Denkmal wurde auf Fischers Lieblingsplatz im Cafégarten der traditionsreichen „Conditorei Münchner Freiheit" errichtet, wo der beliebte Münchner Schauspieler Stammgast war.