Tatort Folge 157: Haie vor Helgoland



Erscheinungsjahr: 1984
Kommissar: Stoever
Ort: Tatort Hamburg


  5 Meinungen
Tatort Folge 157: Haie vor Helgoland 5 5

Der erste Fall für den Tatort-Hauptkommissar Stoever (Manfred Krug) ist zugleich sein vielleicht spektakulärster: Denn der fiktive Raubüberfall auf einer Fähre, der im Hamburger Tatort „Haie vor Helgoland“ zu sehen ist, wurde nur wenige Wochen später in der Realität nachgeahmt. Noch ermittelt der Hamburger ohne seinen späteren Partner Brockmöller.

Endlich draußen! Karl Lepka und Alfred Jüssen wurden soeben nach sieben Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Gesessen hatten sie wegen gemeinsamen Raubüberfallen. Der dritte Mann des Verbrechertrios, Volker Reinders, war damals glimpflicher davon gekommen. Er musste nur zwei Jahre absitzen. Im Tatort „Haie vor Helgoland“ sehen sich die drei nach so vielen Jahren endlich wieder.

Zur Feier dieses Wiedersehen machen die Gangster eine Butterfahrt nach Helgoland – stilecht mit zollfreiem Krimsekt und Kaviar. Die Gespräche drehen sich um die guten alten Zeiten und natürlich ums liebe Geld, beziehungsweise um den eklatanten Mangel daran. Alle drei sind mehr oder weniger pleite. Und schon beginnt die Konversation kriminelle Züge anzunehmen: Es müssen doch Unmengen Geld von den Touristen nach Helgoland gebracht werden. Der zollfreie Einkauf und dann noch die vielen Feriengäste in den Hotels. Das sind Millionen! Und wie kommen die wohl zurück aus Festland? Natürlich mit dem Schiff – und so wird die „Wappen von Hamburg“ vom Ausflugsdampfer zum Tatort für einen Raubüberfall vor Helgoland. Unglücklicherweise geht dabei etwas schief und ein Besatzungsmitglied wird erschossen.

Die Hamburger Mordkommission wird eingeschaltet und der neue Hamburger Tatort-Kommissar Stoever nimmt die Ermittlungen auf. Zunächst hat er nur einen einzigen Anhaltspunkt: Die Untersuchung des Tatorts und der Leiche hat ergeben, dass der tödliche Schuss aus einer polizeilich bekannten Waffe stammt. Mit ihr wurden vor nur wenigen Wochen mehrere Schüsse auf den pensionierten Kriminalhauptkommissar Lothar Mühlenkamp abgegeben. Doch wer waren die „Haie vor Helgoland“?

Die Tatort-Folge 157 „Haie vor Helgoland“ ist eine Produktion des NDR. Erstmalig ausgestrahlt wurde sie am 23. April 1984 im Ersten Programm der ARD. Es ist der erste Fall für Manfred Krug als Kommissar Stoever, der mit 41 Auftritten einer der langlebigsten Tatort-Ermittler wurde.

Ein Skandal ergab sich zwei Wochen nach der Erstausstrahlung der Tatort-Folge: Zwei Zuschauer fühlten sich anscheinend durch den fiktiven Fall inspiriert und ahmten die Tat in der Realität nach. Maskiert und bewaffnet überfielen sie nachts auf dem Seebäderschiff „Roland von Bremen“ an seinem Liegeplatz in Bremerhaven den Zahlmeister in seine Kabine. Sie erbeuteten die Tageseinahmen einer achtstündigen Butterfahrt nach Helgoland – immerhin von 60.000 Mark und entkamen unerkannt. Im Gegensatz zur Filmvorlage kam hier glücklicherweise niemand ums Leben.

Besetzung
Manfred Krug (Hauptkommissar Paul Stoever) · Edgar Bessen (Polizeihauptmeister Heinz Nickel) · Ferdinand Dux (Hauptkommissar a.D. Lothar Mühlenkamp) · Bernd Tauber (Uwe Voss) · Ronald Nitschke (Rolf Gerber) · Ilse Biberti (Petra Kolb) · Hans Hirschmüller (Volker Reinders) · Dietrich Mattausch (Karl Lepka) · Karl-Heinz Gierke (Alfred Jüssen) · Susanne d‘ Albert · Martin Borger · Isolde Freitag · Helmut Gentsch · Peter Petran · Neithardt Riedel · Michael Weckler u.a.

Stab
Drehbuch – Peter Hemmer
Regie – Hartmut Griesmayr
Kamera – Frank A. Banuscher, Rainer Stuhlmacher
Schnitt – Karin Baumhöfner, Marion zu Stolberg
Musik – Joe Dixie
Produktion – NDR


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6 Meinungen zum Tatort Folge 157: Haie vor Helgoland

  • Fischer • am 14.9.10 um 20:08 Uhr

    Hallo !
    Den Tatort Haie vor Helgoland würde ich gerne nochmal sehen oder erwerben.
    Haben Sie Informationen dazu?


  • Walter Ulbricht • am 9.1.16 um 14:54 Uhr

    Pragmatisch aufgebautes Werk, bei dem (Gott sei Dank) die größten Unsympathen und widerlichsten Kerle auch das größte Unbill erleiden.


  • Dirk • am 1.3.16 um 7:52 Uhr

    Der Tatort Nummer 157 aus Hamburg. Es ermittelt ein Hauptkommissar Stoever von der dortigen Mordkommission. Ihm zur Seite stehen der Kriminalhauptmeister Nickel sowie ein pensionierter Hauptkommissar namens Mühlenkamp. Ermittelt wird gegen eine Verbrecherbande und Raubmörder, alle ehemalige Zuchthäusler und Unverbesserliche. Nach langjährigen Haftstrafen planen sie einen letzten großen Coup, den Überfall auf das Fährschiff während der Rückfahrt von Helgoland zum Festland. Ein tolles Gangster- und Polizeiepos aus Mitte der 1980iger Jahren, ein Kommissar Stoever wie man ihn gerne sieht. Dieser Tatort-Krimi ist so, wie man sich spannende Kriminalfilme vorstellt, spannend, intensiv, glaubwürdig. Und tatsächlich! Dieser Tatort fand in der Realität wenige Wochen nach der Erstsendung Nachahmer. Dreißig Jahre alter Tatort-Thriller, sehr sehenswert und absolut wiederholungswürdig.


  • Hauptkommissar Stoever • am 8.8.16 um 7:19 Uhr

    Ich erinnere mich noch ganz genau an die Erstaustrahlung im Jahre 1984.
    Manfred Krug gab sein Debüt als Kriminalkommissar Paul Stoever.
    In „Haie vor Helgoland“ war er also noch nicht Kriminalhauptkommissar.
    16 Jahre jung war ich, als diese TATORT-Folge erstmals über die Bildschirme flimmerte.
    Der Vorgänger von Manfred Krug war Walter Richter als Kriminalhauptkommissar Paul Trimmel, der schon fast 2 Jahre zuvor in Pension ging.
    Zu der Zeit hatte der NDR nur noch mit Horst Bollmann als Bundeswehr-Oberstleutnant Delius, der jedoch in unregelmäßigen Abständen, ermittelte.
    Polizeilicher Ermittler des NDR zwischen Trimmel und Stoever war Ulrich von Bock als Kriminalhauptkommissar Ronke, der in der Folge „Wenn alle Brünnlein fließen“ im Jahre 1983 im niedersächsischen Stadt an der Unterelbe einmalig auf Mörderjagd ging.
    Ulrich von Bock gehörte vorher als Kriminalobermeister Petersen zum Hamburger Team um Hauptkommissar Trimmel.

    Jetzt aber nochmal zu „Haie vor Helgoland“:
    Manfred Krug war für mich schon damals kein Unbekannter.
    In den ARD-Vorabendserien AUF ACHSE, DIE FISCHER VON MOORHÖVD + DETEKTIVBÜRO ROTH konnte man ihn schon bewundern.
    Gerade als hemdsärmeliger LKW-Fahrer Franz Meersdonk in der Serie AUF ACHSE habe ich ihn unheimlich gerne gesehen.
    Auch wenn er im TATORT zunächst eine deutsche Kopie des US-TV-Ermittlers COLUMBO darstellen sollte, fand ich seinen Einstand durchaus gelungen.
    Auch die anderen Rollen waren hochgradig gut besetzt.
    Ohnsorg-Theater-Star Edgar Bessen, damals eigentlich schon seit 1982 ständiger NDR-Ermittler Globig in der TV-Reihe SCHWARZ ROT GOLD, hier einmalig als Kriminalhauptmeister Heinz Nickel zu sehen.
    Der spätere LINDENSTRAßE-Star Bernd Tauber spielte den sympathischen Uwe Voss, der sich in die Freundin (Ilse Biberti, bekannt aus KÜMO HENRIETTE) eines der Täter (Hans Hirschmüller, bekannt aus WAGEN 10-6)
    Roland Nitschke (bekannt aus ALARMCODE 112) war als Freund von Uwe Voss zu sehen.
    Und in einer ganz außergewöhnlichen Rolle, nämlich als brutaler Raubmörder Karl Lepka war Dietrich Mattausch (bekannt aus KLEINSTADT-BAHNHOF, DER FAHNDER, DIE STRAßEN VON BERLIN + WIR SIND AUCH EIN VOLK) zu sehen.
    Es passte einfach alles


  • Gottlieb • am 29.10.16 um 17:16 Uhr

    Ein spannender Krimi mit großartigen Schauspielern und Lokalkolorit. Ich freue mich immer, wenn ich Manfred Krug sehen kann.


  • Henning • am 7.1.18 um 0:31 Uhr

    Ein Komplize erwähnt leichtfertig Lepkas alte Handverletzung vor dem Zahlmeister und besiegelt damit dessen Tod. Lepka wird dargestellt von Dietrich Mattausch, der danach fast nur noch Unternehmer oder Wissenschaftler spielte. Hier spielt er einen richtigen Kriminellen. Und das kann er auch.


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