Tatort Folge 1096: Die ewige Welle



So 26.05. 20:20 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2019
Kommissar: Batic und Leitmayr
Ort: Tatort München


  1 Meinung
Tatort Folge 1096: Die ewige Welle 5 1

Die zwei Münchner Tatort-Urgesteine Ivo Batic (Miroslav Nemec) und Franz Leitmayr (Udo Wachtveitl) lösen mit dem BR-Krimi „Die ewige Welle“ ihren 81. Fall seit 1991. Kein Wunder also, dass sich langsam Verschleißerscheinungen bemerkbar machen: Ivo hat Hüfte, Franz denkt versonnen an seine wilden Zeiten in den 80er Jahren zurück.

Tatort-Folge 1095 „Die ewige Welle“, gedreht im Zeitraum vom 7. August bis 10. September 2018 in München und einen Tag lang sogar in Portugal, wird am 26. Mai 2019 im Ersten Programm erstausgestrahlt. Der Sonntags-Tatort startet (Achtung!) fünf Minuten später als gewöhnlich, um 20.20 Uhr.

Inhalt der Tatort-Folge „Die ewige Welle“

Mit der „ewigen Welle“, auf die der Titel dieses süddeutschen Tatorts anspielt, ist die Welle am Eisbach – der linken Ableitung der Isar – in München gemeint. Die Eisbachwelle ist eine weltweit bekannte und bei Surfern überaus beliebte Flusswelle, für deren Erhalt und Nutzung sich der Verein IGSM e. V. (www.igsm.info) seit Jahren einsetzt. Etliche Unfälle durch wagemutige Surfaktionen wie das „Brettlrutschn“ auf alten Türblättern und einem gespannten Seil über die Stromschnellen des Bachs führten in der Vergangenheit zu einem kurzfristigen Verbot und polizeilichen Überwachungsmaßnahmen.

Mittlerweile wird das Surfen durch geübte Sportler am Eisbach durch die Stadt wieder geduldet; mit einer Online-Petition und 15.000 gesammelten Unterschriften gelang es dem Verein, der vor gut sechs Jahren noch in den Kinderschuhen steckte, die Welle zu retten. Die Voraussetzung hierfür ist die Selbstregelung und die Anleitung durch erfahrene Eisbachsurfer vor Ort. Anfänger bleiben den reißenden Schnellen lieber fern, denn ungefährlich ist das Flusssurfen keineswegs.


Auch Mikesch Seifert und sein jüngerer Schützling Robert Kraut lieben die Welle am Eisbach. Die zwei Männer treffen sich regelmäßig an der Münchner Eisbachwelle, um ihre Surfkünste zu perfektionieren. Seifert, Ende fünfzig und ein alter Hase in Sachen Surfing, ist Roberts Vorbild: So wie er möchte der Zwanzigjährige auch gerne das Brett beherrschen können.

Nach einer spät abendlichen Surfübung am Bach trennen sich die Freunde und radeln in verschiedene Richtungen nach Hause. Mittlerweile ist es stockdunkel. Mikesch Seifert, der sein Surfbrett seitlich am Fahrrad befestigt hat, nimmt eine Straßenunterführung, als er unvermittelt von einem anderen Radler überholt und ausgebremst wird. Der mit einer Kapuze vermummte Mann sieht verwahrlost aus, ist verschwitzt, reagiert hektisch und nervös: „Du bist doch Mikesch! Heinrich sagt, du hast was … Hast du’s da drin?“ Der Fremde versucht dem Surfer seinen Rucksack zu entreißen, doch der wehrt sich. Es kommt zu einer Rangelei.

Der Mann mit der Kapuze bietet dem Überfallenen schließlich fünf Euro an – lachend schlägt der das Angebot aus. Die Situation im Tatort „Die ewige Welle“ eskaliert: Mikesch Seiferts Rucksack reißt auf, Medikamentenschachteln purzeln heraus und verteilen sich auf dem Asphalt. Der Junkie greift gierig danach. Als Seifert dagegen angeht, zückt der andere ein Messer und sticht zu. Der Surfer sackt zusammen. Der Täter schnappt sich ein paar der Schachteln und verschwindet mit Seiferts Rad in der Nacht.

Am nächsten Morgen wacht Mikesch Seifert in einer Münchner Klinik auf. Ihm gegenüber stehen die Kriminalhauptkommissare Batic und Leitmayr. – „Franz Leitmayr?“ Noch benommen, mit verschwommenem Blick, konzentriert sich Seifert auf den weißhaarigen Mann, der da am Fuße seines Krankenhausbettes steht. Der erkennt seinen alten Kumpel Mikesch ebenfalls erst beim genaueren Hinsehen. Zu lange ist das letzte Zusammensein her! Im Sommer 1984 war es, da verbrachten Franz, Mikesch und die attraktive Niederländerin Frida an der portugiesischen Küste, im Fischerdorf Nazaré, eine unvergessliche Zeit voller Abenteuer, Liebe und Freiheit. Zwei Männer, eine Frau: Es musste am Ende schief gehen. Franz zog freiwillig den Kürzeren und verschwand wortlos, ohne sich danach jemals wieder bei seinen Freunden zu melden. Das plötzliche Wiedersehen nach all den Jahrzehnten überrascht die beiden Männer, und doch freuen sie sich.

Viel Zeit für einen ausgiebigen Plausch über die vergangenen 35 Jahre bleibt allerdings nicht, denn der lebensgefährlich verletzte Seifert macht sich in einem geeigneten Moment klammheimlich aus dem Staub und verlässt die Klinik. Kommissar Leitmayr kann sich das Verhalten seines Kumpels nicht erklären: Warum kooperiert Mikesch nicht und flüchtet stattdessen? Als Opfer einer fast tödlich endenden Messerattacke muss es doch in seinem Interesse liegen, den Täter zu finden – oder etwa nicht?

Mikesch macht sich barfuß, in Neopren gekleidet auf den Weg in seine Wohnung. Die Münchner Kriminalbeamten riechen den Braten und suchen das Haus, in dem sich der schräge Überlebenskünstler Seifert eingemietet hat, ebenfalls auf. Der kann im letzten Moment erneut vor der Polizei fliehen. Es beginnt ein Katz-und-Maus-Spiel, das den Beamten ein großes Rätsel ist. Ivo Batic, geplagt von Bandscheibenproblemen, und Franz Leitmayr sehen sich an der Eisbachwelle um und befragen die dort surfenden Sportler. Schnell kommen sie auf Robert Kraut, der als guter Freund von Seifert genannt wird. Kraut, der mit seinem Großvater in ärmlichen Verhältnissen lebt, kann (oder will?) zum Aufenthaltsort des flüchtigen Mikeschs jedoch keine Angaben machen.

Die Spur führt zu Frida de Kuyper, die mittlerweile am Rande von München lebt. Franz Leitmayr ist erstaunt, dass ihm seine alte Liebe so nah ist, ohne dass er davon wusste. Das Aufeinandertreffen versetzt dem alleinstehenden Ermittler im Fall „Die ewige Welle“ einen gehörigen Stich, denn Frida erwähnt beinahe beiläufig, dass sie einen Sohn hat. Das Alter des Kindes passt rechnerisch zu jenem heißen Portugal-Urlaub zu dritt. Hat Leitmayr etwa einen Sohn? Oder ist Mikesch der Vater von Joao? Die Mutter will die Identität des Vaters partout nicht preisgeben und schweigt sich aus. Jetzt hat der Hauptkommissar auch einen persönlichen Grund, um Seifert ausfindig zu machen: Weiß sein früherer Kumpel mehr zur Vaterschaft?


Das Drehbuch zum München-Tatort „Die ewige Welle“ schrieben Matthias Pacht und Alex Buresch. Das Autoren-Duo schrieb 2013 bereits gemeinsam das Skript für den Tatort „Der Wüstensohn“ (Tatort-Folge 916), ebenfalls mit Batic und Leitmayr als ermittelnde Kommissare. Inszeniert wurde der Krimi rund um die Eisbach-Surfer-Szene vom zweifachen Grimme-Preisträger Andreas Kleinert.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Der für mich schlechteste Tatort mit den zwei gezähmten Silberrücken Batic (er hat jetzt Bandscheibe!) und Leitmayr. „Die ewige Welle“ hat mich bestens in den Schlaf geschaukelt: Selten war in einem Münchner Tatort weniger Spannung zu spüren, habe ich deutlicher den Versuch wahrgenommen, humoristisch gefärbte Szenen à la Thiel & Boerne oder Dorn & Lessing einzuflechten. Gewollt – nicht gekonnt. Oder um es mit Peter Lustig zu sagen: Abschalten.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Bei den Münchner Ermittlern ist es wie bei den Kölner Tatort-Kollegen: Man weiß einfach, was man bekommt. Auch dieser Tatort ist wieder sehr typisch für Batic und Leitmayr, dieses Mal mit einem Hauch Nostalgie. Die Szenen aus Portugal sind gut eingebunden und Franz hätte damals tatsächlich so aussehen können. Es passt alles gut zusammen und die Nebenrollen sind gut besetzt. Einschalten und zurücklehnen!

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Assistent Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
Kommissar Ritschy Semmler – Stefan Betz
Gerichtsmediziner Dr. Matthias Steinbrecher – Robert Joseph Bartl
Mikesch Seifert, alter Freund von Leitmayr – Andreas Lust
Maya, Tochter von Mikesch – Luise Aschenbrenner
Frida de Kuyper – Ellen ten Damme
Joao, Fridas Sohn – Philip Dechamps
Robert Kraut, Freund von Mikesch – Justus Johanssen
Werner Kraut, Roberts Großvater – Klaus Stiglmeier
Heinrich, Freund von Mikesch und Robert – Michael Tregor
Verena, Barkeeperin – Lena Baader
Svenja, Mitarbeiterin im Kunstmuseum – Genija Rykova
Reja Shaban, Drogendealer – Pero Radicic
Anatoli Tschuprinov, Schlägertyp – Roman Kanonik
Junkie Ruben – Adam Venhaus
Vermieter Lechner – Andreas Maria Schwaiger
Frida (jung) – Guilia Goldhammer
Mikesch (jung) – Jonathan Müller
Leitmayr (jung) – Sören Wunderlich
Surferdouble von Robert Kraut – Simon Strangfeld
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Alex Buresch, Matthias Pacht
Regie – Andreas Kleinert
Kamera – Johann Feindt
Szenenbild – Maximilian Lange
Schnitt – Vera van Appeldorn
Ton – Peter Preuß
Musik – Daniel Michael Kaiser

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus München


1 Meinung zum Tatort Folge 1096: Die ewige Welle

  • Julika • am 27.4.19 um 19:59 Uhr

    Schon den ersten Fehler bemerkt, ohne den Film gesehen zu haben: Sonst war es immer Leitmayr, der es an der Bandscheibe hatte, nicht Batic.


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