Tatort Folge 589: Schürfwunden



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Tatort Folge 589: Schürfwunden 4 4

Der Köln-Tatort „Schürfwunden“ ist der 30. Einsatz der befreundeten Kommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär). Die Ermittlungen führen die beiden Großstadt-Fahnder hinauf auf das Land, genauer gesagt in das Niemandsland eines Braunkohlereviers.

Die Kriminalgeschichte beginnt damit, dass bei der Kölner Kripo ein Päckchen landet. So unauffällig die Postsendung auch ausschaut, so schockierend ist doch ihr Inhalt: im Paket liegt ein abgetrennter Finger. Die gerichtsmedizinische Untersuchung ergibt, dass der Daumen zu einem Mann gehört, der zum Zeitpunkt der Verstümmelung bereits tot war. Die zu Rate gezogenen Ermittler Ballauf und Schenk gehen dem zunächst einzig brauchbaren Hinweis nach, nämlich dem Poststempel auf dem Paket. Die Spur führt Max Ballauf und seinen Kollegen nach Schaffrath bzw. Neu-Schaffrath, einem kleinen Dorf in der Nähe Kölns.

Hier wütet der Abrissbagger, als die beiden Tatort-Kommissare eintreffen. Wegen eines Braunkohletragebaus muss der ganze Ort Schaffrath umgesiedelt werden, um an anderer Stelle zu Neu-Schaffrath zu werden – sogar der örtliche Friedhof wird verlegt. Lediglich die alte Dorfkneipe wird noch betrieben; hier werden die letzten Biere ausgeschenkt.

Die Inhaberin des „Goldenen Pflug“, Alice Rausch, widersetzt sich zusammen mit ihrer Tochter Tatjana und der Großmutter der unfreiwilligen Umsiedlung und lässt die Gastwirtschaft solange geöffnet wie möglich. Die Neu-Schaffrather, die bereits umgezogen sind, kommen immer noch auf ein Bier hierher und tragen ihren Teil zum üblichen Dorftratsch bei.

Nach einiger Recherchearbeit finden Max Ballauf und Freddy Schenk im Tatort „Schürfwunden“ heraus, dass die Postsendung mit dem amputierten Daumen mit einem Überfall zusammenhängt, der vor einiger Zeit auf einen Geldtransporter verübt wurde. Daran beteiligt war Guido Jensch, der damals fliehen konnte und zu dem der nun abgeschnittene Finger gehört. Aus Mangel an Beweisen konnte die vermutliche Komplizin des Geldräubers, Gitte Schäfer, nicht verurteilt werden. Seit kurzem ist sie wieder auf freiem Fuß. Aber welche Rolle spielt nun das idyllische Dorf bei einem Raubüberfall auf einen Geldtransporter?

Die beiden Kölner Kriminalisten rätseln. Einzig der Gehilfe der attraktiven Alice Rausch, Hansi Lensen, scheint der Polizei etwas zu verheimlichen. Doch als Ballauf und Schenk den Verdächtigen verhaften wollen, passiert ein Unglück…


Niki Stein, der Regisseur des WDR-Tatorts „Schürfwunden“, konnte zum Zeitpunkt der Dreharbeiten im April und Mai 2004 bereits auf umfassende Erfahrungen mit Tatort-Inszenierungen zurückgreifen: er drehte 1998 Tatort-Folge 383 „Manila“ mit Ballauf und Schenk, ebenso Folge 428 „Norbert“ mit Batic und Leitmayr, Folge 498 „Oskar“ mit Sänger und Dellwo und viele andere Episoden mit diversen Ermittlerteams.

Die Erstsendung der Tatort-Folge 589 „Schürfwunden“ im Ersten Programm der ARD fand am Sonntagabend, den 13. Februar 2005 statt.

Besetzung
Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Dr. Roth – Joe Bausch
Franziska – Tessa Mittelstaedt
Staatsanwalt von Prinz – Christian Tasche
Manfred Ackermann – Werner Wölbern
Gernot Ackermann – Stephan Kampwirth
Lensen – Dieter Brandecker

Stab
Drehbuch – Frank Posiadly, Niki Stein
Regie – Niki Stein
Kamera – Arthur W. Ahrweiler
Szenenbild – Frank Polosek

Bilder: NDR/WDR/Thekla Ehling


8 Meinungen zum Tatort Folge 589: Schürfwunden

  • Foxie • am 31.7.08 um 11:26 Uhr

    !Spoiler! Hat jemand das Ende verstanden…? Ich begreif bis heute nicht, wieso dieser Holländer am Ende ein Himmelfahrtskommando veranstaltet… es war doch so klar, dass er erschossen wird, wenn er aus der Deckung kommt. Viel zu blutiges Ende…

    Die Inhaltsangabe gibt einen guten Überblick.


  • Juli • am 7.5.09 um 22:48 Uhr

    Eeil er dachte, dass er den Schützen erledigt.
    Er dachte nicht, dass es da oben 2 gibt.
    Der Bruder hatte ja auch ein Gewehr und daher hat er ihn erschossen.


  • Michi • am 14.11.12 um 15:54 Uhr

    War leider abgelenkt – wer hat denn nun eigentlich den Finger geschickt bzw. die Hand dort versteckt und aus welchen Beweggründen? „Hansi“, sein Vater, die Blonde, der Polizist und sein Bruder steckten doch unter einer Decke, was die Leiche/das Auto und das Geld angeht – korrekt?


  • Spiderman • am 21.11.12 um 18:55 Uhr

    Dem eigenartigem Ende zum Trotz: starker Tatort in morbider Dorfkulisse!


  • Dirk • am 16.1.14 um 22:28 Uhr

    Super Tatort mit einmaligem „Tagebauflair“. Hat was. Dazu gut gezeichnete Charaktere.


  • Thor • am 19.2.16 um 2:12 Uhr

    Ach – und so einen guten Tatort wiederholt man eher selten?! Habe ihn auf youtube gefunden … Wovon dem Freddy dann wohl schlecht war?


  • Dirk • am 21.5.16 um 21:24 Uhr

    Der Tatort mit der Nummer 589 aus Köln mit einer richtigen Crime-Time-Story. Die beiden Hauptkommissare Ballauf und Schenk untersuchen den Tod eines Bankräubers, dessen Leichnam sie jedoch erst einmal finden müssen. Es verschlägt sie in ein abgelegenes Dorf im tiefen Braunkohlentageabbau und in weiterer Entfernung von Köln, mit einem schon aufgegebenen Dorf und nur noch wenigen, verschlagenen Bewohnern, welche ein erschreckendes Geheimnis untereinander haben und gegenüber Außenstehenden äußerst zurückhaltend sind. Aus beruflichen Gründen war ich Ende der 1990 Jahre in diesem Abbaugebiet unterwegs, erlebte den Tagebau, den Umzug von diesen Abräumbaggern, über Stock und Straßen, sowie menschenleere Dörfer mit. Der Film gibt die Umgebung realistisch wieder und ist insgesamt gesehen ein solider, eher mäßig spannender, Polizeifilm mit den beiden beliebten Kölner Tatort-Polizisten. Ich schaue mir den immer mal wieder gerne an. Auch ein schönes Zeitdokument der 2005 Jahre. Toll.


  • Karin L. • am 22.11.18 um 21:46 Uhr

    Mittelprächtiger Krimi, war ganz in Ordnung.
    Couch und Einweihungsparty und Kleinwagen als „Running Gag“.


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