Tatort Folge 795: Im Netz der Lügen



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Die beiden Hauptkommissare Klara Blum (Eva Mattes) und Kai Perlmann (Sebastian Bezzel) werden in der Tatort-Folge 795 „Im Netz der Lügen“ zu einer versuchten Vergewaltigung gerufen:

Heike Göttler hat in Notwehr einen unbekannten Mann erschlagen, der sie beim Joggen in einem einsamen Waldstück überfallen hat. Mit ihren Gewichtsmanschetten am Arm hat die Frau den Fremden so stark am Kopf getroffen, dass er daran starb. Blum und ihr Kollege kennen Göttler, die als Vorsitzende Richterin am Landgericht arbeitet. Bei einer ersten Befragung zu dem Tathergang bleibt die Juristin ruhig und schildert gefasst alle Details zum Fall; die Richterin ist für ihre Strenge und Professionalität gegenüber Vergewaltigern bekannt.

Tatort Im Netz der Lügen – Trailer



Doch so eindeutig der Fall im Tatort „Im Netz der Lügen“ auch zunächst scheint, so schnell tauchen Ungereimtheiten auf. Die Ermittler finden in der Tasche des Toten, es handelt sich um den Bauunternehmer Hartmut Roth aus Freiburg, eine Notiz darüber, dass er zur Tatzeit am Tatort eine Verabredung mit einer gewissen Justine hatte, die sich als willige Sklavin ausgegeben hatte.

Klara Blum und ihr Assistent Perlmann erfahren im Zuge ihrer Ermittlungen, dass sich Roth offenbar aktiv in Sado-Maso-Foren bewegte und sich online mit Gleichgesinnten austauschte und verabredete. Damit kommen Blum Zweifel an Heike Göttlers Aussagen, denn die hatte behauptet, Hartmut Roth nicht gekannt zu haben. Hat die hart durchgreifende Richterin die Wahrheit gesagt? Ist sie womöglich kein unschuldiges Opfer – sondern Täterin?

Währenddessen treibt Göttler unerbittlich die Ermittlungen gegen den vermeintlichen Vergewaltiger voran. Der Fall gelangt schließlich an die Presse und die Identität der Richterin wird öffentlich. Jetzt erst droht Heike Göttler die Fassung zu verlieren, als man sie im Gerichtssaal als befangen ablehnt; die Kollegen raten ihr, sich bis auf weiteres krankschreiben zu lassen. Die Vorsitzende Richterin ist überzeugt, dass eine Intrige gegen sie vorliegt – vermutlich will sich ein verurteilter Straftäter an ihr rächen.

Tatsächlich bemerken auch die beiden ermittelnden Kommissare Blum und Perlmann, dass die Frau Feinde hat. Der Gerichtspräsident verrät den zwei Kriminalbeamten, dass Göttler intern Justine genannt wird…


Die Dreharbeiten zum SWR-Tatort „Im Netz der Lügen“ fanden im Herbst 2009 in Konstanz, Baden-Baden, Karlsruhe und Umgebung statt. Zum ersten Mal gezeigt wurde der Krimi im Rahmen der Biberacher Filmfestspiele am 6./7. November 2010, die Erstausstrahlung im Fernsehen lief am 27. März 2011 im Ersten und erreichte eine Einschaltquote von 25,6 Prozent – die bis dato höchste für einen Tatort aus Konstanz.

Besetzung
Hauptkommissarin Klara Blum – Eva Mattes
Hauptkommissar Kai Perlmann – Sebastian Bezzel
Richterin Heike Göttler – Karin Giegerich
Annika Beck [Beckchen] – Justine Hauer
Ernst Heck – Matthias Freihof
Professor Lorenz – Marek Ehrhardt
Gabriela Volkmann – Eva Mannschott
Sandra Seefried – Jutta Fastian
Gerichtspräsident – Stephan Schwartz
Marco – Patrick von Blume
Kriminaltechniker Müller – Oliver Stein
Dr. Wemut – Benjamin Morik
Moritz von Zeddelmann – Felix Roth

Stab
Regie – Manfred Hattendorf, Ulrich Herrmann
Buch – Dorothee Schön
Kostüme/Kostümbild – Charlotte Graf
Kamera – Ralf Nowak
Maske/Maskenbildner – Melanie Glawon
Location Scout – Pamela Schmidt
Regieassistenz – Janis Rebecca Rattenni
Produzent – Uwe Franke
Set-Aufnahmeleitung – Volker Stappenbeck

Bilder: SWR/Stephanie Schweigert


8 Meinungen zum Tatort Folge 795: Im Netz der Lügen

  • B.Schenk • am 27.3.11 um 21:31 Uhr

    War ganz gut. Der Bodensee Tatort hat immer ganz gute Stories.


  • Lovemate • am 27.3.11 um 22:51 Uhr

    Wieder mal die üblichen kleinen Fehler in einem ansonsten sehr solide gestrickten Tatort mit guten Dialogen, Wendungen und Schauspielern.

    Ein Fehler:
    Die Richterin schlüpft barfuß in ihre Jogginschuhe um laufen zu gehen. Später als Klara Blum sie am See(dem Tatort) befragt, trägt sie aber Socken in den Schuhen… (???)


  • CRod • am 28.3.11 um 6:10 Uhr

    Die Vorschusslorbeeren waren übertrieben. Eine sehr gute Idee (Rachelüstiger steuert per Internet vermeintliche Täter auf vermeintlich willige Opfer) wurde gewohnt aufgesetzt umgesetzt.
    Als der Student den hausmeisternden Täter nach seinem Laptop fragte, war leider schon alles klar.
    Und bei der Richterin wurde es mit der Symbolik auch übertrieben. Warum wurde deren Haus nicht gleich ganz schwarz oder ganz weiß ausgestattet?

    Klara Blum, die Rotweinentspannerin, in ihrer Selbstzufriedenheit kann ich mir kaum noch zumuten, aber Tatort muss halt sein.
    Lasst doch bitte, bitte den Perlmann ran, bitte!!!


  • prosto • am 28.3.11 um 18:37 Uhr

    .. und, lovemate, gleich noch ein Fehler, den ich noch schlimmer finde: es wurde davon gesprochen, dass Hecks Exfrau zum Rudern geht bzw. zum Ruderverein, und dann paddelt sie im Kajak zum Kanuverein, das sind ja nun völlig verschiedene Sportarten! Unmöglich, Frau Drehbuchautorin!


  • Ein Kommentator • am 29.3.11 um 1:11 Uhr

    Na ja, der Fall war ok, aber nicht überragend. Ungeschütztes WLAN mit Klarnamen, ja ne is klar, anno 2011? Wäre 2005 noch glaubwürdig gewesen, aber so?
    Abgesehen davon wurde der eigentliche Täter durchaus zu früh verraten durch die Laptopgeschichte.
    Auch sonst mal wieder etwas klischeehaft gestaltete Rollen. Die Richterin als alleinlebende Superemanze, natürlich sieht das Haus mal wieder aus wie aus einem Werbeprospekt, hohe Fenster und natürlich hocht die Richterin da ganz cool auf dem Sofa im Schneidersitz am Glastisch, ja ja.
    Der essentielle Nebenstrang darf natürlich auch nicht fehlen, in diesem Fall der zwielichte Journalist, der die arme Beckchen ausnutzt, weil Perlmann nach einigen Jahren wohl immer noch nicht bei der Guten landen konnte(was dann auch wieder zu viel Stoff für OT wäre).
    Trotzdem noch eine solide Folge und mal eine Abweichung vom herkömmlichen „Whodunnit“.


  • Kritischer Tatort-Zuschauer • am 29.3.11 um 19:53 Uhr

    Also ehrlich gesagt verkommt der Tatort immer mehr zum unrealistischen Witz.
    Die Folge war zwar filmisch solide gemacht, dramaturgisch betrachtet aber Abfall. Unrealistischer sind sonst nur Einlagen unter der Federführung von Jeltsch á la „Strahlende Zukunft“.

    Das ist alles kritikwürdig und der Realitätsbezug fragwürdig:

    1. Obwohl diese Sadomaso-Chatter sich sonst immer mit Paßwörtern und Safewords verabredet haben und die später fälschlich irgendwo hingeschickten falschen SM-Interessierten deswegen auch gleich wieder problemlos heimgingen, haut der Täter die Richterin gleich um, daß sie auf die Steine am Strand fliegt, ohne vorher mit ihr zu reden. Schon klar, sehr logisch.
    2. Die eigentliche Tat rückt später in den Hintergrund, als es darum geht, wer diese falschen Fährten gelegt hat. Obwohl immerhin ein Mensch umgekommen ist.
    3. Natürlich kann die Richterin mal eben den Sohn des Täters umhauen, ohne daß es Konsequenzen hat.
    4. Offenes WLAN – ja ist schon klar, anno 2011 noch mit offenem WLAN unterwegs und dann noch mit Klarnamen. Obwohl seit ca. 5-6 Jahren die meisten WLAN-Geräte ab Werk mit aktivierter Verschlüsselung ausgeliefert werden. Abgesehen davon kann man eine Verschlüsselung auch knacken. Ist sowieso eine fragwürdige Sache – in der Regel braucht es eine staatsanwaltliche Anordnung an den Seitenbetreiber, die IP herauszugeben, und dann muß das nochmal über den Provider beantragt werden, herauszufinden, wer da nun hintersteckt.
    5. Abgesehen davon war schon sehr früh klar, wie der Hase läuft, als der Hausmeister das Notebook versteckt hielt.
    6. Mir ist keine Uni bekannt, wo nach jeder Vorlesung der Hausmeister durchmarschiert und saubermacht. Da dürfte auch die Uni Konstanz keine Ausnahme sein. Dafür gibt es Putzdienste, die angemietet werden.
    7. Dieser Gesichtslese-Doktor mit Erkältung wirkte auch eher wie aus einer Krimikomödie entsprungen.
    8. Natürlich ist der Journalist rein zufällig Beckchens neuer Freund, und unser Superermittler Perlmann kann auch mal eben die Speicherkarte beschlagnahmen, ohne Protokoll dafür und natürlich kann er dann auch gleich den bösen bösen Journalisten erpressen, Beckchen zu verlassen, da er es in den Jahren immer noch nicht geschafft hat, bei ihr zu landen.
    9. Warum Heck eigentlich nicht in Revision ging, ist unklar.

    Fazit:
    Insgesamt wenig glaubwürdiger Fall, dem es nur um reißerische Aufmachung geht.


  • Gudrun Eussner • am 30.3.11 um 19:24 Uhr

    Alle TO, in denen das Ermittlerpersonal, also Kommissare, Richter, Staatsanwälte von vornherein etwas mit Opfern, Tätern oder Zeugen zu tun haben, verwandt oder befreundet sind, schalte ich sofort ab bzw., wenn ich’s vorher weiß, gar nicht erst ein. Das hat zur Folge, daß ich kaum noch einen Krimi der letzten Jahre sehe.

    Zum Glück gibt es hin&wieder alte TO und andere Krimis, heute abend z.B. Folge 258, das könnte einer sein.


  • Dirk • am 24.2.15 um 21:52 Uhr

    Heute, auf SWR um 20:15 h, lief der Tatort 795. Seit bekannt geworden ist, dass dieses Ermittler-Duo die Bodensee-Segel streicht, schaue ich mir ab und an eine dieser Folgen an, wahrscheinlich um das Gefühl vermittelt zu bekommen, nicht viel verpasst zu haben. Eine interessante Begegnung wird gezeigt. Eine attraktive, karriere-bewußte, sportlich durchtrainierte und Kampfsport beherrschende Richterin, mit wissenschaftlichen Studium, trifft, ……… auf Frau Blum. Alles herum erscheint nebensächlich. Die pseudo-sexuellen Machenschaften der Oberschicht, die stumpfen Abartigkeiten der weniger gesellschaftlich gut gestellten Mitbürger. Nur Frau Blum. Ich möchte nicht wissen, was für einen Apparat Justitia in Bewegung setzen würde, wenn eine rechtssprechende Person, aufgrund Ihrer Urteilsfindung, anschließend durch die verurteilten Angeklagten drangsaliert wird. Außer einen Einsatz von Frau Blum. Die Grimassen-Deuter in Selbstausbildung waren ein zusätzlicher Höhepunkt dieses nichts sagenden Films. Alles Gute Frau Blum.


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