Tatort Folge 1109: Die Pfalz von oben



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Tatort Folge 1109: Die Pfalz von oben 3 25

Happy birthday, Lena! Die dienstälteste Kommissarin der Tatort-Reihe rundet gleich doppelt: Am 29. Oktober 1989 lief Lena Odenthals erster Fall „Die Neue“ (Tatort-Folge 224) im Ersten Programm. Jetzt, 30 Jahre später, ist Einsatz Nummer 70 „Die Pfalz von oben“ erstmals im Fernsehprogramm mitzuverfolgen. Am Sonntag, den 17. November 2019 um 20.15 Uhr wird der Tatort 1109 ausgestrahlt.

Lena trifft darin auf eine alte Liebschaft: Niemand Geringerer als Ben Becker spielt – wie damals, 1991, in Episode 249 „Tod im Häcksler“ – den Ortspolizisten Stefan Tries. Der gerät im neuesten Fall allerdings unter Mordverdacht, ausgerechnet. Kann die Ludwigshafener Hauptkommissarin da überhaupt unbefangen ermitteln?

Inhalt der Tatort-Folge „Die Pfalz von oben“

Es sind Jahrzehnte vergangen seit dem frühen Fall „Tod im Häcksler“. Lena Odenthals erst dritter Mordfall, den die Pfälzerin im Jahr 1991 aufklärte, führte sie damals in das kleine (fiktive) Provinzdorf Zarten. Kinder hatten hier die Kleidung eines eingewanderten Rumänen entdeckt – der zwei Jahre zuvor spurlos verschwunden war. Die junge Kriminalbeamtin war gleich von Anfang an fasziniert von der Ruhe in dem beschaulichen Örtchen, dem entschleunigten Lebensgefühl, welches die aus der betriebsamen Großstadt Ludwigshafen am Rhein kommende Fahnderin nicht gewohnt war. Auch der dort ansässige 25-jährige Ortspolizist Stefan Tries übte eine große Anziehungskraft auf Lena Odenthal aus.

2019. Wieder bekommt Lena Odenthal den Auftrag, in den Norden von Kaiserslautern zu düsen. Ein junger Polizist wurde dort bei einer abendlichen Routinekontrolle angeschossen. Mit schweren, multiplen inneren Verletzungen liegt der frisch verheiratete Benny Hilpert nun in der Klinik. Der mutmaßliche Täter konnte mit seinem Sattelschlepper über die deutsch-französische Grenze flüchten, die drei Kilometer vom Tatort entfernt liegt; die Fahndung nach dem Mann läuft im Fall „Die Pfalz von oben“ bereits, als die Kriminalist am Ort des Geschehens eintrifft.

Am Tatort, mitten auf einer Landstraße bei Zarten, steht Lena ihrer Vergangenheit Angesicht zu Angesicht gegenüber: Stefan Tries. Der Mitte Fünfzigjährige hat heute die Leitung der örtlichen Polizeidienststelle inne. Anstatt sich jedoch über das unverhoffte Wiedersehen nach dreißig langen Jahren zu freuen, ist Tries sichtlich betrübt. Mit einem verletzten Arm in der Schlinge steht er auf dem Feld und schaut hinunter auf seine Heimat, in das Tal, in dem das sonst so friedliche Dorf liegt. „So ne Lage hatten wir hier noch nie“, sinniert er. Lenas erstes Lächeln schwindet. Sie hat Stefan, der damals schwer in sie verknallt war, anders in Erinnerung. Die neueste Nachricht, dass Hilpert seinen Verletzungen erlegen ist, schockiert den Polizisten zusätzlich.

Gemeinsam fahren die beiden Beamten zur jungen Ehefrau des Opfers, Zoe Hilpert. Die kann den plötzlichen Tod ihres Geliebten kaum fassen. Die Mitarbeiter der Zartener Dienststelle – der stellvertretende Leiter Ludger Trump, Nicolay und Britta Fies – versichern Odenthal, sich um die Witwe zu kümmern, schließlich seien sie alle auch Nachbarn. Und tatsächlich: Sämtliche Polizisten der Wache und ihre Familien leben „an der Bullenweide“, in einer frisch gebauten Siedlung, finanziert von einem französischen Investor.

Lena hat ein Zimmer im Nachbarort. In der Pension eingetroffen, stößt sie auf ihr Kollegium von der Kripo Ludwigshafen, das soeben sein technisches Equipment für die Untersuchungen im Fall „Die Pfalz von oben“ auf der Kegelbahn des Wirthauses aufbaut. Die KTU und Kommissarin Johanna Stern machen sich daran, die Ermittlungen ins Rollen zu bringen. Über die Anwesenheit des Internen Metzger ist Hauptkommissarin Odenthal allerdings alles andere als begeistert: die zwei kennen sich bereits – und hassen sich. Es kommt gleich zu einem heißen Wortgefecht, denn Charly Metzger hat sich mit der Analyse einer brisanten E-Mail viel zu viel Zeit gelassen, findet die erboste Lena Odenthal. Das Ergebnis lässt die Dienststelle Zarten nämlich nun in einem besonderen Licht erscheinen: „Beamte werden fürs Wegschauen bezahlt …“, bringt es die Ermittlerin auf den Punkt.

Bald wird Odenthal klar, dass sich der „König“ der Provinz, Tries, von ihr entfernt hat. Er hat eine andere Sicht auf die Dinge, die in Zarten geschehen, als die außenstehende Kriminalbeamtin aus Ludwigshafen. Stefan Tries entscheidet darüber, was rechtens ist, und was nicht. Das ehemalige Liebespaar gerät im SWR-Tatort aneinander, und doch entflammen auch alte Gefühle. Wieder knistert es zwischen den beiden Polizisten; sie schwelgen bei einem Glas Wein in Erinnerungen an damals, sprechen über ihre Träume und das, was daraus wurde. Johanna Stern, die ihre Kollegin mittlerweile gut kennt, warnt Odenthal: „Du bist gefangen.“

Die Zartener Polizisten stehen zunehmend unter dem Verdacht der Korruption. Wollte der überengagierte junge Nachwuchspolizist Hilpert die Gruppe auffliegen lassen? Musste er deshalb sterben? Der Tathergang, der mittlerweile rekonstruiert werden konnte, spricht gegen eine Täterschaft des französischen LKW-Fahrers: Der tödliche Schuss muss aus einer anderen Richtung als aus der Fahrerkabine gekommen sein. Als der Franzose im Tatort „Die Pfalz von oben“ in der Nähe von Marseille erschossen aufgefunden wird, schwindet auch der letzte Zweifel: Hinter dem Mord an Benny Hilpert muss etwas ganz anderes stecken als ein außer Kontrolle geratener Fernfahrer …


Die Dreharbeiten zum 70. Odenthal-Tatort „Die Pfalz von oben“ fanden im März und April 2019 im Donnersbergkreis, im Landkreis Kusel und in Baden-Baden statt. Das Buch schrieb, wie schon Anfang der 90er-Jahre zur Episode „Tod im Häcksler“, Stefan Dähnert, die Regie für die Fortsetzung übernahm Brigitte Maria Bertele. Im Jahr 1991 löste die Vorgängerfolge nach ihrer Erstsendung Proteste seitens der Zuschauer aus der pfälzischen Region aus, da die Dorfeinwohner im Krimi als arg rückständig dargestellt wurden.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Ein total toller Tatort. Nach dem vorherigen Odenthal-Fall „Maleficius“ ein wirklicher Lichtblick, was nicht zuletzt an Ben Beckers hervorragender Schauspielkunst liegt. Doch auch Folkerts stellt ihre Figur Lena dieses Mal merklich leichter, unbefangener dar – und das tut ihr (und ich meine beiden) auch sichtlich gut. Die Atmosphäre des Provinzkaffs Zarten wurde von der Regie durch Bertele wunderbar eingefangen, jedes Detail (der Fliegenfänger!) ist stimmig. Ich wünschte, jeder Ludwigshafener Tatort hätte diese Qualität.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Lena Odenthal wird 30 oder vielmehr der Tatort Ludwigshafen und deshalb gibt es nun eine Fortsetzung eines alten Falls. Das ist eine gute Idee, aber teilweise ist die Geschichte etwas zu überfrachtet. Zum Beispiel hätte man die Witwe weglassen können, das war wie ein Lückenfüller. Insgesamt aber eine Folge, die zum Gucken einlädt wenn man zulässt dass das Privatleben der Kommissarin eine Rolle spielt.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissarin Lena Odenthal – Ulrike Folkerts
Ermittlerin Johanna Stern – Lisa Bitter
Kriminaltechniker Peter Becker – Peter Espeloer
Sekretärin Edith Keller – Annalena Schmidt
Stefan Tries, Leiter der Polizeidienststelle Zarten – Ben Becker
stellvertretender Dienststellenleiter Ludger Trump – Thomas Loibl
Polizist Nicolay – Till Wonka
Polizist Benny Hilpert – Max Schimmelpfennig
seine Ehefrau Zoe Hilpert – Jana McKinnon
Polizistin Britta Fies – Maria Dragus
Charly Metzger – David Bredin
Bauer Meurer – Matthias Breitenbach
sein Sohn Tommy Meurer – Moritz Knapp
Herr Tan, Pensionsleiter – Nick Dong-Sik
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Dähnert
Regie – Brigitte Maria Bertele
Kamera – Jürgen Carle
Szenenbild – Anette Reuther
Schnitt – Sabine Garscha
Kostümbild – Stefanie Jauß
Musik – Christian Biegai

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Ludwigshafen


39 Meinungen zum Tatort Folge 1109: Die Pfalz von oben

  • CarstenH • am 12.11.19 um 13:56 Uhr

    Uiii, ich bin gespannt!


  • Thorsten • am 17.11.19 um 21:20 Uhr

    Nach einer Stunde Langeweile gebe ich jetzt auf.


  • Jens • am 17.11.19 um 21:22 Uhr

    2 km vor der französischen Grenze mit der Autonummer KH .
    Ist das so schwer zu recherchieren was in der Südpfalz für Nummernschilder herumfahren?????


  • Ingo • am 17.11.19 um 21:28 Uhr

    Mist!


  • Antje M. • am 17.11.19 um 21:45 Uhr

    21.37Uhr komplett sinnlose Fernseh-Zeit… leider. Unrealistisch… Brauchen wir in der heutigen Zeit auch noch einen Tatort, der die Polizei diskriminiert ? Ist es cool, wenn die Polizei Kokain nimmt? Oh jeeee, wenn das ALLES ist – was man zum 70. Jubiläum einer guten Schauspielerin bringen kann …. Schade um die schauspielerischen Momente eines Ben Beckers oder Ulrike Folkerts ….
    Für mich hat der Tatort nicht einen Stern verdient….


  • Joey • am 17.11.19 um 21:45 Uhr

    Komplett reudige kacke – absolut unlogisch


  • Julian Schmidt • am 17.11.19 um 21:49 Uhr

    Hallo, nach dem Tatort 17.11.2019 frage ich mich, ob das ihr ernst ist. Dafür zahle ich also GEZ?! Das mit Abstand beste am Tatort waren die Naturaufnahmen! Katastrophe!


  • Dirk • am 17.11.19 um 21:53 Uhr

    Der Tatort Nummer 1109 in Verbindung mit dem Tatort 224 aus Ludwigshafen. Die Hauptkommissarin Odenthal und ihr Team sowie alle anderen Beteiligten in Höchstform. Ein Film für`s Kino.


  • arte-Versteher • am 17.11.19 um 21:55 Uhr

    Kitsch. (Stört mich normalerweise nicht, aber dazu hätte es keinen Ben Becker als Starbesetzung gebraucht.)


  • Schmidt • am 17.11.19 um 21:55 Uhr

    Vor Erinnerung triefend, Kegelbahnbüro im Chaos, alles korrupte Beamte. Unreelle Fantasiegeschichte. Schade um die Sendezeit.


  • Markus H. • am 17.11.19 um 21:57 Uhr

    Hallo zusammen,

    Gibt es irgendwo eine Playlist der gespielten Songs in dem Film? Mich interessiert das Stück das der LKW Fahrer zuerst gehört hat.

    Gruß Markus


  • Jimby • am 17.11.19 um 21:59 Uhr

    Endlich mal wieder ein Tatort der es verdient angeschaut zu werden.
    Große Klasse und ein Applaus für Drehbuch und Ulrike Folkerts und Ben Becker.
    Ich hatte schon die Hoffnung auf einen fesselnden, spannenden Tatort aufgegeben.
    Hoffentlich sehen wir wieder mehr von der Sorte!


  • Thommy • am 17.11.19 um 21:59 Uhr

    Filmisch gut leider stimmen die Musikbeiträge nie überein.
    Am Anfang läuft im LKW Megadeth Symphony of Destruktion danach S.O.D .(System of a Down) und als der LKW gestoppt wir wieder Megadeth. Noch schlimmer wird es als das Paar sich näher kommt Ben Becker packt Bob Dylans Before The Flood Vinyl aus es läuft im Ton aber Lay Lady Lay von einem ganz anderen Album. Wenn ich als zur Zwangsabgaben Verpflichteter Zuseher so etwas sehe (höre könnte ich…….) Es ist beschämend wie wenig Liebe zum Detail hier verwendet wird.


  • Moritz • am 17.11.19 um 22:06 Uhr

    Na ja, ein langzehrender Tatort aus Ludwigshafen. Spannung war gleich null, Komödie. Ganz ehrlich, ich habe ihn von Anfang bis Ende gesehn, und so richtig weiß ich nicht wer es war und warum. 1 Stern dementsprechend, schlechter als der Berlin Tatort vor einer Woche, der hatte wenigstens Sinn!


  • Schafkopf • am 17.11.19 um 22:08 Uhr

    Zu viele Ungereimtheiten


  • Hanz W. • am 17.11.19 um 22:16 Uhr

    Na ja, da war schon eine Prise Kitsch, oder sagen wir: anlassgemäß Sentimentalität dabei, das stimmt schon, aber das muss ja nicht (immer) schaden. Die Ludwigshafener sind ja für mich in den letzten Jahren fast schon ein Garant für Langeweile und Nerverei geworden, aber heute ging’s ja mal wieder raus aufs Land und generell tut das dem Tatort meistens gut. Die Odenthal heute mal wieder mit einem Anflug von Leichtigkeit und Heiterkeit, das ist ganz angenehm, und Ben Becker macht natürlich schon was her, ob man da sonst der große Fan ist oder eher weniger. Ansonsten war auch die Geschichte ganz ordentlich konstruiert. Dass es der Tries von der Charakteristik der Figur nicht hatte sein können, war klar, deshalb war die Geschichte auch durchaus spannend, mit einem eher konventionellen, aber gut gemachten Showdown. Gute Sache aus meiner Sicht, starke 4 Sterne, ich runde mal auf die volle Zahl auf.


  • Henning • am 17.11.19 um 22:17 Uhr

    Wenn die Autoren ein gekonntes Geflecht aus Beziehungen und Korruption aufbauen und dann gleichzeitig eine der Figuren „Trump“ nennen, dann zerstören sie ein wenig die vorherigen Bemühungen. Denn dass einer mit so einem Namen keine gute Rolle spielen darf, steht doch eigentlich von vornherein fest. Anders als @Gerald finde ich schon, dass die Witwe Hilperts eine Rolle spielte, denn erstens könnte der eine oder andere Zuschauer schon die Verflossene und Kollegin Britta Fies vorrübergehend verdächtigen und was ganz wichtig ist: ohne diese Ehefrau hätte seine vorrübergehnde Integration in die Polizistensiedlung „an der Bullenweide“ (netter Humor) keinen Sinn gemacht – warum sollte er als Alleinstehender schließlich ein Haus bauen?

    Stefan Tries hat sich mit seinem Darsteller zusammen verändert, das Leben und sein Wandel haben bei beiden Spuren hinterlassen… was Becker nicht daran hindert, nach wie vor ein glänzender Schauspieler mit einer Aura zu sein, ob man ihn nun persönlich mag oder nicht (Ich finde übrigens, er wird seinem Stiefvater Otto Sander in punkto Ausdruck immer ähnlicher, nicht seinem leiblichen Vater Rolf Becker). So hat seine Figur eine gewisse Ausstrahlung auf Frau Odenthal nicht verloren. Frau Stern ergänzt sie mittlerweile sehr gut, der Kriminaltechniker Becker wurde im Laufe der Zeit aber leider ein wenig zum Tollpatsch umgeschrieben. Ansonsten eine gut erzählte Geschichte mit einem ab einem gewissen Punkt unausweichbarem Ende. 4 Sterne


  • Der Fremde • am 17.11.19 um 22:38 Uhr

    Grundsätzlich (von der Haupt-Handlung her) ein sehr guter TO mit einem fast klassischen Strickmuster.
    Der Handlungsstrang, dass sich die schlanke, sportliche Fr.Odenthal nach 28 Jahren wieder mit dem nun massiv tatverdächtigen, korrupten, optisch aufgeschwemmten Dorfpolizisten-Chef einlässt (und sogar Koks schnupft), mit dem sie charakterlich so gar nichts verbindet bis auf ein sehr kurzes „Momentum“ vor fast 30 Jahren , erscheint jedoch nicht nachvollziehbar und daher in hohem Maße unglaubwürdig.
    Danke aber dafür, dass die Story dieses Mal ausnahmsweise nicht mit dem in solchen Fällen marktüblichen „suicide by cops“ endete.


  • alter Fan • am 17.11.19 um 23:56 Uhr

    trotz Starbesetzung nicht unbedingt der Hammer unter den aktuellen TO Poduktionen , aber meiner Ansicht nach der beste bisher produzierte ohne Kopper – im Wesentlichen ganz ordentliche TO Fernsehunterhaltung am Sonntagabend – 3,5 Sterne


  • Till Schneider • am 18.11.19 um 3:18 Uhr

    Der Kitsch hat mich viel weniger gestört als die Story. Die war eine Variante der beliebten und ziemlich abgenudelten Reihe „korrupter Dorf- oder Revierbulle als König und Gesetzgeber“, aber was für eine schwache! Wenn ich da an gewisse andere Tatorte dieser Art denke, zum Beispiel den mit Werner Woelbern als Revier-King, muss ich sagen: Der aus LU war schlicht überflüssig. Zudem war er reichlich wirr und undurchsichtig. Und langweilig, wie schon weiter oben bemerkt wurde. Auch stimme ich Kommentator @Der Fremde zu, dass das amouröse Revival Odenthal-Tries vollkommen unglaubwürdig war. Erst recht mit einer mitkoksenden (!) Odenthal. DIE würde so was doch NIE machen. Und, viel wichtiger noch: Die Tries’sche Verlockung zum Mitkoksen war filmisch extrem schwach umgesetzt. Ich konnte nicht im Geringsten nachvollziehen, wie der die Odenthal dazu rumgekriegt haben soll, und womit genau. So klappt es jedenfalls bestimmt nicht. Und vorher seine teigigen Sprüche mit Weinglas in der Hand – nein, damit kriegt man keine Frau rum, weder Odenthal noch sonst eine. Es war einfach sehr, sehr schwach, ja peinlich in seiner Unglaubwürdigkeit.

    Mein generelles Hauptproblem mit dem LU-Tatort ist aber ein anderes, nämlich die Geschlechterfrage, oder genauer gesagt: die Doppelfrauigkeit des Teams seit dem Abgang von Kopper. Erstens finde ich Doppelfrauigkeit AN SICH verkehrt, kontraproduktiv, todlangweilig usw., und zweitens finde ich sie SPEZIELL schlecht, wenn der Sidekick so schwach ist wie … nun, in LU ist es Lisa Bitter. Finde nur ich die so unterdurchschnittlich, oder geht das anderen auch so? Das würde mich interessieren. Ich finde sie völlig fad und ausstrahlungsarm bis -frei, auch in puncto Weiblichkeit. Es hat mir noch nie den geringsten Spaß gemacht, ihr zuzuschauen. Bei ihr habe ich seit ihrem ersten (!) TO-Auftritt nur eine einzige Attitüde gesehen, nämlich eine, ich sag mal: nervende, spitze Lehrhaftigkeit, die vermutlich als „Munterkeit“ durchgehen soll. Aber das funktioniert nicht – und vor allem reicht es nicht. Die Figur Johanna Stern in der Interpretation von Lisa Bitter ist für mich eine der blassesten im Tatort-Universum, wenn nicht die blasseste überhaupt. Keine Ahnung, wieviel Lisa Bitter dafür kann, aber diese eindimensionale Fadheit quält mich regelrecht. Wenn ich mir im TO-Universum eine Umbesetzung wünschen dürfte, würde ich auf jeden Fall Lisa Bitter „opfern“. Die Figur Johanna Stern könnte man ja nicht mehr ummodeln, also müsste Lisa Bitter „dran glauben“, so leid es mir für sie persönlich täte.


  • Elly • am 18.11.19 um 7:29 Uhr

    Jetzt muss ich im öff.Rechtl. auch noch mitkoksende Polizisten sehen :-( geht garnicht.
    Tatort, wie leider so oft, eher zum Abschalten, umschalten braucht man ja auch nicht.


  • Der Fremde • am 18.11.19 um 9:17 Uhr

    @ Till Schneider: Auch ich finde Lisa Bitter in der Rolle der Johanna Stern blass, also ohne nennenswerte Ausstrahlung … ;-)
    Das wird m.E. schon hauptsächlich an der Schauspielerin liegen, da es ja durchaus genügend Beispiele von guten SchauspielerInnen gibt, die etwas aus schlechten Rollen/Drehbüchern machen.
    Noch mehr stört mich an der Figur Johanna Stern jedoch, dass deren Entwicklung viel zu unvermittelt von „ständig keifender Zicke“ auf „best friend“ von Fr. Odenthal wechselte, ohne dass es dafür einen nachvollziehbaren Grund gegeben hätte (auch der – für Fr. Stern erfreuliche – Abgang von Hrn. Kopper kann m.E. keinen ausreichenden Grund dafür darstellen , ihr Verhalten dermaßen zu ändern).


  • MoistvonLipwik • am 18.11.19 um 10:55 Uhr

    Warnung: es geht nicht ohne Spoiler.
    Es war einfach zuviel für 90 Minuten. Der Plot: Die örtliche Polizei, die den Versuchungen der Korruption erlegen ist, bis ein „Betriebsunfall“ das System kollabbieren lässt.
    Die Brüche der Charaktere: Der örtliche Dorfbulle, den Gewissenbisse plagen. Der junge Kollege, der sich nicht kaufen lassen will. Die Protagonisten gefangen zwischen ihrer Dienstauffassung bzw. Korruption und alten Gefühlen.
    Das Dorf, das auch mit den Alltagsproblemen (diesmal: Drogenkonsum unter Jugendlichen) leidet.
    Die Polizei: auch diese ist kein homogener Haufen – unterschiedliche Dienststellen haben auf bei untadeliger Dienstführung unterschiedliche Interessen.
    „Broadchurch“, „Shetland“ oder dergleichen zeigen, wie man solche komplexen Geschichten in all ihrer Tiefe erzählt. In gerade einmal anderthalb Stunden gepresst, hilft es nur, wenn die Chraktere unverständlich, ja erratisch handeln. Und dann kann auch die beste Schauspielkunst die Probleme des Drehbuchs nicht mehr retten.
    Das zeigt sich vor allem bei dem Wiederaufleben der Romanze zwischen den Hauptprotagonisten: das sekundenschnelle Umschalten von Ermittlerin in von alten Gefühlen übermannte, die dann mit dem Hauptverdächtigen kokst und im Garten herumballert, ist einfach dermaßen unglaubhaft, dass es jedwede schauspielerische Leistung selbst ruiniert.
    Das Dorf, der Mikrokosmos, in dem das Klima aus gegenseitigen Gefälligkeiten entsteht, bleibt so weit im Hintergrund, dass es unsichtbar wird. Die Ermittlungen in Frankreich (wo immerhin der Verantwortliche der Korruption wohnt), werden nur im Ergebnis mitgeteilt.
    Da geht sogar der Umstand, dass ein Polizist, der angeblich nie aus einem pfälzischem Nest herausgekommen ist, Hochdeutsch spricht, unter.
    Kurz: die Story hätte eine gute Miniserie geben können – so wurde sie im Schweinsgalopp schlecht verfilmt. Da es schon schlechteres gab: eineinhalb, aufgerundet zwei Sterne.


  • Lumpes • am 18.11.19 um 15:03 Uhr

    Das war er nun für mich – der wirklich allerletzte Tatort, den ich mir angeschaut habe.


  • Frank • am 18.11.19 um 15:32 Uhr

    Schade, das war dann doch ein trauriges Jubiläum. Auch der genial spielende Ben Becker kann da nicht mehr viel ausrichten. Falsche Fährten gab es eigentlich genügend, aber die Fäden gingen schneller verloren, als sie aufgebaut wurden. Die aufflammende Liebesgeschichte war dann an Unglaubwürdigkeit wirklich nicht mehr zu überbieten. Auch die Einblendungen des Tatorts von vor dreißig Jahren kamen unausgegoren daher. Zum Glück schreibt Stefan Dähnert keine Liebesfilme, die wären dann noch schlechter als es dieser Tatort war. Drei Sterne, einen für Ben Becker, einen für Ulrike Folkerts und den letzten für das Jubiläum. Grosszügig gestimmt heute.


  • Nordisch • am 18.11.19 um 18:31 Uhr

    Flacher geht es nicht mehr !! Kiffende Kommissarin die in der Nacht mit der Pistole herumballert!!
    Ich wirklichen Leben wäre das ihr letzter als Polizistin.


  • Colorwriter • am 19.11.19 um 9:05 Uhr

    Kommissarin Odenthal nimmt Kokain, der Rest der Truppe macht seinen Job und der Plot wimmelt vor Ungereimtheiten wie die Kegelbahn vor Mist nach der Beerdigung…. Was für ein traurig-peinliches Jubiläum….


  • Polly Zei • am 19.11.19 um 16:03 Uhr

    Ich habe mir auch mehr erwartet. So toll fand ich Becker nun auch wieder nicht und Folkerts konnte die Widersprüche, die in die Rolle geschrieben wurden, auch nicht ausbügeln, das war einfach nicht möglich. Sie wußte nicht, ob sie sich freut oder ihn verdächtigt oder ob sie nun besondere Erinnerungen hat oder nicht. Vor 30 Jahren war es einfach eine kurze Affäre, er hat sie angehimmelt, weil sie die tolle Kommissarin aus der Stadt war, sie war von seiner Bewunderung geschmeichelt. Viel mehr war nicht. Dieses Rumgeeiere um die Vergangenheit und das „hätte wäre könnte“, war nicht überzeugend. Der heutige Tries ist doch völlig unattraktiv – bekokst, korrupt, selbstmitleidig. Besser wäre es gewesen, wenn er keinen Dreck am Stecken gehabt hätte, und die beiden einfach noch einmal eine kurze heiße Affäre hätten haben können und dabei einen Fall gelöst hätten.
    Und das Frau Odenthal kokst – naja, ziemlich daneben. Passt nicht zu der toughen rechtschaffenen Kommissarin.


  • DerPfälzer • am 19.11.19 um 16:29 Uhr

    Was für ein Mist! Hat Frau Folkerts so ein schlechtes Drehbuch verdient? Und dann lässt sich ihre Rolle auch noch zu Koks, wilder nächtlicher Ballerei im Garten und anscheinend einer Liebesnacht mit ihren Hauptverdächtigen, ein.
    Sorry, ist das Drehbuch ggf. für eine andere Kommissarin geschrieben worden?
    Und Ben Becker…. Selbst dieser Spitzenschauspieler kann aus seiner Rolle, ob des miserablen Drehbuchs, nicht viel heraus holen.
    Wie alle anderen Akteure auch. – Aus Mist wird leider keine Schokolade.

    Sehr beschämend, zum 30. Jubiläum so etwas zu liefern.


  • CarstenH • am 19.11.19 um 17:04 Uhr

    Frau Odenthal kehrt nach fast 30 Jahren zurück in das Dorf, dass ihr bei einem ihrer ersten Fälle das Leben mehr als schwer gemacht hat und in dem sie sich in einen tumben Dorfpolizisten verknallt hat. Die Landschaft ist die gleiche, der Dorfpolizist ist ein korrupter, übergewichtiger und koksender Chef der Dorfpolizei geworden, das Dorf hat sich gemausert, die Einwohner wirken weiterhin rückständig.
    Der Idee, einen offenen Erzählstrang nach so langer Zeit wieder aufzunehmen finde ich genial. Die tragende Stimmung hat auch gefallen. Wirklich schade ist, dass die Story nur mäßig überraschend, spannend und mitreissend ist. Motive und Aufklärung des Falls sind auch zu konstruiert. Was mich massiv störte war der ständige Wechsel zwischen Tag und Nacht. Mal sagt man sich „Guten Morgen“, in der nächsten Szene ist ein kurzer Dialog, dann ist es plötzlich wieder stockdunkel und dieser Wechsel erfolgte mehrfach, je nachdem welche Tageszeit gerade zu einer Szene gerade passte.


  • Momi • am 20.11.19 um 11:21 Uhr

    Erst jetzt dazu gekommen den TO zu sehen. Eigentlich ist die Story sehr gut gelungen, die Darsteller Spitze. Das Ganze hätte 4-5 Sterne gebracht. Aber leider kann ich nicht verstehen, dass im TO Polizisten Koks zu sich nehmen. Bei Trier wäre es noch zu verantworten gewesen – da in Zarten alle ja korrupt waren. Aber dass Frau Kommissarin sich mit Koks schnupfen zeit, ist m.E. ein absolutes NO GO – und dann noch das Herumggeballere im Garten.
    Darum gebe ich dem Ganzen nur noch 1 Stern – 0 hätte ich gerne gegeben.
    Nur wegen des Koks.
    Das Beste war der Trauermarsch der Dorfmusik – Erinnert schwer an „Der Pate“ ! – Der Schluss war schlüssig in dieser Dorf-Mafia-Geschichte.


  • Volker Meyer • am 21.11.19 um 13:56 Uhr

    Na ja nichts besonderes…Provinzkomödie…Vetternwirtschaft…alle gegen alle…
    gut natürlich Ben Becker und Lena!!


  • Dead Prodigy • am 22.11.19 um 15:57 Uhr

    Copland für Arme.
    Und ‚Koks‘ war das definitiv keins, allenfalls ‚Pep‘.
    Billig halt.


  • MadMonkey • am 23.11.19 um 11:19 Uhr

    Sehr mäßiger Tatort. Ben Becker ist der einzige Lichtblick, alles andere eher drittklassig. Odenthal extrem blaß. Schade


  • slice me nice • am 27.11.19 um 2:57 Uhr

    Zugegebenermaßen brauchte ich einige Anläufe, um in diesen Lena-Odenthal-Jubiläumstatort richtig einzusteigen und ihn entsprechend würdigen zu können.

    Denn zunächst dachte ich bloß: Korrupte Dorfbullerei? Gähn… Aufgewärmte Gefühle? Doppelgähn… Zumal Ben Becker optisch doch sehr abgestürzt ist – 30 Jahre hin oder her ;-). Deshalb fand ich allein schon das backfischhafte Grinsen von L.O. auf dem Acker unglaubwürdig und auch unangemessen, denn gerade kam die Todesnachricht über den jungen Kollegen. Von der späteren Verleitung zur Kokserei und Ballerei ganz zu schweigen. Da gebe ich den kritischen Kommentaren völlig recht.

    Aber dann: Der Korruptionssumpf mit Folgemord gestaltete sich vielschichtig und war schon mal als Krimi interessant. Und genau diese Vielschichtigkeit mitsamt widerstreitenden Motiven bündelte sich in der Figur des Dienststellenleiters Tries. Der Schlüssel zu seinen Motiven liegt in der unerfüllten Liebe zu L.O., die er nie so richtig verwinden bzw. anderweitig füllen konnte. Selbst mit „seiner“ Gemeinschaft nicht. DAS war großartig angelegt. DAS war der eigentliche Krimi !!

    Dass L.O. in diesem Tatort eher als Projektionsfläche für Tries Sehnsüchte herhalten musste, ist seiner Rolle geschuldet. Und L.O. hat sich vielleicht auch bloß aus Nostalgie und Mitgefühl auf Tries eingelassen?

    Es war definitiv ein Ben-Becker-Film. Aber ein sehr guter. Die Tanzszene mit der Rückblende hat mein nostalgisches Herz berührt und „Lay, Lady, Lay“ geht mir nicht mehr aus dem Ohr… :-)


  • slice me nice • am 27.11.19 um 3:36 Uhr

    @arte-versteher: „Kitsch“? Nun, in einer Dokumentation zu „30 Jahre Lena Odenthal“ sagt Ben Becker, dass er sich damals tatsächlich in Ulrike Folkerts gewissermaßen verliebt hat. Und dass sich daran eigentlich nichts geändert hat… Was ist also unkitschiger als echte Gefühle es sind?


  • slice me nice • am 27.11.19 um 4:37 Uhr

    @Till Schneider: Na, wie gut, dass wir (damit meine ich SIE) nicht bei „Wünsch dir was“ sind :-D

    Oder doch?

    Dann wünsche ich: keine „Doppelmännigkeit“ mehr im Tatort !! Fangen wir mit Köln an: Schenk und Ballauf raus! Stuttgart: auch beide raus. Weimar: schon einer ist zuviel, also Lessing raus und dafür eine Partnerin, mit der Dorn auch gern verheiratet sein darf ;-). Murot sowieso raus! Und von den Hamburgern ganz zu „schweigen“ (haha). Selbst Münster ließe sich bestens zu einem „Rizzoli & Isles“-Verschnitt machen.

    Ein Hoch auf die „Doppelfrauigkeit“ !! Mehr „Cagney und Lacey“ im Tatort !! Und warum wird die super Reihe „Doppelter Einsatz“ eigentlich nie wiederholt ?? Dafür Doppelmännerschrott wie „Alarm für Cobra 11“ entsorgen !!

    SIE müssen ja eine Heidenangst vor weiblicher Homosozialität haben (bloß im Film?) , das wird auch wirklich in JEDER Ihrer schon pathologisch wirkenden Wortmeldungen überdeutlich. Freut mich sehr, dass Stern und weitere Frauen Sie noch lange lange „quälen“ werden :-D :-D :-D


  • arte-Versteher • am 27.11.19 um 20:55 Uhr

    @slice me nice
    Selbst wenn man alles glauben wollte, was man im Vorfeld eines Tatorts an Public-Relation-Stories zu lesen und zu sehen bekommt – was hätten die Gefühle zweier Schauspieler am Set vor 30 Jahren mit der Qualität des Drehbuchs von heute zu tun?


  • slice me nice • am 28.11.19 um 22:13 Uhr

    @arte-Versteher: Genau das, nämlich die Macht der Gefühle seitens Becker/Tries (und nicht etwa Folkerts, die ja bekanntlich homosexuell ist), die auch schon im Tatort „Tod im Häcksler“ ein Hauptthema waren (vor 28 Jahren, nicht vor 30, sorry), hat für mich letztendlich die Qualität dieses aktuellen Tatorts ausgemacht. Wenn so langlebige Gefühle (wiederum seitens Becker/Tries) für Sie Kitsch sind, ist das Ihr persönlicher Geschmack. Sie bestimmten nun mal den Werdegang der Figur Tries (und waren vielleicht auch Ben Beckers persönliche Tragik?) und das wurde sehr nachvollziehbar dargestellt.


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