Tatort Folge 1147: In der Familie Teil II



So 06.12. 20:15 Uhr ARD

So 06.12. 21:40 Uhr ONE

Mo 07.12. 03:35 Uhr ONE

Di 08.12. 00:40 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2020
Kommissar: Batic und Leitmayr
Ort: Tatort München


  0 Meinungen
Tatort Folge 1147: In der Familie Teil II 0 0

Anlässlich des 50. Tatort-Geburtstags – die allererste Folge „Taxi nach Leipzig“ wurde am 29. November 1970 im Ersten Programm gezeigt – präsentiert die ARD ein zweiteiliges Crossover-Special. Zwei Teams treffen im Tatort „In der Familie“ aufeinander: Batic (Miroslav Nemec) und Leitmayr (Udo Wachtveitl) auf den Dortmunder Chaoten Peter Faber (Jörg Hartmann). Die Kollegin Bönisch (Anna Schudt) sowie Jan Pawlak (Rick Okon) tauchen im zweiten Teil der Doppelfolge nicht mehr auf; Oberkommissarin Dalay (Aylin Tezel) hat ihren Dienst quittiert.

Nachdem der erste Teil des Falls, der sich um die kalabrische Mafia in Deutschland dreht (siehe Tatort-Folge 1146 „In der Familie Teil 1“), sehr unbefriedigend für beide Ermittlerteams endete, konzentriert sich die Fortsetzung nun auf das Leben der 17-jährigen Sofia Modica, die Tochter des Pizzabäckers Luca.

Die Tatort-Episode 1147 „In der Familie Teil 2“ wird am Nikolaustag, den 6. Dezember 2020 um 20.15 Uhr erstmals in Das Erste gezeigt.

Inhalt der Tatort-Folge „In der Familie Teil 2“

Für die Fortsetzung der Jubiläums-Episode „In der Familie“ wurde die Regisseurin Pia Strietmann verpflichtet. Damit gab der Münchner Dominik Graf, der mit der Tatort-Reihe bestens vertraut ist und „In der Familie Teil 1“ inszenierte, das Zepter ab. Strietmann, 1978 in Münster in Westfalen geboren, machte sich einen Namen durch ihren ersten Tatort aus dem Jahr 2019, erstgesendet im Januar 2020: „Unklare Lage“ (Tatort-Folge 1118). Mit einer hohen Einschaltquote von 9,49 Millionen Zuschauern am Abend der TV-Premiere punktete der rasante, actionreiche München-Tatort. Kaum war der im Frühjahr 2019 abgedreht und in der Postproduktion, kam Pia Strietmann für die mögliche Regie beim 50. Geburtstags-Tatort ins Gespräch.

Strietmann übertrug ihre eigene Handschrift auf den Krimi „In der Familie Teil 2“, der merklich anders erzählt wird als der Vorgänger von Graf. Der zweite Teil handelt nicht mehr „nur“ vom internationalen Drogenhandel der ′Ndrangheta, es geht vor allem um die Geldwäsche. Gastrobetriebe werden als Umschlagplatz missbraucht, die Inhaber erpresst und eingeschüchtert; im Baugewerbe wird kräftig reingewaschen.

Und eine Nebenfigur aus dem ersten Teil rückt plötzlich in das Zentrum der Kriminalgeschichte: Sofia Modica. Damit gewinnt das Tatort-Crossover in seiner Weiterführung eine stark emotionale Komponente.


Der Inhalt des 2. Teils:
Ein halbes Jahr ist seit den Ereignissen im vorherigen Teil vergangen. Mittlerweile leben der von der Polizei gesuchte Italiener Luca Modica und seine 17-jährige Tochter Sofia im Raum München. Die kleine Wohnung, die sie sich mit dem aufbrausenden Mörder Guiseppe „Pippo“ Mauro teilen müssen, ist verdreckt und marode. Alle drei Personen müssen in einem Zimmer übernachten, auf fleckigen, durchgelegenen Matratzen. Die Lebensumstände sind erbärmlich.

Und doch wagen die Handlanger Pippo und Luca nicht, sich dagegen aufzulehnen: Ein hohes Tier der kalabrischen Mafia, der gefährliche Domenico Palladio höchstpersönlich, will es schließlich so. Auch lockt der Gedanke, bald nach Kalabrien weiterreisen zu dürfen.

Wären da nicht Sofias unbändiger Wille und ihre rebellische Art, die immer wieder Probleme machen, würde alles glatt laufen. Die junge Frau aber will nur eines: Raus aus dieser Welt des organisierten Verbrechens und die Mutter Juliane endlich wiedersehen! Dass die sich seit sechs Monaten nicht mehr gemeldet hat und nach dem Verrat der Familie einfach untergetaucht sein soll, kann und will Sofia nicht akzeptieren. Die Heranwachsende ahnt, dass etwas nicht stimmt, und versucht Julianes Verbleib zu googeln. Fehlanzeige. Als sie die Mutter eines Tages heimlich auf dem Handy anruft, geht der Anrufbeantworter dran.

Domenico erwischt das Mädchen bei dem verbotenen Anruf, und es hagelt Prügel und wüste Beschimpfungen. Die Konsequenz: Sofia muss fortan in der Villa des Mafia-Chefs leben, getrennt von ihrem Vater. Die Ehefrau Claudia Palladio soll die 17-Jährige kontrollieren und zur Vernunft bringen.

Die Nachricht auf dem AB und die Hintergrundgeräusche, die auf dem Smartphone von Juliane Modica eingehen, landen bei der Kripo Dortmund, wo die italienischstämmige Familie früher lebte. Hauptkommissar Peter Faber setzt sich noch am gleichen Abend in seinen Dienstwagen und düst im Fall Modica sofort los in Richtung München, um der Spur nachzugehen: Das Mädchen lebt also noch.

Erneut prallen Faber und die Kollegen vom Kommissariat München aufeinander, dieses Mal im Revier von Ivo Batic und Franz Leitmayr. Fabers Observation des Gangsters Palladio wird hier gar nicht gern gesehen, denn die zwei süddeutschen Hauptkommissare und ihr Assistent „Kalli“ Hammermann sind dem bereits auf den Fersen. Noch nie konnte Domenico Palladio je eine Straftat, nicht einmal ein Knöllchen, zur Last gelegt werden – das soll sich endlich ändern. Macht Faber diese Chance nun mit seiner eigensinnigen Arbeitsweise kaputt?


Die Regisseurin Pia Strietmann stieß im Rahmen ihrer Vorbereitungen auf die schwarz-weißen Fotografien der italienischen Künstlerin Letizia Battaglia. Die 1935 in Palermo geborene Italienerin hielt über Jahrzehnte die blutigen Taten der Cosa Nostra im Bild fest. Sie hörte den Polizeifunk ab und war als Fotojournalistin stets schnell am Tatort. Strietmann ließ sich von den Bildern für den zweiten Teil des 50. Geburtstag-Tatorts „In der Familie“ inspirieren.

Die Redaktion von Tatort-Fans meint …

Sabine (40 J. | Kinoliebhaberin)

Der zweite Teil des Tatort-Crossovers schlägt mit dem Fokus auf Sofia leisere, sensiblere Töne als der erste an, und doch ist der Krimi keineswegs fade. Paolo Sassanelli jagt dem Zuschauer in seiner Rolle als Mafia-Boss einen Schauer über den Rücken: seine eiskalter Blick ist wirkungsvoller als jede ausgesprochene Drohung. Stark sind auch die kleinen Neckereien und Gags der beiden Teams („Noch so’n Seppl …“, die BVB-Tasse). Fazit: Ein gelungenes Geburtstagspräsent, stilvoll verpackt mit spannendem Inhalt.

Gerald (40 J. | IT-Nerd)

Ich finde, der 2. Teil ist schwächer als der 1. Der Mord zu Beginn geht unter bzw. die Beobachtung der Bauunternehmer, die mit der Mafia unter einer Decke stecken. Alles dreht sich viel zu sehr um die Tochter, die ihre Mutter sprechen möchte und ständig abhaut. Das, was dann passiert, ahnt der Zuschauer schon und ist keine Überraschung mehr. Schade auch, dass das restliche Team aus Dortmund mit Bönisch und Pawlak nicht nachrückt, warum lassen die Faber denn alleine machen? Wundert sich niemand, dass er im Präsidium fehlt? Potential wurde hier verschenkt. Im Ganzen ist die Doppelfolge aber immer noch „GUT“.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Franz Leitmayr – Udo Wachtveitl
Hauptkommissar Ivo Batic – Miroslav Nemec
Kommissar Karl-Heinz „Kalli“ Hammermann – Ferdinand Hofer
Hauptkommissar Peter Faber – Jörg Hartmann
Luca Modica – Beniamino Brogi
seine Tochter Sofia Modica – Emma Preisendanz
Domenico Palladio – Paolo Sassanelli
seine Ehefrau Claudia Palladio – Barbara Romaner
der Sohn Marc Palladio – Valentin Mirow
Guiseppe „Pippo“ Mauro – Emiliano De Martino
Palladios Rechtsanwalt Dr. Steffen Marquardt – Thomas Reisinger
Bauunternehmer Martin Hainer – Florian Brückner
Bauunternehmer Willi Sailer – Rainer Haustein
Sepp Gschwendner – Christian Ammermüller
Pfeifer – Christian Heiner Wolf
Martin – Florian Brückner
Kellner – Sebastian Kempf
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Bernd Lange
Regie – Pia Strietmann
Kamera – Florian Emmerich
Szenenbild – Michael Köning
Schnitt – Bernd Euscher
Ton – Harti Küffner
Musik – Martina Eisenreich

Trailer zur Tatort-Produktion



Bilder-Galerie zum Krimi aus Hamburg


Schreiben Sie Ihre Meinung.

Ihre E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

1 2 3 4 5
Tatort Sendezeiten

Ihr findet uns unter
Neue Tatortfolgen
Weitere Folgen
Kommissarübersicht
Stadt Archiv