Tatort Folge 072: Flieder für Jaczek



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Tatort Folge 072: Flieder für Jaczek 5 1

„Flieder für Jaczek“ aus dem Jahr 1976 war der vorletzte Einsatz für Kommissar Konrad alias Klaus Höhne. Der Frankfurter Tatort-Fahnder ermittelte in den Jahren 1971 bis 1979 in insgesamt acht Fällen, danach war Schluss.
 
Hauptkommissar Konrad sitzt an seinem Schreibtisch in der Mordkommission Frankfurt, als er die Nachricht erhält, dass der Geldräuber Franz Jaczek just aus dem Gefängnis in Butzbach entlassen wurde. Konrad hat sofort ein mieses Gefühl bei der Sache. Der Ex-Häftling hatte vor einigen Jahren einen Geldtransporter überfallen und zusammen mit seinem Komplizen 900.000 Mark erbeutet. Der Fahrer des Transporters kam bei dem Überfall ums Leben. Jaczek sagte später vor Gericht aus, sein Helfer habe den tödlichen Schuss abgefeuert – der wurde allerdings von der Polizei getötet. Konrad ahnt, dass Jaczek während seiner Haft nicht rehabilitiert werden konnten und – kaum auf freiem Fuß – gleich seinen nächsten Coup planen wird um an das große Geld zu kommen. Und mit dieser Vermutung liegt der erfahrene Kommissar ganz richtig…

Tatsächlich beginnt der Österreicher Franz Jaczek bereits damit, eine Geiselnahme zu planen. Zusammen mit zwei Komplizen, dem Berliner Mattfeld und dem Bayern Kofler, will er die Ehefrau eines Frankfurter Bankdirektors entführen, um eine millionenschwere Geldsumme zu erpressen. Gesagt, getan. Es gelingt den drei Kriminellen, die Frau in ihre Gewalt zu bringen. Kommissar Lutz, der von der Entführung bald erfährt, wird mit dem Fall „Flieder für Jaczek“ betraut.

Telefonisch melden sich die Geiselnehmer bei dem verzweifelten Ehemann ihres Opfers; sie fordern zwei Millionen Mark Lösegeld. Zur Überraschung der eingeschalteten Polizei soll das Geld allerdings nicht an einem abgelegenen Platz, sondern abends auf einer viel befahrenen Brücke in Frankfurt übergeben werden – und zwar von Kommissar Konrad persönlich! Die Gangster verlangen, dass die Brücke zu diesem Zweck abgesperrt wird.

Als der Abend der Geldübergabe gekommen ist, gehen die Scharfschützen der Polizei am Mainufer in Position. Konrad verhandelt währenddessen auf der Brücke mit den Entführern und stellt dabei fest, dass der maskierte Mann, der sich für Jaczek ausgibt, gar nicht Jaczek zu sein scheint. Doch wo ist Franz Jaczek? Konrad erfährt schließlich, wo sich der Kriminelle aufhält – und weiß damit auch, was hinter der Entführung im Tatort „Flieder für Jaczek“ wirklich steckt…

 
Der HR-Tatort „Flieder für Jaczek“ wurde vom 8. November bis 22. Dezember 1976 in Frankfurt und Umgebung gedreht. Der Arbeitstitel lautete damals „Doppelspiel“ und lässt die Lösung des Falls eher vermuten.

Die Erstausstrahlung des hessischen Fernsehkrimis lief am 27. Februar 1977 im Ersten.

Besetzung
Kommissar Konrad – Klaus Höhne
Robert Wegner, sein Assistent – Walter Renneisen
Willi Mattfeldt – Günter Lamprecht
Ferdi Kofler – Hans Brenner
Kurt Quaas, Bankdirektor – Peter Roggisch
Irmi – Michaela May
Staatssekretär – Günter Strack
Martina Quaas, seine Frau – Suzanne Roquette
Kommissar Schäfermann – Manfred Heidmann
Polizeipräsident – Hermann Treusch
Franz Jaczek – Alfred Reiterer

Stab
Drehbuch – Jürgen Scheschkewitz, Stefan Murr
Regie – Fritz Umgelter
Schnitt – Birgit Bosboom
Szenenbild – Horst Klös
Produktion – Hans Prescher
Produktionsleitung – Wolfgang Völker
Kamera – Werner Hoffmann


5 Meinungen zum Tatort Folge 072: Flieder für Jaczek

  • zardoz • am 1.4.10 um 22:12 Uhr

    Absoluter Klassiker der 70iger.
    Der Österreicher authentisch, der Rest routiniert.
    Hat Spaß gemacht. Die erste Wiederholung seit 14 Jahren.


  • Gudrun Eussner • am 2.4.10 um 21:59 Uhr

    Ich bin begeistert. Vielleicht gibt’s noch mehr davon. Auch mir gefällt die Routine, die leider in den Tatort-Krimis der letzten zehn Jahre immer weniger wird. Den Drehbuchautoren fällt nichts mehr ein, als die Kommissare zu Opfern, Verwandten von Opfern, zu Zeugen, zu (meist) fälschlich Verdächtigten zu machen.

    Die „heimliche Tatort-Königin“ Anke Sevenich sagt in der Sendung hr-online.de/website/fernsehen/sendungen/index.jsp?rubrik=40412&key=standard_document_35736154 „Die beliebtesten Schaupieler Hessens“ sinngemäß, daß ihre Rolle sehr viel mehr Möglichkeiten böte als die der Kommissare, die fragten: Wo waren Sie gestern zwischen 22 Uhr und Mitternacht?

    Darum anscheinend wird den Kommissaren in den letzten Jahren allerlei angedichtet, womit sie gewissermaßen auf die andere Seite gezogen werden.

    Frühere Krimi-Autoren hatten solches nicht nötig, da trug die Rolle der Kommissare durch den Einfallsreichtum, mit dem sie von den Autoren gezeichnet wurden.

    Im Krimi „Auf Gedeih und Verderb“ der „Küstenwache“ des ZDF saßen vor einigen Tagen auch zwei Kommissare als Opfer in einer sich allmählich mit Wasser füllenden Tonne und drohten darin umzukommen. Der Film drehte sich nur noch um die Kommissare. kuestenwache.zdf.de/ZDFde/inhalt/22/0,1872,8048854,00.html

    Ich habe böse Artikel über solche Langweiler geschrieben.


  • gjb • am 4.4.10 um 14:54 Uhr

    betreff . brief von gudrun

    ist doch schon lange meine rede, keine ideen mehr die schreiberlinge. die wohl am häufigsten entführte kommissarin
    ist wohl die blonde aus soko ( zdf ), gefolgt von soko leipzig, alle waren da schon mal “ opfer “ incl. deren kinder. so was von langweilig.lena odenthal wird auch schon mal opfer ( öfter mal ). wie fast ein jeder der tatort –
    kommissare. diese geschichten sind nur zum gähnen, genauso
    wie pathologen und psychologen die bei der verbrechensbe –
    kämpfung permanent vor ort sind. bei palu agierte sogar die
    schreibkraft vor ort und ist jetzt ermittelnd tätig bei den
    saarbrücker kommissaren. das ganze wird immer unglaub –
    würdiger und zusehens langweiliger. ein anderer modetrend
    war es, ermittelnden kommissaren eine weibliche vorgesetzte
    unterzujubeln, frei nach schwedischem vorbild. entsetzlich.
    vielleicht schreibt ja mal wieder ein autor ein brillantes werk. diese geschichten gleichen inzwischen einander so,
    dass man für die geschichte nur ort und personen ge –
    wechselt hat.( ehrlicher fand sogar schätze, war auch ein bisschen kika dabei ) könnte es sein, dass es zu viele
    ermittler – teams gibt? was meint ihr ?

    grüsse

    gjb


  • Dirk • am 3.6.15 um 21:41 Uhr

    Der Tatort Nummer 072. Hauptkommissar Konrad brauchte eigentlich gar nicht zu ermitteln, sondern konnte gleich in die aktive Fahndung übergehen. Und das tat er dann auch, mit einem ungewöhnlichen Elan. Der Fall handelte von Schwerstkriminellen, Berufsverbrechern, deren Schändlichkeiten kaum zu überbieten waren. Es ging um Mord, Überfall, Entführung, Erpressung, Kindes-Geiselnahme, Körperverletzung, Verrat, etc. Der angeblich so intelligente als auch brutale Jaczek hatte alles perfide geplant, nur sein Absetzen nicht und seine überhebliche beabsichtigte Nähe zu Hauptkommissar Konrad, diesen Alpha Romeo – Fahrer. Der hinterließ bei mir schon immer den Eindruck, dieses typischen Samstagnachmittags – Wagenpflegers, mit Radio an der Bordsteinkante, um die Bundesliga verfolgen zu können. Aber Dank der Beihilfe von Hauptkommissar Schäfermann, Saarland, konnten die Täter dingfest gemacht und die entführte Gattin des Direktors unverletzt befreit werden. Ein älterer Tatort-Krimi, welcher auch die Szenerie der ausklingenden 70ziger Jahre aufzeigte. Werde versuchen, ihn in Erinnerung halten zu können.


  • Stefan Rothe • am 27.6.15 um 21:13 Uhr

    Heute abend im HR-Fernsehen im falschen Bildformat 16:9 ausgestrahlt. Wie schon zuletzt „Das Lederherz“ im SWR am 15.3. Ich habe eine E-Mail hingeschickt und warte jetzt bloß auf die erste Mail mit dem Textbaustein, ich hätte meinen Fernseher nicht richtig eingestellt. So ging es mir beim SWR auch, bis sie dann nach einer weiteren Mail und richtigen Recherche den Fehler einräumten.
    Man fragt sich wirklich, was für Schnarchnasen in den „Anstalten“ in der Technik sitzen. Gut, um „Flieder für Jaczek“ ist es nicht wirklich schade. Zittern kann man nur am nächsten Samstag („Rubecks Traum“), eine seit 20 Jahren nicht mehr gesendete sehr gute Folge.


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