Lindholm und Schmitz

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Kommissarin Charlotte Lindholm

Im April 2002 stieg die Schauspielerin Maria Furtwängler in die Tatort-Reihe ein: als LKA-Beamtin Charlotte Lindholm, die in Hannover und Umgebung ermittelt. Ihr erster Fall kam durch eine Handvoll vergifteter Kekse aus der „Lastrumer Mischung“ ins Rollen und schon bei ihrem Einstand machte Lindholm klar: Ich bin eine moderne, selbstbewusste Frau, die am liebsten im Alleingang arbeitet. Kollegen, die mir wie ein Klotz am Bein hängen, brauche ich für meine Arbeit nicht.

Ende der 1960er Jahre kam die kleine Charlotte im norddeutschen Lüneburg zur Welt. Die Eltern führten eine Apotheke, die zentral in der Innenstadt lag. Das Kind war aufgeweckt und schwierig; die „Wilde Lotte“, wie sie bald genannt wurde, spielte anderen Kindern liebend gerne böse Streiche und stahl Süßigkeiten in Supermärkten. Als Teenager begann sie, öffentlich gegen die Nutzung von Atomenergie zu demontrieren. Ihrer damals besten Freundin Manu spannte die bei Männern begehrte blonde junge Frau den Partner aus.

Nachdem Charlotte die Schule mit einer hervorragenden Abiturnote abschloss, ging die ehrgeizige Lüneburgerin nach Göttingen, um dort Medizin zu studieren. Während des Studiums lernte sie ihren 18 Jahre älteren Professor kennen und lieben – die beiden heirateten und ließen sich nach nur zwei Jahren wieder scheiden. In der Zwischenzeit schmiss Lindholm das Medizinstudium und bewarb sich an der Landespolizeischule Hannoversch-Münden. Sie schloss als Beste ihres Jahrgangs ab.

Seitdem arbeitet die mittlerweile zur Hauptkommissarin aufgestiegene Charlotte Lindholm beim Landeskriminalamt in Hannover. Ab und an doziert sie an der Polizeiakademie Niedersachsen. Sie schätzt den Außendienst, Schreibtischarbeit langweilt die Ermittlerin. Ihre Teamfähigkeit ist wenig ausgeprägt, und das weiß Lindholm. Etwas daran zu ändern, sieht sie allerdings nicht ein, schließlich ist die Kommissarin eine sehr erfolgreiche Einzelgängerin, die Kapitalverbrechen mit dem nötigen Biss und einer guten Prise scharfen Verstandes löst. Unbeholfene Polizisten, die Lindholm häufig am Tatort kennenlernt, nerven sie. Dann rollt sie bloß mit den Augen. Nur widerwillig bindet sie die Kollegen in ihre kriminalistischen Untersuchungen ein.

Als sie schwanger von einer Fortbildungsmaßnahme in Spanien zurück nach Deutschland kommt, entscheidet sich Charlotte Lindholm für das Kind und eine Zukunft als alleinerziehende berufstätige Kommissarin. Keine leichte Aufgabe. Gut, dass Charlottes Mutter Annemarie immer ein offenes Ohr und die nötige Zeit hat, regelmäßig einzuspringen und sich um den kleinen Enkel David zu kümmern. Auch Charlottes – mittlerweile ausgezogener – Mitbewohner und Kumpel Martin Felser sorgt sich um den noch kleinen Erdenbürger.

In Lindholms 25. Einsatz „Der Fall Holdt“ kommt es zu einem dramatischen Ende, welches Auswirkungen auf die Karriere der kühlen Blonden hat: Der Hauptverdächtige nimmt sich nach dem harten Verhör der LKA-Beamtin das Leben. Ihr Vorgesetzter Kohlund wirft Lindholm daraufhin vor, sich vollkommen verrannt zu haben – und versetzt sie im Rahmen einer Disziplinarmaßnahme kurzerhand in die Polizeidirektion Göttingen. Auch Thearpiestunden werden ihr auferlegt.

Die psychisch angeschlagene Ermittlerin legt die gewohnte Arroganz an den Tag, als sie in Göttingen vorstellig wird. Sie ist sich eh sicher, keine zwei Wochen dort arbeiten zu müssen, schließlich wohnen Sohn und Mutter noch immer in Hannover. Mit Hauptkommissarin Anaïs Schmitz eckt sie auf Anhieb kräftig an – denn die ist ebenso dominant, hochnäsig und schlecht umgänglich, wie Charlotte Lindholm selbst.

Kommissarin Anaïs Schmitz

Hauptkommissarin Anaïs Schmitz, gespielt von Hollywood-Darstellerin Florence Kasumba, ist die erste dunkelhäutige Ermittlerin im Tatort.

Geboren wurde Anaïs in Uganda. Ihre Eltern flohen mit dem kleinen Mädchen nach Deutschland und landeten mitten im Ruhrpott: Bochum wurde die neue Heimat der dreiköpfigen Familie. Hier erfuhr die kleine afrikanische Anaïs einen regelrechten Kulturschock; sie verbrachte viel Zeit auf der Straße, denn kümmern konnten sich die Eltern kaum um sie. Mal gewann sie bei den zahlreichen Prügeleien mit anderen Straßenkindern, mal verlor sie. So lernte sie früh, sich durchzubeißen.

Ihre Talente für alle sportlichen Aktivitäten, Tanz und auch Gesang kamen bald zum Vorschein. Die noch junge Anaïs träumte von einem ruhmvollen Leben im Showgeschäft. Die Eltern hatte jedoch andere Pläne: sie wollten zurück nach Afrika! Kurzerhand ließen sie das Kind alleine in Deutschland zurück.

Anaïs biss sich durch. Nach ihrem Schulabschluss ging sie an die Polizeiakademie Hiltrup, um als zukünftige Beamtin ihrem Sinn für Gerechtigkeit nachkommen zu können. Als ihre unkontrollierbaren Aggressionsschübe (Diagnose: mangelnde Impuskontrolle) zunehmend zum Problem wurden, wechselte die junge Kommissarin mehrfach die Dienststellen, bis sie schlussendlich in der Polizeidirektion Göttingen landete. Hier arbeiteten jene Kollegen zusammen, die im Dienst auffällig wurden, strafversetzt und therapiert werden mussten. Zu ihnen gesellt sich eines Tages die unnahbare LKA-Kommissarin Charlotte Lindholm aus Hannover, die die mittlerweile verheiratete Anaïs Schmitz bei ihrem ersten Aufeinandertreffen fatalerweise als Putzfrau abstempelt – kein guter Start in eine harmonische Zusammenarbeit. Schmitz wird Lindholm gegenüber sogar handgreiflich, als die den Ton im laufenden Fall angeben will.

Den nächsten Patzer erlaubt sich Lindholm, als sie mit dem charmanten Göttinger Rechtsmediziner Nick Schmitz einen Flirt beginnt. – Nick ist der Ehemann von Anaïs, wie die überraschte Charlotte später erfährt. Dass das Ehepaar vor gerade einmal sechs Monaten eine Fehlgeburt verkraften musste, berührt die sonst so kaltherzig wirkende Lindholm, die die dominante Kollegin Anaïs in einem anderen Licht zu sehen beginnt. Schließlich ist Charlotte Lindholm selbst Mutter eines Sohnes.

Erstmals trafen Charlotte Lindholm und Anaïs Schmitz im Fall „Das verschwundene Kind“ (Erstausstrahlung: 3. Februar 2019) aufeinander. Trotz anfänglicher starker persönlicher Reibereien konnten die zwei Ermittlerinnen die Umstände einer verheimlichten Geburt am Ende aufklären und einander schätzen lernen.


Tatort Folge 1083: Das verschwundene Kind

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Das hat sich die ehrgeizige Einzelgängerin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) in ihren schlimmsten Albträumen nicht ausgemalt: Nach den Ereignissen im vorherigen Einsatz „Der Fall Holdt“ (Tatort-Folge 1034) wird die leitende LKA-Beamtin aus Hannover strafversetzt, unter anderem wegen „mangelnder Teamfähigkeit“. Die Rüge führt sie in die Polizeidirektion Göttingen, als einfache, untergeordnete Ermittlerin. Dass sie dort auf mehr…


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