Tatort Folge 1013: Kriegssplitter



So 05.03. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2017
Kommissar: Flückiger und Ritschard
Ort: Tatort Luzern


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„Kriegssplitter“ heißt der elfte gemeinsame Fall des Schweizer Tatort-Teams aus Luzern: Reto Flückiger und Elisabeth „Liz“ Ritschard werden mit der Aufklärung eines Mordes an einem investigativen Journalisten betraut. Die Ermittlungen führen schließlich in ein Geflecht aus tschetschenisch-russischen Konflikten und einem tragischen Familiendrama.

Die deutsche Erstausstrahlung der Luzerner Tatort-Folge „Kriegssplitter“ ist für Sonntag, den 5. März 2017 um 20.15 Uhr im Ersten Programm der ARD angesetzt. Endlich bekommt in diesem Fall übrigens die ominöse Frau an Flückigers Seite ein Gesicht, mit der der Schweizer Kommissar schon seit einiger Zeit liiert zu sein scheint – seine Kollegin Liz staunt über die Wahrheit jedenfalls nicht schlecht.

Inhalt der Tatort-Folge „Kriegssplitter“

Reto Flückiger betritt das 4-Sterne-Hotel Luzernerhof, er und der Hotelportier hinter dem Empfang kennen sich bereits. Es ist spät am Abend, als er das gebuchte Hotelzimmer erreicht. Auf ihn wartet – eine Frau. Dem bärtigen Ermittler huscht an der Zimmertür ein Lächeln über das Gesicht, als er sie erblickt. Die attraktive Eveline Gasser setzt sich, nur mit Unterwäsche und einer offenen Seidenbluse bekleidet, auf das Doppelbett.

Während sich der Hauptkommissar mit seinem Date im Tatort „Kriegssplitter“ vergnügt, checkt der Journalist Leo Manser mehrere Stockwerke über ihnen in sein Zimmer ein. Er baut eine Videokamera auf. Als sich Reto und Eveline kurze Zeit später verliebt auf dem Balkon in den Armen liegen, schrecken sie plötzlich auf: ein lauter Knall und Splittern von Glas ist zu hören. Sekunden danach stürzt Manser an ihrem Balkon vorbei in die Tiefe. Der Mann landet auf einem Autodach. Eveline ruft sofort die Ambulanz, der Ermittler stürmt mit Pistole und Handy bewaffnet in die oberen Stockwerke des Luzernerhofs. Doch er wird ausgeknockt, noch bevor er den flüchtigen Täter identifizieren kann.

Am Tatort angekommen, kümmert sich im Fall „Kriegssplitter“ Hauptkommissarin Liz Ritschard um den bewusstlosen Kollegen. Es ist kaum zu verhindern, dass die Wahrheit über Retos Aufenthalt im Hotel ans Licht kommt: Eveline Glasser ist eine verheiratete Frau. Gleich nach dem Vorfall hatte sie ihren Ehemann kontaktiert. Doch für Vorwürfe und neugierige Fragen seitens des Kollegiums bleibt nun keine Zeit: Der Sturz aus 20 Metern Höhe endete für Manser sofort tödlich, und der Mörder, der den investigativen Journalisten aus dem Fenster stieß, ist noch auf freiem Fuß. Flückiger und Ritschard haben nun einen neuen Fall aufzuklären. Die Kriminaltechnikerin Corinna Haas unterstützt das Luzerner Ermittlerduo bei seiner Arbeit.

Der Hotelportier gibt bei seiner Vernehmung durch Ritschard einen wertvollen Hinweis auf die Identität einer Frau, die kurz vor der Tatzeit den Luzernerhof betrat: es war die ehemalige Arbeitskollegin von Leo Manser, Natalie Etter. Etters DNA unter den Fingernägeln des Opfers liefert ein weiteres Indiz für die Identität der mutmaßlichen Täterin. Doch die erklärt gegenüber den Kommissaren, dass sich Manser kurze Zeit vor seinem Tod ihre Videokamera „ausgeliehen“ hätte – allerdings ohne ihr Einverständnis. Es sei zu einem Gerangel zwischen den beiden gekommen, das erkläre Etters DNA-Spuren an dem Opfer.

Aber die Spur führt im SFR-Tatort „Kriegssplitter“ noch viel weiter. Die Luzerner Fahnder stoßen auf mehrere Hinweise, dass der ermordete Journalist ist letzter Zeit vermehrt über den tschetschenischen Krieg recherchierte. Anscheinend setzte er dank seiner beruflichen Neugierde eine für ihn tödlich endende Kettenreaktion in Gang. Offenbar ist die Zielscheibe eigentlich eine ganz andere: Ramzan Khaskhanov, ein tschetschenischer Kriegsverbrecher, der Frauen mit Drogen willenlos machte und sie als Attentäterin für Anschläge auf das russische Volk missbrauchte. Er soll angeblich in Luzern untergetaucht sein; seit fünfzehn Jahren ist er auf der Flucht. Eine Liste mit elf Namen, die im Besitz von Manser gewesen sein soll, gibt wichtige Hinweise zum Aufenthaltsort von Khaskhanov, der unter falschem Namen in der Schweiz ansässig geworden ist.

Jetzt ist nicht nur die russische Regierung heißer denn je darauf, den flüchtigen Kriegsverbrecher endlich zu fassen, auch die Luzerner Kripo ist im höchsten Maße alarmiert. Schließlich hätte Ramzan Khaskhanov ein plausibles Mordmotiv gehabt: der Schutz seiner Identität.

Mit einer weiteren Person, die Khaskhanov auf den Fersen ist, rechnet angesichts der anstrengenden Ermittlungen jedoch keine der Parteien. Seine junge Nichte Nura Achmadova macht mit einer Pistole Jagd auf ihren Onkel. Sie ist illegal aus Tschetschenien in die Schweiz gekommen, um den vermeintlichen Mörder ihrer Mutter zu töten. Zwar war sie erst vier Jahre alt, als sich ihre Mutter als Selbstmordattentäterin in die Luft sprengte – doch sie ist sich sicher: ihr Onkel Ramzan zwang sie zu der Tat! Fortan wuchsen sie und ihr Zwillingsbruder Nurali als Vollwaisen auf, nachdem der Vater zuvor bereits im Krieg gefallen war. Nurali hat vor vielen Jahren in Luzern Fuß gefasst, geheiratet und ist nun Vater eines kleinen Kindes. Als plötzlich seine Schwester vor der Haustür steht, nimmt er sie freudig auf. Noch ahnt er nichts von Nuris fest entschlossenem Racheplan …
 

Das Drehbuch für den Schweizer Tatort-Krimi „Kriegssplitter“ stammt von Lorenz Langenegger und Stefan Brunner, die Regiearbeit übernahm der gebürtige Luzerner Tobias Ineichen. Zu den bisherigen Filmen, die Ineichen inszenierte, zählen die zwei Münchner Tatort-Episoden „Schneetreiben“ (Tatort-Folge 617) sowie „Liebeswirren“ (Tatort-Folge 705), und die Luzerner Beiträge „Skalpell“ (Tatort-Folge 839), „Geburtstagskind“ (Tatort-Folge 879) und „Verfolgt“ (Tatort-Folge 915).

Die Filmarbeiten dauerten vom 18. Mai bis 20. Juni 2016 und fanden in Luzern und Umgebung statt. Das Hotel Luzernerhof, das als Kulisse diente, liegt in der Alpenstraße im Stadtzentrum Luzerns.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (37 J. | Kinoliebhaberin)

Och ja. Note drei plus. Wie schon der letzte Luzerner Fall „Skalpell“ ist dieser Krimi mal kein „Schweizer Käse“, sondern eine im Ganzen runde Sache mit vereinzelten Löchern. Manche Figuren sind arg schablonenhaft gezeichnet, die Spannung ist aber da.

Gerald (37 J. | IT-Nerd)

Ein bedrückender Tatort aus Luzern. Ungewöhnlich für einen SRF-Folge ist dass private Dinge der Kommissare die Ermittlungen beeinflussen. Das führt allerdings zu einem spannenden und schwer vorauszusagenden Krimi. Einschalten lohnt sich.

Tatort-Besetzung

Hauptkommissar Reto Flückiger – Stefan Gubser
Hauptkommissarin Liz Ritschard – Delia Mayer
Kriminaltechnikerin Corinna Haas – Fabienne Hadorn
Polizeichef Eugen Mattmann – Jean-Pierre Cornu
Leo Manser – Daniel Mangisch
Nura Achmadova – Yelena Tronina
Nurali Balsiger – Joel Basman
Laura Balsiger – Magdalena Neuhaus
Ena Abaev – Natalia Bobyleva
Ruslan Abaev / Ramzan Khaskhanov – Jevgenij Sitochin
Eveline Gasser – Brigitte Beyeler
Michael Koslow – Ivan Shvedoff
Pjotr Sorokin – Vladimir Kornevv
Natalie Etter – Johanna Bantzer
Hotelportier – Vilmar Bieri
Imam – Victor Kraslavskiy
Getränkehändler – Pascal Holzer
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Stefan Brunner, Lorenz Langenegger
Regie – Tobias Ineichen
Kamera – Michael Saxer
Szenenbild – Marion Schramm
Schnitt – Isabel Meier
Musik – Fabian Römer

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