Tatort Folge 823: Keine Polizei



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Tatort Folge 823: Keine Polizei 5 4

Die Leiche von Fritz Löhr liegt im Tatort „Keine Polizei“ unter dem getrockneten Laub des Kölner Stadtparks. Eine Zeugin will gesehen haben, wie in der Nacht zuvor ein junger Mann von zwei maskierten Männern überwältigt und in einen Lieferwagen gezerrt wurde. Der Rentner Löhr sei dazwischen gegangen, dann aber mit einem Elektroschockgerät außer Gefecht gesetzt worden. Offensichtlich hat das Herz des alten Mannes den Stromstoß nicht verkraftet.

Tatort : Keine Polizei – Trailervideo

 
Die Hauptkommissare Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und Freddy Schenk (Dietmar Bär) werden mit den Ermittlungen im Fall „Keine Polizei“ betraut. Sie stehen vor dem Rätsel, wer der Entführte sein könnte, von dem die Zeugin berichtet. Warum meldet sich niemand bei der Polizei, um den Vermissten zu melden? Schenk beginnt, alte Akten zu wälzen und stößt auf einen ähnlichen Fall, der bereits einige Jahre zurückliegt. Auch damals wurde die Kriminalpolizei nicht eingeschaltet und der oder die Täter nie gefasst. Das Opfer heißt Elmar Schmitz-Thom und ist seit der Tat psychisch sehr labil. Seine Familie musste damals für das Lösegeld ihr Bauunternehmen verkaufen und ist seitdem verarmt; die Einnahmen aus der neu gegründeten Fahrschule reichen nicht zum Leben.

Als die Ermittler Ballauf und Schenk den Tatort ein zweites Mal untersuchen, fällt ihnen ein Auto auf. Der Wagen muss dort schon längere Zeit stehen. Die Recherche ergibt, dass Daniel Wächter als Besitzer des Autos gemeldet ist, ein 22-jähriger Kölner und Sohn des Bauunternehmers Markus Wächter. Daniels Mutter gibt bei der Vernehmung durch die Kriminalbeamten an, dass ihr Sohn verreist sei – diese Aussage erweist sich jedoch schnell als Lüge und aus einer bösen Vorahnung wird bald Gewissheit: Daniel Wächter ist das Entführungsopfer im Fall „Keine Polizei“. Pia und Markus Wächter gestehen schließlich, dass sie ihren Sohn vermissen. Die Kidnapper fordern eine Millionen Euro Lösegeld und „keine Polizei!“. Sollte das Ehepaar die Polizei einschalten, drohen die Kriminellen damit, ihren Sohn umzubringen. Das Ermittlerteam aus Köln ist sich unschlüssig: hängen die beiden Fälle miteinander zusammen oder ähneln sich die Vorgehensweisen der Erpresser nur zufällig?

Als Ballauf und Schenk im Tatort „Keine Polizei“ herausfinden, dass der Bauunternehmer Wächter eine Geliebte hat und in wirtschaftlichen Schwierigkeiten steckt, wendet sich das Blatt. Was, wenn der Mann die Entführung nur vortäuscht, um sich mit dem Geld zu sanieren und mit seiner Freundin zu verschwinden? Dieser Verdacht wird allerdings schon bald entkräftet. Daniel, der indessen einen Fluchtversuch aus seinem Verlies unternimmt, stürzt bei der anschließenden Verfolgungsjagd durch seine Entführer von einem Dach in den Tod. Bei der Obduktion findet die Gerichtsmedizin DNA-Spuren unter seinen Fingernägeln, die von dem toten Rentner Fritz Löhr stammen. – Bedeutet dies etwa, dass sich Daniel auch gegen den Senioren zur Wehr setzte, weil dieser zu den Entführern gehörte?

Tatort Vorschau: Keine Polizei – ORF

 
Der WDR-Tatort „Keine Polizei“, der 52. Fall für das Ermittlerteam Ballauf und Schenk, wurde im Jahr 2011 in Köln und Umgebung gedreht. Am 8. Januar 2012 wurde die Tatort-Folge im Ersten Programm der ARD zum ersten Mal gezeigt.

Besetzung
Hauptkommissar Max Ballauf – Klaus J. Behrendt
Hauptkommissar Freddy Schenk – Dietmar Bär
Dr. Joseph Roth [Pathologe] – Joe Bausch
Franziska Lüttgenjohann – Tessa Mittelstaedt
Polizeipsychologin Lydia Rosenberg – Juliane Köhler
Staatsanwalt von Prinz – Christian Tasche
Pia Wächter – Ulrike Grote
Markus Wächter [Bauunternehmer] – Thomas Heinze
Elmar Schmitz-Thom – Oliver Bröcker
Daniel Wächter – Janusz Kocaj
Hajo Thom – Peter Harting
Heike Schmitz-Thom – Katharina Wackernagel
Fahrlehrer – Jürgen Rißmann
Securitymann – Frank Kessler
Steffi Anderbrügge – Tina Seydel
spielendes Kind – Marius Haas
spielendes Kind – Justin Salowsky
spielendes Kind – Egemen Yildirim

Stab
Regie – Kaspar Heidelbach
Buch – Norbert Ehry
Best Boy – Roland Scheidt
Innenrequisite – Dirk Breitenborn
Herstellungsleitung – Liane Retzlaff
Kostüme/Kostümbild – Elisabeth Kraus
Kamerabühne – Marius Möller
Motivaufnahmeleitung – Lilian Scharnhorst
Produktionsleitung – Jutta Bürsgens
Location Scout – Abi Roos
Regieassistenz – Juliane Foitzik
Regieassistenz – Regina Spreer
Szenenbild – Ralf Mootz
Produzent – Sonja Goslicki
Schnitt – Hedy Altschiller
Ton/Filmtonmeister – Wolfgang Wirtz

Bilder: WDR/Uwe Stratmann


18 Meinungen zum Tatort Folge 823: Keine Polizei

  • Joachim Pense • am 8.1.12 um 21:47 Uhr

    Das möglicherweise weibliche Geschlecht der Entführer wurde von Anfang an angedeutet. Irgendwie kam mir der eine Entführer unter der Maske auch weiblich vor. Aber woran lag das?


  • sherlogg • am 8.1.12 um 22:05 Uhr

    Dieser Tatort war jetzt mal richtig gut!
    Und zwar in jeder Beziehung; ohne Schwachpunkte. Der beste seit seeehr langer Zeit.
    Bezüglich des Geschlechts der Entführer ist mir nichts aufgefallen. Bei so einer Totalverhüllung rechne ich allerdings sowieso mit allem.
    Jedenfalls bin ich hochbegeistert.


  • Alex • am 8.1.12 um 22:58 Uhr

    Weiß jemand wo sich der Originaldrehort der „Angelhütte“ von heute befindet?


  • Michi • am 9.1.12 um 8:40 Uhr

    Sehr guter Tatort!

    Das oft gescholtene Privatleben der beiden Kölner Ermittler war komplett aussen vor – diesmal ging es wirklich nur ums ermitteln.

    Auch wenn relativ schnell klar war, wer hinter allem steckt, war dies dennoch absolut gute Sonntag-Abend-Unterhaltung.

    Der eine Entführer war etwas kleiner, zudem fiel der Gang leicht auf. Dazu kommt eben die Vermutung, dass Frau Schmitz-Thom da mit drin hängt.


  • Martin • am 9.1.12 um 8:56 Uhr

    Der Schnitt vom Absturz des Entführungsopfers zum Nachhausekommen der Schmitz-Thoms hat frühzeitig verraten wer dahintersteckt.


  • sherlogg • am 9.1.12 um 12:32 Uhr

    Ich wußte bis zum Schluß nicht, wer dahintersteckt; ich war von der Handlung so gefesselt, daß ich gar nicht darüber nachdachte. :-)


  • Daniel • am 9.1.12 um 22:36 Uhr

    Hallo,

    der Hausmeister, der die Türe zur Wohnung von Daniel Wächter öffnet heißt Kaczmarek.

    Da dürften sich alle freunde des kölschen Liedgutes dran erfreuen, denn das ist einen 100%-Anspielung auf das Lied „Huusmeister Kaczmarek“ (Hausmeister) von den Bläck Fööss.

    Schöne Grüße aus Köln – Daniel


  • Miss Adele • am 10.1.12 um 22:19 Uhr

    In der Tat ein guter Tatort.
    Sehe es auch so, dass das vernachlässigte Privatleben der Kommissare abwechselnd frisch wirkte.
    Wirklich stimmig und und gut umgesetzt.
    Dennoch, weggehauen hat es mich jetzt nicht!


  • zardoz • am 12.1.12 um 22:45 Uhr

    Solide,

    aber warum müssen alle Tatortkommissare immer derartig extrovertierte Autos fahren?
    US-Schlitten aus den 70igern, Oldtimer, Porsche, Luxuskarossen usw. So ein Schmarrn.
    Mir wärs lieber die hätten einen Golf, Astra, Focus.
    Außerdem: Das Rauchen bei den Guten etabliert sich wieder.
    Warum eigentlich?


  • Michi • am 13.1.12 um 8:34 Uhr

    @zardoz

    Freddy Schenk fährt immer (wechselnde) Ami-Karossen. Er hat ein Faible dafür und „borgt“ sie sich immer aus dem Fuhrpark von beschlagnahmten Fahrzeugen. Ist sozusagen ein „Running-Gag“.


  • sherlogg • am 14.1.12 um 13:07 Uhr

    >Außerdem: Das Rauchen bei den Guten etabliert sich wieder. Warum eigentlich?

    Weil es die fanatischen & die militanten Nichtraucher inzwischen übertrieben haben mit ihrem „war against tobacco“. Was Du hier siehst, sind erste Anzeichen, daß das Pendel wieder in die andere Richtung zu schwingen beginnt.


  • Kritischer Tatort-Zuschauer • am 17.1.12 um 21:51 Uhr

    „Das oft gescholtene Privatleben der beiden Kölner Ermittler war komplett aussen vor – diesmal ging es wirklich nur ums ermitteln.“

    So? Und was war dann mit dem Theater um Schenks Milch, der mal wieder den „leiblichen Opa“ geben mußte…ich weiß sowieso nicht, was der für ne komische Frau hat, vielleicht auch zwei Köppe größer und langt ihm bei Mißfallen mal eine, so wie Karin Ludolf.

    Der Fall war insgesamt noch ok, aber teils etwas bemüht. Und Doppelnamen für Eheleute sind dämlich, Schmitz-Thom, oh Mann…


  • Kritischer Tatort-Zuschauer • am 17.1.12 um 21:54 Uhr

    „Außerdem: Das Rauchen bei den Guten etabliert sich wieder.
    Warum eigentlich?“

    Weil in Doofland die Tabaksteuer ständig erhöht wird und es als eines der wenigen Länder noch Tabak-Werbung gestattet. Rauchen wird damit eben als entspannend dargestellt, hilft in Streßsituationen und soll schick sein. Übrigens doch in fast jedem Tatort so, irgendwelche Leute, die eine schlechte Nachricht bekommen, gehen erstmal mit traurigem „ich-könnte-fast-heulen“-Blick eine rauchen.


  • Michi • am 20.1.12 um 11:27 Uhr

    @KTZ

    man muss alles im Verhältnis sehen – was sonst schon so bei den Kölnern abgegangen ist im privaten Bereich, im Verhältnis gesetzt zu diesem Tatort – ich bleibe dabei „komplett aussen vor“.

    Die Milch ja…juhu! – da kann man dann auch anfangen Erbsen zu zählen…


  • Dirk • am 14.12.15 um 20:50 Uhr

    Der Tatort Nummer 823 mit den gern gesehenen Hauptkommissaren Ballauf und Schenk von der Kölner Mordkommission. Den habe ich schon in Erstsendung gesehen, diesen Tragik-Tatort aus verlorenen und aufgegebenen Existenzen. Ballauf und Schenk geben ihr Bestes in diesen nicht ganz einfachen Kriminalfall und zum Schluss entscheiden feuchte Ohren und nasse Flossen den Ausgang dieses Tatort-Spielfilms. Ich habe schon wirklich bessere Filme von diesen beiden Tatort-Kommissaren gesehen, aber der Besetzung wegen, diesmal ein drittes Mal hingeschaut. Das reicht aber nunmehr auch eine Weile. Und Best Boy war tatsächlich der Robert Scheidt, wie oft denn noch?


  • Anna Krechel • am 7.2.16 um 22:58 Uhr

    der reihe von Tatort aus köln fand ich auch gut das fand ich auch spannend und sehe auch schr gerne an aus köln ich fand auch das die Komisare Max Ballauf un Freddy Schenk machen ihre rolle richtig gut zu spielen ich fand auch zum Schluß sehr schön das sie an der Wurstbraterei standen und das sie Currywurst assen und ein Glas Kölch getruncken haben dafür gebe ich ihnen 20 Strerne von mir


  • Steve • am 6.5.16 um 5:44 Uhr

    Das war jetzt mal wieder ne richtigen Tatort. Hat wirklich Spaß gemacht! So soll Tatort aussehen. Spannung, Kameradschaft, Psychologie und Drama. Einfach gute Unterhaltung.

    Und das alles ohne obligatorische Lektionen cq Gehirnwäsche über ‚Diversität‘ usw. Erfrischend.

    Die ’neue‘ Regisseure sollten vielleicht mal richtig hinschauen wie man das so macht.


  • Colorwriter • am 6.5.16 um 22:33 Uhr

    Irgendwie habe ich diesen Tatort, beim Erstsendetermin, verpasst.

    Dabei hat alles gepasst. Dramarturgie, das Drehbuch und natürlich die Schauspieler. Respekt…


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