Martin Lüttge als Kommissar Bernd Flemming


Einsatzgebiet: Tatort Düsseldorf
Erster Fall: Tatort Folge 265: Tod eines Wachmanns
Erstausstrahlung: 25. Oktober 1991

Körpergröße: 180 cm
Haarfarbe: blond-grau meliert
Augenfarbe: blau

Bearbeitete Fälle

15

Aktiv im Dienst

1991 - 1997

Beliebtheit

Einschaltquoten in Mio.

Zur Figur Bernd Flemming

Auf den ersten Blick bildet der gerne im stillen recherchierende Bernd Flemming einen auffälligen Kontrast zum Tatort-Vorgänger Horst Schimanski, der seine Fälle mit harter Sprache und großem Körpereinsatz gelöst hat. Es gibt aber auch Ähnlichkeiten: Ebenso wie Schimanski ist Flemming nicht wirklich ein Teamarbeiter, was zu gefährlichen Alleingängen und Konflikten mit den Kollegen führen. In den fünfzehn Tatort-Fällen, die Flemming bearbeitet, wird eine eigenwillige, ja eigenbrötlerische Figur, die wenig auf ihr Äußeres achtet und die Nähe zur Natur sucht, gezeichnet.

Flemming privat

Bernd Fleming lebt nicht in Düsseldorf, sondern bewohnt mit seiner Lebensgefährtin Sonja - einer Bibliothekarin, die oft nur „Sonny“ genannt wird - einen Bauernhof etwas außerhalb. Während er beruflich nach seiner Zeit als Matrose und einem kurzen Zwischenspiel im Dezernat Einbruch, nun schon seit 22 Jahren der Mordkommission treu bleibt, erscheint sein Privatleben wechselhafter: Aus der ersten Ehe hat er einen erwachsenen Sohn namens Ingo, der häufig die Aufmerksamkeit und Zuwendung des Vaters sucht.

Mit Mitte fünzig hat er schließlich auch beruflich die Nase voll und geht in den Vorruhestand, um nach eigener Aussage Bücher zu verfassen und auf einem erworbenen Schiff Hollands Grachten und Kanäle zu erkunden.

Bernd Flemming und die lieben Kollegen

Das Verhältnis zu den Kollegen Max Ballauf (Klaus J. Behrendt) und der Miriam Koch (Roswitha Schreiner) birgt durchaus Konfliktpotential. So hat Kommissar Flemming beispielsweise Schwierigkeit mit dem teils übertriebenen Arbeitseifer des aufstrebenden Jungspundes Ballauf, der ihm andererseits aber in Sachen Technik durchaus hilfreich zur Seite stehen kann.

Die junge, sehr attraktive Kommissarin Miriam Koch verfügt über ein ausgeprägtes kommunikatives Talent und eine hohe soziale Intelligenz. Damit bringt sie den eher eigenbrötlerischen Bernd Flemming zwar manchmal um den Verstand, ergänzt aber das Ermittlerteam hervorragend, da sie zur Expertin für die menschlichen Interaktionen ist, die Flemming so schwer fallen. So entsteht letztlich ein nicht ganz harmonisches, aber dennoch äußerst effektives Ermittlerteam in der Mordkommission Düsseldorf.

FAQ - Kommissar Bernd Fleming

Wer sind Bernd Flemmings Kollegen?

Der junge, arbeitseifrige Kommissar Max Ballauf und die attraktive Kommissarin Miriam Koch.

Ist der Ermittler Flemming verheiratet?

Flemming ist geschieden und hat aus dieser Ehe einen erwachsenen Sohn namens Ingo. Aktuell lebt er mit der seiner Partnerin Sonja - einer Bibliothekarin - auf einem Hof etwas außerhalb von Düsseldorf.

Welche Hobbys hat Flemming?

Bernd Flemming spielt in seiner Freizeit in der englischsprachigen Theatergruppe seiner Partnerin Sonja mit. Gerne hört er außerdem den Vögeln zu und versucht sich als Imitator.

Welchen Dienstwagen fährt Flemming?

Flemming stehen verschiedene Exemplare eines Opel Omega a 2.0 i zur Verfügung; das Kennzeichen lautet D-OE 4812.

Hat Kommissar Flemming schon Gesetze gebrochen?

Nur die „üblichen" ermittlungsbedingten Übertretungen. Allerdings hat er mit Sohn Ingo den ein oder anderen Joint geraucht.

Über den Darsteller Martin Lüttge

Geboren wurde Lüttge am 7. Juli 1943 in Hamburg. Der naturnahe, in Schleswig-Holstein aufgewachsene Martin Lüttge absolvierte in seiner Jugend zunächst eine Ausbildung in der Landwirtschaft, bevor er und andere auf sein schauspielerisches Talent aufmerksam wurden, was ihn schließlich an die Schauspielschule in München führte.

Martin Lüttge macht sich einen Namen

In der bayerischen Landeshauptstadt startete Martin Lüttge seine Karriere als vielseitig einsetzbarer Charakterdarsteller im Theater, dann auch in Film und Fernsehen. Einen Namen als talentierter Mime machte sich der ehemalige Waldorf-Schüler Lüttge unter anderem 1977 als "Faust" in Claus Peymanns Stuttgarter Inszenierung.

Es war der Regisseur Fritz Umgelter, der den jungen Lüttge für das Fernsehen entdeckte und ihm seine ersten Hauptrolle verschaffte. Einem breiten Publikum bekannt wurde Lüttge jedoch erst mit seiner Darstellung als eigenbrötlerischer Kommissar Bernd Flemming, der 1992 das schwere Erbe Schimanskis im Tatort Düsseldorf antrat. In 15 Fällen ermittelte der Schauspieler fortan in der Rolle Flemmings, bis ihn das Engagement langweilte. Am 17. Mai 1992 startete Lüttge in der Rolle des Ermittlers in der Tatort-Folge 258 „Der Mörder und der Prinz“, die am 17. Mai 1992 ihre TV-Premiere hatte. Nach fünfzehn Fällen stieg er 1997 aus der Krimireihe aus. Martin Lüttge wollte als Flemming nicht länger Kriminelle jagen, und so wendete er sich wieder verstärkt dem Theater und dem Tatort den Rücken zu.

Lüttges Wunsch nach Freiheit

Die Entwicklung Lüttges wurde immer auch von einem Wunsch nach Freiheit und Emanzipation begleitet. Aus diesem Impuls heraus wurde der Darsteller 1978 Mitbegründer der freien Gruppe „Zelttheater", das seit 1980 unter dem Namen Theaterhof Priessenthal bekannt ist. Dessen Ziel war es damals wie heute, ein selbstbestimmtes, emanzipiertes und politisches Volkstheater zu machen. Der Mehringer Theaterhof Priessenthal war die Basis und der Proberaum der Vereinigung sowie zugleich Lüttges Wohnort. Von hier aus tourte die Gruppe, in der Martin Lüttge als Schauspieler, Regisseur und Drehbuchschreiber mitwirkte, durch ganz Deutschland.

Für Lüttge waren Film und Fernsehen zwar in der Vergangenheit ein willkommenes Zubrot gewesen, dennoch sah er sich selbst als Mann des Theaters. Auch dieses Selbstbild war wohl Teil seiner emanzipatorischen Einstellung.

Das Familienleben des Freigeistes Lüttge

In den Jahren 1966 bis 1972 war Lüttge mit seiner Schauspielkollegin Gila von Weitershausen verheiratet. Aus dieser ersten Ehe gingen zwei Töchter hervor. In zweiter Ehe war der Mime mit Marlen Breitinger liiert, ebenfalls Schauspielerin. Breitinger ist, wie früher ihr Ehemann, Teil des Projekts Theaterhof Priessenthal und seit den 1990ern Zweite Vorsitzende des zugehörigen Theater-Vereins.

Der Darsteller Lüttge verstarb am 22. Februar 2017 im Alter von 73 Jahren nach langer Krankheit in Plön. Aufgrund seiner schweren Erkrankung konnte er in den letzten Lebensjahren keine Auftritte mehr wahrnehmen.

FAQ - Schauspieler Martin Lüttge

Wie begann die Karriere von Martin Lüttge?

Martin Lüttge absolvierte eine Ausbildung zum Landwirt, bevor er erst die Schauspielschule Zerboni in Gauting nahe München und dann die Neue Münchner Schauspielschule in München besuchte.

Hatte Lüttge Kinder?

Martin Lüttge hatte zwei erwachsene Töchter aus erster Ehe mit Schauspielkollegin Gila von Weitershausen.

Was machte Martin Lüttge, wenn er nicht im Fernsehen auftrat?

Wenn Lüttge nicht vor der Kamera stand, fand man ihn auf der Theaterbühne. Unter anderem tourte er mit der Gruppe "Zelttheater" durch Deutschland und verfasste für diese auch Stücke und/oder führte Regie.

War der Darsteller Lüttge in sozialen Netzwerken zu finden?

Nein, Martin Lüttge war in den sozialen Netzwerken nicht aktiv.

Wie erhalte ich ein Autogramm von Martin Lüttge?

Der Schauspieler Martin Lüttge verstarb am 22. Februar 2017. Gegebenenfalls hat Lüttges frühere Agentur in Hamburg noch einige Autogrammkarten im Archiv. Schickt eure Anfrage bitte an folgende Adresse:

Martin Lüttge
c/o Agentur Reuter
Mittelweg 125 c
20148 Hamburg

Bitte vergesst den frankierten Rückumschlag nicht.