Tatort Folge 1097: Glück allein



So 02.06. 20:15 Uhr ARD

Erscheinungsjahr: 2019
Kommissar: Eisner und Fellner
Ort: Tatort Wien


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Es wäre nur allzu schön gewesen. Bibi Fellner (Adele Neuhauser), Moritz Eisner (Harald Krassnitzer) und ihr Freund und Chef Oberst Ernst Rauter (Hubert Kramar) sitzen in einem gemütlichen Wiener Restaurant beim gemeinsamen Nachtmahl, als unverhofft das Smartphone der Ermittlerin bimmelt: ein blutiger Überfall erfordert die sofortige Aufmerksamkeit der Kriminalbeamten. Die Ehefrau des Nationalratsabgeordneten Raoul Ladurner wurde bei einem Überfall in den eigenen vier Wänden tödlich verletzt, die verwundete kleine Tochter wird gerade in das nächste Krankenhaus transportiert.

„Glück allein“ ist ein Jubiläums-Tatort: Seit 20 Jahren arbeitet Inspektor Moritz Eisner, gespielt von dem Österreicher Harald Krassnitzer, nun schon für die Krimireihe. Sein erster Fall „Nie wieder Oper“ (Tatort-Folge 404) wurde am Sonntag, den 17. Januar 1999 im Ersten Programm erstausgestrahlt. Majorin Bibiane „Bibi“ Fellner stieß als dauerhafte Ermittlungspartnerin Eisners im Jahr 2011 zum Tatort des ORF hinzu.

Die TV-Premiere der Tatort-Episode 1097 „Glück allein“ ist für den 2. Juni 2019 um 20.15 Uhr angesetzt.

Inhalt der Tatort-Folge „Glück allein“

Dass Moritz und Bibi mit Widerständen aus einer übergeordneten Stelle zu kämpfen haben, ist wahrlich nicht neu an diesem Fall. Dass aber der festgefahrene Chefinspektor Eisner Vorbehalte gegenüber einer Dame aus den eigenen Reihen hat, ist nicht die Regel. Auch legt sich der grantelnde Kriminalist verbal und beinahe körperlich mit einem Politiker an, führt „einen privaten Kleinkrieg“, wie es seine Vertraute Bibi in einer Szene passend auf den Punkt bringt.

Die prämierte italienische Film- und Theaterschauspielerin Gerti Drassl („Vorstadtweiber“) verkörpert in der österreichischen Tatort-Produktion „Glück allein“ jene Ermittlerin Julia Soraperra, die Moritz‘ Misstrauen empfängt. Die Polizistin wird von Ernst Rauter – der wiederum auf Anweisung des Innenministers handelt – mit dem Fall beauftragt und den zwei Chefermittlern Eisner und Fellner einfach vor die Nase gesetzt. Das eingespielte Team will sich daran gar nicht erst gewöhnen und geht seinen eigenen Weg in Richtung Aufklärungserfolg.


Als sich die Kommissare Fellner und Eisner über Rauters Anweisungen hinwegsetzen und eigenmächtig zum Tatort düsen, erkennen sie allerdings gleich, warum der Kollegin Soraperra die Ermittlungen übertragen wurden: es handelt sich augenscheinlich um einen besonders brisanten, sensiblen Fall. Denn der österreichische Nationalratsabgeordneter Raoul Ladurner kauert draußen mit blutverschmierten Händen in der spät abendlichen Kälte vor seinem Anwesen, und versucht das soeben Erlebte zu verarbeiten. Der Politiker ist von einer Parlamentssitzung heimgekehrt und hat seine Liebsten blutüberströmt im Haus vorgefunden, daraufhin habe er „sofort die Rettung gerufen“, erklärt er den eingetroffenen Kriminalbeamten verzweifelt.

Der Mann ist in größter Sorge um seine zehnjährige Tochter Jasmin, die bei dem Überfall mit einem Bauchstich schwer verwundet wurde. Ladurners Frau hat die Messerattacke des oder der Täter mitten in die Brust nicht überlebt, ihre kalte Leiche liegt im eigenen Blut auf dem Küchenfußboden.

Die Spurensicherung ist noch dabei, alle Indizien zum Tathergang zu dokumentieren, auch der Revierinspektor Manfred „Fred“ Schimpf hilft mit. Er bespricht sich mit Moritz Eisner und Bibi Fellner und äußert den Verdacht, dass es sich um eine „Home Invasion“ handeln könnte. Hierbei verschaffen sich Kriminelle Zugang zu einem Haus, dessen Bewohner anwesend sind. Bei dieser Art des Einbruchs wird die Gewalt gegen Menschen demnach billigend in Kauf genommen. Möglicherweise ist bei dem Raubüberfall im Krimi „Glück allein“ etwas schief gelaufen, so dass es schließlich zu den brutalen Messerangriffen auf Frau und Kind kam. Einbruchsspuren gibt es keine, daher geht die Kripo davon aus, dass die Täter an der Tür geklingelt haben; die Nachbarin will ein Auto gesehen haben, dass am Abend an der Villa der Ladurners vorbeifuhr. Schmuck und Geld fehlen – jedoch ebenso wertvolle Fingerabdrücke. Alles in allem sind die Hinweise zur Tatverlauf mehr als dürftig.

Die Theorie von der „Home Invasion“, die Soraperra und Schimpf vertreten, überzeugt das erfahrene Tatort-Duo Moritz und Bibi nicht. Es gibt keine offensichtlichen Spuren eines Kampfes oder zumindest der Abwehr; auch ist nicht klar, warum die Täter die Tatwaffe – ein Fleischmesser aus der Küche – hätten mitnehmen sollen.

Immer deutlicher kristallisiert sich heraus, dass nicht nur Moritz Eisner Vorbehalte gegen den Nationalratsabgeordneten hegt. Der dominant auftretende, egoistische und manipulative Politiker hat sich in seiner Karriere etliche Feinde gemacht, die ihm und seiner Familie sicher gerne schaden würden. Doch reicht der Hass für einen Mord? Vor allem mit der ukrainischen Geschäftsfrau Natalia Petrenko steht Ladurner auf Kriegsfuß. Der ist sich sicher, dass sie diejenige Person ist, die den Raubüberfall in Auftrag gegeben hat. Tatsächlich stellt sich erst jetzt heraus, dass Dokumente sowie ein Laptop mit Beweismaterial aus dem Hause Ladurner fehlen: Petrenko und ihr Gefolge geraten damit unter Tatverdacht. Beweise hierfür? – Erneut: Fehlanzeige.

Längst haben der Inspektor und die Majorin die Leitung der Untersuchungen übernommen, und Soraperra streicht genervt die Segel. Als die junge Jasmin Ladurner ihren Verletzungen in der Klinik erliegt, deckt das Ermittlerteam einen dunklen Schatten in der Vergangenheit des trauernden Vaters auf. Plötzlich erscheint der Fall „Glück allein“ in einem völlig anderem Licht, denn Raoul Ladurner verlor früher schon einmal eine Tochter – die ebenfalls Jasmin hieß. Der drogenabhängige Teenager nahm sich das Leben. Der Gerichtsmediziner Kreindl offenbart Moritz und Bibi eine schier unglaubliche Entdeckung: Auch im Blut der zweiten Jasmin sind Anzeichen für einen regelmäßigen Drogenkonsum nachweisbar …


Der ORF-Krimi „Glück allein“ wurde vom 2. bis 30 März 2018 in Wien und Umgebung gedreht. Der Nebendarsteller Cornelius Obonya (Rolle: Raoul Ladurner) begegnete seinen Schauspielkollegen Krassnitzer und Neuhauser in der 2007 umgesetzten Tatort-Produktion „Granit“ (Tatort-Folge 715) ein erstes Mal. Damals spielte Adele Neuhauser allerdings noch nicht die Fellner, sondern besetzte ebenfalls eine Nebenrolle: die der Ehefrau des Opfers.

Die Redaktion von Tatort-fans meint …

Sabine (39 J. | Kinoliebhaberin)

Ein Tatort aus Wien, der mich zwiegespalten zurücklässt. Eisners persönliche Fehde gegen den Politiker Ladurner ist im Rahmen seines Diensteinsatzes durchweg unprofessionell und wird der Figur m. E. nicht gerecht. Das gibt dem gesamten Fall einen säuerlichen Bei- und Nachgeschmack. Positiv hervorzuheben ist das hervorragende Spiel von „Kotzbrocken“ Cornelius Obonya und „Schneeflittchen“ Gerti Drassl: Großartige kammerspielartige Szenerien tun sich mit den beiden auf! Insgesamte eine bedingte Einschaltempfehlung.

Gerald (39 J. | IT-Nerd)

Wenn Moritz und Bibi in Wien auf Verbrecherjagd gehen, kommt meistens ein guter Krimi bei rum. Auch in „Glück allein“ ist das so, auch wenn der Fall undurchsichtig und vielschichtig ist. Die Toilettenpause sollte man sich für 21:45 Uhr aufheben, denn wer hier was verpasst, dem fehlen eventuell wichtige Infos um der Geschichte folgen zu können. Nur was für Aufmerksame, die auf viele Dialoge stehen. Ich empfehle Ruhe für diesen Wiener Tatort mitzubringen, dann funktioniert er gut.

Tatort-Besetzung

Oberstleutnant Moritz Eisner – Harald Krassnitzer
Majorin Bibi Fellner – Adele Neuhauser
Oberst Ernst Rauter – Hubert Kramar
Revierinspektor Manfred „Fred“ Schimpf – Thomas Stipsits
Gerichtsmediziner Werner Kreindl – Günter Franzmeier
Ermittlerin Julia Soraperra – Gerti Drassl
Nationalratsabgeordneter Raoul Ladurner – Cornelius Obonya
Innenminister Schennach – Emil de Cillia
ukrainische Geschäftsfrau Natalia Petrenko – Dorka Gryllus
Journalist Kurt – Markus Hamele
Cora, eine Bekannte von Bibi – Magdalene Kronschläger
Schwester von der Intensivstation – Michaela Mock
Justizbeamter im Gefängnis – Michael Edlinger
u.a.

Tatort-Stab

Drehbuch – Uli Brée
Regie – Catalina Molina
Kamera – Klemens Hufnagl
Szenenbild – Katharina Haring, Nina Salak
Schnitt – Julia Drack
Ton – Peter Rösner
Musik – Patrik Lerchmüller

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